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Gedanken einer Schauspielerin – An Actress's Thoughts

Vive la Nouvelle Révolution du Cinéma!

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English Version follows German.

Nach der französischen Revolution 1789-1799, der Erfindung des Cinematographen durch die Gebrüder Lumière 1890 und der neuen Frauenbewegung der 1970er Jahre ist Frankreich 2013 wieder einmal vorne dabei, wenn es um das Aufbrechen alter Strukturen und Innovationen in der Filmbranche geht.Freiheit_brsDie Charta für Gleichheit zwischen Frauen und Männern im Filmsektor

Am 10. Oktober 2013 unterschrieben Aurélie Filippetti (Kulturministerin) und Najat Vallaud-Belkacem (Ministerin für die Rechte von Frauen / Regierungssprecherin) in Paris eine Urkunde, die im Original La Charte pour l’Égalité entre les Femmes et les Hommes dans le Secteur du Cinéma heißt. Mitunterzeichnet haben außerdem Véronique Cayla (Präsidentin von Arte France), Frédérique Bredin (Präsidentin der staatl. Filmförderungsbehörde CNC) und Bérénice Vincent (Präsidentin von Le Deuxième Regard).
Le Deuxième Regard  (Der Zweite Blick, eine Anspielung auf Simone de Beauvoir’s philosophisches Grundlagenwerk „Le Deuxième Sexe“)  wurde im März 2013 von den Pariser Filmfrauen Bérénice Vincent, Delphyne Besse und Julie Billy gegründet. Sie legten der französischen Kulturministerin eine Reihe von Maßnahmen zur Erhöhung der Zahl der Frauen in der Filmwirtschaft und zur Verbesserung ihrer Situation vor, darunter den Entwurf der Charta, die diesen Monat unterzeichnet wurde: als Absichtserklärung, Appell und vor allem Selbstverpflichtung.
Das Ganze hat natürlich eine Vorgeschichte. Im Juni veröffentlichte der Senat (= das französische Oberhaus) den Bericht „La place des femmes dans l’art et la culture: le temps est venu de passer aux actes“ / „Der Platz von Frauen in Kunst und Kultur: die Zeit ist gekommen zu handeln“. In dieser Studie wird die Unausgewogenheit im Kultursektor angesprochen und drei Hauptprobleme ausgemacht: 1. das Beibehalten von Geschlechterstereotypen in kulturellen Zusammenhängen, 2. die relative Unsichtbarkeit von Künstlerinnen (ihre Abwesenheit von Retrospektiven, Preisverleihungen, Festivals) und 3. die Männerdominanz in strategisch wichtigen Positionen.
Ich habe noch keine offizielle deutsche Übersetzung der Charta gefunden, hier mein Versuch.

Die Unterzeichnenden verpflichten sich,

  • Ihre Statistiken nach Geschlechtern aufzuschlüsseln, um die gegenwärtigen Probleme besser ausmachen zu können und an gemeinschaftlichen Überlegungen zur Situation der Frauen im Film mitzuwirken,
  • in den eigenen Entscheidungsgremien für eine paritätische Besetzung mit Männern und Frauen zu sorgen,
  • die filmische Kreativität anzuregen indem Projekte gefördert werden, die die traditionelle Darstellung von Frauen und Männern umwerfen,
  • ihre Mitarbeiter/innen für das Thema Gleichstellung zu sensibilisieren, insbesondere durch Bekämpfen von Stereotypen,
  • gleiche Bezahlung für Frauen und Männer zu gewährleisten.

