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Gedanken einer Schauspielerin – An Actress's Thoughts

Frauen sind emotional. Männer? Nie! – Women are emotional. Men? Never!

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English Version follows German. Berlin, 10. Januar, 8.15 Uhr

Frauen sind emotional. Männer? Nie!

Was darf die Satire?

Gestern war der Geburtstag des großartigen Kurt Tucholsky, Journalist, Schriftsteller, Publizist, Satiriker, Lyriker, Songtexter, Kritiker, Jude, Pazifist, Antimilitarist, der vor 125 Jahren, am 9.1.1890 in Berlin geboren wurde. In den letzten Tagen wurde er zumindest in Deutschland häufiger zitiert: „Was darf die Satire? Alles.“

Dies ist der Schlusssatz des Textes WAS DARF DIE SATIRE?, der erstmals am 27.1.1919 im Berliner Tageblatt erschien. Der gesamte Text ist lesenswert, und die Kurt Tucholsky Gesellschaft hat ihn dankenswerterweise hier online gestellt.

Übertreibt die Satire? Die Satire muß übertreiben und ist ihrem tiefsten Wesen nach ungerecht. Sie bläst die Wahrheit auf, damit sie deutlicher wird, und sie kann gar nicht anders arbeiten als nach dem Bibelwort: Es leiden die Gerechten mit den Ungerechten.

(Ich mag auch die Aufzählung: „Volksschullehrer und Kaufleute und Professoren und Redakteure und Musiker und Ärzte und Beamte und Frauen und Volksbeauftragte“ – wobei sie heute satirischer klingt als vor knapp 100 Jahren, als der 29-jährige Tucholsky es niederschrieb.) Der recht kurze Text endet so:

Der deutsche Satiriker tanzt zwischen Berufsständen, Klassen, Konfessionen und Lokaleinrichtungen einen ständigen Eiertanz. Das ist gewiß recht graziös, aber auf die Dauer etwas ermüdend. Die echte Satire ist blutreinigend: und wer gesundes Blut hat, der hat auch einen reinen Teint. Was darf die Satire? Alles.

Überfall auf die Redaktion von Charlie Hebdo und einen koscheren Supermarkt

Aber ich wollte gar nicht über diesen Text schreiben. Es ist Samstagmorgen, ich liege noch im Bett und höre Radio. In den 8-Uhr-Nachrichten wurden gerade Details zum Ende der gestrigen mörderischen Geiselnahme im koscheren Supermarkt in Porte de Vincennes bei Paris gemeldet,  und zum Tod der beiden Terroristen, die den brutalen Mordanschlag auf die Redaktion von CHARLIE HEBDO am 7.1. begangen hatten, vor einer Druckerei in Dammartin-en-Goële.

