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Gedanken einer Schauspielerin – An Actress's Thoughts

Von Schauspielerinnen und anderen berufstätigen Frauen – On Actresses and Other Working Women

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English Version follows German.

Es gibt wie bereits mehrfach in diesem Blog erwähnt (nicht nur) in deutschen TV- und Kinoproduktionen wesentlich mehr Rollen für Schauspieler als für Schauspielerinnen, über den Daumen gepeilt liegt das Verhältnis bei 2 zu 1. Wenn das schon nicht der Geschlechterverteilung in unserer Gesellschaft entspricht, ist es dann vielleicht vergleichbar mit der Verteilung von Männern und Frauen in der arbeitenden und arbeitssuchenden Bevölkerung?  Wirkt sich das aktuelle Rollenverhältnis auf die Länge des Berufslebens von Schauspielerinnen und Schauspielern aus? Wie ist das mit der Altersverteilung?

Um diese Fragen soll es heute gehen.

Betrachten wir zunächst noch einmal die Bevölkerungsverteilung in Deutschland, die sozialversichert Beschäftigten und die arbeitslos Gemeldeten. Dazu gibt es drei Grafiken in der folgenden ersten Abbildung, jeweils zum Stichtag 31.12.2011 – aktuellere Daten stehen noch nicht für alle Kategorien zur Verfügung.BevSozvAlo_2011Die x- und y-Achsen der drei Grafiken sind unterschiedlich skaliert. Die Bevölkerung (Grafik A) ist von 0 bis 95+ Jahren erfasst (Quelle: Statistisches Bundesamt)  und die Bezugsachse geht bis 4,5 Mio. Die Kategorien sind in 5-Jahres-Gruppen zusammengefasst, Unter „25“ beispielsweise sind die Menschen im Alter von 21 bis 25 Jahren berücksichtigt.
Die Grafiken B und C haben gleich skalierte X-Achsen. Jedoch unterscheiden sich die Y-Achsen (zum Glück!) um den Faktor 10, die Achsen gehen bis 2,5 Mio. bzw. bis 250.000 (Quelle: Bundesagentur für Arbeit).
In Deutschland leben gut 82 Mio. Menschen, darunter fast 1,5 Mio. mehr Frauen als Männer. Allerdings gilt das Frauenübergewicht nicht in allen Generationen. Wie Grafik A zeigt existiert in allen Altersgruppen unter 60 ein leichtes Männerübergewicht. Auch deutlich zu erkennen sind die geburtenstarken Jahrgänge in den frühen 1960er Jahren und der sogenannte „Pillenknick“ ab Ende der 1960er Jahre (das ist der Schritt von den 41 bis 45-jährigen zu den 36 bis 40-jährigen).
Ab 60 Jahren beginnt dann das zahlenmäßige leichte Überwicht der Frauen.
Die heute 71 bis 75-jährigen wurden in den späten 1930er Jahren geboren.

Ebenfalls in 5-Jahres-Kategorien erfasst sind die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (Grafik B) und die Arbeitslosen (Grafik C).
Arbeitslos nach der Definition der Bundesagentur für Arbeit sind nur die aktiv gemeldete Menschen, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Frauen, die für die Kindererziehung zu Hause bleiben und erstmals in das Berufsleben einsteigen oder dorthin zurückkehren wollen (und evt. noch keine Kinderbetreuung gefunden haben), sind nicht erfasst, sie melden sich auch oft nicht beim Arbeitsamt, da sie kein Arbeitslosengeld erhalten würden, aber das ist ein anderes Thema.