EnjeuxEs wird spannend zu sehen, welche Institutionen der Filmbranche noch beitreten, Le Deuxième Regard wird die Charta in Kürze 50 weiteren Schlüsselunternehmen, Sendern und Festivals vorlegen. Und es wird spannend sein in einem Jahr zu überprüfen, was sich verändert hat. Wie ernst werden die Verpflichtungen genommen? Wird sich die Darstellung von Männern und Frauen im Kino und im Fernsehen verändern, wird es mehr Arbeit für Schauspielerinnen und Regisseurinnen geben?
Auf jeden Fall ist die Charta eine außergewöhnliche Sache, die über schlichte Quotenforderungen hinaus geht, eine Beschäftigung mit Stereotypen und Klischees einfordert und mit „Gleiche Bezahlung“ einen Missstand thematisiert, über den selten offen gesprochen wird.
Brauchen wir so eine Charta auch in Deutschland? Hm, das können wir ja eigentlich erst sagen, wenn wir verlässliche Statistiken ausgewertet haben. Wenn wir wissen, wie viele Männer und wie viele Frauen es in der Branche gibt, wie viele ausgebildet werden und Arbeit finden, in welchen Produktionen sie arbeiten, wie sie bezahlt werden und welche Preise und Förderungen sie gewinnen, wenn aufgeschlüsselt ist, wie die erzählten Geschichten besetzt werden. – dann könnte im nächsten Schritt festgestellt werden, ob alles im Lot ist oder wir über Ursachen, Auswirkungen und mögliche Gegenmaßnahmen sprechen, und die weiteren 4 Punkte der Charta umsetzen müssen.

Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung

So steht es im Art. 3 (2) GG. Also könnten beispielsweise die (Länder-)Ministerien und Fördereinrichtungen den Anfang machen und sich zu den Forderungen der Charta bekennen, und staatliche Filmhochschulen, öffentlich-rechtliche Sender, staatlich geförderte Festivals und Filmproduktionen zur Selbstverpflichtung auffordern. Branchenverbände und private Fernsehsender könnten folgen. Rein theoretisch.
Was den Punkt 1 der geschlechteraufgeschlüsselten Statistiken betrifft, so ist das kein völliges Neuland, aber ein stark vernachlässigter Bereich. Zwei größere Erhebungen liegen 10 Jahre zurück:
Die vom Kulturrat 2004 herausgegebene Studie „Frauen in Kunst und Kultur II, 1995-2000“. 10 der 92 Seiten befassen sich mit Film,
und die Dokumentation „Bis hierhin und nicht weiter: Hearing zur Situation von Frauen in den Filmberufen Regie, Kamera, Ton und Komposition“, 2002 herausgegeben von Angela Haardt und den Freunden der Deutschen Kinemathek e.V. (heute: Arsenal, Institut für Film und Videokunst).
Eine systematische Auswertung der Besetzung deutscher Film- und Fernsehproduktionen konnte ich bis jetzt noch nicht finden.

