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Gedanken einer Schauspielerin – An Actress's Thoughts

Nähmaschinen! Wir brauchen Nähmaschinen! – Rights, not Privileges! It’s that easy.

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English Version follows German.

Zwei Näherinnenfilme – Dokumentarische Fiktion oder Schmonzettisierung?

„Es geht um Rechte, nicht um Privilegien! So einfach ist das.“

Heute stehen zwei Filme über nähende Frauen im Mittelpunkt, die auf historischen Figuren und wahren Begebenheiten beruhen. Es sind keine Dokumentar- sondern Spielfilme, entsprechend viel wird dazugedichtet. Auffällig indes die Unterschiede: im einen Fall gewinnen die Figuren und die Zeit an Tiefe, im anderen Fall wird die Hauptfigur und ihr Lebenswerk durch die Zudichtung kleiner gemacht.

  • MADE IN DAGENHAM (deutscher Titel WE WE WANT SEX, UK 2010) erzählt die Geschichte der 187 Autositz-Näherinnen im größten Fordwerk Großbritanniens (Dagenham), die 1968 erfolgreich gegen eine Einstufung als „ungelernt“ und für eine gerechtere Bezahlung kämpften. Dieser Arbeitskampf führte zwei Jahre später indirekt zum Equal Pay Act, dem britischen Lohngleichheitsgesetz.
  • Der Fernsehfilm MARGARETE STEIFF (D 2005) handelt vom Leben der schwäbischen Stofftiernäherin und Unternehmerin Margarete Steiff (1847-1909). Er beginnt, als sie 10 Jahre alt ist, und endet mit der Leipziger Spielwarenmesse 1903, auf der Steiff mit dem 55 PB, dem ersten beweglichen Stoffbären (,Teddybär’), ihr weltweiter Durchbruch gelingt.

Made in Dagenham. UK 2010

„Ich bin bei meiner Mutter aufgewachsen, ich und meine Brüder. Sie hat ihr Leben lang gearbeitet und unsere Tante Lil dafür bezahlt, tagsüber auf uns aufzupassen. Und es war schwer für sie. Besonders weil sie in der Fabrik nur die Hälfte von dem bekam, was die Kerle bekamen, für dieselbe Arbeit. Aber es stand nie an, dass sich das jemals änden könnte. Nicht für sie. Es muss endlich mal jemand dafür sorgen, dass diese Ausbeuterschweine nicht mehr damit durchkommen, nach all diesen Jahren.“ Das antwortet Vorarbeiter / Gewerkschafter Albert Passingham (gespielt von dem großartigen, traurigerweise vor einigen Tagen verstorbenen Bob Hoskins) in dem Film MADE IN DAGENHAM auf die Frage, warum er sich so engagiert für den Arbeitskampf der Näherinnen im Fordwerk in Dagenham, dem britischen Wolfsburg, einsetzt.

1968, als der Film spielt, arbeiteten in den Fordwerken rund 55.000 Arbeiter und 187 Arbeiterinnen. Diese Näherinnen (women sewing machinists) fertigten die Bezüge für die Autositze an. Weil sie nach einer Umstrukturierung (regrading) als ungelernte Arbeiterinnen mit dazugehöriger schlechterer Bezahlung eingestuft worden waren, obwohl sie qualifizierte Arbeit leisteten und für eine Einstellung u.a. zwei Jahre Nähtätigkeit nachweisen mussten, traten sie in den Ausstand und und forderten – erstmals in der Geschichte – die gleiche Eingruppierung und Entlohnung wie ihre männlichen Kollegen. Diese Arbeitsniederlegung, die sich zu einem längeren Streik und Arbeitskampf ausweitete, die teilweise unwilligen Gewerkschaftsfunktionäre, die die Anliegen der Frauen hintenan stellen wollten, unsolidarische Arbeiter, die schrottige Halle als Arbeitsplatz, das Treffen mit Labour-Arbeitsministerin Barbara Castle bis hin zum ausgehandelten Ergebnis – die Näherinnen wurden als semi-skilled eingestuft und ihre Löhne zunächst auf 92 % der Männerlöhne angehoben – entsprechen den Tatsachen.