Nicht wirklich überraschend: sowohl bei den sozialversichert Beschäftigten als auch bei den gemeldeten Arbeitslosen gibt es in jeder 5-Jahres-Altersgruppe mehr Männer als Frauen. Die Kurven der Beschäftigten, von jung nach alt betrachtet – mit der Delle bei den 36 bis 40-jährigen – verhält sich analog zur Bevölkerungskurve. Auch die Spitze bei den 50-jährigen und dem folgenden Abstieg der Kurve ist gleich.
Der etwas deutlichere Beschäftigungsrückgang bei 31 bis 40-jährigen Frauen gegenüber den Männern der gleichen Altersgruppen könnte mit Mutterschaft zusammenhängen, das ist aber nur eine Vermutung. Die Zahlen der Männer gehen ebenfalls leicht zurück, und auch in der Bevölkerung gibt es einen leichten Rückgang sowohl bei Frauen als auch bei Männern, in den Generationen, die nach dem „Pillenknick“ geboren wurden.

Vor dem Hintergrund dieser Statistiken betrachten wir nun die zur Verfügung stehenden Zahlen zu Schauspieler/innen in der deutschen Film- und Fernsehbranche. Dafür habe ich drei Datensätze zusammengestellt und verglichen.

Herzlichen Dank an Frau Heike Matlage von crew united für Diskussion und Unterstützung und an Frau Gabriele Becker von Filmmakers für den Zugang zur Datenbank zur detaillierten statistischen Datenauswertung.

Grafik A „Crew United Spielalter“.
Die Datenbank crew united (LINK) enthält Angaben zu mehr als 30.000 Firmen, 125.000 Film- und Fernsehprojekten und 130.000 Filmschaffenden, darunter auch – in Zusammenarbeit mit Schauspielervideos –  die in der Film- und Fernsehbranche tätigen Schauspieler/innen. Für letztere ist die Angabe des Alters oder Geburtsjahrs seit 2010 Pflicht, es muss aber in den Profilen nicht angezeigt werden, so dass viele Schauspieler/innen eher eine von-bis-Spielalter-Anzeige nutzen. Die Werte in der Tabelle sind Stichproben, so bedeutet „25“ in diesem Fall Schauspieler/innen, deren Spielalter 25 berührt. Das heißt, dass ein Schauspieler, der als Spielalter 20 – 30 angibt, in drei Säulen erfasst wird (20, 25, 30) und eine Schauspielerin, die 21-29 angibt, nur in der 25-Jahre-Säule vorkommt. Tatsächlich sin In dieser Datenbank 4686 Schauspielerinnen und 4501 Schauspieler vertreten, die Spielaltergrafik basiert aber auf 8482 bzw. 8729 Spielalternennungen.

Grafik B „ZAV Jahrgang“ folgt wieder einer 5-Jahres-Kategorisierung. Unter 1980 sind alle Schauspieler/innen erfasst, die zwischen 1976 und 1980 geboren wurden. Die ZAV ist eine staatliche Agentur, die zZt. 3.809 professionelle Schauspieler/innen für den Film- und Fernsehbereich vertritt. (Dazu gibt es natürlich noch eine vermutlich ebenso große Anzahl von Schauspieler/innen, die von privaten Schauspielagenturen vertreten werden).

Filmmakers (LINK) ist eine reine Schauspieler/innen-Datenbank, soweit ich weiß die erste ihrer Art als Angebot für Besetzer/innen. In ihr sind   zur Zeit insgesamt 19.380 professionelle Schauspieler/innen vertreten. Hier müssen alle Schauspieler/innen ihr Geburtsjahr angeben, und können optional noch ein Spielalter eine Spielalterspanne ergänzen. Ein Vergleich dieser Angaben ergab drei Gruppen: Schauspieler/innen, deren Spielalter ihrem tatsächlichen Alter entspricht, Schauspieler/innen, deren Spielalter ein paar Jahre über und unter ihr tatsächliches Alter geht, und Schauspieler/innen, deren Spielalter nur nach unten geht, also von z.B. 5 Jahre jünger bis zu ihrem Lebensalter.
Dieses Phänomen passt auch zu den Einträgen von crew united, die Grafik A ist gegenüber Grafik B etwas nach links verschoben, übrigens sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen (um einmal mit dem Vorurteil aufzuräumen, dass nur Schauspielerinnen jüngere Spielalter angeben).
CrewuZavFilmm3 Statistiken zur Altersverteilung von Schauspieler/innen.
Was fällt auf? In den jüngeren Jahrgängen gibt es ein teilweise erhebliches Übergewicht an Schauspielerinnen, bis ca. 1972 (Filmmakers) bzw. 1971-1975 (ZAV) und kippt dann ab 1969 (Filmmakers) bzw. 1966-1970 (ZAV), also bei den 43 bis 48-Jährigen, zu einem Schauspielerübergewicht. In vielen Jahrgängen gibt es dann fast doppelt so viele Schauspieler wie Schauspielerinnen.

