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Gedanken einer Schauspielerin – An Actress's Thoughts

Die Sache mit der Bavaria und den Schuhen – Write a Blog and Ride a Porsche

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English Version follows German.

Eine persönliche Geschichte vom Laufen

Der heutige Blogtext ist eine Antwort auf die mehrfach geäußerte Bitte „Schreib doch auch mal was Persönliches!“.
Na gut, ich versuch’s mal.

Vor ein paar Wochen hatte ich einen Termin in der Besetzungsabteilung der Bavaria Fernsehproduktion in München bei Gwendolyn Clayton. Spontan gesellte sich Clayton’s Castingkollegin Silke Klug-Bader dazu.

Bavaria Fernsehproduktion. München. Foto: SchspIN

Bavaria Fernsehproduktion. München. Foto: SchspIN

Es wurde ein langes, produktives und kurzweiliges Dreiergespräch, in dem wir über vergangene und anstehende Film- und Fernsehprojekte aber auch über alles mögliche andere sprachen, und irgendwann beim Thema Laufen landeten. Also nicht Laufen im Sinne von Gehen, sondern von Dauerlaufen, Joggen. Ich muss dazu sagen, dass ich früher sehr viel gelaufen bin. Angefangen hatte das in der Schulzeit. Wenn ich beispielsweise die ersten beiden Stunden frei hatte radelte ich auf meinem langen Schulweg bei einem Sportplatz vorbei, drehte 3 Runden, und dann ging’s weiter zur Schule. Wie fit ich war könnt Ihr daran sehen, dass ich mich ohne eine Dusche zu brauchen in den Unterricht setzte (Ganztagsschule!). Aber zurück zur Bavaria.
Wir sprachen also über’s Laufen. Und ich sagte, dass ich schon oft daran gedacht hatte, wieder mit dem Laufen anzufangen, irgendwo im Park, am Kanal entlang, auf dem geretteten Tempelhofer Feld – aber wie sollte das gehen? Ich stelle mein Rad ab, laufe los, aber wie hinkriegen, dass der Weg mich dann auch wieder im richtigen Moment zum Rad zurück führt, vor allem, wenn ich die Laufstrecke langsam steigern will?
Ziemlich aufgewühlt fuhr ich nach Berlin zurück. (nee, stimmt nicht ganz, das schreib ich nur wegen der Dramatik). Die Tage vergingen. Auf einmal meldete sich die Vergangenheit: „Dreh doch wieder Runden auf einem Sportplatz! Das mochtest Du doch so gerne.“ Das stimmt. Oh ja, ich mag die Monotonie des Rundendrehens. Ich mochte es schon damals, ohne Kopfhörer, und ich möchte es zwischendurch, mit Musik oder Portugiesischlektionen im Ohr. Und ich mochte es in den Schauspielschuljahren, textlernenderweise, und ich mochte es sogar – notgedrungen – auf einem Laufband, als kein Sportplatz zu finden war und ich für eine sehr physische Theaterprodukton fitter sein wollte. Aber vor allem: ich mochte die Runden auf der Aschebahn.

Seit meiner Jugend hat sich die (Freizeit-)Laufbranche ziemlich verändert, allein schon was das Outfit betrifft. Und erst die Schuhe! Einem gern strapazierten Klischee zufolge – und das haben wir sicher alle schon in diversen Filmen oder Serien bemüht gesehen – sind Frauen per se verrückt nach Schuhen und kaufen am liebsten wöchentlich ein neues Paar.
Die Schauspielerin Nina Ernst bringt dies in einem Song, den sie für ihr Alter Ego Nina Tigrinha schrieb, ironisch auf den Punkt: „Was mich glücklich macht (Schuhe)“.
Natürlich gibt es auch in der Wirklichkeit und besonders in den reicheren Ländern viele Frauen, die Schuhe sammeln, aber nicht nur. Unjüngst besuchte ich einen Freund, und der hatte die größte aktive Schuhsammlung, die ich in meinem Leben außerhalb eines Schuhgroßmarkts gesehen hab. Und auch die Sportler/innen in meinem Freundeskreis haben allein schon beachtliche Fachschuhmengen. Ich hab da kein so großes Sortiment und meine Straßenturnschuhe sind schon sehr alt, aber immer noch bequem und nett, allerdings mit einem tragischen Loch nahe der linken Spitze, sie haben sich allmählich wirklich einen ruhigen Lebensabend verdient.

