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Gedanken einer Schauspielerin – An Actress's Thoughts

Sollen wir sie reinlassen? – Open the Door, Let ‚em in!

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English Version follows German.

Spitzen: Der Deutsche Bühnenverein und die Akademie der Künste haben erstmals eine Präsidentin gewählt, die FIFA ein neues Exekutivkomitee und einen rücktretenden Präsidenten, und der BFFS und die Commerzbank hadern mit den eigenen Vorgaben.

Wollen wir sie endlich reinlassen?

Über die Genderrepräsentanz in Vorständen von Filmverbänden habe ich ja bereits drei mal gebloggt (Teil 1: Die Verbände, Teil 2: Der BVR, Teil 3: Der BFFS). Und auch in anderen gesellschaftlichen, z.B. politischen und wirtschaftlichen, Zusammenhängen ist aktuell die Vertretung von Frauen und Männern in Führungsgremien bei uns und auch international immer wieder Thema. Frauenquoten oder Selbstverpflichtungen für Aufsichtsräte und paritätisch zu besetzende Kandidat/innenlisten sind Anzeichen dafür, dass der Glaube an das regelt sich schon von alleine oder es ist doch egal langsam schwindet.
Ich werfe heute einen Blick auf drei Wahlen der vergangenen Woche. In zwei Fällen aus dem Kultursektor wurden erstmals seit über 150 bzw. über 300 Jahren Frauen an die Spitze gewählt, – bei weiterhin männlich dominierten Spitzengremien. Wir dürfen gespannt sein ob sich etwas verändert in den jeweiligen Organisationen, ihrer Politik und ihrer Kunst. Die dritte Wahl fand in einem Verband statt, dessen Exekutivorgan per Satzung einen Frauenanteil von 4 % hat, und der die Interessen von Männern und Frauen seit Gründung sehr unterschiedlich vertritt.

Der Deutsche Bühnenverein

Am 29. Mai wählte der 1846 in Oldenburg gegründete Deutsche Bühnenverein mit großer Mehrheit eine neue Präsidentin: die Hamburger Kultursenatorin Prof. Barbara Kisseler (65) wurde für vier Jahre gewählt und ist als Nachfolgerin von Prof. Klaus Zehelein (74) und nach 22 Männern die erste Frau an der Spitze.

Prof. Barbara Kisseler Kultursenatorin

Prof. Barbara Kisseler, Präsidentin des Dt. Bühnenvereins. Foto: Bertold Fabricius

Der Deutsche Bühnenverein mit Sitz in Köln vertritt 215Theater (33 Staats-, 85 Stadt-, 75 Privattheater, 24 Landesbühnen) und 31 selbstständige Sinfonieorchester (7 Staats-, 23 Städtische und 1 Landesorchester).
Neben der Präsidentin gibt es noch einen Geschäftsführenden Direktor, das ist seit 1992 Rechtsanwalt und Publizist Rolf Bolwin (65), und das Präsidium, dem die Vorsitzenden der Gruppen angehören:

Deutscher Bühnenverein, Präsidentin, Direktor, Präsidium

Deutscher Bühnenverein, Präsidentin, Direktor, Präsidium

Ein Großteil der Theater und Orchester wird vermutlich unter der Leitung von Männern stehen und die Schauspiel-, Oper- und Tanzensembles und Orchester werden auch ein Männerübergewicht haben. Und auf den Spielplänen stehen mehrheitlichst Stücke von Männern. Das wird sich nicht von heute auf morgen ändern. Aber vielleicht wird unter einer Präsidentin endlich einmal darüber gesprochen ob diese Normalität im 21. Jahrhundert immer noch das ist, was wünschenswert ist.
In diesem Zusammenhang der Hinweis auf einen Beitrag von Schauspieler / Autor Daniel Ris, der am 2.6. unter dem Titel „Deutsches Theatersystem: In der Spirale des Gagendumpings“ bei Deutschlandradio Kultur sagte:

Konkret gilt beispielsweise seit 2006 das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Aber an vielen Theatern verdienen gleich qualifizierte Mitarbeiterinnen, auf und hinter der Bühne, immer noch deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Der Markt gibt es ja her. In vielen Branchen sind Teilhabe, Solidarität und Gleichberechtigung heute ganz selbstverständliche Maßstäbe der Unternehmenskultur. Ausgerechnet im “Kultur-Unternehmen“ haben diese Werte anscheinend oft gar keinen Platz.