Woran liegt das?
Dass mehr junge Frauen als junge Männer den Schauspielberuf ergreifen belegen neben diesen Grafiken vermutlich auch die Bewerbungszahlen an Schauspielschulen. Aber was passiert nach ein paar Jahren Berufstätigkeit?

Die Theorie, dass der Knick, also der stärkere Rückgang bei den Schauspielerinnenzahlen, mit einer möglichen Familiengründung zusammen hängt, bzw. dem Zeitpunkt, an dem die Kinder schulpflichtig werden, widerspricht den Statistiken der ersten Abbildung (Beschäftigte bzw. arbeitslos Gemeldete). Warum sollte es für Schauspielerinnen mit Kindern schwerer sein als z.B. für Lehrerinnen, Wissenschaftlerinnen, Putfrauen, Ärztinnen oder Fabrikarbeiterinnen mit Kindern? Zumal der Eintrag in einer Filmdatenbank – oder die Vertretung durch die ZAV – ja nicht mit einer Vollbeschäftigung gleichzusetzen ist.

Nein, die Schauspielerinnen, die in den Datenbanken nicht mehr auftauchen, haben höchstwahrscheinlich ihrem Beruf den Rücken gekehrt.

Warum? Vermutlich, weil es keine oder zu wenig Rollen für sie gibt. Frauen kommen sowieso schon erheblich weniger in Filmen und Serien vor, als es den gesellschaftlichen Gegebenheiten entspricht. Aber dieses Ungleichgewicht spitzt sich mit zunehmendem Alter noch mehr zu. Eine Agentin sagte letzte Woche „Habe wieder ein Buch auf dem Tisch liegen, in dem Frauen unter 20 und über 70 vorkommen“. Ganz so schlimm ist es natürlich nicht in allen Filmen, aber eine Tendenz ist schon deutlich feststellbar:

  1. Mehr Männerrollen
  2. Männerrollen in einem größeren Altersspektrum
  3. Frauenrollen werden dazu oft jünger besetzt.

Die ersten beiden Punkte erklären sich selbst, der dritte Punkt bedeutet, dass eine 40-jährige Figur von einer 10 Jahre jüngeren Schauspielerin besetzt wird. Das klingt übertrieben? Nehmen wir den Kinoerfolg „Keinohrhasen“ (2007). Hauptfigur Ludo Decker (Til Schweiger) trifft seine alte Klassenkameradin Anna Gotzlowski (Nora Tschirner) wieder. Ein Altersvergleich der Schauspielenden ergibt: als Nora Tschirner mit 6 Jahren eingeschult wurde, war Til Schweiger bereits 23 ½ Jahre alt. (Offizielle Webseite zum Film – LINK – Vorsicht, mit Musik!)

Ein anderes Beispiel: Die Folge „Klassentreffen“ vom Kölner Tatort (2010 – LINK zur ARD-Webseite). Kommissar Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) geht zum 30-Jahre-Abiturtreffen. Zum Drehzeitpunkt war Behrendt 50 Jahre alt, das passt ja gut, die Schauspieler zweier weiterer Klassenkameraden waren 53 Jahre alt (Oliver Stritzel und Rolf Berg). Zwei Klassenkameradinnen waren mit erheblich jüngeren Schauspielerinnen besetzt: Catrin Striebeck (44) und Karoline Eichhorn (45).

