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Gedanken einer Schauspielerin – An Actress's Thoughts

Mord ohne Grenzen – Come and Join The Team

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English Version follows German.

Heute geht es um MORD UDEN GRÆNSER / THE TEAM – eine Krimiserie, die als internationale Koproduktion in Dänemark, Deutschland, Österreich, der Schweiz und Belgien mit multinationalen Teams und Schauspieler/innen entstand: um die Arbeitsweise, die Besetzung und Teampositionen.  Zuvor werden Synchronisierung von fremdsprachigen Produktionen für das deutsche Fernsehen und Tageszeitbeschränkungen in Mediatheken thematisiert. Und um den Inhalt geht es nur ganz am Rand.

Europäische Teamarbeit – und die leidige Synchronisierung

Vor einem halben Jahr hatte ich mir in der ZDF-Mediathek die acht Folgen der europäischen Fernsehproduktion THE TEAM in der mehrsprachigen Originalfassung angesehen.

The Team

v.l.n.r.: Harald Bjørn (Lars Mikkelsen), Jackie Müller (Jasmin Gerat), Alicia Verbeek (Veerle Baetens).    Foto: ZDF / Mathias Bothor [m] Christina Holzer, KNSK

Es war von Anfang an klar, dass das ZDF vier Folgen à 115 Minuten und die Kooperationspartner acht Folgen à 55 Minuten wollten. 60-Minüter haben noch keinen richtigen Platz im deutschen Sendeschema gefunden, BORGEN (DK), THE SLAP (AUS), HATUFIM (IL) und BROADCHURCH (UK) wurden beispielsweise alle in Doppelfolgen gesendet.
Apropos BORGEN, es war nett ein paar alte Bekannte aus dieser Serie in THE TEAM zu sehen, zum Beispiel Pia Munk (Lisbeth Wulff), Ulrik Mørch (Thomas Levin) von TV1 und Søren Ravn (Lars Mikkelsen), den Ökonom aus der 3. Staffel.
Das ZDF strahlte also THE TEAM in vier deuschsynchronisierten Doppelfolgen aus, – jedoch leider nicht im Zweikanalton, so dass nicht zwischen der Synchron- und der untertitelten Originalfassung gewählt werden konnte. (Arte wiederholte die Serie im August 2015, und in der Fassung blieben viele Sprachen im Original, nur das Englische wurde ins Deutsche übertragen. Das war dann etwas verwirrend, denn Deutsch kam ja sowieso schon vor.)
Ich finde es bedauerlich, dass bei uns soviel synchronisiert wird, aber das ist ein Thema für einen anderen Tag.

Obwohl, heute ist dieser Tag!

Das Leben ist international und die Welt ist mehrsprachig

In einigen Kinos in deutschen Großstädten werden öfters Filme im Original mit deutschen Untertiteln gezeigt, mit etwas Glück finden sich hier auch nicht-englische, aktuelle Filme. Aber bundesweit gesehen sind das natürlich Ausnahmen.
Und im Fernsehen? Da gibt es für nicht-deutschsprachige Sendungen drei Möglichkeiten: Originalfassung mit (und ohne) Untertitel, deutsch synchronisiert oder Zweikanalton, was bedeutet, dass die Zuschauer/innen selber entscheiden können, ob sie den deutschen oder den Originalton hören.
Das ist die Theorie. In der Praxis kommen Zweikanalton-Ausstrahlungen praktisch nicht mehr vor. So teilte mir das ZDF mit:

„Technisch ist eine Ausstrahlung mit Zweikanalton, der auch die Originalsprache bietet möglich. Allerdings bekommen wir in der Regel nur die Lizenzrechte für eine deutschsprachige Fassung. Insbesondere bei englischsprachigen Filmen, Serien und großen Hollywood-Produktionen ist der Erwerb von Ausstrahlungsrechten für den Originalton schwierig, weil sich die Produzenten davon eine einträglichere, separate Verwertung erhoffen.“

Mit der separaten Verwertung ist vermutlich gemeint, dass ein anderer Sendung in Deutschland die Originalfassung zeigt. Das macht auf den ersten Blick nicht so viel Sinn, denn es gibt ja in Deutschland nicht gerade viele Sender, die Filme im Original ausstrahlen, schon gar nicht Filme, die gerade auf einem anderen Sender in deutsch-synchronisierter Fassung liefen. Ausländische, nicht-englischsprachige Filme werden natürlich im ZDF auch ausgestrahlt, z.B. skandinavische Krimis, aber dann eben auf deutsch.

