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Gedanken einer Schauspielerin – An Actress's Thoughts

Kann die Filmbranche von der BVG lernen? – Can Berlin’s Public Transport be an Example for the Film Industry?

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English Version follows German.

Kann die Filmbranche von der BVG lernen?

Gesellschaft und Gender

2014 herrscht in Deutschland zumindest mehrheitlich Konsens darüber, dass wir nicht in einer nach Geschlechtern getrennten Gesellschaft leben wollen. Deshalb sind Kindergartengruppen und Schulklassen meist gemischt, deshalb gibt es fast keine Berufe mehr, die nur einem Geschlecht vorbehalten sind, deshalb bemühen sich (manche mehr, manche weniger) Behörden, Parteien und Unternehmen, beiden Geschlechtern den Zugang zu Arbeit und Machtpositionen zu ermöglichen.
Gibt es dennoch Bereiche, die von einem Geschlecht einseitig dominiert sind, wird das immer häufiger thematisiert: Was bedeutet es für Mädchen und Jungen, wenn die Erwachsenen, die sie außerhalb ihres Elternhauses in ihren ersten 10 Lebensjahren hauptsächlich mitbekommen, Erzieherinnen, Grundschullehrerinnen und vielleicht noch Müttern von Freund/innen sind? Was bedeutet es für die sportlichen Ambitionen von Mädchen und Jungen, wenn die Medien zu geschätzt 75 % über Sport von Männern berichten? Wie sehr beeinflusst das Gender-Image eines Berufes die Wahl einer Ausbildung?
Neulich war ich auf einer Abiturfeier, die Schüler/innen bekamen grüppchenweise nach Profilen ihre Zeugnisse. Das Physikprofil bestand aus 14 Schülern und einer Schülerin, das Französischprofil aus 14 Schülerinnen und einem Schüler. Wie viel hat das mit Interesse, Fähigkeit und Neigung zu tun, und wie viel mit (Nicht-)Wecken und (Nicht-)Fördern von möglichen Interessen?

Filmgewerke und Gender

Ich habe in meinen letzten beiden Artikel über Gewerke darüber geschrieben (Film: Frauengewerke, Männergewerke? und Kunst oder Kommerz 2013: Hinter der Kamera), auch viele Filmarbeitsbereiche weisen ein mehr oder weniger deutliches Geschlechterungleichgewicht auf.
Kostüm- und Maskenbildner sind ähnlich selten wie Kamerafrauen und Tonmeisterinnen anzutreffen.

Warum? Weil mit Puppen spielen, ihnen hübsche Kleidchen anziehen (oder sogar nähen) und sie frisieren Mädchensache sind und ferngesteuerte Autos, der Elektrobaukasten und Walkie-Talkies in Jungenhände gehören?
Aber Moment, nicht nur Mädchen (siehe Spielzeug für Mädchen) sondern auch Jungen verkleiden sich (siehe Spielzeug für Jungen), auch männliche Jugendliche und Männer interessieren sich für Kleidung und Mode und Körperpflegeprodukte. Warum sind sie dann aber derartig unterrepräsentiert in Kostüm und Maske? Weil niemand auf die Idee kommt, einem Jungen diese Filmberufe näherzubringen? Weil die als schwul gelten? Oder warum?

Schnitt! Ich sprach vor einiger Zeit mit der Cutterin Sabine Brose, die mir erzählte, dass seit der Digitalisierung  des Filmschnitt deutlich mehr Männer Editor werden als vorher (wie bereits mehrfach in SchspIN erwähnt). Ihr sinngemäßer Kommentar war „es tut unserem Verband sehr gut, dass wir Frauen nicht mehr nur unter uns sind“ – und das gilt vermutlich auch für den Beruf insgesamt. (Wobei mir neulich eine andere Cutterin erzählte, dass Cutter oft deutlich besser bezahlt werden als Cutterinnen, aber das ist ein Thema für einen anderen Tag.)
Na gut. Stellen wir doch einfach mal die Hypothese auf, dass generell Geschlechtermonotonie in einem Gewerk schlecht und mehr Vielfalt für die Filmarbeit und alle Beteiligten gut ist. Wie könnte sie erreicht werden? Ein Blick in eine andere Branche, den Öffentlichen Personennahverkehr, ist an dieser Stelle ganz interessant.