Drittes Beispiel: Die Telenovela „Hand aufs Herz“ (LINK zur offiziellen Webpräsenz bei Sat1). Hier ging es um Schüler/innen eines Gymnasiums, um die Lehrer/innen und Eltern. Da ist es natürlich zu erwarten, dass die Mehrheit der Sschüler/innen von älteren Schauspieler/innen gespielt wurden. Aber müssen deshalb zum Ausgleich Erwachsene jünger besetzt werden? Zum Drehbeginn 2010 war Amelie Plaas-Link 21 Jahre alt, sie spielte die Schülerin Lara Vogel. Und die 27-jährige Caroline Frier spielte ihre Mutter Miriam Vogel. Daneben gab es dann noch die Schuldirektorin Helena Schmidt-Heisig, die ein Studium, Referendariat, mehrere Jahre Schuldienst und dann noch einige Jahre am Ministerium hinter sich hatte. Gespielt wurde sie von der 40-jährigen Kim-Sarah Brandts. Nein, falsch. Die Schauspielerin war 2010 ebenfalls erst 27 Jahre alt.

Diese Unter-Alter-Besetzungen sind ein weiterer Grund, warum es so wenige Rollen für Schauspielerinnen über 30 gibt – und führen natürlich außerdem zu einer etwas gestörten Wahrnehmung von Männern und Frauen im TV. (Ich wiederhole es zum dritten Mal: das neben der bedauerlichen Tatsache, dass es wesentlich weniger Frauenrollen gibt und wesentlich weniger Geschichten von Frauen erzählt werden).

Maßnahmen in der Film- und Fernsehbranche,  die der Benachteiligung einer halben Berufsgruppe entgegen wirken – und die natürlich gleichzeitig ein Dienst für die Allgemeinheit wären, denn wieso sollten der Allgemeinheit immer nur Geschichten einer merkwürdigen Teilgruppe erzählt werden? – sind dringend nötig.
Hier sind neben den Drehbuchautor/innen und den Redaktionen und Produktionsfirmen auch die Besetzer/innen gefordert.
Ich weiß, es gibt jede Menge Vorgaben, und nicht alle können nicht immer so handeln wie sie wollen, aber ist überhaupt die Reichweite dieses Problem bekannt? Wird sie diskutiert, wenn über neue Stoffe gesprochen wird?

Wenn es nicht gerade um das zentrale Liebespaar geht oder um den Mörder im Krimi: muss eine (kleinere) Rolle mit dem Geschlecht besetzt werden, das im Drehbuch vorgeschlagen ist? Wie wichtig für den Film ist die Altersangabe einer Rolle? Die Logik des Alters wird ja oft genug über den Haufen geschmissen, vielleicht kann das noch viel öfter geschehen, auch einmal in die andere Richtung.

Das sage ich nicht nur, weil ich selber Schauspielerin bin und über 30, sondern weil ich es für einen großen Fehler halte, auf so viel Talent und Kreativität zu verzichten und weiter Schauspielerinnen aus dem Beruf zu vertreiben. Und ich außerdem die Art, wie teilweise oder größtenteils Geschichten erzählt we..  (wenn ich jetzt weiter schreibe, wäre es das 4. Mal in diesem Text. Und das ist zu viel).

Auf jeden Fall muss sich etwas ändern. Und zwar so bald wie möglich. Bitte.

English Version
On Actresses and Other Working Women

As I already mentioned on this blog, there are more parts for actors than for actresses (not only) in German TV and film productions to be found, roughly we are talking of a 2 to 1 ratio. If we can agree on it not being representative for the ratio of men and women in our society,  then maybe it is comparable to the ratio of men and women among employed people or people looking for work? Does the current distribution of roles influence the length of people’s professional acting career? What about the age pattern?

These are the questions for today.