Beeindruckend. Es ist immer schön, wenn ein Goliath (in diesem Fall ein großer, kapitalistischer Konzern) von einem pfiffigen David, bzw. hier einer Davina, in die Knie gezwungen wird. Und wenn im Zuge dieses Arbeitskampfes auch noch die Kollegen und Ehemänner der Davinas dazulernen ist das ein Bonus. In Nigel Coles Sozialkomödie sind die Protagonist/innen bis auf Arbeitsministerin Barbara Castle frei erfunden, und mit ihnen ihre Nebengeschichten: Da gibt es die Hauptfigur Rita (gespielt von Sally Hawkins) mit Familie und finanziellen Sorgen und einem Sohn, der in der Schule vom Lehrer geschlagen wird, Betriebsrat Connie mit ihrem älterem, traumatisierter Kriegsveteran-Ehemann, Lisa, studierte Historikerin, die als Ehefrau und schmückendes Anhängsel des Fordwerkbosses für Haushalt und Kinder zuständig ist (auch ihr Sohn wird in der Schule geschlagen, sie organisiert im Off eine Elternpetition, die zur Versetzung des Lehrers führt) und noch viele andere Geschichten von privaten und beruflichen Träumen von Arbeiterinnen, eingepackt in die Mode, Frisuren und Musik der sich verändernden Gesellschaft in den Swinging Sixties. Ich sprach mit Vertreterinnen der britischen Gewerkschaft TUC und der Forschungsstelle zur Gewerkschaftsgeschichte an der Londoner Universität, die betonten, dass die echten Frauen völlig anders aussahen, „wesentlich weniger glamourös“ Die Anführerin im Film Rita O’Grady gab es nicht, treibende Kraft war Rose Boland, aber, „es ist ja nie nur eine, die es macht“.

Reproduced by kind permission of the Financial Times

Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Financial Times. Original 13. Feb. 1969

Der Film sollte im Original ursprünglich WE WANT SEX heißen, basierend auf einer ,wahren Anekdote’: die Näherinnen hatten auf ein Streiktransparent We want Sex Equality geschrieben (Wir wollen Gleichberechtigung), allerdings wurde das Spruchband zunächst nicht vollständig ausgerollt, so dass ,equality’ nicht zu sehen war. Der Titel wurde jedoch in MADE IN DAGENHAM geändert, was eine gute Entscheidung ist, denn der erste Titel hätte etwas anderes versprochen als einen Meilenstein der Gewerkschaftsgeschichte und der Frauenrechte. Leider hat der deutsche Verleih genau diesen verworfenen englischen Titel reaktiviert. Das ist doppelt unglücklich, denn das Wortspiel Sex / Sex Equality funktioniert in der deutschen Übersetzung natürlich nicht (Sex / Geschlechtergleichheit). OK, die Autostadt Dagenham ist hier vermutlich nicht bekannt, und Made in Wolfsburg wäre nicht gegangen, aber irgendein sinnvoller Titel hätte doch gefunden werden können, selbst so was wie „Die Autofrauen von Dagenham“ wäre besser gewesen.

Bemerkenswert schließlich noch die Parallelen zwischen Arbeiterinnenführerin O’Grady und Arbeitsministerin Castle („Wir sind keine Politikerinnen, wir sind arbeitende Frauen, und das sind Sie auch“), die das gleiche günstige Kleid von Brenninkmeijer besitzen. Beide haben gegen männliche Borniertheit und Bevormundung in ihrem Umfeld zu kämpfen, beide beschreiten neue Wege. „Das Risiko, von dem Sie sprachen, werde ich jetzt eingehen müssen.“ sagt Barbara Castle am Ende zum US-amerikaischen Ford Vertreter, der gedroht hatte, die Autowerke in andere Länder zu verlagern, wenn die Forderungen der Frauen erfüllt würden. Ob das in echt auch so war weiß ich nicht, aber fiktional ist es natürlich schön, wenn die Politik sich gegen die Wirtschaft wehrt.

