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Gedanken einer Schauspielerin – An Actress's Thoughts

Im Gespräch mit Männern – It’s a Men’s Radio World?

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English Version follows German.

Deutschlandradio Kultur: Im Gespräch mit Männern?

Bereits zwei Mal habe ich über die samstagvormittägliche Radiosendung IM GESPRÄCH von Deutschlandradio Kultur gebloggt, über die Themen und über die Verteilung der weiblichen und männlichen Gäste. (Wer spricht im Radio? und Radionachlese 2013: Im Gespräch). Die Sendung ist live und dauert zwei Stunden, es gibt ein Thema, eine Moderatorin oder einen Moderator, ein bis zwei Expert/innen zu Gast und die Möglichkeit für das Publikum, sich mit Fragen und Anmerkungen per Telefon oder Email zu beteiligen.

Heute gibt es eine Auswertung der Sendungen im ersten Halbjahr 2014, der die  beiden Halbjahre 2013 gegenübergestellt werden. (Es gibt leider keine Übersicht über die Samstagssendungen mehr, sie sind nun mit den Werktagssendungen IM GESPRÄCH zusammen gefasst,  die aber anders ablaufen, das sind Interviews einer Person.)
Das Ergebnis zeigt, dass der Frauenanteil unter den als Expert/innen geladenen Gästen noch weiter zurück gegangen ist. Der Familie, die zum Samstagsfrühstück diese gebührenfinanzierte Radiosendung hört, wird eine Welt der Experten, eine Welt fast ohne Expertinnen präsentiert, egal zu welchem Thema.

1. Halbjahr 2013: Verhältnis 1 : 1,6
2. Halbjahr 2013: Verhältnis 1 : 3
1. Halbjahr 2014: Verhältnis 1 : 4,5 (8 Frauen, 36 Männer).Radio_2014aHier die Themen der 17 (von 26) Sendungen aus dem ersten Halbjahr 2014 ohne Expertinnen. Die mit nur einem Gast sind mit * gekennzeichnet, alle anderen hatten zwei Gäste (generell finde ich Sendungen mit zwei Gästen besser. So können zum einen direkt unterschiedliche Positionen bzw. Ansätze vertreten werden, aber das ist gerade nicht die primäre Frage):

  • * Physik – Mit 007 und Star Trek im Hörsaal     
  • * Nutzen und Schaden von Vitaminpräparaten
  • Begleitung auf dem letzten Weg – Sterbehilfe
  • Filme, die man gesehen haben muss
  • Wenn der Boden wegbricht – die Angst vor dem sozialen Abstieg
  • Sanfter Tourismus – eine Illusion?
  • Wie hat die Reproduktionsmedizin unsere Sicht auf das Kinderkriegen verändert?
  • * Die Pollen sind los – Allergien
  • *Verbockt Deutschland die Energiewende?
  • * Hitze, Sand und Eis – Wüsten
  • * Auf Augenhöhe mit dem Arzt – wie findet man die richtige Behandlung
  • * Deutschlands Vögel – Vogelschau
  • * Die Kunst der Gelassenheit – Wie umgehen mit Stress
  • Experten sagen: Musizieren kann jeder
  • Wer sind die Gewinner, wer die Verlierer von TTIP?
  • Wie können Radler, Autofahrer und Fußgänger fairer miteinander klar kommen?
  • Wie gerecht ist das Rentenpaket?

Rein männlich formulierte Titel müssen nichts mit rein männlichen Gästesets zu tun haben. Aber wie Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch sagt: „Wirklichkeit verändert man über Sprache.“ So könnte ein erster Schritt sein, in den Redaktionskonferenzen die Sendungsthemen sprachlich neutral zu formulieren. Vielleicht führt das zu anderem Denken, zu mehr Offenheit und Kreativität bei den Gästeeinladungen, – zu einr anderen Radiowirklichkeit? Hier einige neutrale Vorschläge:

  • Wissensschaftlich belegt: Musizieren können alle (statt „Experten sagen: Musizieren kann jeder“)
  • Auf Augenhöhe – wie finden wir die richtige medizinische Versorgung? (statt „Auf Augenhöhe mit dem Arzt – wie findet man die richtige Behandlung?“)
  • Wer gewinnt, wer verliert durch TTIP? (statt „Wer sind die Gewinner, wer die Verlierer von TTIP?“)
  • Wie können wir zu einem fairen Miteinander von Rad- Auto und Fußverkehr kommen? (statt „Wie können Radler, Autofahrer und Fußgänger fairer miteinander klar kommen?“)

