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Gedanken einer Schauspielerin – An Actress's Thoughts

Um Himmels Willen, die TV-Quoten! – For Heaven’s Sake, Look at the Ratings!

Ein Kommentar

English Version follows German.

UM HIMMELS WILLEN (ARD) war die erfolgreichste deutsche Fernsehserie 2013, wie schon im Jahr zuvor. Diesmal mit durchschnittlich 6,6 Mio. Zuschauer/innen pro Folge, 2012 waren es 7,1 Mio. Erfolgreichste Serie ist definiert als die mit den hochgerechnet angeblich höchsten, durchschnittlichen Fernsehpublikumszahlen.
Eigentlich wollte ich die komplette Serie, 156 Folgen in 12 Staffeln, hinter der Kamera (6-Gewerke-Check) und vor ihr (Haupt- und Nebenrollen) auswerten, aber leider ist das zur Verfügung stehende Datenmaterial sehr lückenhaft. Deshalb stattdessen ein paar Gedanken zu Einschaltquoten. Es gibt sie, aber sie sollten nicht zu wichtig genommen werden.

Wozu brauchen wir diese Statistiken? Helfen sie uns, Fernsehsendungen auszuwählen bzw. den Sendern, ihr Programm es zusammenzustellen? Wird eine Sendung besser oder schlechter durch die (Kenntnis der) Einschaltquoten? Hängt die Zukunft einer Serie von ihnen ab? Oder sagt die Quote eher etwas über den Bekanntheitsgrad einer Sendung / der Mitwirkenden / der Macher/innen aus? Ist sie ein Kontrollinstrument des Marketing zur Überprüfung des Erfolgs einer PR-Kampagne? Die Voraussetzung für den Verkauf von Werbeminuten? Oder für die Verteilung der Fernsehgebühren? Führen gute Quoten zu Prestigewinn der Sender bzw. Programmdirektionen? Und stimmen sie überhaupt?
Inwieweit beeinflussen die Quoten zukünftiges Sehverhalten? Was ist, wenn ich erfahre, wie viele Leute (angeblich) eine Sendung gesehen haben, die ich auch sah und die mir gefiel? Gefällt sie mir dann besser, fühle ich mich dann in meiner Meinung bestätigt? Was ist, wenn ,meine’ Sendung nur wenige gesehen haben? Wenn die Kritiken schlecht sind? Wenn rauskommt, die Sendung haben hauptsächlich Leute über 60 oder unter 14 gesehen? Fühle ich mich dann mies und sage, dass mir die Sendung doch nicht gefiel oder ich etwas anderes gesehen hab? („Bin nur beim Zappen kurz drin gelandet“)
Oder umgekehrt: Sehe ich mir eine Serie, die mir nicht gefiel, aber die gute Quoten bekam, das nächste Mal trotzdem wieder an, und sie gefällt mir dann auf einmal? Brauche ich Likes zur Orientierung? Geht es bei Quoten nur um Geld?

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Vor Jahren erzählte ich einem Bekannten von dem argentinischen Film EL ABRAZO PARTIDO (Regie: Daniel Burman), den ich im Wettbewerb der Berlinale gesehen hatte. Mein Bekannter guckte in irgendeinem Filmratingverzeichnis nach, dort würden „alle wichtigen und guten Filme stehen“. El Abrazo Partido fehlte. Also konnte er laut meinem Bekannten nicht wirklich gut sein. Achso. Und ein bisschen kommt mir das manchmal mit der Quote auch so vor.  Wenn ein Film eine niedrige Quote hat ist er wohl nicht so gut. (Wobei, oft genug heißt es, wenn ein Film eine gute Quote hat, und auf einem ÖR-Sender lief, aber auch: „Ach, das waren doch nur Leute über 60“ – und die sind schlechteres Publikum?)

Ganz abgesehen davon, ich bezweifle, dass die als Einschaltquoten veröffentlichten Zahlen den tatsächlichen Publikumszahlen auch nur annähernd entsprechen. Es sind reine Schätzungen, Hochrechnungen der GfK aus Messergebnissen von 5.000 Haushalten mit insgesamt rund 10.500 Personen über die Fernsehnutzung. Die angebliche Fernsehnutzung natürlich, also besser: die Fernseheinschaltung.