charliehebdo Es folgte der Hinweis auf die heutige FEUILLETON – IM GESPRÄCH-Folge um 9 Uhr, mit dem aktualisierten Thema „Charlie Hebdo – Nach dem Anschlag in Paris – was können wir dem Terror entgegensetzen?“. Zwei Stunden Diskussion und Hörer/innengespräch mit den Gästen Werner J. Patzelt (Politikwissenschaftler TU Dresden) und Marwan Abu-Taan (Islamwissenschaftler und Regierungsangestellter beim LKA Rheinland-Pfalz), moderiert von Gisela Steinhauer. – Auch 2015 ist die Sendereihe in Bezug auf ihre Gästewahl männerfokussiert wie eh und je, aber das ist ein Thema für einen anderen Tag. Eben wird die Liebeslieder-CD HVER STUND MEð þÉR der isländischen Sängerin Anna Maria Björnsdóttir  vorgestellt, die von sich sagt „ich bin sehr emotional“. Ja. Liebe und Schmerz und all das. So etwas ist emotional. Das kennen wir. Frauen sind einfach emotional. Männer ja nicht so. Sagt man. Emotion gegenüber Ratio. Dieser Dualismus ist falsch, und oft genug irreführend. Zum einen, weil natürlich auch Männer „typisch weibliche“ Emotionen wie Freude, Liebe, Mitgefühl, Sehnsucht, Traurigkeit, Zuneigung empfinden – und zum anderen weil das, was häufig als rational und nicht-emotional dargestellt wird, trotzdem genau das ist, Emotion. Diese Mörder in Paris, die Terroristen, die die Satirezeitung Charlie Hebdo überfielen und Herausgeber und Redaktionsmitglieder, Unbeteiligte und Polizist/innen ermordeten, die waren kaltblütig und gefühllos? Sind Abneigung, Aggressionslust, Hass, Verachtung und Wut denn keine Emotionen? Was war daran nicht-emotional, auf Karikaturen von Nichtmuslimen (für die ja per se das Zeichenverbot gar nicht gilt) derartig überzogen und brutal zu reagieren? Was war daran nicht-emotional, wenn einer der Mörder die Psychologin und Charlie Hebdo-Kolumnistin Elsa Cayat erschießt, weil sie Jüdin ist, und ein anderer einen koscheren Supermarkt überfällt und dort – jüdische – zufällig Anwesende ermordet? Wenn es um empfundene Beleidigung geht („Wer den Prophet beleidigt muss bestraft werden“), soll das nichts mit Emotion zu tun haben? Was ist nicht emotional an der Rache des Grafen von Monte Christo? Was ist nicht emotional daran wenn ein Manager oder Politiker seine ,Intimfeinde’ in der eigenen Firma oder Partei bekämpft (ich rede da nicht von physischer Gewalt)? Oder werden schlicht Frauen und Männern unterschiedliche Emotionen zugestanden und zugeordnet, und unter’m Strich werden mit emotional und gefühlvoll aus welchen Gründen auch immer nur die sogenannten weiblichen verstanden? Der Mann handelt und die Frau liebt. Rosamunde Pilcher-Verfilmungen und Romcoms sind emotionales Frauen-Fernsehen. Bei Krimis mit Mord und Vergewaltigung hingegen geht es vermeintlich nicht um Emotionen, also sind sie Männersache, – zumindest wenn die Vergabe der Drehbuch- und Regieaufträge durch ARD und ZDF ein Indikator ist. Männerrollen wird trotz allem eine größere emotionale Vielseitigkeit zugestanden, Frauenrollen bleiben eingeschränkt, ihre Emotion wird viel zu oft mit Rührseligkeit gleichgesetzt. Deshalb ist das deutsche Fernsehen auch nicht in der Lage, eine Serie wie BORGEN zu produzieren, denn da werden weibliche Emotionen offenbar, die nicht in dieses Schema passen.

Berlin 19. Januar, 22:30 Uhr. Nachtrag.

Der Schauspieler Michael Brandner (63) beklagte letztes Jahr öffentlich den Verlust starker Männerrollen (Gabriele Ingenthron: „Die Welt ist voller Spiegel – Warum guckt da keiner rein?“ Der Schauspieler Michael Brandner über Männlichkeit. Donaukurier, Ingolstadt. 30.8.14.). Das Interview ist leider online nicht verfügbar, hier einige Passagen:

In den Filmen hat sich der unentschlossene, wankelmütige Mann durchgesetzt. Ich weiß nicht, ob es an den Redakteurinnen liegt, die das forcieren: Der Mann als schwächeres Glied ist en vogue. Momentan gibt es kaum Serien, die starke Männertypen bevorzugen. Das müssen immer irgendwie gebrochene Typen sein oder nahezu jämmerliche Jungs, die immer eher am Heulen und am Durchdrehen sind, während Frauen im Grunde ansagen, was gemacht wird.

Leider nennt er die Serien nicht, in denen er dies beobachtet hat. Doch weiter mit dem Interview:

Beispiel Schule: Die Mädchen kommen viel schneller nach vorne. Deswegen sind die Frauen gerade einfach besser dran. Und die Jungs entwickeln dann so komische Nummern, dass sie in Männer-Rituale verfallen, die einfach unheimlich lächerlich aussehen. Welche Rituale sind das genau? Dieser Sportwahn, der momentan ausgebrochen ist. Dieses Metrosexuelle, dass man jetzt auch anfängt, sich überall zu enthaaren oder Schönheits­produkte kauft wie Frauen. Der Begriff Metrosexuell enthält für mich so eine Form der sprunghaften Angleichung von Riten. Und das kann nicht gesund sein. Die Männer sehen einfach nicht mehr solide aus. Dass man mal jemanden trifft, der in sich ruht und nett und entspannt ist, kommt wirklich selten vor.

Das mit den Männerritualen, die aber nur eine Kopie von Frauenritualen seien, hab ich nicht ganz verstanden. Und ist Brandners indirekte Schlussfolgerung, dass Menschen, die „sich überall enthaaren oder Schönheitsprodukte kaufen“ – das hieße ja Männer UND Frauen – nicht in sich ruhen und nett und entspannt sein können? Doch das nur am Rande.

Mit sich zufrieden sein und zu wissen, was man kann und wo man begrenzt ist: So eine Gelassenheit zu entwickeln, ist für Männer momentan schwierig. Solche Leute müssten aber im Film gezeigt werden. Jungs haben da momentan wenig Vorbilder.