Der zweite Punkt der Charta – Besetzung von Entscheidungsgremien – ist auch so schon Thema bei uns, es gibt viele Jurys, in denen auch Frauen sitzen, aber bis zur Parität ist es teilweise noch ein weiter Weg, und Vorstände, auch von Verbänden,  sind mitunter extrem männerlastig. Da erstaunt es dann auch nicht wirklich, dass die Situation von weiblichen Filmschaffenden nicht nachdrücklich thematisiert wird.
Außerdem sind paritätitsche Besetzungen nicht die Lösung aller Probleme, wie ein Beispiel aus Franreich zeigt: Die Vergabegremien des CNC (Centre national du cinéma et de l’image animée) sind im Gegensatz zu anderen französischen Förderinstitutionen schon relativ paritätisch besetzt sind, trotzdem stammten 2012 nur ein ¼ der geförderten Debütfilme von Regisseurinnen – und das, obwohl gleichviele weibliche und männliche Studierende an La Fémis, der Nationalen Hochschule für Bild und Ton, ihren Abschluss machten.
Das bestätigt sich auch bei uns, wenn wir beispielsweise die bewilligten Förderungen 2012 durch den BKM (Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien) und die FFA (Filmförderungsanstalt) betrachten. Beide haben relativ ausgeglichene Entscheidungsgremien: BKM 4 Frauen / 5 Männer, FFA 6 Frauen / 6 Männer. Im letzten Jahr förderte das BKM im Bereich Programmfüllende Spielfilme 13 Projekte (insg. 2,7 Mio €), von der FFA erhielten 49 Filme Produktionsförderung (insg. 15,9 Mio. €). Wie viele Anträge insgesamt – nach Geschlechtern aufgeschlüsselt – von Regisseur/innen eingereicht wurden ist leider nicht veröffentlicht.Foerderung_BKMFFA Der Großteil ging an Filme von Regisseuren, dazu erhielten die Regisseurinnen auch noch im Durchschnitt weniger Geld, konkret ca. 12 % weniger.
 Kulturpolitik in Deutschland ist ja föderal organisiert, also spielt  die Länderfilmförderung eine große Rolle. Da habe ich nur alte Zahlen, aus der o.g. Studie Frauen in Kunst und Kultur II (1995-2000), die leider die Sparten Dokumentar- und Spiel-/Fernsehfilm bei der Regie zusammenfassen.
Hier sind zwei Phänomene festzuhalten: zum einen, dass der finanzielle Anteil an der Filmförderung niedriger ist als der Anteil an den geförderten Projekten, so bekamen in Hamburg Regisseurinnen zwar 28 % der Zusagen aber nur 15 % der €€. Und zweitens, dass die Hälfte der Länderförderungen nur zu jeweils 20 % an Regisseurinnen ging.
Es gab keine Angaben zur Besetzung der Vergabegremien, allerdings hieß es, dass in 11 Ländern die Filmförderinstitutionen von Männern geleitet wurden. Ebenso fehlen Angaben zur Gesamtzahl der gestellten Anträge und deren Verteilung auf Frauen und Männer.
Das Phänomen, dass Frauen eher bei geringer Förderung berücksichtigt werden (siehe BKM-FFA-Gegenüberstellung) ist auch hier anzutreffen: in Bremen bekamen Regisseurinnen 45 % von 47.900 €, in Schleswig-Holstein 37 % von 134.700 €  – andererseits in Bayern nur 9 % von 4,05 Mio. €  und in NRW nur 15 % von 6,85 Mio. €.

Laenderfrg_2000Eine indirekte Form der Filmförderung sind Preise und Auszeichnungen, dazu findet sich in der Studie folgende Aussage: „Die an Frauen vergebenen Filmpreise waren oftmals gering oder undotiert; bei den Auszeichnungen, auf die dies nicht zutrifft, handelte es sich meist um Darstellerpreise.“
 Das sind alles natürlich nur Momentaufnahmen. Also gibt es auch wieder eine Reihe von Fragen:  Wie sah die Förderung in den Jahren davor und danach aus? Gibt es Veränderungen? Wie viele Regisseurinnen und Regisseure arbeiten tatsächlich in der Branche? Wie sah das Regie-Geschlechterverhältnis bei allen Filmen aus für die Anträge gestellt und bei denen die gedreht wurden? Wie ist die Altersverteilung in der Regiebranche, ist das Verhältnis in jedem Jahrgang gleich oder gibt es einen Altersüberhang der Regisseure? Wie viele Frauen und Männer schließen jährlich die Ausbildung an den Filmhochschulen ab?
In dem zitierten Bericht „Frauen und Kultur II 1995-2000“ heißt es: „Lag der Frauenanteil 1998 wie 1995 bei 44%, so stieg er über 47% (1999) auf 53% (2000) an.“ (Gemeint ist der Studienbereich Darstellende Kunst, Film und Fernsehen, Theaterwissenschaft), und im Berliner Aussschuss für Kulturelle Angelegenheiten hieß es am 11. April 2005: „An den Künstlerischen Hochschulen in Berlin insgesamt (UdK, KHB, HfS und HfM) lag der Anteil weiblicher Studierender in den WS 2002/03, 2003/04 und 2004/05 bei 59 bzw. 58 %.“  Zahlen zu Frauen- und Männeranteilen an den staatlichen Filmhochschulen, aufgeschlüsselt nach Disziplin, liegen nicht vor.
Vielleicht sind die Regisseurinnen tatsächlich unterrepräsentiert, wenn nur ein Fünftel der Top 50 Kinokassenerfolge 2012 von Frauen inszeniert wurden. Vielleicht ist ihr Anteil in der Berufsgruppe größer als die 24 %, die sie in ihrem Berufsverband und in der Datenbank von crew united einnehmen (siehe auch:
Kunst oder Kommerz, wo arbeiten die Filmfrauen? Teil 1 Die Gewerke). Noch wissen wir das nicht so genau.