Die Akademie der Künste

Am 30. Mai wählte die Deutsche Akademie der Künste auf ihrer Mitgliederversammlung in Berlin eine neue Präsidentin: die Filmregisseurin, Drehbuchautorin und Produzentin Jeanine Meerapfel (knapp 72) wurde für drei Jahre gewählt und ist als Nachfolgerin von Klaus Staeck (77) und ganz vielen Männern seit 1696 die erste Frau an der Spitze.

Jeanine Meerapfel, Akademiepräsidentin

Jeanine Meerapfel. Präsidentin der Akademie der Künste, Berlin. Foto: Marcus Lieberenz, bildbuehne.de

Mit den Vorgängern ist das etwas schwierig; seit 1918 (Preußische Akademie der Künste) mit der Zweigleisigkeit von 1950 bis 1993 (AdK West und Ost) und der vereinten Akademie der Künste ab 1993 waren 20 Männer Präsidenten, aber: „Gegründet wurde die Akademie der Künste 1696 von Kurfürst Friedrich III., dem späteren preußischen König Friedrich I.. Als Künstlergemeinschaft mit repräsentativen und beratenden Aufgaben waren ihre Vorbilder die Akademien in Rom und Paris.“ (Quelle: Akademie der Künste) – insofern waren da noch viel mehr Führungsmänner.
Neben der neuen Präsidentin gibt es auch eine neue Vizepräsidentin, die Schriftstellerin / Theaterautorin Kathrin Röggla (knapp 44), und einen Senat, in dem die sechs Sektionen der Akademie vertreten sind.

(Meerapfel und Röggla haben übrigens beide am 14. Juni Geburtstag, deshalb das „knapp“ bei den Altersangaben.)

Senat der Akademie der Künste

Senat der Akademie der Künste

Die Akademie der Künste kann maximal 500 Mitglieder haben, aktuell (Mai 2015) sind es 404 Mitglieder, diese werden von den Sektionen der Akademie benannt, von der Mitgliederversammlung in geheimer Wahl gewählt und vom Präsidenten bzw. ab jetzt: der Präsidentin berufen.
Der Frauenanteil unter den 404 Mitgliedern beträgt 22 %. Und wenn das System so bleibt wird er auch nie auf 50 % steigen, denn dazu müssten auf Jahrzehnte hinaus nur Frauen berufen werden, und das kann es ja auch nicht sein. Das heißt aber gleichzeitig, dass die Veranstaltungen der Akademie weiterhin stärker männer- als frauenzentriert bleiben werden.
Trotzdem dürfen wir mit Spannung beobachten, ob unter der ersten Präsidentin, für die sich Klaus Staeck ausdrücklich ausgesprochen hatte, Kunst von Frauen stärker in den Blickpunkt der Akademieveranstaltungen gerückt wird. 

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Diese beiden Meldungen wurden schnell von einer dritten  Präsidentschaftswahl aus den Schlagzeilen verdrängt.

Die FIFA – der Weltfußballverband

Die FIFA ist neben vielem anderen, das man im Moment über sie sagen kann, ein Zusammenschluss von 209 nationalen Fußballverbänden und richtet u.a. die WMs der Männer und Frauen aus. Gerade tagte das höchste Entscheidungsgremium, der Kongress, am 29. Mai wurde der Schweizer Sepp Blatter (79) als Präsident wiedergewählt (und kündigte ein paar Tage darauf seinen Rücktritt an), somit wird der Verband seit 111 Jahren durchgehend von Männern geleitet. Blatter ist seit 1998 FIFA-Präsident, zuvor war er 17 Jahre FIFA-Generalsekretär.
Im Kongress sitzen alle Nationalverbände, dann gibt es noch das Exekutivkomitee, in dem die Kontinentalverbände – allerdings nicht entsprechend ihrer Mitgliederstärken (Nationalverbändeanzahl) – vertreten sind. Das legen die FIFA-Statuten fest, und ebenso, dass im Exekutivkomitee eine (1) Frau sitzt, neben 24 Männern. Aktuell ist es Lydia Nsekera aus Burundi, die 2012 als erste Frau in das Gremium gewählt wurde.
Was noch auffällt, wenn wir die Grafiken vergleichen: Europa ist im Exekutivkomitee überproportional vertreten. Auch interessant: alle 9 FIFA-Generalsekretäre, die es seit 1904 gab, sind europäische Männer, und 7 der 8 FIFA-Präsidenten ebenso.