Eine Auseinandersetzung mit antiquierten und einseitigen Geschlechterrollen in Film und TV ist sehr wichtig, für alle. Es wäre bedauerlich, wenn es beim alten Dualismus und bei nicht-diversen Stereotypen bleibt, die viele aus dem Großteil der Film- und Fernsehgeschichten ausschließen, nicht zuletzt Menschen, die sich nicht in die gesellschaftliche Norm des bipolaren Mann-Frau-Rasters einordnen lassen wollen. Brandners Zuweisung bestimmter Attribute und Eigenschaften an Frauen und Männer ist ähnlich einschränkend wie der eingangs beschriebene Umgang mit Emotionen. Wenn es um Verhaltensweisen und Selbsterkenntnisse geht, können wir da nicht einfach mal von Menschen und nicht nur von Männern sprechen? Können nicht einfach Menschen Vorbilder für Kinder sein? Warum nur bessere Vorbilder für Jungen fordern, und starke Frauenrollen als Bedrohung empfinden?

Ich habe die dänische Serie BORGEN angesprochen, In Folge 1 sagt Magnus, der kleine Sohn der Hauptfigur Birgitte Nyborg zu seinem Vater, als sie eine politische Debatte mit der Mutter im Fernsehen verfolgen „Glaubst Du, dass ich auch mal so klug werde wie Ma?“ Brandners Interview endet mit einer Frage: „Ich trage schon sehr lange Anzüge. Es gibt einem die Möglichkeit, adrett auszusehen. Die Welt ist doch voller Spiegel. Warum guckt da keiner rein?“ Ich war neulich bei einer Abiturfeier der Generation ,Sportwahn und Schönheitsprodukte‘ in Hamburg. Fast alle gestylt und in schicken Anzügen bzw. Cocktailkleidern. Die meisten haben vermutlich vorher lange in Spiegel geguckt. 85 Jahre zuvor hatte Kurt Tucholsky eine charmante Begebenheit vor einem Spiegel beschrieben, auch in Hamburg, die unter seinem Pseudonym Peter Panter in der Vossischen Zeitung am 28.9.1928 erschien und so beginnt:

Tucholsky: Gesammelte Werke. Band 6, 1928. Foto SchspIN

Tucholsky: Gesammelte Werke. Band 6, 1928. Foto SchspIN

Das war in Hamburg, wo jede vernünftige Reiseroute aufzuhören hat. weil es die schönste Stadt Deutschlands ist — und es war vor dem drei­teiligen Spiegel. Der Spiegel stand in einem Hotel, das Hotel stand vor der Alster, der Mann stand vor dem Spiegel. Die Morgen-Uhr zeigte genau fünf Minuten vor einhalb zehn.

Dieser – unbekleidete – Mann bemerkt, dass ihn aus einem gegenüberliegenden Haus eine Frau beobachtet, hinter einem Vorhang versteckt. Erst fühlt er sich ertappt, dann fängt er an, sein Publikum zu genießen, die Blicke dieser Frau:

Der Mann ging nun überhaupt nicht mehr vom Spiegel fort. Er machte sich dort zu schaffen, wie eine Bühnenzofe auf dem Theater: er bürstete sich und legte einen Kamm von der rechten auf die linke Seite des Tischchens; er schnitt sich die Nägel und trocknete sich aus­führlich hinter den Ohren, er sah sich prüfend von der Seite an, von vorn und auch sonst… ein schiefer Blick über die Straße: die Frau, die Dame, das Mädchen — sie stand noch immer da. Der Mann, im Vollgefühl seiner maskulinen Siegerkraft, bewegte sich wie ein Gladiator im Zimmer, er tat so, als sei das Fenster nicht vorhanden, er ignorierte scheinbar ein Publikum, für das er alles tat, was er tat: er schlug ein Rad, und sein ganzer Körper machte fast hör­bar: Kikeriki! dann zog er sich, mit leisem Bedauern, an. Nun war da ein manierlich bekleideter Herr, – die Person stand doch immer noch da! –, er zog die Gardine zurück und öffnete mit leicht vertraulichem Lächeln das Fenster. Und sah hinüber. Die Frau war gar keine Frau. Die Frau, vor der er eine halbe Stunde lang seine männliche Nackt­heit produziert hatte, war — ein Holzgestell mit einem Mantel darüber, eine Zimmerpalme und ein dunkler Stuhl. So wie man im nächtlichen Wald aus Laubwerk und Ästen Gesichter komponiert, so hatte er eine Zuschauerin gesehen, wo nichts gewesen war als Holz, Stoff und eine Zimmerpalme. Leicht begossen schloß der Herr Mann das Fenster. Frauen sind eitel. Männer —? Männer sind es nie.