Die BVG und Gender

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) – eine Anstalt des öffentlichen Rechts – sind naturgemäß technikaffin und haben einen entsprechend niedrigen Frauenanteil unter den Beschäftigten. Aktuell liegt dieser bei etwa 18 %, dies entspricht beispielsweise dem Frauenanteil im Verband Deutscher Tonmeister.
Die BVG hat das Ziel ausgegeben, im Jahr 2017 einen Frauenanteil von 22 Prozent und im Jahr 2022 von 25 Prozent zu erreichen. (BVG 26.5.14). In der gleichen Pressemitteilung wird die Verleihung des Strategie Award 2014 an die BVG kommentiert:
„Der Preis würdigt Unternehmen aller Branchen und Größen, die mit klugen Strategien Frauen- und Familienfreundlichkeit nach innen leben, nach außen gut kommunizieren und sich so als attraktiver Arbeitgeber positionieren. Astrid Braun-Höller, Mitinitiatorin des Strategie Awards, betonte in ihrer Laudatio, bei der BVG sei die Frauenquote „kein loses Versprechen, sondern gelebte Praxis, konsequent und strategisch klug umgesetzt und damit aus unserer Sicht vorbildlich gelöst.“
Stimmen der Jury zur BVG: „Tolle, ansprechende Werbestrategien zur Gewinnung von Frauen.“ „…kreativ, authentisch, gute PR-Arbeit.“ „Vielfalt wird wirklich gelebt, ein sehr beindruckendes gesamtheitliches Konzept für einen Wandel in der Unternehmenskultur mit einer starken Frau an der Spitze.“

Die große Kostümbildnerin Ingrid Zoré, derzeit Präsidentin des Verbands Die Filmschaffenden, bedauert regelmäßig den niedrigen Männeranteil im Bereich Kostümbild.
Was wäre, wenn der Kostümverband, oder direkt die gesamte Branche, „tolle, ansprechende Werbestrategien zur Gewinnung von Frauen“ bzw. Männern für die Monogewerke starten würden? Mit Informationsveranstaltungen in Schulen, um auf die vielen spannenden Filmberufe, und das heißt interessant für Jungen UND Mädchen hinzuweisen?

Doch weiter mit der BVG-Presseerklärung:
BVG-Vorstandsvorsitzende Dr. Sigrid Evelyn Nikutta: „Wir freuen uns sehr über diesen Preis, denn er würdigt die vielfältigen Aktivitäten und Strategien der BVG bei der Förderung von Frauen und Familien. Dazu zählt unsere intelligente Frauenquote, die wir 2012 eingeführt haben. Hierbei haben wir Festlegungen für jede einzelne Abteilung getroffen und diese in den Zielvereinbarungen der Führungskräfte verankert. Besonders freut mich, dass wir bei den Auszubildenden bereits einen Frauenanteil von 25 Prozent erreicht haben. Gerade in den technischen Berufen sucht die BVG verstärkt Mädchen und junge Frauen. Mit unserem verlängerten betrieblichen Mutterschutz, flexiblen Arbeitszeitmodellen, Fortbildungen und Seminaren, unserem Familienportal im BVG-Intranet und vielen anderen Maßnahmen fördern wir Mütter und Väter gleichermaßen.“ 

Die BVG will den Frauenanteil insgesamt vergrößern, und fängt damit bei den Auszubildenden an. Gerade für die technisch-gewerblichen Ausbildungsberufe werden gezielt junge Frauen angesprochen, und das zeigt langsam Wirkung:
Nach im Vorjahr 12 eingestellten weiblichen Auszubildenden in dem traditionell männerdominierten Ausbildungssegment sind es dieses Jahr bereits 21 – das entspricht fast einer Verdoppelung des Frauenanteils von 14,5 Prozent auf 26 Prozent. Bei den vier von der BVG angebotenen kaufmännischen Ausbildungsberufen liegt der Frauenanteil in diesem Jahrgang bei 45 Prozent. Aktuell beschäftigt die BVG insgesamt 445 Auszubildende, hiervon 124 weibliche.“ (BVG-Pressetext, 1.9.14)
Gezielt Ansprache von potenziellen Auszubildenden – auch wieder ein Vorbild für die Filmbranche?

Und schließlich noch das Stichwort Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Auch da ist die BVG gut aufgestellt, seit 5 Jahren ist das Unternehmen nach dem audit berufundfamilie zertifiziert.
Zur Erklärung: „Das audit berufundfamilie unterstützt Unternehmen, eine familienbewusste Personalpolitik nachhaltig umzusetzen. Dieses strategische Managementinstrument ist in allen Branchen und unterschiedlichen Betriebsgrößen einsetzbar. Es erfasst den Status quo der bereits angebotenen Maßnahmen zur besseren Balance von Beruf und Familie. Anhand von acht Handlungsfeldern werden das betriebsindividuelle Entwicklungspotenzial systematisch ermittelt sowie aufeinander abgestimmte Maßnahmen zu einer umfassenden und erfolgreichen Gesamtstrategie entwickelt.“
Es wäre spannend zu sehen, wie dieses Audit für einzelne Unternehmen und Bereiche der Filmbranche ausfällt und welche Maßnahmen entwickelt würden, um langfristig die Situation von arbeitenden Filmschaffenden mit Kindern zu verbessern (Kino, Kinder, Karriere?).