MADE IN DAGENHAM / WE WANT SEX. UK 2010. Regie Nigel Cole, Buch William Ivory. Casting Lucy Bevan. Mit Sally Hawkins, Bob Hoskins, Miranda Richardson, Geraldine James, Rosamund Pike, Andrea Riesborough, Jaime Winstone u.a.m.

Margarete Steiff. D 2005

Ein Krüppel findet keinen Mann, und eine Arbeit schon gleich gar nicht.“

Dies sagt Mutter Steiff (gespielt von Suzanne von Borsody) zur 10-jährigen Margarete im Film. Margarete Steiff (1847-1909) litt seit ihrem 2. Lebensjahr an Kinderlähmung, beide Beine und der rechte Arm, die rechte Hand waren betroffen. Sie lernt mit links schreiben, macht eine Ausbildung zur Näherin, kauft die erste Nähmaschine in ihrer Stadt (Giengen / Brenz), gründet mit 30 ein Filzwarenkonfektionsgeschäft, erfindet hochwertige Stofftiere, die Steifftiere, und macht ihr Familienunternehmen zu einen global player der Spielzeugbranche. Als ich den Film vor Jahren das erste Mal sah war ich ganz erstaunt, ich hatte von kleinauf viele Steifftiere besessen, aber nicht gewusst, dass sie nach der Erfinderin benannt waren. Ich dachte, die Tiere heißen Steifftiere, weil sie steif und fest waren. (Ja, natürlich hatte ich mich über die 2 F gewundert!) Es ist nicht leicht, einen biographischen Film zu drehen, der eine Zeitspanne von mehreren Jahrzehnten umfasst. In diesem Fall geht es um fast 50 Jahre, der Film beginnt in Margaretes Kindheit (gespielt von Annika Luksch) und endet mit der Leipziger Spielwarenmesse 1903, als Steiff 56 Jahre alt war. Die Schauspielerin der erwachsenen Steiff, Heike Makatsch, war zum Drehzeitpunkt 33. Auf diesem Foto aus dem Jahr 1895 ist Margarete Steiff 48 Jahre alt.

Margarete Steiff und Mitarbeiter/innen. Um 1895. Foto: Margarete Steiff GmbH.

Margarete Steiff und Mitarbeiter/innen. Um 1895. Foto: Margarete Steiff GmbH.

 Steiffs Biographie ist wirklich sehr beeindruckend. Eine Frau aus armen Verhältnissen mit einer Behinderung, einer Frau im 19. Jahrhundert, als Bildungs- und Berufschancen für Frauen und Männer noch wesentlich weiter auseinander lagen als heute. Ihr Motto „Für unsere Kinder ist nur das Beste gut genug“ ist bemerkenswert in einer Zeit, in der in Schulen und Familien noch legal geprügelt wurde. Natürlich (und vor allem leider) wurde die Geschichte umgearbeitet. Margarete wird verjüngt und schlanker und hübscher gemacht. Aber vor allem: Eine Liebesgeschichte mit dem Handlungsreisenden Julius wurde dazuerfunden, Warum? Ich sprach mit einer PR-Frau der Steiff GmbH, die sagte, dass ,die Leute so was immer gerne sehen, und der Film dann mehr Zuschauer/innen erreicht’. Nicht dass die Lovestory nicht gut gemacht wäre, die Kennenlernszene im Zug hat ihren eigenen Charme, die Chemie zwischen Beiden stimmt unbedingt und der dramatische Bogen Kennenlernen – Trennung – überraschendes Wiedersehen – Verlieben – Trennung – Wiedervereinigung – Bruch funktioniert auch. Dazu dann noch der eifersüchtige jüngere Bruder Fritz (gespielt von dem 4,5 Jahre älteren Felix Eitner), und fertig ist das persönliche Drama. Aber es ist befremdlich, dass die erfundene Liebesgeschichte, vielmehr Julius, Motor hinter allen entscheidenden Handlungen von Margarete ist und der Auslöser eines Großteils der Dreh- und Wendepunkte dieser Filmgeschichte.