Fifa_KongressFifa_ExekutivGestern, am 6. Juni, begann die FIFA Fußballweltmeisterschaft in Kanada. Wie viele wissen davon? Wie groß sind die Werbekampagnen seitens der FIFA und der angeschlossenen Kontinental- und Nationalverbände – zumindest derjenigen, in denen Frauen und Mädchen nicht verboten ist, Fußball zu spielen? Hier in Deutschland kommt davon sehr wenig an. Ich mache mir aktuell die Mühe, in Zeitungskiosken nach WM-Sammelbildern für mein Panini-Sammelalbum zu fragen. In den meisten Fällen höre ich „die WM ist doch erst 2018“. Nur 1 von 5 Kiosken in meinem Viertel verkauft die Sammelbilder, in der übrigen Stadt sieht es auch nicht unbedingt besser aus.

Panini WM-SammelalbumWas tut die FIFA für die Frauen? Sie lässt sie ihre WM auf Kunstrasenplätzen spielen, die ein größeres Verletzungsrisiko mit sich bringen. Sie schreibt vor, dass sich alle Spielerinnen einem Geschlechtstest unterziehen müssen. Von Sepp Blatter, dem noch amtierenden FIFA-Präsidenten, stammte vor Jahren der (nicht umgesetzte) Vorschlag, Frauenfußball attraktiver zu machen, indem die Spielerinnen  knappere Hosen und engere Trikots tragen sollten.
Wie soll sich an an der stark benachteiligten Situation von Frauenfußball etwas ändern, an den schlechteren Bedingungen, den deutlich niedrigeren Siegprämieren, der Nachwuchsförderung, wenn in den Entscheidungsgremien Frauen kaum vertreten sind, weder in der FIFA noch sonst wo? Nehmen wir den Europäischen Verband, die UEFA. Dessen Exekutivkomitee ist mit 16 Männern und 1 Frau besetzt. Im Präsidium des DFB, also des deutschen Verbandes für Männer- und Frauenfußball, sitzen 15 Männer und 1 Frau.

Ich habe ja diesen Text mit dem Bühnenverein und der Akademie der Künste begonnen, deren unteren Ebenen auch sehr männerlastig sind. Nur dort stehen jetzt Frauen an der Spitze. Was wäre, wenn die neue FIFA-Präsidentin eine ehemalige Fußballspielerin würde, d.h. eine engagierte Vertreterin des Frauenfußballs ? Was wäre, wenn in der UEFA oder im DFB eine Frau an der Spitze säße? In den anderen Nationalverbänden? Würde das zu einer Akzeptanz von Frauenfußball, der in vielen Ländern noch verboten ist, beitragen? (Der DFB hob sein Verbot erst am 31.10.1970 auf) Gleicher Lohn für gleiche Arbeit – würden die Siegprämien an die der Männer angeglichen? (1989 bekamen die Spielerinnen der deutschen Nationalelf als Siegprämie für den EM-Titel noch ein Kaffeeservice – 1b-Ware von Villeroy & Boch. Und auch heute noch liegen die Teilnahme- und Siegprämien für Wettbewerbe der Frauen- und Männer-Nationalteams weit auseinander).
Eine weitere Präsidentin im Fußball wird hoffentlich ab sofort bei der italienischen Amateurliga eingesetzt. Der Vorgänger, Felice Belloli, wurde gerade entlassen, nachdem er seine Ankündigung, die Fördermittel für den Frauenfußball zu reduzieren, ergänzt hatte mit: „es reicht jetzt mit dem Geld für diese paar Lesben“.  (Quelle: Süddeutsche Zeitung Print, 22.5.15)

Nächstes Mal werfen wir dann einen Blick auf die Gender- und Altersverteilung im Kardinalskollegium und der Römischen Kurie. (kleiner Scherz)

Die Commerzbank

Wir erinnern uns, dass im März die Koalitionsregierung eine 30 %-Genderquote für die Aufsichtsräte von 110 Top-Unternehmen beschloss. Für die Vorstände der Unternehmen wurde auf Freiwilligkeit und Selbstverpflchtung gesetzt, d.h. per Gesetz werden Konzerne verpflichtet, selbst Frauenanteile für ihre obersten beiden Führungsebenen unter dem Vorstand als Ziel zu definieren und nach und nach auch zu erreichen.
Am 3.6. schreibt Manfred Köhler in der FAZ (Frauenquoten von 2014 für 2017):