Über Geld spricht man nicht

Punkt 5 der Pariser Charta mit seiner Verpflichtung zu gleicher Bezahlung bricht mit dem ungeschriebenen Gesetz, dass über Gagen nicht gesprochen wird. Mir sind keine umfassenden Erhebungen bekannt zu den in der Filmbranche gezahlten Gehältern. Öffentlich wird zumeist nur über die Spitzenverdiener/innen gesprochen. Hinter vorgehaltener Hand ist mitunter von ungleicher Bezahlung die Rede, nicht nur vom Gefälle zwischen Männer- und Frauengewerken, sondern auch innerhalb eines Bereiches, und auch vor der Kamera. Agenturen berichten von unterschiedlich dotierten Anfragen für Schauspielanfänger/innen, Serienhauptrollen werden je nach Geschlecht unterschiedlich bezahlt, und auch Ausschreibungen für neue Formate haben mitunter ein Gagengefälle, das mit dem  Geschlecht der jeweiligen Rolle zusammenhängt.
Das können alles Einzelfälle sein. Gewissheit schaffen da nur seriöse Studien.
Es kann auf alle Fälle nicht schaden, wenn sich die Berufsverbände der Filmwirtschaft auch einmal oder wieder mit diesem Thema beschäftigen. Letzten Monat haben die Verhandlungen für den „Tarifvertrag für die auf Produktionsdauer beschäftigten Film- und Fernsehschaffenden“ begonnen (der alte läuft zum Jahresende aus), vielleicht werden bei der Gelegenheit vorkommende Gagendiskriminierungen aufgrund des Geschlechts thematisiert.
Diese Chance wurde leider mit dem „Tarifvertrag für Schauspielerinnen und Schauspieler“  den die Schauspielgewerkschaft BFFS mit der Produzentenallianz ausgehandelt hat und der am 1.1.2014 in Kraft tritt, vertan. In der Präambel zur Vergütung und zu Gagen (3.1) heißt es:

Den Parteien dieses Tarifvertrages ist bewusst, dass die Schauspieler/innen sehr verschiedene, individuelle Künstlerpersönlichkeiten sind, die unter anderem wegen ihres (…)  Geschlechts (…)  sehr unterschiedlich mit der Übernahme von Rollen betraut werden und die einen sehr unterschiedlichen Marktwert haben. (…) Nach der Überzeugung der Parteien dieses Tarifvertrages soll es daher unverändert bei der in der Film- und Fernsehbranche geübten Praxis verbleiben, wonach die jeweilige Grundvergütung (…)  grundsätzlich individuell verhandelt wird.

Dies beschreibt den Istzustand: es gibt weniger Rollen für Schauspielerinnen, und vermutlich verdienen sie auch weniger. Die Aussage, dass aber das Geschlecht kein Kriterium für unterschiedliches Rollenangebot und unterschiedlichen Marktwert sein darf (Art. 3 GG) findet sich leider nicht.
Erst in drei Jahren wird der Vertrag neu verhandelt. Zeit genug für eine gründliche Studie zur Gagenrealität der Schauspielerinnen und Schauspieler.

English Version
Vive la Nouvelle Révolution du Cinéma!

After the French Revolution 1789-1799, the invention of the cinematograph by the Lumière brothers in 1890 and the new women’s movement of the 1970s, France is once again very active in cracking old structures and innovating the film industry.