  • Sind die 5.000 Messhaushalte repräsentativ für die Gesamtbevölkerung, d.h. für ca. 78 Mio. Menschen über 3 Jahren? 
  • Entsprechen die von den 10.500 Leuten übermittelten Werte der Wahrheit, d.h. ist Messgerät eingeschaltet identisch mit Sendung geguckt?
  • Machen die Schlussfolgerungen, die aus den hochgerechneten Messergebnissen gezogen werden, Sinn?
  • Gibt es eigentlich Interessenverbände des Fernsehpublikums, analog zu den Fahrgastverbänden beim ÖPNV und Bahn?  (gut, das ist ein anderes Thema)

Im digitalen Zeitalter werden Fernsehsendungen nicht nur im Fernsehen gesehen. Was die GfK aber nicht erfasst sind diejenigen der 10.500 Menschen, die eine Sendung per Internetstream gucken, sie aufnehmen bzw. in der Mediathek sehen, oder die sie bei Bekannten oder in einer Kneipe anschauen. Was ist mit denen, die den Fernseher und die Messbox eingeschaltet haben, aber gar nicht hingucken sondern telefonieren, aufräumen, mit der X-Box spielen, ins Nebenzimmer gehen oder auf dem Sofa eingenickt sind? Sind das Zuschauer/innen? Und was ist mit diejenigen, die bei der Eingabe ein bisschen flunkern?

Zur Auswertung bzw. Interpretation von Einschaltquoten ein Beispiel vom Dezember. Am 27. strahlte Sat1 eine Geburtstagsgala für Til Schweiger aus, am 28. wurde darüber berichtet. Dies schrieb das Internetmagazin DWDL:
Kaum Interesse an Til Schweigers Geburtstag:
  Die Zuschauer haben darauf aber wahrlich nicht gewartet. „Happy Birthday – Til Schweiger“ wollten gerade einmal 1,49 Millionen Zuschauer sehen, womit insgesamt nur miese 5,0 Prozent drin waren. Viel besser sah es dann auch in der Zielgruppe nicht aus. Nur 820.000  Zuschauer wollten den Geburtstag des Schauspielers zusammen mit Sat.1 feiern. Bei einem miesen Marktanteil von 7,6 Prozent wird es in Unterföhring zumindest heute keinen Grund mehr zu Feiern geben.
Warum diese Häme? Verursacht es dem Autor eine persönliche Genugtuung, wenn eine Sendung weniger errechnetes Publikum hatten als erwartet oder erhofft?
Aber noch ein Blick ins Medienportal MEEDIA vom gleichen Tag, dort steht auf der Seite mit der Überschrift  Til-Schweiger-Geburtstagsshow floppt total: „Asterix“ lockt Millionenpublikum zu Super RTL. Bei den kleineren Sendern überzeugte u.a. Super RTL. 1,13 Mio. Leute sahen „Asterix – Operation Hinkelstein“ – gute 3,6%.
3,6 % sind gut und 5 % sind mies – 1,49 Mio ist ein Flopp, wohingegen 1,13 Mio überzeugen. Alles klar. Geht es also gar nicht um die (angeblichen) Zuschauer/innen, sondern um die größeren und kleineren Sender?

Um diese Zahlen etwas fassbarer zu machen: Köln hat 1,024 Mio. Einwohner/innen. Bei der letzten Bundestagswahl haben knapp 960.000 Menschen die Piratenpartei gewählt, „miese“ 2,2 Prozent der abgegebenen Stimmen.  Der zweiterfolgreichste (mit-)deutsche Kinofilm 2012 – CLOUD ATLAS – hatte 1,14 Mio Zuschauer/innen. 1,49 Mio. Zuschauer/innen hat das Hamburger Schauspielhaus (Deutschlands größtes Sprechtheater) nach 1240 ausverkauften Vorstellungen. Also sind 1,49 Mio. zwar kein umwerfender Fernsehpublikumswert, aber auch nicht völlig zu vernachlässigen.