Old Brown Shoes. Foto: SchspIN

Old Brown Shoes. Foto: SchspIN

Also doch neue Schuhe kaufen. An dieser Stelle verkürze ich die Schilderung, bevor ich anfange mich beim Schreiben zu langweilen – und wie soll es da Euch erst beim Lesen gehen? Die Schuh(nicht-)kaufaktion dauerte mehrere Tagen oder Wochen. Wahnsinn, was da so auf dem Markt ist und natürlich sollte die Frage nach dem Wo und dem Wie der Schuhproduktion auch nicht völlig ignoriert werden.
Parallel fand ich immerhin einen öffentlichen Sportplatz in meiner Nähe (10 min. mit dem Rad) und – auch cool! –ich entdeckte eine Laufapp für mein Fairphone bei F-Droid (F-Droid is an installable catalogue of FOSS (Free and Open Source Software) applications for the Android platform, also perfekt für alle, die Android-Smartphones haben aber weder Googleprogramme installieren noch Google-Playstore benutzen wollen).
Dies war nun mein Plan: Runden drehen, dabei Musik oder Niederländischlektionen hören, und im Hintergrund die App laufen lassen, die mit Intervalltraining beginnt  und sich langsam steigert, bis nach einigen Wochen 5 km am Stück gelaufen werden. Klingt doch gut!

Ein Berliner Sportplatz. Public Sports Grounds in Berlin. Foto: SchspIN

Ein Berliner Sportplatz. Public Sports Grounds in Berlin. Foto: SchspIN

Ich hatte mich noch immer nicht für ein Paar Laufschuhe entscheiden können, wollte aber endlich anfangen, am nächsten Tag sollte es losgehen, also suchte ich in meinen überschaubaren Schuhschrank nach einem Übergangspaar. Und was fand ich?
Wer von Euch kennt den ZAUBERER VON OZ? Da gibt es doch diese Stelle am Ende, wo die gute Hexe Glinda zu Dorothy sinngemäß sagt: „Alles was Du gesucht hast war die ganze Zeit schon da. Du musst nur Deine Schuhe (sic!) 3 Mal aneinander klicken und dazu Deinen Wunsch sagen“.
Und auf einmal war ich Dorothy und mein Schuhschrank Glinda zeigte mir, dass ich die ganze Zeit schon superprima Laufschuhe besessen hatte. Schuhe, die ich vor Jahren von jemandem übernommen hatte, dem sie zu klein geworden waren. Stabile Schuhe mit guter Polsterung, nur etwas klobig. Nicht unbedingt, weil es Herrenschuhe, sondern weil sie für mich 2 Nummern zu groß waren. Aber: heutzutage werden zum Laufen Schuhe getragen, die – genau! – ca. 2 Nummern größer als die üblichen Schuhe sind. Gut gemacht, Glinda!

Die schwarzen Schuhe. Black Shoes. Foto: SchspIN

Die schwarzen Schuhe. Black Shoes. Foto: SchspIN

Die passenden Schuhe zum Verkehrsmittel

Seitdem laufe ich regelmäßig auf ,meinem’ Sportplatz. Ich höre Musik und Sprachlektionen im Shufflemodus oder lerne den Text meiner nächsten Rolle: im ZDF-Fernsehfilm NELE IN BERLIN (Buch: Andrea Solter und Katinka Feistl, Regie: Katinka Feistl), spiele ich Leonie, die Schuhe trägt, die farblich zu ihrem Porsche passen.
In gewisser Weise mache ich das auch, denn mein Fahrrad ist schwarz, und meine Laufschuhe ebenso.
Aber das ist nur die halbe Geschichte.
Im Laufe der Laufschuhrecherche hatte ich mich in ein Paar Sportschuhe verliebt, die zwar ausdrücklich nicht zum Laufen gedacht sind („Trage diesen Schuh, wenn Du nicht läufst – um Deine Leistung zu verbessern, wenn Du läufst“) aber beim normalen Gehen (=Rumlaufen) die Fuß- und Unterschenkelmuskulatur trainieren: Mizuno Be 2. Aber vor allem: der Schuh passt farblich 100 % zu meinem Blog!