Margarete lernt Julius auf der Zugreise zu einer Behandlung und Kur in Wien kennen:

  • J:    Maschinen sind die Zukunft.
  • M:   Bei uns daheim geht noch alles von Hand.
  • J:    Das muss sich ändern. Maschinen machen das Leben leichter. Auch für Sie!
  • M:   Maschinen sind doch was für Männer!
  • J:    Ich versuche vor allem das Leben der Frauen zu beglücken. z.B. mit Nähmaschinen.

Monate später besucht er sie in Giengen, besorgt ihre erste Nähmaschine und auch den Stoff für das erste schicke Kleid, mit dem sie als Schneiderin Erfolg hat. Die beiden kommen sich näher, der erste Kuss beim Bad im Fluss. Julius hilft ihr beim Aufbau ihres Betriebs, und als er nach einiger Zeit abreisen will, sagt sie „Ich brauch dich hier, du bist der einzige, der sich mit der Maschine auskennt, der weiß, wie man das Schwungrad ölt (…) Bleib! Julius, bitte!“ Er bleibt zunächst. Der Kauf einer zweiten Nähmaschine steht an. Julius kommt tagelang nicht zurück. Sie blättert in einer Wiener Modezeitung, die natürlich Julius ihr besorgt hatte, entdeckt darin das Schnittmuster für einen Elefanten, und weil sie nächtelang aus Sehnsucht nicht schlafen kann, näht und näht und näht sie Filzelefäntles, ursprünglich als Nadelkissen, die aber dann ihr erstes Stofftier für Kinder werden. Julius kommt zurück, mit der zweiten Nähmaschine, aber er hat sich inzwischen in Margaretes beste Freundin verliebt, und geht mit dieser nach Salzburg. Margarete bricht mit ihrem Bruder (weil der sie nicht gewarnt hatte) und stürzt sich in die Arbeit, um ihren Kummer zu vergessen, so sehr, dass sie nach kürzester Zeit – der Film macht da keine Angaben – einen großen Betrieb mit zig Näherinnen leitet. Nach Julius’ Abgang dauert der Film nur noch ein Viertelstunde, in der Steiff nach anscheinend jahrelangem Erfolg nun Absatzschwierigkeiten hat, Probleme mit ihrer Bank bekommt, sich mit ihrem Bruder versöhnt und mit ihm zusammen die Stoffbären entwickelt, die ihre Rettung sind durch eine 3000 Stück-Großbestellung aus den USA.

Ja, die Eckdaten stimmen, und wie gesagt ist es völlig legitim, Dinge dazu zu erfinden. Aber warum diese Liebesgeschichte? Um zu zeigen, dass sie ja doch eine normale Frau ist? Und warum dieser Julius? Um zu zeigen, dass sie von alleine gar nicht auf das gekommen wäre, was in der Realität zur Margarete Steiff GmbH wurde? Wer hat das entschieden? Susanne Beck und Thomas Eifler, die das Drehbuch schrieben? Die Redaktion? Die Produktionsfirma?

Geschichten über Pioniere werden nicht aufgesext oder durch Liebesgeschichten abgelenkt. Da kann es einen Film über das Rennen zum Südpol geben, wahlweise aus Amundsens oder Scotts Perspektive, und es kommt kein weibliches Wesen vor. Höchstens am Rande Frau Scott („my widow“) in dem letzten Brief vor dem Erfriertod, oder vielleicht Amundsens treue Schlittenhündin. Wenn es Frauen gibt, dann sind sie helfend, aber nicht maßgeblich. Sie kochen Tee und stellen den Kontakt zu Finanziers her (Hedwig Ehrlich in PAUL EHRLICH – EIN LEBEN FÜR DIE FORSCHUNG). Nur sind sie nicht der Auslöser für die Leistungen der Männer.