Ein paar Größen, die die Quote über die Sendung selbst hinaus beeinflussen, sind z.B. Sendeplatz, Zufall und Pech. Ein Spiel- oder Dokumentarfilm, eine Serie oder Reportage, die Sonntag Abend um 20.15 Uhr läuft, hat allein schon schlechtere Karten, weil das TATORT-Zeit ist, und den gucken immer ganz viele, egal, welches Team ermittelt und was auf den anderen Programmen läuft. Dann gibt es noch das Senderimage. Ebenfalls nicht zu vernachlässigen ist der Zufall. Mein Film läuft um 20.15 Uhr an einem Werktag, an dem es keine außergewöhnliche Konkurrenz gibt, ich freue mich also auf eine gute Quote, und dann kommt auf einmal ein BRENNPUNKT nach der Tagesschau. Oder es wird ein Royal Baby geboren oder eine Papstwahl live übertragen, oder ein Fußballspiel. Die Sendung mit den laut Messung hochgerechnet meisten Zuschauer/innen 2013, gut 21 Mio., war das Championsleagueendspiel im Männerfußball (ZDF). Dass es zwischen zwei deutschen Teams sein würde, ergab sich erst vier Wochen vorher in den Halbfinalen, zu dem Zeitpunkt stand vermutlich schon das Programm der anderen Sender fest, die dadurch per se schlechtere Quotenchancen hatten.
Kleine Info am Rande: Thomas Bellut begründete die 50 Mio. €, die das ZDF für ein Jahr Übertragungsrechte der Männerfußball Champions League gezahlt hat (die bis dahin im Free TV bei Sat 1 zu sehen war) vor allem mit dem Plan, neue, jüngere Publikumsgruppen für das HEUTE JOURNAL in der Halbzeitpause zu gewinnen. Die Rechnung scheint ein bisschen aufgegangen zu sein, aber vielleicht sind auch einfach die Fernseher und Messgeräte angeblieben, während die Leute in der Pause  auf Toilette gingen oder in die Küche, um für Getränkenachschub zu sorgen, oder sie den Ton leiser drehten und die erste Halbzeit analysierten („wir sind Trainer“).
Und dann gibt es auch noch Pech. Das Pech, dass ich zu spät von einer Sendung, von einem Film, einer Serie höre, die ganz toll waren. Die mir hinterher von Leuten, die sie gesehen hatten, empfohlen wird. Dieses Pech ist im digitalen Zeitalter zum Glück nicht mehr ganz so schlimm. Außerdem gibt es ja noch Wiederholungen. Aber das ist ein anderes Thema.
Was die Jagd nach der besten Quote und der Einschaltkampf gegen die anderen Sender für Auswirkungen haben kann, zeigt anschaulich, amüsant und bitter die 3. Staffel der dänischen TV-Serie BORGEN – GEFÄHRLICHE SEILSCHAFTEN: der neue, hippe und junge Programmdirektor Alexander Hjort ordnet alles dem Streben nach Einschaltquoten und Popularität unter und verdonnert Torben Friis, den ältlichen Chefredakteur der Nachrichtenredaktion dazu, Nachrichtensendungen zu einem Spektakel zu machen. Aber das ist ein anderes Thema. 

Natürlich freue ich mich als Schauspielerin, wenn ein Film oder eine Serie, in der ich mitgespielt habe, gut ankommt und von vielen gesehen wurde und wird. Genauso freue ich mich auch, wenn eine Produktion, die mir als Zuschauerin gefällt, auch bei anderen gut ankommt und weiter laufen wird. Aber dafür brauche ich – – und hoffentlich auch die Sender – keine Quote. Vor allem tun mir die Perlen im Fernsehen leid, die auf weniger populären Sendern liefen und deshalb relativ weniger Publikum bekommen. Das ist beispielsweise bei vielen Sendungen auf arte der Fall (BORGEN, THE SLAP, TOP OF THE LAKE), die alle Quoten wie TATORT, Männerfußball, BAUER SUCHT FRAU oder ICH BIN EIN STAR verdient hätten.
Aber mal ein anderes Beispiel, an dem sich die Absurdität der Quote gut zeigen lässt. DER TATORTREINIGER. Das ist eine witzige Serie vom NDR, die ursprünglich mit 4 Folgen an den Start ging, und im Schnitt auf 50.000 Zuschauer/innen oder noch weniger kam. Es gilt dabei natürlich zu berücksichtigen, dass die Folgen erstmals zwischen dem 23. und 27. Dezember 2011 ausgestrahlt wurden, jeweils zwischen halb 4 und halb 6 morgens. Und dass der Sender kaum Werbung betrieben hatte. Ebensowenig bei der zweiten Runde, kurz nach Jahreswechsel, da liefen,  2 Tage vorher angekündigt (Pressemeldung „Der Tatortreiniger“ mit Bjarne Mädel), die ersten beiden Folgen Mittwoch 4. und Donnerstag 5. Januar 2012 gegen 22.30 Uhr. Folgen 3 und 4 wurden erst mal gar nicht mehr gezeigt. Schlechte Sendeplätze, schlechte Werbung. Trotzdem gab es einige Menschen, die diese Sendungen sahen und sehr mochten, und so kam es, dass DER TATORTREINIGER für den Grimmepreis nominiert wurde und  2012 und 2013 in mehreren Kategorien gewann. Das freute die Macher/innen beim NDR, es wurden neue Folgen produziert und auch gesendet, und heute schreibt der NDR  „Der Tatortreiniger begeistert Fernsehpublikum und -Kritiker gleichermaßen“ – und das trotz der schlechten Behandlung durch den NDR selbst,  und die schlechten Quoten.