Bis vor kurzem und laut Auskunft des ZDF waren Sendungen, die „im TV-Programm der ZDF-Senderfamilie und der Partnerkanäle“ im Zweikanalton laufen, über die ZDF-Webseite zu finden. Eine entsprechende Suche für 2014 und 2015 ergab Null Treffer für das ZDF und eine Handvoll, oft älterer, Filme auf arte, z.B. ADIEU PARIS ( D / F / Lux 2012), HABEN UND NICHTHABEN (USA 1944), DIE KANONEN VON NAVARONE (GB 1961), HERZENSBRECHER (F / CDN 2010), die Dokureihe NY CONFIDENTIAL (F / USA 2011) und die Serie PEAKY BLINDERS (GB 2013).
Wobei: „Aufgrund einer aktuellen Systemumstellung bieten wir die Filterung „Zwei-Kanal-Ton“ auf zdf.de leider nicht mehr an.“ (ZDF-Nachricht vom 11. Mai).
In der ARD gab es zum letzten Mal im Januar 2014 eine Sendung im Zweikanalton. Was zunimmt wäre hingegen Audiodeskription, und die Bereitstellung von Untertiteln – d.h. deutsche Untertitel für deutsche / deutsch-synchronisierte Sendungen über Videotext (Tel. Auskunft ARD 28.4.15).

Allerdings sind Filme und Serien – wie das Leben – oft nicht einsprachig. Manche werden trotzdem komplett auf deutsch synchronisiert ausgestrahlt, andere bleiben mehrsprachig, allerdings überwiegend deutsch synchronisiert.

Drei Beispiele: BORGEN, HATUFIM, HANNAH ARENDT

Die dänische Politserie BORGEN / GEFÄHRLICHE SEILSCHAFTEN (1. Staffel 2010, 2. Staffel 2011, 3. Staffel 2012 mit jeweils 10 Folgen – Idee Adam Price). Im Original wird hauptsächlich Dänisch gesprochen, ab und zu gibt es anderssprachige Passagen z.B. Kalaallisut / Grönländisch, Englisch, Französisch, Arabisch oder Russisch – wie es im Alltag einer Premierministerin (statsminister) eben so ist. In der deutsch-synchronisierten Fassung wird aus Dänisch Deutsch, die englischen Passagen werden neu eingesprochen und die grönländischen bleiben drin – was merkwürdig klingt, denn Original- und Synchronstimmen unterscheiden sich ja häufig sehr. BORGEN wurde auch in Frankreich synchronisiert ausgestrahlt, in den Niederlanden und Großbritannien lief die Serie in der dänischen Originalfassung mit Untertiteln.
Ist das Fernsehpublikum in Deutschland (das weder nur deutsch-muttersprachlich ist, noch keine Fremdsprachen versteht) wirklich so abgeneigt, Originalfassungen zu sehen und Untertitel zu lesen?

Auf arte wurde letztens die israelische Serie HATUFIM / IN DER HAND DES FEINDES gezeigt (Hatufim heißt „Die Entführten“. 1. Staffel 2009: 10 Folgen, 2. Staffel 2012: 14 Folgen – Idee Gidi Raff. Die Serie wurde in den USA von Fox 21 kopiert und als HOMELAND produziert). Die Hauptsprache Hebräisch wurde deutsch synchronisiert, aber es gibt auch – in der 2. Staffel stark zunehmende – Passagen auf Arabisch, die auf arte im Original blieben und deutsch untertitelt wurden. Das waren jetzt nicht nur einzelne Sätze sondern lange Handlungsstränge. Das wird dem Publikum zugetraut, aber dem Hebräisch über die Untertitel zu folgen war keine Option?

Das dritte Beispiel: HANNAH ARENDT (D 2012, Regie Margarethe von Trotta, Drehbuch Pamela Katz, Margarethe von Trotta) kam bei uns in der mehrsprachigen Originalfassung in die Kinos, d.h. auf Deutsch, Englisch und Hebräisch mit deutschen Untertiteln. Aber im Fernsehen wurde der Film komplett auf Deutsch synchronisiert gezeigt (ARD, 7.12.14). Warum?