Aber die Geschichte der Pionierin Margarete Steiff reicht nicht als Filmstoff. Warum? Weil eine Marktforschung ergeben hat, dass zur Geschichte einer Frau eine Liebesgeschichte gehört? Egal ob erfunden oder wahr, egal ob glücklich oder unglücklich, Hauptsache, es kommt ein Mann vor als Love Interest? Weil so was angeblich Frauen sehen wollen, und Männer sowieso keine Filme angucken, die von Frauen handeln?

MARGARETE STEIFF. Fernsehfilm 2005. Regie: Xaver Schwarzenberger. Buch: Susanne Beck, Thomas Eifler. Casting Birgit Geier. Mit Heike Makatsch, Felix Eitner, Hary Prinz, Suzanne von Borsody, Herbert Knaup, Harald Krassnitzer, Bernadette Heerwagen, Annika Luksch u.a.

Ein Vergleich der Vor- und Abspanne

Bei MADE IN DAGENHAM gibt es den für „nach einer wahren Geschichte“-Filme üblichen Textvorspann: „1968 waren 55.000 Männer im Fordwerk Dagenham beschäftigt“ (neues Bild) „und 187 Frauen“, dazu Aufnahmen aus Ford-Werbefilmen der 1960er Jahre. Besonders sehenswert der Abspann, in einer Split screen laufen die Schlusstitel, und daneben Aufnahmen der echten Dagenham-Näherinnen (und Barbara Castle) 1968 und im 21. Jahrhundert, wo sie bestens gelaunt von damals berichten. Davor gab es noch eine Textüberblendung: “Zwei Jahre später, im Mai 1970, trat das Lohngleichheitsgesetz in Kraft. Ähnliche Gesetze folgten schnell in den meisten industrialisierten Ländern weltweit.” Apropos, wie sieht es eigentlich mit Equal Pay in der Filmbranche aus, vor und hinter der Kamera? Bekommen Frauen und Männer das gleiche Geld für die gleiche Arbeit? Das ist ein Thema für einen anderen Tag.

MARGARETE STEIFF verzichtet auf Vor- und Schlusstitel. Leider, denn am Ende wäre ein „Vier Jahre später, im Jahr 1907 wurden 974.000 Teddybären gefertigt. Margarete Steiff starb 1909 im Alter von 61 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung. Die Firmenleitung übernahmen ihre drei Neffen. Bis heute hat die Steiff Retail GmbH ihren Firmensitz in Giengen / Brenz.“ informativ gewesen.

Trotz aller Kritik sind beide Filme unbedingt sehenswert, nicht zuletzt weil sie die inspirierenden Geschichten von Näherinnen erzählen, die durch ihre Arbeit und ihr Nichtaufgeben den Lauf der Geschichte maßgeblich beeinflusst haben, nicht nur für sich, sondern für viele nach ihnen.

Ich habe mir jetzt jedenfalls erst einmal eine Nähmaschine gekauft.

Ein Steifftier und eine Nähmaschine. Foto: SchspIN

Ein Steifftier und eine Nähmaschine. Foto: SchspIN

English Version

Two Films about Sewing Women

Sewing Machines! We need Sewing Machines! – Rights, not Privileges! It’s that easy.

Today’s focus is on two films about sewing women that are based on historical people and actual incidents. The films are no documentaries but fictionalized so of course a lot of the plot has been made up. But there are distinct differences: In Film A the characters and the depicted time gain greater depths by this and in Film B the leading lady and her achievements are reduced.

MADE IN DAGENHAM (UK 2010, German title : WE WANT SEX) tells the story of 187 women sewing machinists at Britain’s largest automobile factory / Dagenham who in 1968 protested successfully against being regraded as unskilled and who fought for equal pay. Two years later this industrial action led to the Equal Pay Act.