Wie (Commerzbank)-Personalvorstand Frank Annuscheit in einem Interview für das Intranet der Bank erläutert, wird das Kreditinstitut hingegen für diese beiden Ebenen – das sind die Bereichsvorstände und Bereichsleiter – als Zielmarke für 2017 schlicht die schon Ende 2014 erreichten Quoten in Höhe von 9 und 15 % angeben.

Das Ziel ist also einfach, dass es nicht noch weniger wird?

Der BFFS – Bundesverband Schauspiel

Vor einem Jahr wurde auf der jährlichen Mitgliederversammlung des BFFS für vier Jahre ein neuer Vorstand gewählt, bzw. der alte bestätigt. Dieser bestand aus 6 Männern und 1 Frau. Einer davon, Martin May, trat Ende des Jahres von seinem Vorstandsposten zurück (Erklärung):

Aus privaten Gründen finde ich nicht mehr die nötige Zeit für die Aufgaben im Vorstand des Bundesverband Schauspiel und lege deshalb mit heutigem Datum mein Amt nieder. (…)
Ich würde mich freuen, wenn der von mir geräumte Platz im Vorstand mit einer Frau besetzt werden würde.

Noch zwei Monate später hieß es von Vorstandsseite, dass eine Nachfolgerin gesucht wird. Dazu kamen Gerüchte unter Mitgliedern, dass vielleicht sogar eine zusätzliche Frau für die Vorstandsarbeit gewählt würde, dann wäre es 3 Frauen und 5 Männer. Zwar noch nicht das 50:50 Verhältnis, das unter den Mitgliedern und in der Berufsgruppe (und in der Gesellschaft) herrscht, aber schon mal besser als jetzt, wo es nur eine Frau gibt.

Statistisches Gedankenspiel, Vorstand BFFS

Statistisches Gedankenspiel, Vorstand BFFS

30 % gilt als Wert, ab dem eine Minderheit überhaupt erst etwas bewirken kann, entsprechend häufig findet sich bei Quotendiskussionen dieser Mindestwert, bei den Aufsichtsräten beispielsweise, aber auch bei den Forderungen von Pro Quote MedienWir fordern eine verbindliche Frauenquote von 30 % auf allen Führungsebenen bis 2017 – in allen Print- und Onlinemedien, TV und Radio.“

Die nächste BFFS-Mitgliederversammlung findet Ende Juni in München statt. Überraschenderweise steht eine Nachwahl für den Vorstand nicht auf der Tagesordnung.
Sollte auf der Mitgliederversammlung keine Nachrückerin für den zurückgetretenen Martin May gewählt werden, erhöht sich natürlich automatisch der Frauenanteil im Vorstand von alleine, von 14,3 auf 16,7 %.