Mizuno Schuhe, die farblich zum Blog SchspIN passen - Mizuno shoes that match perfectly with SchspIN's blog colours.  Foto: SchspIN

Mizuno Schuhe, die farblich zum Blog SchspIN passen – Mizuno shoes that match perfectly with SchspIN’s blog colours. Foto: SchspIN

Schuhe gut, Ende gut. Dies war meine persönlich Geschichte.

Epilog:

Falls jemand die Verfilmung einer moderne Fassung von Siegfried LenzBROT UND SPIELE plant, in der Buchner, die Hauptfigur, weiblich ist, lasst es mich wissen. Ich habe mit dem Training bereits begonnen.

English Version

Write a Blog and Ride a Porsche

Today’s text is in answer to a question I regularly get: „Why do yo never write anything personal?“
Alright, today I will.

A few weeks ago I’d been to Munich to meet Gwendolyn Clayton of the Casting Department at Bavaria Television Production. Spontaneously Clayton’s colleague, casting director Silke Klug-Bader joined us.

Bavaria Fernsehproduktion. München. Foto: SchspIN

Bavaria Fernsehproduktion. München. Foto: SchspIN

We had a long, productive and highly entertaining talk among the three of us, where we talked about past and upcoming film and TV projects and loads of other things, at one point we even ended up talking about running.
I have to say that I used to run a lot up to some years ago. It all stated in my school days. For example, when I had to be there at 9.30 a.m. (instead of the usual 8 o’clock) I would cycle a small detour to some sports field on the way, do 3 laps, and continue to school. You can guess how fit I was then when you consider that I went to my lessons without needing a shower. But back to Bavaria.
So we talked about running. And I said that I had often thought of picking up running again, somewhere in a park, along a canal, or on the Tempelhofer Feld (that’s the area of the former Berlin airport Tempelhof – maybe you know Billy Wilder’s film ONE, TWO, THREE? All the airport scene’s are at Tempelhof. And now the airport is closed and we have a lovely public space). Anyways, there are lots of nice places for running in Berlin, but how do you do it? Do I leave my bike,start running, and then how do I manage to get back to my bike at the end of the run, especially in the first weeks when I am gradually building up my course?
I went back to Berlin, quite troubled. (no, that’s not true, I just thought this would add some drama to this text). The days went by. And suddenly there was this reminiscence of olden days, when I did my running on a sports ground. I lke that a lot. The monotony of those laps. I liked it in the school days, without headphones, and I liked it a fews years later, listening to music or language lessons. And I liked it during the years at drama school, reciting my monologues, and I even like the time I went running in a gym to get extra fit for a very physical theatre producting. But most of all I enjoyed doing my rounds on an outdoor track.

Of course a lot of things have changed since my youth, particularly the running outfits, and the shoes of course! There is this cliché about women being totally crazy about shoes and having no greater desire in life than to buy a new pair every week. I am sure we all have seen films which tell this story in abundance.
By the way, the German actress Nina Ernst has written a lovely song for her stage character Nina Tigrinha on this called “Was mich glücklich macht / Schuhe” – (What makes Me Happy / Shoes) where she ironically plays with this stereotype. Yes, the song is in German, but I am sure you will enjoy the video without understanding all the words! (And Schuhe and shoes does sound very similar).
Of course there are women – especially in richer countries – that actually collect shoes, but not only women. The other day I visited a friend, who has got the biggest shoe collection imaginable. And also a lot of my friends who are into different sports have a large variety of appropiate shoes. I don’t have that many, and my favourite pair of every day trainers are definitely approaching well deserved retirement.

