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Gedanken einer Schauspielerin – An Actress's Thoughts

Kunst oder Kommerz, wo arbeiten die Filmfrauen 2012? Teil 2 Die Besetzung – „Give me Art, Give me Money“ Female Filmmakers Part 2: In Front of the Camera

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English Version follows German.

Vor zwei Wochen habe ich Teil 1 dieser Untersuchung gebloggt und die Frauenanteile in 11 Gewerken von jeweils 2 Kino- bzw. Fernsehfilmgruppen ausgewertet.  Heute stehen die Besetzungslisten dieser Filme im Fokus. Auch diese sind leider deutlich männerlastig.

Als ich mit den Auswertungen begann verfolgte ich gerade mit halber Aufmerksamkeit einige Themen, die über Twitter die Runde machten und blieb an zwei Meldungen hängen. Zum einen an dem Artikel der 17-jährigen Schülerin Jinan Younis (twitter: @Jinan_Younis) aus Cheshire / GB „What happened when I started a feminist society at school“ (Guardian 20. Juni 2013), in dem sie über ihre Erfahrungen mit der Gründung eines Arbeitskreises und die heftigen Reaktionen gleichaltriger Jungen sowie der nicht unterstützenden Haltung der Schulleitung schreibt.  Und zum anderen an dem älteren Interview mit dem Psychologen Rolf Pohl über Sexismus „Männer haben Angst vor Frauen“ (taz 6. März 2009), in dem er u.a. über den Begriff „hegemoniale Männlichkeit“ spricht und fragt, wer Wirtschaft, Politik und emotionale Beziehungen dominiert, wer Aufmerksamkeit, Geld oder Zuwendung bekommt, und welches Geschlecht eher diskriminiert wird.
Ich fragte mich, ob auch die Tatsache, dass wir von klein auf im Fernsehen und Kino mit männerzentrierten und auch quantitativ männerdominierten Filmen und Sendungen leben, einen Einfluss auf die Sicht von Jungen und Männern auf Mädchen und Frauen hat.
Und ich fürchte, dass dieses Figurenungleichgewicht einem Großteil des Publikums überhaupt nicht auffällt, auch nicht die noch deutlichere Randstellung ältere Frauenfiguren.
Selbst Schauspielkolleg/innen ist das Rollenmissverhältnis zwischen den Geschlechtern oft gar nicht bewusst. 2011 heißt es in einem Faz-Artikel über die Schauspielerin Maria Furtwängler: „Und sie mischt sich ein, wirbt für die Frauenquote, obwohl sie die lange für Unsinn hielt; beim Schauspiel seien Frauen nun mal ebenso gefragt wie Männer.“ Im gleichen Jahr sagte Schauspieler Hans-Werner Meyer (Vorstandsmitglied in unserem Verband, dem BFFS)  in einem Radiointerview: „Es gibt für Frauen sehr viele gute Rollen, für Männer komischerweise weniger, weil mehr Frauen fernsehen als Männer. Es werden immer mehr attraktive Rollen für Frauen geschrieben, was ja auch lange Zeit umgekehrt war, aber momentan droht es für Männer ein bisschen eng zu werden mit wirklich guten Rollen.“
Ich glaube allerdings nicht, dass die Situation vor und hinter der Kamera im Deutschen Film und Fernsehen 2011 signifikant anders war als 2012 und 2013. Und damit geht es los mit Teil 2 meiner Auswertung von 4 x 17 Filmen aus dem Jahr 2012:  Die Besetzung.

Datenmaterial

Wie schon bei der Gewerke-Auswertung habe ich vier Filmgruppen gegenübergestellt:

  1. die Gesamtheit der für den Deutschen Filmpreis 2013 in allen Kategorien nominierten Kinofilme, das sind 17
  2. die Gesamtheit der für den Grimmepreis in allen Kategorien im Bereich Fiktion (ohne Serien) nominierten Fernsehproduktionen – das sind auch wieder 17
  3. die Top 17 an den deutschen Kinokassen 2012 (deutsche Filme)
  4. die Top 17 der 2012 TV-Charts,  d.h. die deutschen fiktionalen Formate mit den höchsten Quoten

Quelle für alle Filme und Rollen sind die in der crew united-Datenbank angegebenen Besetzungslisten, sie enthalten eine Unterteilung in Haupt-, Neben- und Tagesrollen, so wird ein etwas differenzierterer Vergleich möglich. Einer der 68 Filme ist dort allerdings nicht erfasst: der Kinofilm „Resident Evil: Retribution“. Hierfür habe ich auf IMDB und Wikipedia zurückgegriffen.