Freiheit_brsThe Charter for Equality among Women and Men in the Film Sector

Paris, October 10, 2013. Aurélie Filippetti (Minister for Culture and Communications Minister) and Najat Vallaud-Belkacem (Minister for Women’s Rights / Government Spokesperson) signed La Charte pour l’Égalité entre les Femmes et les Hommes dans le Secteur du Cinéma, in the presence of Véronique Cayla (President of Arte France), Frédérique Bredin (President of the state film funding body CNC) and Bérénice Vincent (President of  Le Deuxième Regard).
Le Deuxième Regard  (The Second Vision, a little hint at Simone de Beauvoir’s philosophical benchmark „Le Deuxième Sexe“)  was founded in March 2013 by the fhree Paris based female filmmakers Bérénice Vincent, Delphyne Besse and Julie Billy. They presented a number of ideas to the French Minister for Culture, ideas on how to increase the number of women in the film industry and how to improve their situation. Among these ideas was the draft of a Charter, the one that was signed this month, as a declaration of intent, an appeal and a commitment.
This did not come out of the blue of course. Things started happening in June when the senate (= the French Upper House) published the report  „La place des femmes dans l’art et la culture: le temps est venu de passer aux actes“ / “The Place of Women in Art and Culture: time has come to act”. This study addresses the imbalance in the cultural sector and labels three main problems: 1. holding on to gender stereotypes in cultural context, 2. a relative invisibility of female artists (their absence from retrospectives, festivals, awards) and 3. male dominance in strategically important positions.
These are the main issues of the Charter:

The signatories pledge to

  • gender their statistics, in order to isolate  today’s problems and to participate in a collective consideration of the situation of the place of women in film today
  • secure equal representation of men and women in their decision-making committees
  • stimulate cinematographic creativity by encouraging projects that overturn the traditional representation of women and men
  • sentizise their personel on equality  issues, especially by fighting stereotypes 
  • secure equal payment for women and men.

EnjeuxWe can look forward to finding out who else from the French film industry will join this pledge, since Le Deuxième Regard will start to contact some 50 key corporations, organizations and festivals. And we can look forward to check the possible changes  to the current situation in a year’s time. How seriously will these commitments be taken? Will there be a change in the presentation of men and women in the cinema and on television, will there be more work for actresses and female directors?
In any case, this Chater is an extraordinary measure that exceeds merely demanding the fulfillment of a preset quota, it calls for an engaging preoccupation with stereotypes and clichés, and on top this with addresses an unpleasant situation that is not being talked about in public a great deal with its call for “equal payment”.
Do we need something like this Charter in Germany? Well, we will really only be able to answer that question after we have evaluated some reliable statistics. After we know how many men and how many women exist in the industry, how many are being trained and find work, what are the productions they work in, how they are being paid, which awards and grants they win and get, and after we get the break-downs on how the told stories are cast – then as a next step we can see if things are alright or if we need to talk about causes, consequences and possible countermeasures and start implementing the other four demands of the Charter.

The State promotes the actual Implementation of Equality

This is a quote from the Grundgesetz, the German constitution (article 3 (2) GG). So based on this regional ministries and funding bodies could start by abiding to the standards of the Charter, and by inviting national film schools, public TV broadcasting corporations, publically funded festivals and film productions to pledge to the agreement as well. Other organisations from the industry (e.g. unions) and private broadcasting corporations could follow. Just as a theoretical thought.

As far as Item 1 – the genderized statistics – is concerned, this would not be something new, but something that has been neglected quite a bit. Two detailed investigations are as old as 10 years:
In 2004 the Kulturrat (cultural council, a central association) published the survey „Women in Art and Culture II, 1995 – 2000“. 10 of the 92 pages deal with the film industry.
And in 2002 Angela Haardt and the Friends of the German Cinematheque (now: Arsenal, Institute for Film and Video Art) published a documentation of: „So Far and No Further: Hearing on the Situation of Women in the Film Professions Directing, Cinematography, Sound and Composition“.
I have not been able so far to find a systematic analysis of the casts of German cinema and TV productions.