Nach den schlechten Ergebnissen des vergangenen Jahres (ein Drittel weibliche, zwei Drittel männliche Gäste) sprach ich mit Susanne Schröder von der Abteilung Aktuelle Kultur / Radiofeuilleton beim Deutschlandradio Kultur. Sie sagte, dass ihnen der Mangel an weiblichen Gästen bewusst sei, es aber sehr schwer wäre, Frauen zu finden, die bereit sind, an der zweistündigen Liveradiosendung mit Publikumsbeteiligung an einem Samstagvormittag teilzunehmen.
Warum? Weil berufstätige Mütter am Wochenende ihrer Familie ungeteilte Aufmerksamkeit geben wollen? Weil berufstätige Ehefrauen am Wochenende den großen Hausputz erledigen? Weil Frauen weniger Selbstvertrauen haben und sich zwar Vorträge aber keine Livediskussionen zutrauen?
Ich weiß es nicht. Aber in Anbetracht des noch schlechteren Frauenanteils unter den Gästen 2014 glaube ich, dass es nicht nur an den genannten Gründen liegen kann, sondern dass die Suche nach Gästen für die Sendung nicht optimal ist.
Ich habe einen kleinen Versuch unternommen und zu einigen der Nur-Männer-Sendungsthemen des ersten Halbjahrs 2014 recheriert. Mit wenig Aufwand, aber trotzdem mit positiven Rückmeldungen. Hierbei habe ich die normale Internetsuche zu Themen verwendet oder beispielsweise direkt ,passende’ Institutionen angerufen. Auch die Datenbank Speakerinnen.org habe ich genutzt und eine Bekannte hat darüber Anfragen versandt.
Die Seite Speakerinnen.org wurde vor einiger Zeit u.a. von der Netzaktivistin Anne Roth eingerichtet. Ich weiß nicht, wie viele erfolgreiche Anfragen über sie schon zustande gekommen sind, aber auch ohne das ist es gut, dass dem Frauenmangel bei Konferenzen und Talkshows diese Liste entgegengesetzt wird.
Die Suche bzw. der Kontakt sind allerdings noch verbesserbar. So liefert das Stichwort „Musik“ u.a. eine Philosophin, die Musik und Tanz mag, bei „Film“ erscheinen eine Designerin die bei einem Filmfestival einen Preis bekam und eine Nanowissenschaftlerin die mit organischen Filmen arbeitet. Auch ist nicht immer gleich feststellbar, was der Beruf bzw. Arbeitsschwerpunkt der jeweiligen Speakerin ist, das wäre vielleicht als weiteres Eingabefeld hilfreich, so gibt es nur „Meine Themen“, wo einige Frauen mehr als 10 Themen eingetragen haben. Etwas ungünstig finde ich aktuell die Kontaktaufnahme: Ich kann verstehen, dass nicht alle die eigene Telefonnummer offen ins Netz stellen möchten, aber die Anfrage über ein Kontaktformular (ohne Kopie an die eigene Anschrift) ist etwas unpersönlich und umständlich, ich fände eine direkte Kontaktaufnahme per Telefon die bessere Option – weiß aber natürlich nicht, wie das z.B. von der IM GESPRÄCH-Redaktion angegangen wird. Falls das Projekt der Speakerinnenliste weiter ausgebaut wird, wäre vielleicht die Einrichtung eines telefonischen Auftragsdienstes eine Option, von dem an die jeweiligen Referentinnen vermittelt oder ein Rückrufwunsch weitergeleitet werden könnte.

Hier aber nun beispielhaft eine Reihe von Expertinnen die bereit sind, an einer zweistündigen Radiodiskussion mit Publikumsbeteiligung an einem Samstagvormittag teilzunehmen, anhand einiger Themen des ersten Halbjahrs (ich habe nicht zu allen Themen recherchiert). Vielleicht gibt es in zukünftigen IM GESPRÄCH-Sendungen erneut Bedarf?

Populäre Wissenschaft: Mit 007 und Star Trek im Hörsaal.
(Es ging um die spannendere Vermittlung von Physik). Einziger Gast: Metin Tolan (Physiker, TU Dortmund).
Möglicher Gast: Dr. Sophie Kirschner, Institut für Didaktik der Physik, Justus-Liebig-Universität Gießen. Schwerpunkte: Physik, Physikdidaktik, Physikerinnentagung. Webseite.