Ergebnisse

A Gesamtzahl der weiblichen und männlichen Rollen

CastGesDDrei Gruppen (Deutscher Filmpreis Nominierungen, Top TV Quote und Grimmepreis Nominierungen) weisen das schon mehrfach belegte Verhältnis von ca. 1:1,8 auf, d.h. auf eine Frauenrolle kamen fast zwei Männerrollen. Lediglich bei den Top Kassenerfolgsfilmen sah es besser aus: 117 Frauen– und 146 Männerrollen bedeuten ein Verhältnis von 1:1,25.  Interessanterweise ist das die Gruppe von Filmen mit den mit Abstand niedrigsten Frauenanteilen hinter der Kamera im 6-Gewerke-Check:  Regie 16 %, Drehbuch 16 %, Produzent/in 13 %, Kamera 0 %, Ton 0 % und Schnitt 0 %.

B Die erstgenannten Rollen

Cast1_dHier wird untersucht, ob die Rolle, die an erster Stelle auf der Besetzungsliste steht, männlich oder weiblich ist. Das kann die eindeutige Hauptrolle sein, wie z.B. in Fernsehfilmen wie Blaubeerblau, aber eben auch nur eine von mehreren Hauptfiguren sein.
Insbesondere bei den TV Top Quotenfilmen (6:11), die ja allesamt Filme aus Krimireihen sind, ist die erste Rolle oftmals ein Teil eines Ermittlungsduos (wobei natürlich auch Duos aus 2 Kommissaren dominieren, gegenüber Kommissarin / Kommissar-Teams. Interessant wäre dazu eine Auswertung der Episodenhauptrollen in den Tatorten.
Am ausgeglichensten ist das Verhältnis bei den Nominierungen zum Deutschen Filmpreis (8:9), am divergierendsten bei den Grimmepreisnominierungen, das sind in erster Linie Fernsehfilme (5:12).
Heißt das, dass das Fernsehen noch deutlicher Männergeschichten erzählt als das Kino? Dort gab es 2012 einige explizite Frauen- oder Mädchenfilme, wie z.B. Hanni und Nanni 2 und  Die Vampirschwestern, was sich natürlich auf die Statistik auswirkt.