Old Brown Shoes. Foto: SchspIN

Old Brown Shoes. Foto: SchspIN

 So I decided to buy new trainers for my running. Easier said then done, because there simply are so many on the market, and also I did not want to ignore the Where and How of shoe maufacturing alltogether.
At the same time I found a public sports ground, only 10 minutes with bike away from my home, and – this is also very cool! – I discovered a running app for my fairphone on the F-Droid platform (F-Droid is an installable catalogue of FOSS (Free and Open Source Software) applications for the Android platform, – it’s perfect for all those who don’t want to install Google programmes on their phones or use the Google playstore).
So this was the plan: do the rounds, listen to music or Dutch lessons and have the app running in the background, which starts with interval training and leads to a 5 km run after several weeks. Sounds good!

Ein Berliner Sportplatz. Public Sports Grounds in Berlin. Foto: SchspIN

Ein Berliner Sportplatz. Public Sports Grounds in Berlin. Foto: SchspIN

I still hadn’t decided on a pair of trainers, but wanted to get started, so I searched my shoe stock for a pair I could use as an interim solution. And guess what I found!
Do you know the film THE WIZARD OF OZ? Maybe you remember that scene near the end, when the good witch Glinda talks with Dorothy and roughly says something like: „You don’t need help any longer. You always had the power to go back to Kansas. Just click your shoes (sic!) together, and say your wish over and over
And all of a sudden I was Dorothy, and my shoe wardrobe Glinda showed me that I already possessed super wonderful running shoes all along. Shoes that I had taken over from someone who had outgrown them. Solid shoes, well cushioned, maybe a little chunky perhaps. This is not due to them being men’s shoes but rather because they are a size 7,5 – and I usually have a 6. But nowadays it is recommended to wear running shoes that are – yes, exactly! – 1,5 sizes bigger than your usual ones. Well done, Glinda!

Die schwarzen Schuhe. Black Shoes. Foto: SchspIN

Die schwarzen Schuhe. Black Shoes. Foto: SchspIN

Shoes that Match the Means of Transportation

Since that day I have been running regularly on ,my’ track. I listen to music and language lessons, and I have started memorizing the text for my next role: in the TV movie NELE IN BERLIN (script: Andrea Solter and Katinka Feistl, director: Katinka Feistl) I am Leonie, who wears shows in the colour of her Porsche.
In a way I am just like that, since my bicycle is black and my old new trainers also.
But that’s only one half of  the story.
In the course of the running shoes research I fell in love with a pair of trainers that on the one hand are explicitly not for running (“Wear these shoes when you are not running – to improve your performance when you do”) – but on the other hand are simply great because they stimulate foot and calf muscles when your walking in them: the Mizuno Be 2. But what is even more important: the colours of the shoe match the colours of SchspIN 100 %!

Mizuno Schuhe, die farblich zum Blog SchspIN passen - Mizuno shoes that match perfectly with SchspIN's blog colours.  Foto: SchspIN

Mizuno Schuhe, die farblich zum Blog SchspIN passen – Mizuno shoes that match perfectly with SchspIN’s blog colours. Foto: SchspIN

All’s well, that shoe’s well. So this was my personal story.

Epilogue:

Should anyone be planning a modern film adaptation of the novel BROT UND SPIELE (Bread and Games) by Siegfried Lenz, where they gender-switch the leading character Buchner so it will be a part for an actress let me know. I already started my training.

2 thoughts on “Die Sache mit der Bavaria und den Schuhen – Write a Blog and Ride a Porsche

  1. Pingback: Au weia, ist das deutsch… – Blimey, this is so German… | SchspIN

  2. Zwölf Wochen später habe ich am Berliner Tierparklauf teilgenommen. Hier mein Bericht: https://schspin.wordpress.com/2014/09/13/tierparklauf/

    Twelve weeks later I participated in the Berlin Tierparklauf. Here’s my report on how it went: https://schspin.wordpress.com/2014/09/13/tierparklauf/#english

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