Let’s have a look  first at the population in Germany, the employment and unemployment statistics. In the first chart there are three figures with data form Dec. 31, 2011 – more recent data was not available for all categories.
BevSozvAlo_2011
As you can see the three figures are  differently scaled. The population (Fig. A) is listed from 0 to 95+ years of age (source: Statistisches Bundesamt), and the numbers go up to 4,5 Mio. on the y-axis. The ages are combined in 5-year-categories, i.e. „25“ will include people between 21 and 25 years of age.  Figures B and C are similarly scaled horizontally, but (fortunately!) the y-axis differs by 10, i.e. for the employed the maximum will be 2,5 Mio, and for the unemployd it is 250.000 individuals. (source:  Bundesagentur für Arbeit).
The population in Germany is round about 82 Mio., with 1,5 Mio more women than men. But this prevalance of women does not exist for all generations. Figure A shows that all age groups below 60 have a slight dominance of men. Also quite visible are the ,boom age groups’ in the early 1960s, and the (in Germany at least) so called „pill-bend“ in the late 1960s, resulting from a wider spread use of birth control pills. That would be the step from the 41-45-year olds to the 36 to 40-year olds. The age-group 60 marks the beginning of a slight majority of women. The people who are 71 to 75 today were born in the late 1930s.

The employment (Figure B) and unemployment statistics (Figure C) are also classified in 5-year-age groups. Unemployed by definition of the Bundesagentur für Arbeit (Federal Employment Office of Germany) are actively registered people that are available for immediate employment. Women who stay at home to look after children and want to return to paid working life or enter it for the first time are not included, very often they don’t go to the Office to get registered as they would not be eligible for unemployment pay, but that is another matter.

It does not come as a big surprise that there are more men than women in each age group of the employed and unemployed. The graph of employed people, considered from young to old – – with the dent for the 36 to 40 year-olds – appears to be analogous to the population graph. We also find the peak for the 50-year-olds with following descent of the graph. (I hope this is reasonably comprehensible, it’s been years since I did mathematical curve sketching). In the age groups 31 to 40 there is a greater decline for the female over  the male employees, the reason for this may be found in motherhood, but this is only an assumption. The number of male employees is also declining a little bit, and looking at the population (Figure A) we find these to be generations born after the „pill-bend“.

These general findings are the setting on which we will have a look at some statistics on actresses and actors in the German television and film industry. For this I have prepared and compared the data of three sources.

A big thank you to Frau Heike Matlage of crew united for discussions and support and to Frau Gabriele Becker of Filmmakers for enabling a temporary access to their database for a more detailed evaluation.

Figure A „Crew United playing age“
The database of crew united (LINK) contains information on more than 30.000 companies, 125.000 film- and tv projects and 130.000 „Filmschaffende“, i.e. people involved in the making of films in production, pre- and post-production, in front of and behind the camera. This includes – in collaboration with Schauspielervideos – actresses and actors working for film and television. Stating one’s age or date of birth has been compulsory since 2010, but it is not necessary to make this information visible to everybody, so a lot of actresses and actors just show their chosen from-to-playing age instead. The data base for this graph are samples, in this case „25“ stands for acting people whose playing age touches 25. This means that an actor who states 20 – 30 as his playing age will be included in age groups 20, 25 and 30, and an actress with playing age 21 – 29 will only be in age group 25. The crew united data base includes an overall of  4.686 actresses and 4.501 actors, whereas the basis of Figure A are 8.482 and 8.729 playing age entries.

Figure B „ZAV Year of birth“ is done with the 5-year-categories from the first chart (population etc.). 1980 sums up actresses and actors born between 1976 and 1980. ZAV is a federal agency, at present representing 3.809 professional actresses and actors working in film / tv. In addition to that probably the same number of acting people are being represented by private agencies.

Filmmakers (LINK) is a data base containing a total of 19.380 professional actresses and actors at the moment, as far as I know it is the first of its kind, as a service for casting directors. Here all acting people have to state their date of birth and are allowed to  optionally add a playing age span as well. Comparing these two declarations led to three groups: acting people whose playing age complies with their real age, acting people whose playing age is a few years below and above their real age and acting people whose playing age reaches a few years down from their actual age. These phenomena go well with the playing age entries in the crew united data base. Comparing Fig. A and Fig. B a shift of the graph to the left (younger age groups) is clearly visible, both for actresses and actors (thus doing away with the prejudice that it’s only actresses stating younger playing ages).CrewuZavFilmmThree statistics on age distribution among acting people.
What do they show? In the younger age groups there is a partially substantial overweight of actresses up to the 1972 (Filmmakers) and 1971-1975 (ZAV) years of birth. The graphs tilt to an actor overweight at 1969 (Filmmakers) and 1966-1970 (ZAV) onwards, i.e. with the 43 to 48 year-olds. In many age groups after that there are nearly twice as many actors as actresses.