Vielleicht ist die Quotenfixierung ein Überbleibsel aus den Anfängen des Fernsehens, als womöglich die Publikumsmessung von Theater und Kino übertragen wurde. Vielleicht ist sie Zeichen einer nostalgischen Sehnsucht nach Zeiten, als es nur zwei Programme gab, und das Fernsehpublikum und seine Wahl überschaubar war. Oder geht es um höher weiter besser, um immer größere Publikumszahlen – anstatt ein vielseitiges Angebot für alle zu entwickeln.
Klaus Pierwoß, langjähriger Intendant am Bremer Theater, sagte einmal zu einer Publikumsbefragung: „Ja, das sind die Vorlieben des Publikums. Aber wenn wir danach gehen, dürfen wir nur noch Operetten auf unseren Spielplan setzen. Aber das Theater hat eine andere Aufgabe.“

Übrigens, das ZDF hat gerade zwei erfolgreiche / quotenstarke Serien beendet, den LANDARZT und das FORSTHAUS FALKENAU. Ersetzt werden sie durch noch mehr Krimiserien. Aber das ist ein anderes Thema.

Das Merkwürdige ist, dass wir im Grunde alle ein bisschen diese Quotenmessung anzweifeln, oder nicht? Gleichzeitig glauben wir an sie, ist sie das Maß der Dinge bzw. das Goldene Kalb der Branche. Um einen Bogen zu  UM HIMMELS WILLEN zu schlagen: „Nein, ich bin nicht abergläubig, aber ich hab gehört, es funktioniert auch, wenn man nicht dran glaubt.“
Es gibt die Einschaltquoten, aber sie sollten nicht zu wichtig genommen werden.

English Version

For Heaven’s Sake, Look at the Ratings!

UM HIMMELS WILLEN (For Heaven’s Sake, a series on ARD, one of Germany’s public-service broadcasters) was Germany’s most successful TV series in 2013, just like in the year before. On average 6.6 Mio. people watched each episode, in 2012 it were 7.1 Mio. Most successful series is defined by the extrapolated supposedly highest mean TV audience numbers.
Actually my plan was to analyse the complete series of 156 episodes in 12 seasons, behind the camera (6-sections-check) and in front of it (main and supporting casts), but unfortunately the data that is publically available is rather incomplete. So instead let’s ponder on TV ratings instead. They exist, but they should not be taken too seriously.

What do we need these ratings for? Do they help us choose a film to watch, or do they help the broadcasters to assemble their programmes? Does a show get better or worse through (the knowledge of) ratings? Does the future of a series depend on it? Or are they a measure for the popularity of a show, the people in it or the makers? Are they for checking the effects of PR campaings? Are they fundamental for selling air time for advertising? Are they needed to distribution the television licence fees? Are good ratings a matter of prestige for broadcasting companies and heads of programming? And are they correct numbers?
How do ratings influence future viewings? What if I find out how many people allegedly watched a programme that I also watched and liked? Will I like it even better and feel reassured in my TV taste? What if only few people watched ,my’ programme, and the reviews were bad? If it turns out that only people younger than 14 and older than 60 watched it? Will that make me feel bad so that I would pretend not to have liked it or to have watched something else? („only saw it very briefly while switching channels“)
Or the other way around: Will I continue watching a series that I disliked but that got good ratings and suddenly start to become a fan? Do I need „Likes“ for my orientation? Are ratings all about money?