 The second item on the Charter – the composition of decision making bodies – is on the agenda in Germany already, there is a large number of committees and juries with female members, although their represantation is sometimes way below 50 %, and boards – also from unions etc. – are occasionally quite male dominated, so it does not come as a big surprise that they don’t really push forward discussions on the situation of female filmmakers. And furthermore, an equal representation does not automatically solve all problems, as we can see from this French example:
The funding committees of the CNC (Centre national du cinéma et de l’image animée) show a nearly balanced set-up by gender, nonetheless in 2012 only a quarter of the funded feature film debuts were directed by women, and this despite the fact that the output of male and female directors at La Fémis, the French State Film School for Image and Sound, is split evenly.

This is something I also found when I look at two national film funding bodies and their decisions in 2012: the BKM, the Federal Appointee for Culture and Media, and the FFA,  the German Federal Film Board. By the way, there is no national Minstry for Culture in the federal government since according to the German constitution, culture and education are regional responsibilities.
So, BKM and FFA, both have balanced juries: the BKM’s has 4 women and 5 men, and the FFA’s 6 each. Last year the BKM funded 13 full lenth feature films with a total of 2,7 Mi. €, and the FFA granted funding for the productio of 49 films, with a total of 15,9 Mio. € (often as a loan). I could not find genderized statistics on how many directors had applied for funding.
Foerderung_BKMFFA_ENFilms by male directors received the bigger part of the funding, on top of this female directors on average received some 12 % less money per film.
 As I mentioned cultural issues are dealt with by the regions, so the film funding by the different Länder (= regional states) plays a major part. The only summarized and genderized statistics on this are old, they are from the already mentioned survey „Women in Art and Culture II, 1995-2000“, that unfortunately does not distinguish between documentaries and feature films.
Here we see two distinct phenomena: number one, that the financial share for female directors is lower than their share of the number of funded films, for example from the regional funding in Hamburg films by female directors make up 28 % of the funded projects, but in total they only received 15 % of the €€. And number two: half the regional agencies only give 20 % or less of the total funding sums to films by female directors.
I could not find any mention on the (genderized) composition of the juries, but it was stated that in 11 (of 16) Länder (regions) the film funding institutions are led by men. Also again I could not find the numbers for the total amout of film projects that applied for funding, and even less genderized information on their directors.
Again (as seen in the BKM-FFA-comparison) the share of women is bigger when the funding is smaller.  In Bremen female directors received 45 % of 47.9000 €, in Schleswig-Holstein they received 37 % of 134.700 € – on the other hand in Bavaria only 9 % of 4,05 Mio. € and in North Rhine Westphalia only 15  of 6,85 Mio. € went to projects with female directors.
Laenderfrg_2000_ENPrizes and awards can be considered as another type of film funding, regarding this in the mentioned survey we find this statement: „Film prizes given to women were very often small or without prize money, awards that were different, i.e. with prize money, were mostly awards for actresses.“
Well, all these findings are of course only snap-shots. And again loads of questions arise: what was the funding like in the years before and after the study? Are there changes? How many female and male directors actually work in the industry? What was the directors’gender ration for all films that applied for funding, and indeed for all films that were produced? What’s the distribution by age and gender among directors? Is the female/male ratio the same for each age group or do we find a buldge of men in the older generations? How many women and men attend and finishi the film schools each year?
On this, the report (Women in Art and Cuture II, 1995-2000“ we read: „Whereas the share of women was 44 % in 1998 as in 1995, it rose via 47 % (1999) to 53 % (2000)“. (this is for the field of study „Performing Art, Filma and Television, Dramatics“), and the comittee on cultural affairs of the Berlin regional parliament stated on April 11 in 2005: „At all artistic university of Berlin (UdK, KHB, HfS and HfM) the share of female students was 58 – 59 % in the autumn of 2002, 2003 and 2004“ when the university courses started. Genderized statitstics on the students according to the branch of study for the national film universities were not given.
So maybe female directors are actually underrepresented when they only account for one fifth of the 50 top grossing German films of 2012. Maybe their share in their profession is larger than the 24 % in their union and in the data base of crew united (please refer to “Give me Art, Give me Money” Female Filmmakers Part 1: Behind the Camera for further information). At this point we just don’t know.