C. Haupt-, Neben- und Tagesrollen

Cast4x17_dDie letzte Unterteilung ist zugleich vermutlich die aussagekräftigste: hier werden 3 Rollenkategorien gegenübergestellt. Es stehen jeweils unmittelbar nebeneinander die 4 Werte (anlehnend an die vier Filmgruppen) der weiblichen und der männlichen Hauptrollen, der Nebenrollen, der Tagesrollen (d.h. 1-3 Drehtage für die Schauspieler/innen).
Das leidige 1:1,8 Rollenverhältnis findet sich bei den Nebenrollen insgesamt, also bei der Summe aller 4 x 17 Filme (229 weibliche gegenüber 423 männlichen Nebenrollen), bei den Hauptrollen ist das Verhältnis niedriger (1:1,6) und bei den Tagesrollen gibt es gar ein minimales Frauenrollenübergewicht (1,07:1). Zu den Tagesrollen möchte ich ergänzen, dass  vermutlich nicht alle in der Datenbank aufgenommen wurden, denn bei einigen Filmen sind die Casts doch recht klein, und ich glaube nicht, dass alle weiteren Rollen nur über Komparserie besetzt wurden. Insofern sollten die Tagesrollenwerte eher vernachlässigt werden.
Was sind denn eigentlich Haupt- und Nebenrollen? Das sind natürlich auch sehr dehnbare Begriffe. Ist alles über 3 Drehtagen, was nicht unter den Hauptrollen angesiedelt ist, eine Nebenrolle? Und gibt es nicht einerseits Hauptrollen, die die ganze Zeit zu sehen sind, und andere, die vielleicht nur kurz auftauchen? Der Fernsehfilm Blaubeerblau führt 4 Hauptrollen auf: 2 Männer und 2 Frauen. Die Haupt-Hauptfigur Fritjof (Devid Striesow) kommt fast in jeder Szene vor, die Hauptfigur Hannes (Stipe Erceg) schon seltener, aber noch seltener treten die beiden weiblichen Hauptrollen auf: Hannes‘ Schwester Sabine (Nina Kunzendorf) und Fritjofs Chefin (Dagmar Manzel). Insofern wäre es natürlich exakter, die Anzahl der Drehtage aller Rollen auszuwerten. Dann sind vielleicht für Fritjof 20 Tage vorgesehen (ich schätze einfach mal), aber für Sabine nur 5, sie ist aber trotzdem eine Hauptrolle, weil sie zumindest der (nebensächliche)  Love Interest von Fritjof ist. Das gleiche kann es natürlich auch umgekehrt geben, also männliche Hauptrollen, die seltener vorkommen als die Protagonistinnen, z.B. bei Hannah Arendt, da sind Hannah Arendt (Barbara Sukowa) und ihr wesentlich seltener auftretender Ehemann Heinrich Blücher (Axel Milberg) als Hauptrollen genannt.
Auch bei den Nebenrollen, die ja sowieso schon sehr männerdominiert sind, würde eine Statistik basierend auf der Anzahl der Drehtage mehr Aufschluss geben. Das ist ein Thema für einen anderen Tag. Ebenso wie die Frage, ob die Nebenrollen denn nun wirklich unbedingt das im Drehbuch genannte Geschlecht haben müssen.
Deutllich ist aber ohne eine Drehtag-Auswertung zu erkennen, dass es in jeder der vier Filmgruppen mehr mehr mehr Männer- als Frauenhaupt- und nebenrollen gibt – am wenigsten klafft es noch auseinander bei den Nebenrollen in den Top Kinofilmen (52:76), am deutlichsten wieder bei den Grimmepreisfilmen (HR 22:45, NR 63:121).

Ausblick

Zahlen aufführen ist das eine, Gründe finden das andere. Warum gibt es soviel mehr Männer- als Frauenrollen? Liegt es an den Menschen, die entscheiden, an den Redaktionen, an den Produzent/innen? An denen, die die Drehbücher schreiben? Wird dieses Ungleichgewicht an den Filmhochschulen thematisiert oder als ungeschriebenes Gesetz weitergegeben? Wie stehen die weiblichen Filmschaffenden zu diesem Phänomen? Und soweit es das Fernsehen betrifft: gibt es einen Unterschied zwischen Produktionen fürs Privatfernsehen und fürs öffentlich-rechtliche? Arbeiten Regisseure lieber mit Männern und Regisseurinnen lieber mit Männern? Ist das, was Frauen erleben, nicht interessant genug für die Leinwand oder den Bildschirm? Oder sind Schauspielerinnen einfach zu gut, zu telegen, zu präsent vor der Kamera, und stehlen den Schauspielern die Show? Oder sind fiktionale Filme und Fernsehproduktionen eben genau das: fiktional, erdichtet, vorgetäuscht? Und es entspricht dem Wunsch des Publikums, eine Scheinwelt zu sehen, eine Welt, in der wenige Frauen am Rande und viele Männer im Zentrum vorkommen?
Ja, zugegeben, einige dieser Thesen sind etwas bekloppt. Aber mir fällt es schwer, vernünftige Gründe für dieses Rollenungleichgewicht zwischen Schauspielerinnen und Schauspielern in Kino und TV zu finden. Und nur zu sagen „die Filmbranche ist eben eine Männerwelt“ oder „so war’s in der Antike im Theater, der Film setzt das nur fort“ oder „es macht doch keinen Unterschied“? kann es nicht sein.
Also Eure Meinungen bitte! Und gerne auch: Eure Lösungsvorschläge! Vielen Dank.