Sterbehilfe – Begleitung auf dem letzten Weg
zu Gast waren Dr. Ralf Jox (Palliativmediziner, Ludwig-Maximilians-Universität München) und Jens Spahn (MdB, CDU-Gesundheitspolitiker)
Möglicher Gast: Antje Hallmann-Hering, Projektleitung der ZAH Zentralen Anlaufstelle Hospiz Berlin, Krankenschwester Palliative Care, Dipl. Sozialarbeiterin (FH). (Schwerpunkte: Einzel- und Institutionenberatung, palliative Versorgung, Patientenverfügung)
Über die ZAH Berlin bzw. den Hospiz- und PalliativVerband Berlin e.V. bzw. den Deutschen Hospiz- und PalliativVerband e.V. wären problemlos weitere Teilnehmerinnen für die Sendung zu finden. In der Hospizarbeit und Sterbebegleitung sind überwiegend (bis zu 90 %) Frauen angestellt oder ehrenamtlich tätig.

Filme, die man gesehen haben muss
Zu Gast waren Hans-Ulrich Pönack (Filmkritiker bei Deutschlandradio Kultur) und Aron Lehmann (Filmregisseur und Drehbuchautor).
Auch für diese Sendung gilt, dass die Gästeliste unglücklich zusammengestellt war. Es wurde ausschließlich über Filme von Regisseuren, über Regisseure, über Filmmusiker gesprochen. Diese Einseitigkeit schien im Vorgespräch bzw. in der Sendung der Moderatorin Gisela Steinhauer nicht aufgefallen zu sein, die Frage „Welche Filme von Regisseurinnen haben Sie beeindruckt?“ stellte sie leider in der Sendung nicht.
Möglicher Gast: Silke J. Räbiger, Festivalleiterin Internationales Frauenfilmfestival Dortmund Köln.
Kleine Anekdote: Als der Weltraumfilm GRAVITY (Regie Alfonso Cuarón) angesprochen wurde, der fast ein Solo der Schauspielerin Sandra Bullock als Dr. Ryan Stone ist, fragte die Moderatorin „Ist das der mit George Clooney?

Wenn der Boden wegbricht – Die Angst vor dem Sozialen Abstieg
Zu Gast waren Carsten Voss (Ex-Manager, ehem. Obdachloser) und Dr. Berthold Vogel (Direktor des Soziologischen Forschungsinstituts an der Georg-August-Universität in Göttingen)
Altersbezüge – wie gerecht ist das Rentenpaket
Zu Gast waren Reinhold Schnabel (Finanzwissenschaftler, Universität Duisburg) und Martin Rosemann (MdB, SPD).
Mögliche Gäste für beide Sendungen: Eva M. Welskop-Deffaa, verdi, Ressortleitung Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, Mitglied des Bundesvorstandes und Dr. Judith Kerschbaumer, verdi, Leiterin des Bereichs Sozialpolitik. Webseite.

Wie hat die Reproduktionsmedizin unsere Sicht auf das Kinderkriegen verändert?
Zu Gast waren Dr. Andreas Bernard (Autor, Kulturwissenschaftler. Lüneburg) und Prof. Dr. Heribert Kentenich (Leiter des Fertility Center Berlin).
Möglicher Gast: Dr. med. Gabriele du Bois, Fachärztin für Humangenetik, genetikum Stuttgart. Schwerpunkte u.a. genetische Beratung und Präimplantationsdiagnostik.
Auf Frau Dr. du Bois kam ich durch einen Anruf beim Ärztinnenbund Berlin (s.u.). Ein Anruf beim Fertility Center Berlin ergab, dass selbstverständlich auch eine Ärztin des Teams für eine Radiodiskussion zur Verfügung stehen würde.

Verbockt Deutschland die Energiewende?
Einziger Gast: Felix Christian Matthes (Öko-Institut, Büro Berlin)

Möglicher Gast: Anna Katharina Meyer, EnergieAgentur.NRW. und Bloggerin (Finding Sustainia). Schwerpunkte: Strommarktdesign, Energiespeicher, Ressourceneffizienz.

Auf Augenhöhe mit dem Arzt – wie findet man die richtige Behandlung
Zu Gast war Dr. med. Gunter Frank (Arzt für Allgemeinmedizin, Buchautor, Heidelberg)

Mögliche Gäste: Ein kurzer Anruf beim Deutschen Ärztinnenbund Berlin ergab die positive Rückmeldung, dass sich unter den 2.200 Mitgliedern problemlos eine kompetente Expertin für die Samstagssendung finden ließe.