Fernsehkritik und Gender

Fast zum Schluss noch ein kleiner Exkurs zur Filmkritik. Ich las neulich den Kritikspiegel zum Polizeiruf 110 SMOKE ON THE WATER im Zeit Magazin. Drei Filmkritiker/innen waren eingeladen, zu kommentieren und zu bewerten. Drei anderen Menschen hätten vielleicht völlig anders geurteilt, aber da es hier eine so deutliche Geschlechtertrennung in den Bewertungen und der Art der Kritik gab, finde ich das ein gutes Beispiel dafür, wie sinnvoll es ist, niemals ein Geschlecht auszuschließen, ob in der Filmkritik, der BVG oder einem Filmgewerk.

Die Kritiker/innen:
Lars-Christian Daniels bespricht für sein Blog WIE WAR DER TATORT? und das Onlinemagazin FILMSTARTS den TATORT und weitere TV- und Kinofilme.
Markus Ehrenberg ist Medienredakteur beim TAGESSPIEGEL und schreibt dort regelmäßig über den TATORT.
Kirstin Lopau ist ZEITmagazin-Leserin und eine der meinungsstarken Kommentator/innen bei unseren sonntäglichen TATORT-Diskussionen im Internet. Hier drei Auszüge:

Wie überzeugend sind die Kommissare?
Daniels: 6 Punkte
Ehrenberg: 10 Punkte
Lopau: Blass, schemenhaft, langweilig. 2 Punkte.

Was ist Ihre Lieblingsszene?
Daniels: Hanns von Meuffels auf der Suche nach Augenzeugen im Englischen Garten – er findet sie gleich im Dutzend. Alle nackt.
Ehrenberg: Kommissar Hanns von Meuffels alias Matthias Brandt unter lauten Nackten – auf Zeugenbefragung im Englischen Garten.
Lopau: Ich sage es mit einem Zitat: „Der Adel bringt doch immer noch einen besonderen Menschenschlag hervor.“ Und nennt seine Kinder Holger Zacharias. Fazit: Es gab keine gute Szene trotz vieler möglicher Themen

Ihre Gesamtwertung für die Folge?
Daniels: 8 Punkte. Aber anstrengend, wie so oft bei Dominik Graf.
Ehrenberg: 9 Punkte. Drunter macht’s Regisseur Dominik Graf nicht.
Lopau: 1 Punkt

Gebt uns mehr Nikuttas!

Übrigens, Sigrid Evelyn Nikutta, promovierte Psychologin, Jahrgang 1969, 4 Kinder, seit 1.10.10 BVG-Vorstandsvorsitzende, wurde 2012 als Managerin des Jahres ausgezeichnet. Mit diesem Preis werden seit 2002 herausragende Managerinnen prämiert. Dabei geht es sowohl um beruflichen Erfolg als auch um die Balance zwischen Beruf und Familie und selbstverständlich auch um das Engagement für die Gleichstellung von Frau und Mann. Initiatorin und Vorsitzende der Auswahlkommission Prof. Dr. Ulrike Detmers kommentierte:
Frau Dr. Nikutta ist Strategin, durchsetzungsstark und einflussreich. Sie fördert Frauen wie Männer, um Talente vorurteilsfrei für die Berliner Verkehrsbetriebe zu erschließen. Die Vorstandsvorsitzende gehört in der Wirtschaft zu den großartigsten Pionieren einer innovativen Managementkultur, die Beruf und Familie auszubalancieren versteht. Ich wünsche mir mehr „Nikuttas“!“ (Pressetext BVG 14.9.2012)

Frauen an der Spitze bedeuten nicht automatisch eine Politik für Frauen, im Gegenteil, oft sind es rein weiblich besetzte Redaktionen in Funk und Fernsehen, die weiterhin für ein männerdominiertes Programm sorgen. Trotzdem könnte es ganz interessant sein, auch einmal die Zusammensetzung der Vorstände der einzelnen Filmverbände etwas genauer zu betrachten.
Und das ist das Thema für’s nächste Mal.

 

English Version

Can Berlin’s Public Transport be an example for the Film Industry?