Die kanadische Autorin Margret Atwood (twitter: @MargaretAtwood) schrieb 1983: „Männerromane handeln von Männern. Frauenromane handeln ebenfalls von Männern, aber unter einem anderen Gesichtspunkt. Es gibt Männerromane, in denen keine Frau vorkommt, ausgenommen vielleicht die Zimmerwirtin oder die Stute, aber es gibt keinen Frauenroman, in dem keine Männer vorkommen. Manchmal bringen Männer in ihren Romanen Frauen unter, übergehen aber gewisse Körperteile, die Köpfe, zum Beispiel, oder die Hände. Auch Frauen übergehen in ihren Romanen Teile der Männer. Manchmal ist es der Abschnitt zwischen Bauchnabel und Knien, manchmal ist es der Sinn für Humor.“

Wo arbeiten die Filmfrauen? Teil 1 Die Gewerke
Die Sesamstraße wird 40
Wie alt sind die Schwestern Grimme?
Von Schauspielerinnen und anderen berufstätigen Frauen

English Version

„Give me Art, Give me Money“ Female Filmmakers Part 2: In Front of the Camera

 Just under two weeks ago I published the first part of the evaluation of the share of women in 11 crew departments of 2 cinema and 2 television film groups. Today let’s have a look at the casts of these films. Unfortunately these clearly show a majority of male characters.

While I started working on this text I was following some topics on twitter and got caught by two articles. One was by 17-year old grammar school student Jinan Younis (twitter: @Jinan_Younis) from Cheshire / UK „What happened when I started a feminist society at school“  (Guardian June 20, 2013), she writes „We wanted to challenge sexist behaviour – but we unleashed a flood of abuse from our male peers“ and also describes the non-supportive reaction of the school’s administration. The other was an older interview with psychologists Rolf Pohl on Sexism –   „Männer haben Angst vor Frauen / Men are afraid of Women“  (in German, published in die tageszeitung, March 6, 2009), in which he talks about the expression „hegemonic masculinity“ and asks who dominates the econmy, politics and emotional relationships, who gets more attention, money or care and which gender tends to be discriminated against first.
I wondered if the fact that we all grow up with TV and Cinema being male centric and quantitatively male dominated influences the way in which boys and men view girls and women. At the same time I am afraid that a large part of the audience probably isn’t even aware of this imbalance between male and female characters, and of older female characters in particular being scarce. Even some of my acting colleagues are unaware of this gender imbalance. In 2011 in an article on actress Maria Furtwängler in the Frankfurter Allgemeine Zeitung (that is a conservative national newspaper from Frankfurt / Main) we read: „And so she gets involved, is a campaigner for the „Frauenquote“ (a movement that demands a certain quota of women in various areas of society, i.e. politics, economics, administrations etc.), even though for a long time she thougt this was nonsense: in the acting world the demand for women is just as big as it is for men“. That same year actor Hans-Werner Meyer (who is one of the chairpeople of the actors’ union BFFS) said in a radio interview: „For women there are many good roles to be found, funnily enough less for men, because it’s women watching television, more than men. More and more attractive roles for women are written, which is something that was the other way around for a long time, but at the moment there is the danger it getting a little tight.for men finding good parts.“

Actually I don’t think that in 2011 the situation in the german film industry front of and behind the camera was significantly different from the situation in 2012 and 2013. And so let’s hae a look at 4 x 17 films from 2012 and their casts.

Data Base

As with the evaluation of the 11 crews I have compared four groups of films:

  1. all films mentioned in nominations for the German Film Awards 2013 in all categories, that is a total of 17 films
  2. all films mentioned in nominations for the Grimme TV Awards in all fictional categories (disregarding tv series), again a total of 17 productions
  3. the 17 top grossing films at German cinemas in 2012 (german films only)
  4. the top 17 fictional productions in the charts for highest TV audience in  2012

As a source for all films and parts I use the cast information from crew united-database, they also differenciate between leading, supporting and day roles, thus enabling a more refined comparison. One of the 68 films is not  included in the database though: that’s  „Resident Evil: Retribution“, for which I referred to IMDB and  Wikipedia.

Results

A: Total of Female and Male Parts

CastGesEThree groups of films – German Film Awards Nominations, Top TV audience and TV award nominations) show the ratio of 1:1,8 parts, i.e. there’s nearly two males for every female character. Only the top grossing german films paint a slightly brighter picture: 117 female and 146 male roles result in a 1:1,25 ratio. Interestingly enough this group of films had by far the lowest share of women behind the camera in the 6-sections-check: direction 16 %, script 16 %, producer 13 %, cinematography 0 %, sound 0 % and editing 0 %.