The TV movie MARGARETE STEIFF (D 2005) is about the life of south German sewer of soft toys and company owner Margarete Steiff (1847-1909). The film starts when she is 10 years old and ends with the 1903 toy fair in Leipzig where Steiff had her international breakthrough with „55 PB“, the world’s first movable toy bear (,Teddy Bear’).

Made in Dagenham. UK 2010

„I got brought up by my mum, me and me brothers. She worked all her life, and she paid my aunt Lil to take care of us during the day. And it was hard. Especially as she was getting less than half what the blokes in the factory was getting, for doing the same work. But there was never any question that it could be any different. Not for her. Someone has got to stop these exploiting bastards getting away with what they’ve been doing for years.“ This, in the film MADE IN DAGENHAM, is the answer of foreman / union steward Albert Passingham (played by the great, sadly recently deceased, Bob Hoskins) to the question why he is so passionate about the sewing machinists’ industrial dispute at Ford Dagenham car plant.

The film takes place In 1968, when 55.000 male and 187 female workers were employed at the car plant. The women sewing machinists produced the covers for the car seats. When a regrading of the workers led to the women becoming officially unskilled and at the same time receiving less pay, even though their work was qualified and they had to account for two years’ sewing experience, they called for an immediate stoppage and demanded equal grading and equal pay with the male colleagues, this a first in Britain’s history. This stoppage that resulted in a longer strike and industrial action, some at times reluctant union officials, who wanted to put the women’s demands to the end of the line, unsolidary workers, the miserable work place, the meeting with Labour Secretary of State for Employment Barbara Castle, as well as the finally negociated result – the machinists were regraded as semi-skilled and their wages were raised to 92 % of the men’s – all this is true to the facts.

Quite impressive! It’s always nice when a Goliath (in this story a big, capitalistic enterprise) is brought to his knees by a clever David, or rather Davina. And if in the course of this action the colleagues and husbands of the Davinas learn something new it’s a bonus.

In Nigel Cole’s social comedy all protagonists with the exception of Secretary of State for Employment Barbara Castle are made up and along with them their sub stories: we get to know Rita and her family and their financial problems and her son who is caned by his school teacher, shop steward Connie whose elderly husband is a traumatized war veteran, Lisa, a historian with an University degree, who is in the role of housewife and mother as well as ornamental wife of the Ford factory boss (her son is being caned at school as well, she starts a petition which leads to his dismissal) and many more stories of private and professional dreams of the machinists, wrapped in the fashion, hair-styles and music of the changing society of the swinging sixties. I talked to representatives of the TUC and the library collection of trade unions’ history at London University who both emphased the fact that the real Dagenham ladies had looked completely different, far less glamouros for a start. The machinists’ leader Rita O’Grady did not exist, however the real Rose Boland can be called the driving force, „but then it’s never just one person, is it“.

Reproduced by kind permission of the Financial Times

Reproduced by kind permission of the Financial Times

Originally the film’s titel was to be WE WANT SEX, based on a true anecdote: the machinists had painted a banner with the phrase „We want sex equality“, however they did not revealed the whole length of the banner, so the fourth word was missing. However the title was changed to MADE IN DAGENHAM, which is a wise decision since the other title would have led viewers in a direction which had nothing to do with unions’ history or rights for women. Unfortunately they chose the exact „we want sex“ title when the film came to German cinemas, in a German dubbed version. This is unfortunate for the above reason and also because the play of words does not make any sense in German. I have no idea why they did not choose a German title, maybe along the lines of „Die Autofrauen von Dagenham“ („The Car Women of Dagenham“).

Finally I would like to point out certain parellels between machinists’ leader O’Grady and Secretary of State Castle („We ain’t politicians, we’re working women – and so are you“), who even own the same cheap dress from Brenninkmeijer. Both had to fight against male prejudices and paternalism, both had to find new ways. „That risk you were talking about, I am going to have to take it“, as Barbara Castle says to a US Ford representative who had threatened to move the car plant to another country if the demands of the women were met. I have no idea if this is a historical fact, but in fiction it is of course very nice to see politicians stand up against a big private enterprise.