Ich kann mir aber beim besten Willen (oder muss es heißen: beim schlechtesten Willen?) nicht vorstellen, dass der BFFS so anachronistisch ist und das erdrückende Männerübergewicht im Vorstand beibehalten will.
Eine angemessene Repräsentanz von Frauen und der Kampf für ihre Gleichberechtigung in unserer Branche hängen zusammen. Das soll nicht heißen, dass nur Frauen oder Frauen per se für die Gleichberechtigung der Geschlechter kämpfen und Männer dies nicht tun.
Aber – und da nehmen wir einfach das Beispiel aus dem Regiebereich: in den seltensten Fällen stammen die Initiativen von Männern. Dass der Bundesverband Regie einen Diversitätsbericht verfasst hat, wurde von der Mitgliederversammlung mit großer Mehrheit beschlossen. Aber die Idee stammte nicht von Regisseuren, denen die Problematik vielleicht gar nicht so bewusst ist. Auch Pro Quote Regie wurde als Zusammenschluss von Frauen gestartet.
Umgekehrt wird vom BFFS – mit einem Männeranteil von über 80 %  im Vorstand – eher wenig Genderpolitik betrieben, werden schlechtere Arbeitsbedingungen von Schauspielerinnen nicht öffentlich thematisiert. Auch wenn es gilt, Stellen und Posten zu besetzen (das macht der Vorstand), fällt die Wahl eher selten auf Frauen. Der Vorstand hat 2 Männer als Geschäftsführer („geschäftsführende Justiziare“), und 3 Männer als Geschäftsführer für die Deutsche Schauspielkasse eingesetzt, und 2 Männer in den Beirat berufen. Dass es außerhalb des Verbands qualifizierte Frauen für diese Aufgaben gibt ist klar, und intern? Der BFFS hat ungefähr 2.600 Mitglieder, davon sind die Hälfte Frauen. Und darunter sollte es keine geben, die – gemeinsam mit 1, 2, 3 anderen Frauen – in einem gemischten Vorstand arbeiten würden? Hm. Vielleicht hat der Vorstand einfach nur falsch gesucht, und zu wenige gefragt.
Aber auch das kann ich mir nicht vorstellen, denn die Vorstandsmänner haben immer wieder betont, wie wichtig es ihnen ist, dass mehr Frauen im Vorstand mitarbeiten.
Also vermute ich, dass sie die Mitgliederversammlung mit ein oder zwei Vorstandskandidatinnen überraschen werden (wie das dann formal geht ist eine Frage an die Satzung, aber die ist ein Thema für einen anderen Tag). Es kann doch nicht sein, dass ausgerechnet unser Verband den Frauenanteil an der Spitze nicht erhöht. Wo doch selbst der Senat der Akademie der Künste mittlerweile einen Frauenanteil von 35,7 % hat, und das bei nur 22 % Frauen unter den Mitgliedern. Und unter den BFFS-Mitgliedern gibt es richtig fitte und fähige Leute, Frauen und Männer, die die Verbandsarbeit vorwärts bringen können.
In diesem Sinne: Engagiert Euch, Ihr Schauspielerinnen!

Ausblick

Wings: LET ’EM IN (Paul & Linda McCartney 1976)

Someone’s knockin‘ at the door
Somebody’s ringin‘ the bell
Do me a favour, open the door and let ‚em in!

.

English Version

Top Women: The German Stage Association / Deutscher Bühnenverein and the Academy of Arts now for the first time have female presidents, the FIFA has a new executive committee and a resigning president, and the BFFS and the Commerzbank have problems with their own targets.

Do me a Favour, Open the Door, Let ‚em in!

I already wrote about gender representation in the executive boards of film associations on three occasions (part 1: the associations, part 2: the directors’ union, part 3: the acting union).
Representation of women and men is also a topic in other social, political and economical contexts in Germany and internationally. Quotas for women or voluntary commitments for governing bodies of companies and lists of candidates that are set up based on parity are signs that less people seem to believe in somehow things will sort out or it does not really matter.
Today’s focus is on three presidential elections that took place last week. On two occassions women were elected to to the top for the first time in over 150 and over 300 years, – in else still male dominated bodies. It will be interesting to observe what changes in these organizations, in their politics and in their art. The third election happened in an organization that has by its statutes an executive body with a share of women of 4 %, and that is dealing with the interests of women and men quite differently.

 The German Stage Association / Deutscher Bühnenverein

On May 29 the German Stage Association (founded in Oldenburg in 1846) elected a new president: Hamburg’s minister for cultural affairs Prof. Barbara Kisseler (65) follows Prof. Klaus Zehelein (74) and 21 other men, and thus is the first woman at the very top of the organization.

Prof. Barbara Kisseler Kultursenatorin

Prof. Barbara Kisseler,  President of Deutscher Bühnenverein. Photo: Bertold Fabricius

The German Stage Association which is based in Cologne represents 215 theatres and 31 independant orchestras. Apart from the president there is an executive director and an executive committee consisting of the heads of the different theatre groups within the association.

DeutscherBuehenverein_enWe can assume that the majority of theatres and orchestras are led by men, and that the theatre, opera and dance ensembles and orchestras will also have a male majority among their members. And on the playlist of the stages we will probably find a majority of male authors. This is something that cannot be changed overnight. But perhaps, under a female president, the association will start to discuss, whether this normality still is something to be desired in the 21st century.
At the same time we will keep in mind that female theatre employees will not neccessarily earn as much as their male colleagues. Despite the equality law of 2006.