English Version

Women are emotional. Men? Never!

Berlin, January 10, 8.15 a.m.

Yesterday was the birthday of the great Kurt Tucholsky, who was a journalist, writer, publicist, satirist, poet, song text writer, critic, jew, pacifist, antimilitarist, who was born 125 years ago on January 9 1890 in Berlin. These last days he was quoted a lot, in Germany at least: „What may Satire do? Everything.” That’s the final sentence of the text WHAT MAY SATIRE DO?, that he published on January 27 in 1919.

Does satire exaggerate? Satire has to exaggerate and is, in its deepest nature, unjust. It inflates the truth to make it clearer, and it can do nothing more than work according to the bible verse: the just will suffer with the unjust.

This is how the short text ends:

The German satirist is continuously walking on eggshells among professions, classes, confessions and local institutions. This may be done quite gracefully, buter after a while it tends to be tedious. True satire cleanses the blood: and he who has healthy blood also has a pure complexion. What may satire do? Everything.

The attacks onCharlie Hebdo and a kosher supermarket in France

But actually I didn’t want to write about this text. It is Saturday morning, I am still in bed, listening to the radio. The 8 o’clock news just brought some more details on yesterday’s murderous taking of hostages in a cosher supermarket at Porte de Vincennes near Paris, and on the death of the two terrorists that had brutally assassinated editorial staff and others at CHARLIE HEBDO on January 7.charliehebdo_enFollowing the radio news, today’s episode of the „FEUILLETON – IM GESPRÄCH“ was announced for 9 o’clock, a discussion programme with two experts in the studio and listeners calling in. The updated topic was titled: „Charlie Hebdo – After the attack in Paris – how can we oppose the terror?“ Just now the moderator of the morning show introduced the lovesongs CD HVER STUND MEð þÈR by islandic singer Anna Maria Björnsdóttir, who said of herself „I am very emotional“. Yes, love and pain and all that. That is emotional We know that. Women simply are very emotional. Men not so much. So they say. Emotion versus rationality. This dualism is wrong and also quite often misleading. On the one hand because of course men experience „typically female“ emotions like happiness, love, compassion, longing, sadness, affection as well – and on the other hand because very often something that is declared to be rational and non-emotional turns out to be just that, emotion. Theses murderers in Paris, the terrorists who attacked the satirical newspaper Charlie Hebdo and killed editors and members of the staff, bystanders and policepeople, were they coldblooded and insensitive? Are dislike, aggression, hate, contempt and anger not emotions? What was so unemotional about reacting as exaggeratedly and brutally to caricatures drawn by non-muslims? (for whom the „ban on images of the prophet“ certainly would not apply?) What was non-emotional about one of the assassins shooting psychologist and Charlie Hebdo columinst Elsa Cayat simply because she was Jewish, and about a third terrorist attacking a cosher supermarket and killing – Jewish – people who just happened to be there? As far as felt insults go („he who insults the prophet must be punished„), don’t they have anything to do with emotions? What is not emotional about the revenge of the Count of Monte Christo? What is not emotional about a manager or politician fighting against his enemies in his own company or political party (i.e. fighting in a non-physical way)? Or is it simply that women and men are granted different emotions, and the bottom line is that when we say emotional or sentimental, for some reason or other we just think of the so-called female emotions?

Man acts and woman loves. Film versions of Rosamunde Pilcher novels and romantic comedies are emotional woman’s television. Cop dramas with murders and rapes, they assumedly don’t deal with emotions, so they are man’s business – at least if the statistics of who the two main German public channels ARD and ZDF hire for script writing and directing are anything to go by. Nonetheless male roles are conceded to show a greater emotional variety, female roles are limited, their emotions quite frequently are seen as emotionalism. Therefore German television is not capable of producing a series like BORGEN, because they include female emotions that don’t fit into this pattern.

Berlin 19 January, 10.30 p.m. Addendum.

A few months ago German actor Michael Brandner (63) publically deplored the loss of strong male characters. (Gabriele Ingenthron: “The World is full of mirrors – why doesn’t anybody look at them?“ The actor Michael Brandner on masculinity. Donaukurier, Ingolstadt. 30 Aug. 14.). The interview was in German and it is not avaiable online. Here are some passages:

In films we see the indecisive, fickle man prevailing. I don’t know if this is enforced by female commissioning editors. The man as the weaker sex is en vogue. Momentarily there are hardly any TV series that prefer stronger male characters. They would have to be somewhat broken types or virtually despicable guys that are almost always close to crying and going off the rails, whereas it is the women that basically call the shots.