MADE IN DAGENHAM. UK 2010. Director Nigel Cole, Script William Ivory. Casting Director Lucy Bevan. With Sally Hawkins, Bob Hoskins, Miranda Richardson, Geraldine James, Rosamund Pike, Andrea Riesborough, Jaime Winstone and others

Margarete Steiff. D 2005

A cripple will never find a husband, let alone find work.“ This is what mother Steiff (played by Suzanne von Borsody) says to 10 year old Margarete in the film.

Margarete Steiff (1847-1909) suffered from polio from the age of two, both legs and the right arm and hand were affected and nearly completely immobile. She learns to write with her left hand, trains to become a sewer, buys the wirst sewing machine in her town (Giengen / Brenz, in the south of Germany), founds a felt clothes shop, invents high class soft toys, the Steiff animals, and turns her family business into a global player of the toy industry. When I saw the film for the first time some years ago I was really surprised, having owned Steiff animals all my live I did not know that they were named after their inventor. I thought they were called Steiff animals because they were stiff (German: steif) and firm. Making a biographical movie is not easy, especially if it spans over nearly 50 years as in this case. The film starts in Margarete’s childhood (there she is played by Annika Luksch) and ends at the Leipzig toy fair of 1903, when Steiff was 56 years old. The actress playing the grown-up, Heike Makatsch, was 33 years old at the time of shooting. On the next photo we see Margarete Steiff in 1895, as a 48 years old.

Margarete Steiff and Employees. Approx. 1895. Photo: Margarete Steiff GmbH.

Margarete Steiff and Employees. Approx. 1895. Photo: Margarete Steiff GmbH.

Steiff’s biography is really impressive. A women with a poor background and a disability, a woman in the 19th century, when education and job opportunities were even more different for women and men than today. Her motto „Only the best is good enough for our children“ is quite remarkable in times when children were caned and beaten legally in schools and families. Of course (and unfortunately) the story was changed a bit. In the film Margarete is younger, thinner, more beautiful. But first and foremost: a love story involving travelling salesman Julius is made up. Why?

I was talking to someone from Steiff’s public relations staff who said that „this is what people want to watch, so this way the film will get a larger audience.“ It’s not that the love story isn’t well done, it is, and the scene where Margarete and Julius meet for the first time on a train is quite charming, there is a good chemistry between the two of them and the dramatic arc First meeting – separation – surprise reunion – falling in love – separation – reunion – break-up works quite well. Add to that jelous younger brother Fritz (played by 4,5 years older Felix Eitner) and there you have real personal drama. But it is quite weird that this made-up love-story, or rather Julius, is triggering all Margarete’s crucial actions as well as causing the majority of turning points in this film story.

In the film Margarete met Julius on the train as she was travelling to Vienna to get a treatment for her legs.

  • J: Machines are the future.
  • M: Where I come from we do everything with our hands..
  • J: This has got to change. machines make everything in life much easier. For you as well!
  • M: But machines are for men!
  • J: I am trying especially to make the lives of women easier, with sewing machines for example.

Months later he comes and visits her in Giengen, he provides her first sewing machine and also the fabric for her first fancy dress which brings her big success as a dressmaker. They get closer, and kiss for the first time while swimming in a river. Julius helps her start her business and when he wants to leave after a while she says” I need you here, you are the only one who knows about machines, who knows how to oil the hand wheel (…) Stay! Julius, please!” He stays for the time being. It’s time to buy the second sewing machine. Julius leaves and does not return for days. She flipps through a fashion magazine from Vienna that of course Julius had given her. In it she finds a drawing of an elefant. Since she can’t sleep for nights on end she sews and sews and sews her “Filzelefäntles” (velt elephants), that were originally designed as pin cussions, but end up becoming the first soft children’s toy. Julius returns and bringst the second sewing machine, but in the meantime he had fallen in love with Margarete’s best friend and leaves for Salzburg with her. Margarete stops talking to her brother (because he didn’t warn her) and plunges herself into work, to forget all her sorrows, so much so, that after a short time – there is no statement on dates – she is head of a large factory with dozens of sewers. After Julius is gone only 15 minutes of this film remain, Steiff now has sales difficulties after many successful years, she reconciles with her brother and together with him invents the toy bear who is her saviour when 3000 are ordered.