Die Kunst der Gelassenheit – Wie umgehen mit Stress
Zu Gast war Louis Lewitan (Psychologe, Coach, Stressexperte. München).
Möglicher Gast: Dr. Ilona Bürgel, Psychologin, Coach, Autorin, Dresden. Schwerpunkte persönliche Ressourcen, Wohlbefinden bei der Arbeit, Umgang mit Stress / Bürnoutprävention. Webseite.
Ich fand Frau Dr. Bürgel durch eine Internetsuche nach dem Begriff „Stressexpertin“. Sie konnte mir auch direkte noch weitere Expertinnen zu diesem Thema für eine Sendung nennen.

Rüpelzone Straßenverkehr – Wie können Radler, Autofahrer und Fußgänger fairer miteinander klar kommen?
Gäste waren: Lutz Tesch (Verkehrspsychologe, Berlin) und Martin Randelhoff (Verkehrswissenschaftler Dresden).
Mögliche Gäste: Anja Smetanin und Anja Hähne, BVC Bundesverband Verkehrsclub Deutschland e.V., Berlin (Schwerpunkte Verbraucher/inneninfos, Verkehrspolitik, Verkehrssicherheit)

Sanfter Tourismus – eine Illusion?
Zu Gast waren Prof. Dirk Reiser (SustainableTourism Management / Cologne Business School) und Wolfgang Rössig (Reiseautor)
Die Suche zu diesem Thema in der Speakerinnendatenbank führte mich zu Christa Klickermann, Autorin und Bloggerin, die zwar nicht zu diesem aber zu anderen Reisethemen in die Sendung kommen würde (Schwerpunkte EuropäerIn sein, Familie, Reisen, Interkulturalität, Webseite) und die mich an andere mögliche Gäste weiterverwies.

Resüme:
Es gibt noch keine Gleichberechtigung der Geschlechter in unserer Gesellschaft, das ist aber kein Grund, mit und über Frauen nicht zu sprechen, im Gegenteil. Die Abschaffung von rein männlichen Gästelisten ist keine äußerliche Kosmetik sondern führt zu einer inhaltichen Bereicherung der Sendung. Über Filme sprechen und die Filme von Regisseurinnen nicht ausblenden, über Sozialen Abstieg sprechen mit Blick auf die besondere Bedrohung von Frauen durch Altersarmut, über Reproduktionsmedizin sprechen und den Druck auf junge Frauen zum Kinderkriegen in bestimmten Bevölkerungsgruppen ansprechen, über Sterbebegleitung sprechen und thematisieren, warum dies in unserer Gesellschaft eine Frauenaufgabe ist, mit einem Mann UND einer Frau Ideen für attraktiven Physikunterricht entwickeln und so verhindern, dass Physik auch der nächsten Generation als Männerdomäne präsentiert wird, und und und.
Ich habe den Eindruck, dass es nicht besonders schwer oder gar unmöglich ist, für die Themen der Sendungen interessierte und spannende Expertinnen zu finden, und ich hoffe, dass es im zweiten Halbjahr einen deutlich höheren Frauenanteil unter den Gästen gibt. Wie wäre es mit 60 %?

Nachtrag:
Fünf der bislang  sechs Sendungen im 2. Halbjahr 2014 waren übrigens  schon wieder reine Männersendungen.
Die letzte, am 9. August, hatte das Thema „Geschwister – Die längste Beziehung unseres Lebens“ und einen Gast: Prof. Dr. Hartmut Kasten. Psychologe. Frühpädagoge und Familienforscher am Staatsinstitut für Frühpädagogik München im Ruhestand. Zufälligerweise bekam ich dieser Tage die Einladung zu einer Buchvorstellung am 11. September bei Lehmanns Media in Berlin: Susann Sitzler, freie Autorin und Journalistin in Berlin, stellt ihr am 23.8. bei Klett-Cotta erscheinendes Buch GESCHWISTER – DIE LÄNGSTE BEZIEHUNG DES LEBENS  vor.

English Version

It’s a Men’s Radio World? (for public Deutschlandradio Kultur)

Twice already I have written about a German live radio show on Deutschlandradio Kultur that is broadcast every saturday between 9 and 11, called IM GESPRÄCH (Conversations). I investigated the topics and the shares of women and men among the guests. The show has a topic, a host and one or two experts as guests. Also the audience can participate in the discussion by phone or email. (Listen to the Radio and Review 2013: Talk on the Radio).
Today I am evaluationg the shows of the first six months of 2014 and comparing them with the two half-years of 2013. The results show that the share of women among the experts invited to the programme has continued declining. The family that listens to this publically financed programme over their satuday morning’s breakfast are presented with a world of male experts, with hardly any female experts, no matter what the topic.