B: First Roles on the List

Cast1_eHere we see the distribution of male and female characters being number 1 on the cast sheet for each group of films. This may be the actual and sole main character as for example in television movies like Blaubeerblau, but it may also be the first of several main characters. Especially in the group of tv productions with the highest audiences (6:11)  we find a lot of criminal investigation films, and there quite often we find „cop duos“ (or whatever you call them). This duo may comprise of two male officers or – less frequent – of one male one female. It may be interesting to have a look at the leading characters of the episodes outside the regular cast in the Tatorte, but that’s an analysis for another day. The most evenly balanced ratio for male and female ,first on the list’ roles we find in the nominations for the German Film Awards (8:9) and the most imbalanced ratio again for nominations for the TV awards  (5:12).
How come? And can we deduce that TV will more clearly tell men stories than  cinema does? For cinema we had some obvious women’s or rather girls’ films like Hanni und Nanni 2 (based on Enid Blyton’s St. Clare’s series) and  Die Vampirschwestern, (the vampire sisters), which clearly have an effect on the statistics.

C: Leading, Supporting and Day Roles

Cast4x17_eThe last figure probably has the highest value: here 3 role categories are compared. Side by side we have the four values (for the four groups of films) for female and male leading roles, supporting roles and day roles (i.e. 1 to 3 days of shooting for the acting people). The exasperating ratio 1:1,8 shows up once again, this time for all supporting parts in all 4 x 17 films (229 female and 423 male parts). For the leading parts the ratio is a bit lower (1:1,6) and for the day roles (whatever the correct english expression is, please let me know), well, there’s an ever so slight majority of female parts (1,07:1). But it needs to be added that I doubt the completeness of the cast regarding the day roles because in some films the cast lists are very small and don’t contain any day roles, and I cannot imagine that all additional parts were being played by extras. So I propose to more or less ignore the statistics regarding the day roles at this point.
Another question comes up though: what exactly are leading and supporting roles? Well, who knows where to draw the line? Can we call all roles with more than 3 days of shooting supporting roles? And don’t we find some leading roles that are in nearly every scene of the film and others that may only appear briefly but yet are also called leading roles? For the tv movie Blaubeerblau the list states 4 leading roles, 2 males and 2 females.  Main leading character Fritjof (Devid Striesow) appears in nearly every scene, second male lead Hannes (Stipe Erceg) has less screen time, and even less we see of the two female leads:: Hannes‘ sister (Nina Kunzendorf) and Fritjof’s boss (Dagmar Manzel). So really it would be more exact to evaluate the days of shooting for each actress / actor in a film. Because then we would find out that maybe Fritjof is on the schedule for 20 days (this is just a wild estimate) and Sabine only for 5 days, – yet she is still a leading character since she is the (ok, probably marginal) love interest of Fritjof..Of course this situation can also occur the other way around: Take for example Hannah Arendt, there Hannah Arendt (Barbara Sukowa) and her much more insignificant and less appearing husband Heinrich Blücher (Axel Milberg) are named as the two leading parts.
Also of course a more detailed statistics involving the number of shooting days per part for the supporting casts – that are strongly male dominated by numbers – could be quite revealing. But again that is work for another day. Along with the question if it is neccessary for the supporting roles to be cast with the gender given in the scripts. But even without the shooting days-statistics we can clearly see that in eery group of films there are more male than female leading and supporting parts. The imbalance is smallest for the supporting roles in top grossing films (52:76), and biggest for the tv award nominations (leads 22:45, supports 63:121).

Perspective

Listing numbers is one thing, finding the motives behind certain phenomenons is another. Why are there so many more male than female characters in films? Is this because of the people in a position to decide at the networks, or the film producers? Is it because of script writers? Do they teach this gender imbalance at film schools and pass it on as an unwritten law? What do female filmmakers think about this? And as far as television is concerned: is there a difference between productions for private or national television? Do male directors prefer working with male actors and do female directors prefer working with male actors? Are women’s lives not interesting enough for the screen? Or are actresses simply too good, too telegenic, too charismatic so it’s a risk that they will outplay their male colleagues? Or must we assume that fictional films are simply just that: fictional, make-believe, unrealistic? And is it the wish of the audience to see a world of illusions, a world where few women stand at the side-line and lots of men in the centre?
OK, I have to admit that some of this assumptions are quite daft. But I am really having difficulties in coming up with a sensible explanation for this role imbalance between actresses and actors in cinema and television. And just saying „film industry is a man’s world“ or „well, that’s what it was like in ancient theatre so today’s film is just carrying it further“ or „what difference does it make“ does not make sense either.
So let’s have your views please! And if you like: your solutions! Thank you.