Yes, the basic facts are correct and as I said it is perfectly alright to make things up. But why the love story? To show that she is a proper woman after all? And why this Julius? To show that she would not have been able to think of all the things that eventually led to the company Margarete Steiff GmbH? Who is responsible for this decision? Scriptwriters Susanne Beck and Thomas Eifler? The TV producer? The production company?

Stories about male pioneers are not sexed-up or deflected by love stories. You may have a film on the race to the south pole, alternatively from Amundsen’s or Scott’s perspective, and there will be no female in the plot. Well, maybe Mrs. Scott (“my widow”) as recipient of Scott’s final letter before freezing to death, or maybe Amundsen’s faithful female sledge dog. When there are women they are helpful, but not significant. They make tea or contact to a financer (Hedwig Ehrlich in DR. EHRLICH’s MAGIC BULLET). But they are not the source of the men’s achievement.

But the story of pioneer Margarete Steiff is not enough for a film in its own right. Why? Because market research has revealed that a story with a heroine needs a love story? It does not matter if true or invented, happy or sad, as long as there is a male love interest? Because this is allegedly what women wnat, and men don’t watch films anyway that center around a woman?

MARGARETE STEIFF. TV movie 2005. Director: Xaver Schwarzenberger. Script: Susanne Beck, Thomas Eifler. Casting Director: Birgit Geier. With Heike Makatsch, Felix Eitner, Hary Prinz, Suzanne von Borsody, Herbert Knaup, Harald Krassnitzer, Bernadette Heerwagen, Annika Luksch u.a.

Comparing the formal frame

MADE IN DAGENHAM has explanatory titles at the beginning, like we know from other „based on a true story“- films: „In 1968 there were 55,000 men employed at Ford’s Dagenham Factory (new title) and 187 women.“, and we see archive material, old Ford promotional films from the 1960s. Even more impressive I find the end title section, in a split screen we see the usual credits, but in the other half we see the real Dagenham machinists (and Barbara Castle) back in 1968, and we see them in the 21st century, cheerfully talking about those days. Just before that a title „Two years later in May 1970 the Equal Pay Act became Law. Similar legislation quickly followed in most industrial countries across the world.” By the way, what is the situation on equal pay in the film business, behind and in front of the camera? Do women and men get the same money for the same work? Well, that is a topic for another day.

The Steiff movie passes on additional text titles at the beginning and the end. This is unfortunately, I think something like “Four years later in 1907 974.000 teddy bears were manufactured. Margarete Steiff died in 1909 from pneumonia. Her three nephews took over the management. Until today the head office of Steiff Retail GmbH remains in Giengen / Brenz.” would have been quite informative.

Despite all criticism I strongly recommend watching both films, not least because they depict inspiring stories of female sewers who through their work and their guts have considerably changed the course of history, not ony for themselves, but for many who followed.

In any case, I have just gone and bought a sewing machine for a start.

A Steiff animal and a sewing machine.. Foto: SchspIN

A Steiff animal and a sewing machine. Foto: SchspIN

 

3 thoughts on “Nähmaschinen! Wir brauchen Nähmaschinen! – Rights, not Privileges! It’s that easy.

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  2. Für das, was in dem Fernsehfilm MARGARETE STEIFF mit der Biographie dieser bemerkenswerten Unternehmerin und Pionierung gemacht wurde (s.o.), wähle ich den Begriff Schmonzettisierung.
    Ich werde demnächst ausführlicher über dieses Phänomen im deutschen und internationalen Film schreiben.

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