Society and Gender

In Germany of 2014 we have some sort of majority consensus that we do not want to live in a society that separates men from women. So most kindergardens and school classes are co-educational, there are hardly any professions left that are exclusive for one sex, and therefore administrations, political parties and businesses try to offer positions of employment and of power to men and women (some more than others). If there are areas in society that are monocultures genderwise, then this quite often becomes a topic for discussion, e.g.: what is it like for girls and boys if they mainly encounter female grown-ups outside their home in the first 10 years of their life, with kindergarden and primary school teachers, and possibly the mothers of friends? How does it effect sports’ ambitions of girls and boys if some 75 % of the media’s sports coverage is on men? How far does the gender image of a profession affect a career choice?
The other day I went to the graduation ceremony at a grammar school, there the students received their diplomas in groups according to their profiles. The physics profile consisted of 14 male and 1 female student, the French profile consisted of 14 female and 1 male student. How much does this have to do with actual interest, ability and aptitude, and how much with the (non) arousing and (non) promoting of potential interest?

Filmcrafts and Gender

I already wrote about this in my last two articles on film crafts (Filmcrafts: Some with Women, Some with Men and Give me Art, Give me Money 2013, Behind the Camera): quite a number of film team positions do show a more or less distinct gender disparity.
Female costume designers and make-up artists are just as rare as camera women and female sound engineers.
Why? Because playing with dolls, dressing them up prettily (or even sewing them dresses) and doing their hair is a girl’s thing, and remote controlled cars, electronical building sets and walkie-talkies are for boys’ hands only?
Mind you, not only girls (have a look at toys for girls) but also boys like to dress up in disguise (have a look at toys for boys), male youths and men are also interested in clothes and fashion and personal-care products. Why then are they so immensely underrepresented in costume and make-up departments? Because nobody ever had the idea of introducing boys to these lines of film work? Because they are considered to be gay jobs? Or why?

Cut! A while back I was talking to editor Sabine Brose who told me that since the introduction of digital editing more and more men have started as cutters. She basically embraced this development saying: it is good for our professional association that it is not a women only thing any more” – and this is something that can probably be said for the profession on the whole. (Yet another editor told me that male cutters quite often earn more than female cutters, but that is a topic for another day).
Anyway, just for the sake of it let us assume that generally a one-sidedness (one-genderness) is bad for a team position whereas more diversity in that will bei good for the film work and all people involved. How could this diversity be achieved? Let us have a look at another industry, public transport, at this point.

Berlin’s Public Transport and Gender

Berlin’s Public Transport (BVG) – a public-law institution – is of course a technophilic organization and accordingly has a low share of women among the employees. At the moment it is 18 %, which corresponds to that for the association of sound mixers.
The BVG announced their goal of reaching a 22 % share of women in 2017 and a share of 25 % in 2022.
In this context it is interesting to know that the BVG has been given the Stategie Award 2014. (the following quotes are from a BVG press release from May 26, 2014):

“This price acknowledges companies of all industries and sizes that adopt wise women- and family-friendly stategies internally and communicate them well externally and thus position themselves as attractive employers. Astrid Braun-Höller, who with others initated the Strategie Award, emphasized in her laudation that for the BVG a quota for women is not an empty promise but common practice that is implemented consequently and strategically sound, so for us it is a promise kept in an exemplary way.”
Some quotes from the jury on the BVG: “great, appealing advertising strategies for attracting women”, “creative, authentic, good PR work”, “diversty is truly lived, a very impressive overall concept for a change in business culture with a strong woman at the top.”
The great costume desginer Ingrid Zoré, who currently is president of the association of filmmakers regularly regrets the really low share of men in her line of work.

What if the costume designers associations, or maybe the whole film industry would undertake similar attractive advertising strategies to win women and men for the respective minority film jobs and team positions? With road shows in secondary schools to focus on the many exciting film professions to boys AND girls?

 There is also a statement from head of the BVG board Dr. Sigrid Evelyn Nikutta, quoted  in the press release from May 26:
 “We are very happy having received this award because it acknowled the BVG’s manifold activities and strategies for boosting and supporting women and families. Among these we have our intelligent women’s quota that was introduced in 2012. Here we determined quotas to be reached for each department in the target agreements for the managers at all levels within our company. I am especially happy that we have already reached a share of 25 % for the female apprentices. Especially for the more technical jobs the BVG is seeking girls and young women.
With our prolonged inner-company maternity leave, flexible working hour models, trainings and seminars, our family section in the BFG intranet and many other measures we support and encourage both mothers and fathers.”