Canadian author Margret Atwood (twitter: @MargaretAtwood) wrote in 1983: „Men’s novels are about men. Women’s novels are about men too but from a different point of view. You can have a men’s novel with no women in it except possibly the landlady or the horse, but you can’t have a women’s novel with no men in it. Sometimes men put women in men’s novels but they leave out some of the parts: the heads, for instance, or the hands. Women’s novels leave out parts of the men as well. Sometimes it’s the stretch between the belly button and the knees, sometimes it’s the sense of humor.“

Female Filmmakrs Part 1: Behind the Camera
Happy birthday, Sesame Street
How old are the Sisters Grimme?
On Actresses and other Working Women

8 thoughts on “Kunst oder Kommerz, wo arbeiten die Filmfrauen 2012? Teil 2 Die Besetzung – „Give me Art, Give me Money“ Female Filmmakers Part 2: In Front of the Camera

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  6. Danke für deine Anmerkung.
    In der genannten Studie heißt es . „Ingesamt sind 2.515 Figuren im Untersuchungszeitraum identifiziert und als Hauptfiguren (1.022) oder Nebenfiguren (1.493) kategorisiert worden.“ – allerdings finde ich auf keine Angaben zur Datenquelle und Systematik, insofern kann ich die Zahlen nicht vergleichen.
    aus welchen und wie vielen Formaten (Filme, Serien, Reihen) sind die Rollen?
    wie viele verschiedene Sender wurden berücksichtigt?
    worauf basiert die Kategorisierung in HR und NR?
    was ist der Untersuchungszetrau?
    (aber ich hab bis jetzt nur S. 9/10 angeguckt.)
    Bei meiner Untersuchung habe ich keine These zum Rollenverhältnis aufgestellt, sondern es erst einmal nur die vier Filmgruppen verglichen (4 x 17 Filme, 1100 Rollen) und die Anteile ermittelt. Den geringsten quantitativen Unterschied zwischen weiblichen und männlichen Rollen gibt es in der Gruppe der Kinokassenerfolge, das widerspricht ja eher Deiner Vermutung, „ob Filme mit männlichen Hauptfiguren etwa möglicherweise eher erfolgreich sein könnten“.
    Und ich habe dieses ungleiche Rollenverhältnis – also fast doppelt so wenig Frauen- wie Männerrollen bis jetzt in jeder Filmgruppe gefunden, die ich untersucht habe.
    Der größere Unterschied ist wie gesagt bei den Nebenrollen, aber auch bei den Hauptrollen ist er teilweise sehr groß.

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  7. Hat dies auf Drama Blog rebloggt und kommentierte:
    Ein interessanter Artikel zum Thema Geschlechterverteilung bei Hauptrollen.

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  8. Interessante These. Auch wenn ich aus meiner täglichen Arbeit eher die gegenteilige Wahrnehmung habe: Fernsehredaktionen verlangen sehr oft explizit nach starken weiblichen Hauptfiguren, auch und gerade weil der Anteil weiblicher Zuschauer bei vielen Fernsehsendern höher ist als der der männlichen.

    Es gibt zu dem Themenkomplex eine sehr detaillierte Studie von mintiff, die man hier herunterladen kann: http://www.mintiff.de/content/0/58/59/3939/137_Broschuere_MINTIFF-Konferenz-2010_deutsch.pdf. Auf Seite 9/10 findet man dort, dass das Verhältnis von männlichen zu weiblichen Hauptrollen bei 58 zu 42 liegt. Danach gibt es zwar immer noch deutlich mehr männliche als weibliche Hauptrollen, aber längst nicht in dem Ausmaß wie im Artikel beschrieben.

    Da die Datenbasis des Artikels sich jeweils auf erfolgreiche Filme bezog, stellt sich für mich die ketzerische Frage, ob Filme mit männlichen Hauptfiguren etwa möglicherweise eher erfolgreich sein könnten?

    Ich habe zu diesem Themenkomplex übrigens auch hier geschrieben:
    http://drama-blog.de/berufs-und-rollenbilder-im-fernsehen/

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