1st half 2013: ratio 1 : 1,6
2nd half 2013: ratio 1 : 3
1st half 2014: ratio 1 : 4,5 (8 women, 36 men).Radio_2014a_enHere are the 17 (out of 26) shows of the first half of 2014 without female experts. The shows that only had one guest are marked by a *, the others had two guests (I prefer programmes with two guests, that way you get different opinions or approaches to a topic, but that is not the question right now of course):

  • * Physics – in the lecture hall with 007 and Star Trek
  • * Use and harm of vitamine supplements
  • Escort for the final path – euthanasia
  • Films you should have seen
  • Losing the ground beneath the feet – fear of social descent
  • Gentle tourism – an illusion?
  • How has reproductive medicine changed our view on having babies?
  • * The pollen are out again – allergies
  • * Is Germany botching the energy transition?
  • * Heat, sand and ice – deserts
  • * At eye level with the doctor – how to find the right treatment
  • * Germany’s birds
  • * The art of composure – how to deal with stress
  • Experts say: everybody can play music
  • Who are the winners and who are the losers of TTIP?
  • How can cyclist, motorists and pedestrians get along in a fair manner?
  • How much justice can be found in the new pension deal?

— In the German version of this text I wrote a little about the phrasing of the titles, of which quite a few are men-focussed and suggest some more neutral phrasings, but this is not something that translates into English. —
After the bad results of last year’s survey into this show – a third female and two thirds male guests I spoke with Susanne Schröder of the Department Current Culture / Radiofeuilleton at Deutschlandradio Kultur. She said that they were aware of this lack of female experts but that is was very difficult to find women that were prepared to participate in a two hour live radio show with audience involvement on a Saturday morning. Why is this so? Do working mothers want to give their families undivided attention on a week-end? Do working wives need the week-end to clean the house? Are women have less confident and will say yes to a lecture but no to a live discussion?

I don’t know. But in the face of the really low share of women among the guests so far in 2014 I don’t believe this can only be due to the reasons given by Frau Schröder, rather I should think that maybe the way that they are looking for experts for the show could and should be improved. I started a small incidental test in finding female experts for some of the all-male topics from 2014. I only used a simple search engine to find people or called ,matching’ institutions directly. Also I used the new German database Speakerinnen.org which assembles women experts for conferences etc.

— in the German version I then listed a number of female experts for various topics from shows in 2014 that would be available for this radio format. —

Conclusion:
We have not reached sex equality in our society yet, but that is no reason not to talk with or about women. On the contrary! The end of males-only guest lists for discussions would not be superficial cosmetics, but they would lead to a gain in content for the programme. Talking about films without ignoring films by female drectors, talking about social decline and mention the great threat especially for women to be struck by povery in old age, talking about reproductive medicine and address the pressure on young women from certain population groups to have children, talking about terminal care and discuss the fact that this is a woman’s job in our society, develop ideas for more attractive physics education with a man AND a woman to prevent phyiscs from being presented as a male domain to the next generation as well, and and and.
I wasn’t under the impression that it is extremely difficult or even impossible to find female experts that are interested in and interesting for the radio show, and I hope that we will sea a much higher share of women among the guests in the second half of the year. How about 60 % ?

Incidentally, five of the six shows in the 2nd half of 2014 so far were men only.

4 thoughts on “Im Gespräch mit Männern – It’s a Men’s Radio World?

  1. Pingback: DKultur und sein Frauenproblem – When will we get to see some Change? | SchspIN

  2. Pingback: Frage Dich: Was würde DRadio Kultur machen? – Ask yourself: What would DRadio Kultur do? | SchspIN

  3. Ich habe gerade Susanne Schröder von Deutschlandradio Kultur, Abt: Aktuelle Kultur / „Radiofeuilleton“, um eine Stellungnahme zu diesem alarmierenden Negativtrend in der Gästezusammenstellung der Sendung gebeten.
    1. Halbjahr 2013: Frauen-/Männerverhältnis 1 zu 1,6
    2. Halbjahr 2013: Frauen-/Männerverhältnis 1 zu 3
    1. Halbjahr 2014: Frauen-/Männerverhältnis 1 zu 4,5

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  4. Pingback: Links! Die mit dem Satire-Reminder. | Drop the thought

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