What is the reason for this? More young women than men starting with an acting career can probably be documented as well – in addition to the Figs. A to C – by the number of applications to acting schools. But what happens after a few years in the business?

The theory regarding the stronger decline in number of actresses might be related to women having babies or to the point where these children start going to school can probably be discarded because it is contradicted by the first chart (employed and unemployed). Why should it be more difficult for actresses with children than for female teachers, scientists, doctors, factory workers or cleaning ladies to combine work and family? Especially since an inclusion in the film databases – or being represented by the ZAV – does not mean full-time employment.

No, the actresses that don’t appear in the data bases any more most probably have quit their jobs.

Why? Probably because there are too few or no roles for them. Women are much less present in films and tv series than in real life as it is. But this imbalance gets worse with advancing age. An agent said to me the other day „Well I have this skript on my desk at the moment all women are either younger than 20 or older than 70.“ Of course not all films are as bad as this, but there is certainly a pattern.

  1. More parts for men
  2. Male parts with a bigger age range in total
  3. Female parts every now and again are cast with younger actresses.


I think the first two points are self-explanatory. The third point means that a 30-year-old actress may be cast for 40-year old character. Does that sound slightly exaggerated?

Let’s look at box-office success „Keinohrhasen“ (Rabbits Without Ears. 2007). Leading character Ludo Decker (Til Schweiger) meets his old class mate Anna Gotzlowski (Nora Tschirner) after many years. When you compare the real ages of the two acting people you find that in 1987 when Nora Tschirner stated going to school as a 6-year-old, Til Schweiger was already 23 ½ . (Official website of this movie – LINK – Warning! Music starts playing automatically)

Another example: The episode „Klassentreffen“ (Class ReunionLINK to the official ARD-webpage) of the Cologne Tatort from 2010. (Remember? Tatort, that is the weekly crime series I wrote about in this blog on Feb. 3) Superintendent Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) goes to a reunion party, 30 years after finishing high school. At the time the film was shot, Behrendt was 50 years old, so that was ok, the actors playing two former male class mates were 53 years old (Oliver Stritzel and Rolf Berg). Two former female class mates were played by much younger actresses: Catrin Striebeck (44) and Karoline Eichhorn (45).

Third example: the tv soap opera  „Hand aufs Herz“ (Hand on Heart LINK to the official website of SAT1). This was a series about school children at a grammar school, their teachers and parents. So it was to be expected that the majority of pupils would be played by older acting people. But did that automatically call for the grown-ups being played by younger acting people? When shooting started in 2010 Amelie Plaas-Link was 21 years old, she acted the part of Lara Vogel, a pupil. And 27-year-old Caroline Fried played her mother, Miriam Vogel. Also there was the head mistress of the grammar school., Helena Schmidt-Heisig. We know she went to University (that takes longer in Germany than in the UK), she did her two years of work as a training teacher (is that what you call it?), then she worked for some years as a full teacher, and after that some years at the ministry for education. From there she came to the grammar school. This character was played by 40-year-old Kim-Sarah Brandts. Oh, no, wrong. The actress was also only 27 in 2010.

This under-age-casting would be another reason for there being so few roles for actresses over 30, and of course they also project a somehow distorted view on men and women on TV (I have to repeat this a third time: this is in addition to the fact of there being less females roles and less stories of women being told).

Measures taken by the TV and film industry against the discrimination of half of a professional group are overdue, and these would at the same time be a service to the whole community, because why should the community of tv watchers only be told stories of some strange subgroup?
So script writers, editorial staff, production companies, producers and of course also casting directors are called for to do something about this unhappy situation. I know, there are always a lot of requirements beforehand, and not everybody is free to act as they want to, but is everybody really aware of the scope of this problem? Is it being discussed, when new stories are being discussed in the conference rooms?