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Some years back I told a friend about the Argentinian feature film EL ABRAZO PARTIDO (director: Daniel Burman) that I had seen in the competition of the Berlin International Film Festival. My friend wanted to look it up in some film rating index, which – according to him – contained „all important and good films“, but not El Abrazo Partido. So it could not really be a good film. Indeed? Sometimes the TV Ratings business reminds me of this encounter. If something gets low ratings it can’t be really good (mind you, ever so often when a film on a public channel gets good ratings people say „well, but it was only people over 60 that watched it“ – so they would be a less good audience?)

Having said that I’d like to stress my doubts that the figures published as TV ratings correlate to the actual number of people watching. They are but estimates, the GfK’s extrapolations of the rate measurement results from 5,000 households with a total of 10,500 persons, of the use of television, or rather the switching-on of TV sets.

  • Are the 5.000 households an adaqute sample representating the approximately 78 mio. people older than 3 in Germany?
  • Are the transmitted results correct, i.e. does rate measurement box switched on correspond with having watched programme?
  • Do the conclusions drawn from the extrapolated data make sense?
  • Are there interest groups and lobby organizations for television audiences, just like they exist for public transport and German rail? (granted, that is a different topic)

In digital times TV shows are not only watched on television. However, the GfK disregards those among the 10.500 people that watch a programme on the internet, or record it for later use, or watch it in the media centers of the broadcasters, or watch it at a friend’s house or in a pub. How about those that switch on the telly and the measurement box but are not watching the screen but are on the phone in another room, do the washing-up, play on the x-box, doze off on the settee? Are they rateable audience? And what about those that cheat a little bit about their TV watching?

Now, regarding the evaluation and interpretation of TV ratings let’s look at an example from December. On the 27th Sat1 showed a gala show for the birthday of actor / director Til Schweiger (he turned 50 on Dec. 19), the following day the ratings were published. This is what the internet magazine DWDL wrote (and it’s in German but I will translate it):  Little Interest in the Birthday of Til Schweiger. The audience certainly did not wait for this. „Happy Birthday – Til Schweiger“ was only watched by 1,49 million, which only adds up to grotty 5,0 percent. It did not really look brighter in the target audience. Only 820.000 wanted to celebrate the actor’s birthday with Sat!. The grotty share in market of 7,6 percent for those between 14 and 49 certainly won’t call for a celebration today in Unterföhring“ (that’s the small place in the south of Germany where the station Sat1 is located).
Why so much malice? Does the author draw a personal pleasure from a show getting a smaller audience than anticipated and hoped for? But let’s have a look at the news on media news site MEEDIA of the same day, here we find the following information, on the page with the heading „Birthday show for Til Schweiger is a total Flop“: Among other smaller stations SUPER RTL was convincing. “Asterix“ allures more than a million viewers to Super RTL. (…) 1.13 mio. people watched „Asterix and the Big Fight“ that’s a
good 3.6 %. 3.6 % are good and 5 % are grotty – 1.49 mio. is a Flop whereas 1.13 mio. are convincing?

To better understand numbers like these here are some more: Cologne has 1.024 mio. inhabitants, at the 2013 German general election the Pirate Party were elected by nearly 960,000 people, that’s grotty 2.2 percent of the cast votes. The second most successful German feature film of 2012 – CLOUD ATLAS – sold 1.14 mio. tickets. 1.49 mio. spectators will have visited the Hamburger Schauspielhaus (Germany’s largest theatre) after 1,240 sold-out performances. So a TV audience of 1.49 mio. is not really dazzling but certainly not negligible.

TV are among other things also influenced by the TV slot, by chance and by bad luck. A film or documentary, a series or report, that are scheduled for a sunday night at 8.15 p.m. are starting badly because that is the time of the TATORT (Germany’s most popular crime series), so a great part of the audience would probably watch that no matter what. Then the image of a channel will probably have an effect. And Chance. My film is on at 8.15 p.m. on a week day, things look good, no unusual competition, but then suddenly something happens politically so there are newsflashes and special coverage on TV. Or maybe a Royal Baby is born, or a new pope elected, or there is a football match being covered. In 2013 the television programme with the highest rationgs was the men’s football champions league final, more than 21 mio. watched that on ZDF. It was only determined 4 weeks before in the semi-finals that there would be two German teams in the final, at which point most TV channels would have set their programmes, which then obviously had less chances of a large audience.
On a side note: Thomas Bellut (director general of the ZDF) justified the 50 mio. € that the ZDF paid for one year’s champions league broadcasting (which were broadcast on free TV station Sat1 up to then) especially with wanting to attract new and younger audiences for the HEUTE JOURNAL (a news magazine) that would be broadcast during half-time. Apparently judging from the ratings this plan has come off partially, but maybe it’s just that viewers with the rate measuring boxes left them on during the heute journal but went to the bathroom, or to the kitchen to get more beer, or they turned down the sound and analyzed the first half of the match.
And then there’s also bad luck. The bad luck of hearing of a great show, film or episode too late, after it had already been on, being told by friends who had seen and recommended it. But this sort of bad luck is not so bad any more as in the old day because we have the internet. And of course there are repeats.