Warum wird in Deutschland so viel synchronisiert? Aus Gewohnheit? Weil es immer schon so war? Weil das Fernsehen oft nur gehört aber nicht wirklich angeguckt wird? (Stichwort: Bügelfilme) Weil die Sender Angst vor Veränderung haben? Weil das Publikum in Deutschland Untertitel schlechter lesen kann als das niederländische, dänische oder sogar das britische? Weil es keine Risikobereitschaft gibt, der Mut zu Neuem fehlt? Wird da vielleicht das Publikum unterschätzt?

Interessanterweise lobt das ZDF besonders die Mehrsprachigkeit von THE TEAM, die sie dann aber ihren Fernsehzuschauer/innen vorenthielt:
Die Dänen sprechen untereinander dänisch, die Belgier flämisch und französisch und die Deutschen deutsch. Kommunizieren sie miteinander, ist die Verkehrssprache Englisch. Dieser babylonische Sprachenmix verleiht der Serie zusätzliche Authentizität.“ (Quelle ZDF)
Genau. Es war gerade das Europäische und die Mehrsprachigkeit, weswegen ich diese Serie gesehen hab – ich war nämlich nicht unbedingt versessen auf schon wieder eine neue Krimireihe voll brutal ermordeter Frauen.
W
ie gesagt gab es zum Glück die mehrsprachigen 8 Originalfolgen (neben der deutschen Fassung – diesmal auch in 8 Folgen) in der ZDF-Mediathek, rund um die Uhr abrufbar. Dies im Gegensatz beispielsweise zu den ARD-Tatorten, die ja immer nur abends zur Verfügung stehen, und auch ohne Hinweis auf die teilweise brutalen und drastischen Inhalte, wie es beispielsweise bei vergleichbaren Serien in Großbritannien und auch in der arte-mediathek üblich ist. In der mehrsprachigen Originalfassung gab es übrigens keine Untertitel die deutschen Passagen. Schade, denn so wäre die Serie für Gehörlose und Schwerhörige barrierefrei gewesen. Aber das ist ein Thema für einen anderen Tag.

Wer ist der Täter, aber vor allem: Warum?

Es geht um moderne Sklaverei. Und es geht um die heutige Gesellschaft, darum wie wir Dinge produzieren und wie wir die Welt benutzen, wie wir miteinander umgehen und wie wir uns gegenseitig missbrauchen.“ (Stinna Lassen, Produzentin. Quelle ZDF)
Menschenhandel, Zwangsprostitution, Rauschgift, Geldwäsche, Steuerbetrug, Auftragsmorde – die Statistiken über das organisierte Verbrechen in Europa sind schwindelerregend. Um dem entgegen zu treten, wurde in Den Haag die Initiative zur Gründung von „Joint Investigation Teams“, kurz JIT, gegründet – kleine, flexible Ermittlungsgruppen, die unbürokratisch, grenzübergreifend ermitteln. In THE TEAM wird die Geschichte eines solchen europäischen Ermittlerteams erzählt, das in Berlin, Kopenhagen und Antwerpen eine mysteriöse Mordserie aufzuklären hat.“ (Quelle: ZDF)

Der Originaltitel der Serie lautet MORD UDEN GRÆNSER, was auf Deutsch MORD OHNE GRENZEN heißt; der internationale und auch in Deutschland verwendete Titel ist THE TEAM. Englisch ist auch die Sprache, in der die drei hauptverantwortlichen Ermittler/innen sich untereinander verständigen: Harald Bjørn (Lars Mikkelsen) aus København, Jackie Müller (Jasmin Gerat) aus Berlin und Alicia Verbeek (Veerle Baetens) aus Antwerpen. Wobei sie in ihren jeweiligen Ländern und Teams natürlich Dänisch, Deutsch und Flämisch bzw. Französisch sprechen, und auch Russisch und Mandarin (?) kamen vor.
Die Erstausstrahlung begann am 22. Februar 2015 in Dänemark (Danmarks Radio), im deutschsprachigen Raum folgten am 28. Februar die Schweiz (SRF 1) und am 8. März in Deutschland (ZDF). Den Termin der belgischen Erstausstrahlung habe ich noch nicht finden können.