OK, when it’s about two (heterosexual) lovers or a murderer, then the sex of the characters is important. But in so many other cases is it really neccessary to cast acting people for (smaller) characters with the sex stated in the script? How important is the scripted age for a character? Ever so often the logical age is ignored, so perhaps the age can be ignored for other parts as well, and maybe also in another (older) direction.

I am not only saying this because I am an actress myself and am over 30, but also because I think it is a big mistake to let go of so much talent and creativity. And also because I am not too keen on the way stories are so often being… (if I go on this would be the 4th time I am mentioning this in this text, and would be clearly be too much).

In any case: something needs to change. As soon as possible. Please.

10 thoughts on “Von Schauspielerinnen und anderen berufstätigen Frauen – On Actresses and Other Working Women

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  7. Gerade bin ich durch Zufall ein weiteres Altersbeispiel gekommen: in dem Berliner Tatort „Mauerpark“ (Erstausstrahlung 23. Oktober 2011) spielt Rebecca Immanuel (geb. 13.11.1970) die Doppelrolle der Zwillinge Ina und Laura Kilian, die Tante bzw. Mutter von Robert Gwisdeks Figur Lukas Vogt sind. Gwisdek wurde am 19. Januar 1984 geboren, ist somit 13 Jahre, 2 Monate und 6 Tage jünger als Immanuel.

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  8. In der Aufbereitung von diesem Zahlenmaterial steckt sehr viel Arbeit und Mühe, vielen Dank dafür.
    Es ist erschreckend, dass mir als Zuschauerin (über 40) die altersmäßigen Fehlbesetzungen gar nicht aufgefallen sind. Und ich befürchte, es liegt daran, dass unser Auge sich bereits daran gewöhnt hat!!!

    Und das ist neben den Konsequenzen für die Schauspielerinen selbst auch das Schlimme für uns Frauen im Allgemeinen: das Fernsehen spiegelt nicht mehr die Realität von uns Frauen wieder (und das betrifft ja nicht nur das Alter sondern auch die Inhalte von TV-Filmen). Eine bestimmte Altergruppe findet im Fernsehen nicht mehr statt. Ist das nicht auch mit ein Grund, warum sich gebildete, gut verdienende Frauen ab 30 vom TV verabschiedet haben und nur noch nutzen um eine DVD einzulegen? Ist das deutsche Fernsehen in den 50er Jahren stehengeblieben? Hängt das damit zusammen, dass nur alte Männer Fernsehen machen? (Da schließt sich der Kreis).

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  9. Danke für diesen interessanten und informativen Artikel…ich bin auch dafür, dass sich so bald wie möglich etwas ändert. Und natürlich deswegen, weil ich eine Schauspielerin über 40 bin!😉

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  10. Eine interessante Analyse. Dazu passt vielleicht diese soziologische Studie:

    Lutter, Mark. 2012. „Anstieg oder Ausgleich? Die multiplikative Wirkung sozialer Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt für Filmschauspieler.“ Zeitschrift für Soziologie 41:435-457. http://www.zfs-online.org/index.php/zfs/article/viewFile/3113/2651

    Darin geht es um die Frage, ob Schauspielerinnen im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen durch die Akkumulation von Erfolg („Wer hat, dem wird noch mehr gegeben“) benachteiligt werden oder ob sie ihre benachteiligte Anfangssituation möglicherweise ausgleichen können. Ergebnis: Sie können. Frauen profitieren deutlich stärker von Erfolgen als Männer. Insgesamt haben sie zwar deutlich geringere Karrierechancen, sind sie aber erfolgreich, reduziert sich diese Diskrepanz fast vollständig. Umgekehrt zeigt die Studie aber auch, dass nicht-erfolgreiche Frauen noch stärker als ihre nicht-erfolgreichen männlichen Kollegen benachteiligt sind.

    MfG,

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