The BVG is aiming at increasing the overall share of women, and this starts with the apprentices. Especially for the technical industrial jobs that require training, young women are specifically targeted, and this is starting to show some effect:
After 12 female apprentices in the traditionally male dominated segment that started last year, there has been a rise in the number to 21 this year, that is nearly doubling the share of women from 14,5 % to 26 %. For the four commercial training jobslines the share of women is 45 % for this year. Currenctly the BVG is employing 321 male and 124 female apprentices.” (BVG press text, Sept. 1 2014).

To directly address potential female apprentices, could this be an example for the film industry?

 And finally a word on the compatibility of family and work. In this field the BVG is positioned quite strongly as well. For 5 years now they have been certicified under the berufundfamilie (profession and family) quality audit. To explain what that is about:
 “The audit “berufundfamilie” (job and family) supports businesses in implementing a family conscious staffing policy. This instrument for strategic management can be applied to all industries and different sizes of businesses. It registers the status quo of already existing measures for a better balance of job and family. With the use of eight fields of action the individual potential of development for each business / company can be evaluated systematically, which is followed by concerted measures that build up a comprehensive and successfull overall strategy.”

It would be exciting to see how such an audit would turn out for individual companies or fields of the film industry and which measures could be undertaken to improve the conditions for parents working in the filmbusiness in the long run (refer to Cimema, Career, Children?).

TV Critics and Gender

And (nearly) finally, let’s take a side glance to film reviewing. The other day I read the „Kritikspiegel“ in the magazine of the weekly newspaper ZEIT (sorry, really don’t know how to translate that. Literally it means mirror of criticism and basically it is a column in the paper where 3 or more critics comment on and evaluate Sunday night’s 90 min TATORT or POLIZEIRUF on channel 1 / ARD).
That time it was on the 90 minutes eposide SMOKE ON THE WATER of the cop and crime-series POLIZEIRUF 110, and the three critics were 2 men and 1 woman:
Lars-Christian Daniels writes on Tatort and other films for his own Tatort-Blog and the online magazine „Filmstarts“.
Markus Ehrenberg is an editorial journalist for the Tagesspiegel (a daily newspaper in Berlin) and regularly writes about the Tatort.
Kirstin Lopau is a regular reader of the ZEITmagazin and one of the most outspoken participants in Sunday’s Tatort discussions on the ZEIT’s social media channels.
Of course 3 other people would have judged differently, but since we find such a strong gender breakup of the opinions I thought this could be an example to be aware that it is never a good idea to exclude members of one sex, be it in film criticism, in the BVG or in team positions of a film set. Here are some of the questions and answers. Hanns von Meuffels is the name of the lead in the series which is situated in Munich, he is a police officer (possibly a DS?). And yes, even though I am German I find the name Hanns von Meuffels quite unusual as well.

How convincing did you find the police officers?
Daniels: 6 out of 10 points

Ehrenberg: 10 points
Lopau: pale, dim, boring. 2 points

What is your favourite scene?
Daniels: Hanns von Meuffels looking for eye-witnesses in the English Garden – and he finds them by the dozen. All naked.
Ehrenberg: Hanns von Meuffels (Matthias Brandt) among noisy naked people – when questioning witnesses in the English Garden.
Lopau: I’ll answer that with a quote „nobility still produces strange offspring“. And gives their children names like Holger Zacharias. Conclusion: There were no good scenes, despite a lot of possible topics.

Your overall evaluation for this episode?
Daniels: 8 points. But exhausting, as are many of (director) Dominik Grafs films.
Ehrenberg: 9 points. Director Dominik Graf won’t settle with less.
Lopau: 1 point

Give us more Nikuttas!

By the way, Sigrid Evelyn Nikutta, psycholgist with a PhD, born 1969, 4 children, who chairs the board since October 1 2010 was made female manager of the year in 2012.
With this price exceptional female managers have been rewarded since 2002. Professional success as well as balancing work and family are in the focus of this price, and of course engaging for gender equality is also an issue. Prof. Dr. Ulrike Detmers, Initiators and chairperson of the selection committee said:
„Frau Dr. Nikutta is a strategist, assertive and influencial. She supports and boosts women as well as men in order to develop talents for Berlin’s public transport without prejudices. Head of the board, she is one of the greatest pioneers of an innovative business culture in today’s economy, who knows how to balance job and family. I wish for more ’Nikuttas’!“ (Press release BVG Sept. 14 2012)

Women at the top don’t neccessarily guarantee politics in favour of women, on the contrary, often it is the females only commissioning editors in radio and TV that are responsible for strongly male dominated shows. Still it will be interesting to look into the set-up of chairs of the individual professional associations of filmmakers more thoroughly.
But that will be the topic some other day. Maybe next time?

 

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