Striving for the highest ratings and fighting other channels and the effects this has on programme and people is shown in a  vivid, amusing and bitter way in the third season of the Danish TV series BORGEN: the new, hip and young head of programming Alexander Hjort subordinates everything to the pursuit of high TV rates and popularity and forces Torben Friis, head of news, to turn the news broadcasts into some sort of spectacle. But that is a different topic.

Of course as an actress I am very happy when a film or series that I am is well received and watched by masses. Just as I am happy when some series’ episode that I enjoy as part of the audience is popular and will continue to be produced and broadcast. But for that I – and hopefully the broadcasters – don’t need the ratings. I am also quite sympathetic with great shows that are broadcast on less popular channels and therefore don’t get large audiences (according to the ratings). This goes for quite a number of series being shown on arte (BORGEN, THE SLAP, TOP OF THE LAKE) which all deserve ratings like TATORT, men’s football, FARMER WANTS A WIFE or I’M A CELEBRITY.

But let’s look at another example that shows the absurdity of the ratings quite well: DER TATORTREINIGER (the crime scene cleanup man). This is a funny series produced in the north of Germany by NDR. There were 4 episodes originally that were only seen by 50.000 viewers on average or even less. Of course it has to be taken into account that the episodes were first broadcast between December 23rd and 27th 2011, each time between 3.30 and 5.30 a.m. (!), and that they were hardly advertised. The same goes for the second round of screenings a few days later, episode 1 and 2 were shown on Wednesday Jan. 4 and thursday Jan. 5 2012 around 10.30 p.m., this was announced in a press release two days earlier (The Tatortreiniger with Bjarne Mädel). Episodes 3 and 4 weren’t shown again. Bad TV slots and poor PR. Despite all this a few people watched and loved it, and the Tatortreiniger was nominated for the Grimme Preis (important German TV award) and won in various categories in 2012 and 2013. Now the makers of the show were happy and more episodes were produced, – and broadcast! And today we can read (in German) on the website of the NDR The Tatortreiniger enthuses both the audience and the critics“ – and this in spite of the poor treatment by the NDR itself, and despite poor ratings.

Maybe the fixation on ratings is a remains from the early days of television when perhaps the means for measuring audience were copied from theatre and cinema. Maybe it is some sort of sign of nostalgic longing for times when there were only two TV channles and the audience and ist choices were managable. Or it has to do with higher further better, with larger and larger viewer numbers – instead of just developing a diverse choice for everybody.
Klaus Pierwoß who was the successful director of Bremen Theater for many years once commented on an audience survey. Yes, so these are the preferences of the audience. If we abide by them we may only show operettas. But the theatre has other duties.
By the way, just recently the ZDF terminated two successful high-rated series, the LANDARZT (country doctor) and the FORSTHAUS FALKENAU (forester’s house Falkenau). They are to be replaced by crime series. But that is a different topic.

What is really strange is that basically we all doubt the rating measurements, don’t we? Yet at the same time we believe in them, they are the state of affairs, the golden calf of the industry. Reaching back to „For Heaven’s Sake“: „No, I am not superstitious, but I heard that superstitions also work if you don’t believe in them.“
TV ratings exist, but they should not be taken too seriously.

One thought on “Um Himmels Willen, die TV-Quoten! – For Heaven’s Sake, Look at the Ratings!

  1. Ein kluger, stimmiger Kommentar. Sollten sich die Entscheidungsträger von ARD und ZDF hinter den Spiegel hängen. Aber da ist vermutlich kein Platz mehr vor lauter Beschwerden über die unsinnigen und großen teils dämlichen Formate der öffentlich-rechtlichen im fiktionalen Bereich.

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