Academy of Arts

On May 30 the German Academy of Arts’ General Assembly in Berlin elected a new president: film director, script writer and producer Jeanine Meerapfel (nearly 72) was elected for 3 years and follows Klaus Staeck (77) and a large number of other men as first woman at the very top of this organization.

Jeanine Meerapfel, Akademiepräsidentin

Jeanine Meerapfel. President of  Academy of Arts, Berlin. Photo: Marcus Lieberenz, bildbuehne.de

The number of men preceding her is not so easy to determine, since 1918 (Prussian Academy of Arts) and then the double tracked academies in East and West Germyn between 1950 and 1993 until the united Academy of Arts of today since 1993 20 men were president, but the Academy was founded as early as 1696 by Elector Friedrich III (who became King Friedrich I of Prussia later). As a community of artists with representative and consulting duties it was formed based on the academies of Rome and Paris. So of course there were lots more male presidents in the past.
Next to the female president of today also a female vice-president was elected, it is writer / dramatist Kathrin Röggla (nearly 44), and there is also a senate with representatives from all six sections of the academy.
Meerapfel and Röggla were both born on June 14, that is why I give their ages as “nearly”.

AkademiederKuenste_enThe Academy of Arts may have a maximum of 500 members, at the moment (May 2015) there are 404. Members are appointed by the sections of the Academy, elected by the General Assembly and appointed by the president.
The share of women among the members is 22 %. And if the same system of appointing will exist in the future then there is no way the share of women will reach the 50 % mark, because in order for this to happen, over the next decades only women could be appointed, and that is not desirable. So at the same time we can assume that the events organized by the Academy will continue to focus on male art more than on female art.
Nevertheless we can closely observe if under the first female president, for which her predecessor Klaus Staeck spoke out, art by women will get a greater focus in activities of the Academy.

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 These news were quickly replaced in the headlines by another presidential election.

FIFA – World Football Association

Alongside other things that can be said about FIFA, it is an organization of 209 national football associations and e.g. organizes the world championships for men and women. Last week the highest body of the FIFA, the congress, and on May 29 Swiss Sepp Blatter (79) was re-elected as president – and announced his upcoming resignation a few days later. With him the organization has been led by men continuously for 111 years now. Blatter was first elecetd FIFA president in 1998, before that he was FIFA secretary general for 17 years.
The congress consists of representatives of all national associations, then there is the executive committee, with representatives fo the continental football organization, though not in proportion to their share in the congress. The proportion is settled in the FIFA constitution which also says that one (1) woman is to be elected into the committee, alongside 24 men. At the moment this is Lydia Nsekera from Burundi, who joined in 2012 as the first woman.
When we look at the following figures we see that Europe is more than adequately represented in the executive committee. Another bit of trivia: all 9 FIFA secretary generals since 1904 have been European men, along with 7 of the 8 FIFA presidents.

Fifa_Kongress_enFifa_Exekutiv_enYesterday, June 6, saw the start of the FIFA World Championship in Canada. How many of you are aware of that? How big are the PR campaigns by FIFA and the associated continental and national football associations – at least from those countries, where it is not forbidden for women and girls to play football? Here in Germany we don’t see so much of FIFA & Co advertising the World Cup. I have a Panani album for collecting world cup 2015 and players’ stickers and it is not so easy to actually buy the sets of stickers for that. Quite a few times a heard “but the world cup won’t happen until 2018”. Only 1 of the 5 newspaper kiosks in my neighbourhood actually sell them, it is probably similar in the rest of Berlin as well.

Panini WM-SammelalbumWhat does the FIFA do for women? It has them play their world cup matches on artificial turf which is more dangerous to play on. It has all players undergo sex tests. Some years back Sepp Blatter, president still in office for now, suggested to make the players wear tighter shirts and shorter shorts to get more attention for women’s football. (this plan was not implemented fortunately).
How can the very disadvantageous situation of women’s football improve, – the worse conditions, the much lower participating and winning fees, the weaker youth development programmes – if women are so poorly represented in decision-making bodies of FIFA & Co? Let’s look at the European football association, the UEFA. 16 men and 1 woman in the executive committee. And it is 15 men and 1 woman in that of the DFB, the German football association.
I started off today’s text with a look at the German Stage Association and the Academy of Art, whose top levels are very male dominated. Now they have female presidents. What if the next FIFA president were a former female football player, a champion for girls’ and women’s football? What if there were a woman at the head of the UEFA or the DFB? In other national associations? Would this help towards acceptance of female football in countries, where it is still prohibited today? (The DFB only lifted its ban on female football on Oct. 31, 1970). Equal pay for equal work – would women’s winning fees be lifted to the level of males’? (When the German footballers won their first European Championship in 1989 each got a coffee set of Villeroy & Boch – factory’s 2nd though), and still today the fees for women’s and men’s national teams to participate and win Championships are quite far apart).