We don’t really talk about money

Item 5 of the Paris Charter with it’s call for equal pay actually breaks the unwritten law that no one speaks about wages in public. I don’t know of any detailed evaluations of salaries in the film industry. In public conversations and of course in the tabloids you sometimes hear and read of the top earning people in the business. Behind closed doors you sometimes find out about unequal pay, of a slope not only when you compare typical male and female crew positions but also within one crew department, and of course in front of the camera. Agents talk about differently paid jobs for acting beginners depending on their gender, the same sometimes goes for leads in TV series, and we even find sometimes on an audition call-out for a new TV show.
Yes of course, all these can be the exceptions to the equal pay rule. We will only know for certain when serious research is being done. In any case, it might be a good idea for professional organizations / unions to start or to once again engage in this topic.
Last month negotiations were started on the renewal of the „Labour Agreement for Film and TV Technicians“ („Tarifvertrag für die auf Produktionsdauer beschäftigten Film- und Fernsehschaffenden“), the current is only valid until December 31. Maybe in the negociations the topic of possible gender-related wage discrimination will be brought up.
This is a chance that the acting union BFFS unfortunaltey missed in their negociations with the producers, the Produzentenallianz that was recently completed and that resulted in the first ever „Labour Agreement for Actresses and Actors“, which will come into effect on January 1, 2014.

In the „Preamble for Pay and Wages“ (3.1.) we read:

The parties of this labour agreement are aware of the fact that actors and actresses are very distinct, individual artist personalities, that among other things are employed among other things based on their (…) gender (…) very differently and that have very different current values. (…)
It is the believe of the parties of this labour agreement that the practice within the film and TV industry, to individually negociate the basic pay (…)  shall remain unchanged.

This describes the current situation, there are less parts for women, and they probably earn less. A statement along the lines of ,gender may not be a criterion for diverging role offers and different current values’ unfortunately cannot be found in the agreement
In another three years this document will be renegociated. So until then there is enough time for a thorough survey of the wage reality of actresses and actors in Germany.

4 thoughts on “Vive la Nouvelle Révolution du Cinéma!

  1. Pingback: FFA: Kaum Filme von Regisseurinnen? – German Filmfunding: No Piece of Cake for the Women? | SchspIN

  2. Pingback: Kein Jahr für Regisseurinnen – A Bad Year for Female Directors | SchspIN

  3. Da es ja auch um die Filmförderung in Deutschland ging ergänzend eine Meldung vom 23. Januar 2014:

    Auf der ersten Sitzung des Jahres am 22. Januar 2014 in Berlin hat sich die neue FFA-Vergabekommission konstituiert. Anschließend wählten die Mitglieder aus den Vorschlägen der Verbände die einzelnen Unterkommissionen für die Förderbereiche Verleih/Marketing, Video, Kino, Drehbuch, Kopienförderung und Deutsch-Französisch. Die Mitglieder und deren Stellvertreter der neu zusammengesetzten Kommissionen sind für die Dauer von drei Jahren in ihren Ämtern benannt bzw. gewählt. Insgesamt waren in den einzelnen Gremien 39 Plätze zu besetzen.
    Die Neubesetzungen aller Kommissionen sowie sämtliche Einreich- und Sitzungstermine für das laufende Jahr sind auf der FFA-Website aufgelistet.
    Die neu konstituierte FFA-Vergabekommission in der Übersicht:

    (es folgt eine Tabelle)
    http://www.ffa.de/index.php?page=presse_detail&action=start&news=1134

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  4. Für La Guilde Française des Scénaristes (Den französischen Verband der Drehbuchautor/innen) hat Christel Gonnard am 5. November die Charta unterschrieben. Es wird spannend zu beobachten, ob und wie das zukünftige Filmstoffe verändert.

    http://www.guildedesscenaristes.org/uploads/ressbao/accords/charte_egalite_hommes_femmes.pdf

    Representing La Guilde Française des Scénaristes (the French Screenwriters‘ Guild) Christel Gonnard signed the Charter on November 5. It will be interesting to observe if and how this affects future film scripts.

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