Unfortunately he doesn’t give any examples for series that fit his description. But let’s go on with the interview.

Take schools for example. The girls advance much faster. So therefore women are simply better off at the moment. And then the boys start developing these weird manners, they fall into male rituals that just look incredibly ridiculous. Which rituals would that be? This sports craze that we are experiencing at the moment. This metrosexuality, that they are starting to depiliate themselves allover or buy beauty products like women. The term metrosexual for me also includes a form of abrupt increase in assimilation of rites. And this cannot be healthy. Men simply don’t look sound any more. To meet someone who is grounded and at peace with himself and nice and relaxed has become very rare.

 I didn’t quite get what he wanted to say about the male rituals that seem to be a copy of female rituals in a way. And does Brandner indirectly come to the conclusion that people who depilate and buy beauty products – and that would be men AND women – cannot be grounded and nice and relaxed? But this is just a side note.

To be pleased with oneself and to know what one is capable of and where one is restricted: developing this kind of serenity is quite difficult for men at the moment. People like this should be shown in films though. In this respect there are very few role-models for boys.

It is very important to deal with antiquated and onesided gender roles in film and television, important for everybody. It would be unfortunate if the old dualism and non-diverse stereotypes continue to dominate, since they exclude many from the majority of stories being told in film and television, not least people that don’t want to be classed in a bipolar man-woman-grate. When Brandner is allocating certain attributes and characteristics to men and women separately it is similarly restrictive as the way emotions are dealt with I wrote about at the beginning. As far as behaviour and self-awareness go, why can’t we simply talk about people instead of just talking about men? Why can’t we simply look for people to be role-models for children, regardless of gender? Why only call for better role-models for boys, why feel threatened strong female characters?

I mentioned the Danish TV series BORGEN earlier. In episodoe 1 Magnus, the young son of leading character Birgitte Nyborg is saying to his father, as they watch his mother participating in a political debate on TV: “Do you think that one day I can be as clever as Ma?”

Brandner ends the interview with a question himself: „I have been wearing suits for a long time. It gives me the oppportunity to look neat. After all the world is full of mirrors. Why doesn’t anybody look in them?” The other day I went to a graduation ceremony of the generation ’sports craze and beauty products’ in Hamburg. Nearly everyone was styled and wearing a fancy suit or cocktail dress respectively. And most people probably will have looked in the mirror for some time. 85 years ago Kurt Tucholsky wrote about a charming incident in front of a mirror, also in Hamburg, this story was published under his nom de plum Peter Panter in the Vossische Zeitung on 28 Sept. 1928, and this is how it starts:

Tucholsky: Gesammelte Werke. Band 6, 1928. Foto SchspIN

Tucholsky: Collected Works (in German). Volume 6, 1928. Photo SchspIN

 It happened in Hamburg, where every sensible journey should end, because it is Germany’s most beautiful city, and it happened in front of the three-part mirror. The mirror was in a hotel, the hotel was situated facing the Alster, the man was standing facing the mirror. The morning clock showed exactly five and twenty past nine.

The – undressed – man suddenly notices a woman in a house across the street who is watching him from behind a curtain. First he feels caught, then he starts enjoying his audience, the glances of the woman:

The man didn’t move away from the mirror any more. He busied himself there, like an actress in the theatre. He brushed himself and moved a comb from one side of the dressing table to the other; he cut his nails and dried himself carefully behind the ears. He looked at himself searchingly from the side, from the front, and anywhere else… a wry glance across the street: the woman, the lady, the girl – she was still standing there. The man, fully aware of his victorious masculine strength, moved about the room like a gladiator, he acted as though the window did not exist, he seemed to ignore the audience, but at the same time all he did was for her: he did a cartwheel displayed himself, and his whole body nearly crowed out loud cock-a-doodle-do! Then he reluctantly got dressed. Now a well-dressed man stood in his room – that person was indeed still standing there! – He pulled the curtains back, opened the window with a slightly knowing smile, and looked across the street, to her. The woman was no woman. The woman to whom he had been presenting his masculine nudity for half an hour was – a wooden frame covered by a coat, a palm tree and a dark chair. Just as one composes faces from leaves and branches in the woods at night, he had seen a spectator where there was only wood, cloth, and a potted plant. This Mr. Man slowly closed the window with his tail between his legs. Women are vain. Men? Men are never that.

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