Another female presidency in football would be desirable for the Italian amateur league. Felice Belloli was just sacked from this position, some weeks after he announced to lower subsidies for women’s football even more, adding: “Enough already with money for a handfull of lesbians”.
The new female president could kick-off a campaign against sexism in football right away.

And next time we will have a look at the gender and age distribution within the college of cardinals and the roman curia. (haha, that’s a joke).

The Commerzbank

Germany’s coalition government of Christian Democrats (CDU / CSU) and Social Democrats (SPD) decided on a 30 % gender quota for the governing bodies (Aufsichtsrat) of 110 top companies in March. For the female representation in managements big companies are obliged by law to define targets for the two top levels of management below the directorate and reach them eventually.
According to journalist Manfred Köhler (FAZ newspaper, June 3) Frank Annuscheit, chief human resources officer at major bank Commerzbank, defined as targets for 2017 the quotas already reached at the end of 2014: 9 and 15 %.
So the target is simply to hold these figures, not bother about increasing them.

BFFS – The German Acting Union

A year ago the BFFS’s annual general assembly elected a new executive board, or rather re-elected the old one, consisting of 6 men and 1 woman. One of them, Martin May, resigned from his post at the end of last year:

For private reasons I don’t have enough time any more to deal with the tasks within the executive body of the BFFS and therefore as from today I resign. (…) I would be happy if a woman was appointed for my now vacant position.

Two months after that it was confirmed that the chairpeople were looking for a female successor. Then I hear a rumour that maybe even an additional woman would be elected so that there would be 3 women and 5 men in the board. This is not the 50:50 ratio that we find among the members and incidentally all acting people in Germany (and in society as a whole), but of course this would be an improvement over the current situation with just 1 woman.

Vorstand_BFFS_en30 % is said to be the percentage where a minority can start to have an impact, that is why we hear this number so often, in the laws regarding the company executives for example, but also in the demands of Pro Quote Medien: “We demand a obligatory female quota of 30 % for all management levels for print and online media, TV and radio”.

The BFFS’s next general assembly takes place in Munich at the end of June. Surprisingly, the by-election for the vacant position of the board is not on the agenda. So if no follower for Martin May is up for voting, then the share of women will automatically rise, from 14,3 to 16,7 %.
But really, by no stretch of the mind can I imagine the BFFS being so anachronistic as to hold to an overwhelming male executive board.
Adequate representation of women and the fight for equality in our industry are connected. This is not to say that only women, or women per se fight for gender equality and men do not.
But – and looking at what is happening in this aspect in the directors’ discussions momentarily in Germany – initatives very rarely com from men. The directors’ union BVR producing their first diversity report was a decision by the general assembly, but it was not proposed by men – who possibly are not so aware of the alarming working situation of female directors. The initiative Pro Quote Regie was also kicked-off by women.

On the other hand, the BFFS – with a male share of over 80 % in the executive board – is not really known for gender politics, for putting the worse working conditions for actresses on the public agenda. And where staff decisions are made or advisory board positions are given, then it’s all male line-ups mainly. Of course there would be lots of qualified women for these positions in the industry. But how about inside the BFFS? The union has 2.600 members, half of which are women. And among those 1.300 actresses, there shouldn’t be any that would work – alongside, 1, 2, 3 other women – in a mixed group? Strange. Maybe the way the executives have looked for women was the wrong way, maybe they only asked a handfull. But I cannot really imagine that since the men at the top (and the one woman) have always stressed the importance of women for their board.
So here’s hoping that they will surprise the general assembly with one or two female candidates. It simply cannot be that our union of all unions is the one not raising the share of women at the top. At a time, when even the senate of the Academy of Arts now has a 35,7 % females, with the female members only being 22 %. And among the BFFS members there are really great and able women and men, that can bring forward our union’s work.
So, get involved, you actresses!

Future Prospects

Wings: LET ’EM IN (Paul & Linda McCartney 1976)

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