Es ist ein vereintes Europa und ich mag es, dass wir gemeinsam versuchen etwas als Europäer herzustellen. Das zeigt auch die Unterschiede zwischen uns auf.“ (Veerle Baetens, Schauspielerin)

Das Team hinter der Kamera

Die Serie spielte nicht nur in verschiedenen verschiedenen Ländern, sie war auch in der Finanzierung und Herstellung eine wirkliche internationale Ko-Produktion. Es wurde in drei Blöcken komplett an Originalschauplätzen gedreht. Eine große Kerncrew wurde in den drei Ländern jeweils ergänzt. Es gibt ein Making of-Video auf der ZDF-Webseite, aus dem ein Großteil der folgenden Zitate stammen.

Das ist der professionelle Teil der Arbeit, jeden Morgen gibt es ein Meeting, dann wird gedreht und wieder eingepackt. Man braucht die gleichen Sachen um etwas zu filmen. Es ist ziemlich überraschend überall das Gleiche. Aber es gibt natürlich unterschiedliche Herangehensweisen und verschiedene Arten mit der Crew zu sprechen.” (Stinna Lassen, Produzentin. Quelle ZDF)
Kreative und Crew unterschiedlicher Nationalität mit Verkehrssprache Englisch, unterschiedliche Dreh- und Arbeitssysteme, die aufeinander abgestimmt werden müssen, Regisseure, die die mehrsprachigen Drehbücher inszenieren müssen, ohne selbst aller vorkommenden Sprachen mächtig zu sein, eine sehr komplexe logistische Dreh- und Arbeitsplanung und eben die lokalen Feinheiten – von der Antwerpener Praline über den Berliner Winter bis zur Kopenhagener Mittsommernacht. So haben wir in vielerlei Hinsicht die Reise unserer Helden miterlebt.“ (Produzent Andi Wecker. Quelle ZDF)

Produziert wurde THE TEAM von „Network Movie, Lunanime, Nordisk Film, Superfilm in association with C-Films. Co-Produced by: ZDF, SVT, Arte, ORF, VTM and DR, SRF, RTS” (Quelle: Abspann) bzw. ist „eine Gemeinschaftsproduktion von ZDF und Network Movie in Koproduktion mit Lunanime, Nordisk Film, Superfilm, SVT, ARTE, ORF, VTM in Zusammenarbeit mit ZDF Enterprises, DR, SRF, RTS und C-Films.“ (Quelle ZDF)
Producerin war die Dänin Stinna Lassen. Im Abspann waren insgesamt 8 Frauen und 13 Männer in Produktionspositionen genannt.

Mai Brostrøm und Peter Thorsboe, die auch die Idee für das Projekt hatten, schrieben die Drehbücher, jeweils vier Folgen wurden von den dänischen Regisseur/innen Kathrine Windfeld (1, 2, 7, 8) und Kasper Gaardsøe (3-6) inszeniert. Interessant sind in diesem Zusammenhang die Anmerkungen der deutschen Schauspielerin Jasmin Gerat zur Arbeitsweise:

Mir scheint, als würden die Dänen per se mehr künstlerische Freiheit und Verantwortung in ihrer Arbeit zugestanden bekommen. Ich konnte manchmal kaum glauben, wie wenig uns vorgeben wurde. In Deutschland mache ich oft die Erfahrung, dass man die Regie nicht ohne regelmäßige Kontrolle „laufen lässt“. Ich fand es extrem befreiend, dass unseren Regisseuren von Anfang bis zum Ende so viel Freiheit und Vertrauen entgegen gebracht wurde. Zudem empfinde ich die Dänen als sehr intuitiv arbeitende Menschen, das kommt meinem Naturell entgegen. Und sie waren jeden Tag, egal unter welchen Umständen oder bei welchen Minusgraden wir gedreht haben, fast schon erschreckend optimistisch und herzlich.“ (Jasmin Gerat, Schauspielerin)

Hierzu bat ich einen der Produzenten, Andi Wecker von Network Movie, um eine Stellungnahme. Dies schrieb er mir:

Das hängt ganz stark von den Formaten und den Regisseuren ab. Manche Projekte sind so streng formatiert, dass es jemanden geben muss, der die Kontrolle behält und für Konsistenz sorgt. Das ist in Deutschland teilweise strenger, was aber auch mit der Masse zu tun hat und mit der Struktur, dass bei Auftragsproduktionen die Redakteure hier mehr Einfluss nehmen. Das ist bei den Dänen etwas anders, aber auch dort hat es letztlich mit Absprachen zu tun. Einzelstücke oder neue Produktionen wie THE TEAM sind da natürlich freier als langlaufende, etablierte Formate. Ich, bzw. unsere Firma, arbeitet aber generell so, dass wir im Vorfeld sehr genau besprechen, was geplant ist, damit man die gleiche Vision teilt und immer an einem Strang zieht. Das ist die Vertrauensbasis, die man braucht. Und dann lassen wir den Regisseuren, Schauspielern und anderen Kreativen sehr viel Freiheit, damit so viel Können und Gestaltung wie möglich in die Filme fließt. Denn dafür engagiert man schließlich diese hochklassigen Kreativen. Eingreifen oder kontrollieren passiert eigentlich nur dann, wenn man merkt, dass etwas massiv anderes entsteht als vereinbart. In Bezug auf die Arbeit der Schauspieler reden wir Regisseuren aber eigentlich gar nicht rein. Bei THE TEAM haben wir insofern sehr gut mit den Dänen zusammengepasst, die sich die künstlerische Freiheit nehmen, aber eben auch die Verantwortung fürs Ganze übernehmen.

Ein gewisser Widerspruch zu den Erfahrungen von Gerat. Entweder hat sie vorher noch nie in Network Movie-Produktionen gearbeitet, oder es wird etwas beschönigt. Oder noch was drittes.
Und dies antworten die Regisseur/innen auf die Frage: „Was unterscheidet die Vorgehensweise der dänischen Regie von der aus anderen Ländern?“ (Quelle ZDF Making-Of-Video)

Um ehrlich zu sein, ich weiß (es) nicht. Als Regisseur hat man so gut wie nie die Gelegenheit, ans Set eines Kollegen zu spazieren und sich dort mal umzusehen. Ich könnte mir aber vorstellen, dass dieser spezielle Stil, den wir haben, ein bisschen das nordische Gemüt widerspiegelt. Das halbe Jahr über ist es dunkel in Skandinavien und wir haben eine lockere Atmosphäre und flache Hierarchien. Das könnte es sein. (Kasper Gaardsøe)

 Ein wichtiger Faktor bei dänischen TV-Formaten ist die sogenannte „Second Story“. Dabei geht es um die Botschaft an den Zuschauer. Bei „The Team“ ist das Menschenhandel. Wir verfolgen den Mafioso Marius Loukauskis. Aber warum tun wir das? In skandinavischen Fernsehserien haben wir nie nur einen Handlungsstrang, sondern immer mindestens zwei oder mehr und das macht es auch so sehenswert. Eine weitere Besonderheit ist das blaue Licht in den Ländern Nordeuropas. Natürlich haben wir die Farbe blau nicht erfunden, aber wir nutzen sie, um diesen ganz speziellen Look zu kreieren. Jeden Tag um 16.00 Uhr sieht alles so aus, als sei es in eine blaue Decke gehüllt – das ist sehr fotogen. (Kathrine Windfeld)

Also ein weiterer Grund, Dänisch zu lernen?

Im Vor- und Abspann der Serie werden insgesamt 16 Frauen und 27 Männer für 22 Teampositionen genannt, darunter 8 Frauen und 13 Männer für Positionen, die in irgendeiner Weise mit Produktion zusammenhängen, wie z.B. Koproduzent/innen, Associate / Delegate / Executive / Supervising Producer. Um ein wenig Licht in diesen Bereich zu bringen hier die wichtigsten Produktionspositionen, basierend auf Informationen, die mir Produzent Andi Wecker netterweise zur Verfügung stellte:

Deutsche Produzenten: Peter Nadermann hat das Projekt gemeinsam mit den Autor/innen und mit Unterstützung des ZDF entwickelt und durch das Zusammenbringen der meisten Partner/innen einen Großteil der Finanzierung organisiert und das Projekt bis zum Ende begleitet. Andi Wecker hat das Projekt geleitet, d.h. mit den Autor/innen von der 1. Drehbuchfassung bis zur Drehfassung zusammengearbeitet, das Team zusammengestellt, das Casting gemacht, Regie und Kreativteam vom Konzept bis zum Schnitt begleitet.
Ausführende Produzent/innen: Wolfgang Cimera, Thomas Heinesen, Lena Haugaard und John Lueftner sind Geschäftsführer bzw. leitende Produzenten der beteiligten Produktionsfirmen und stehen hierarchisch über Nadermann und Wecker. Sie tragen die Verantwortung und sichern den finanziellen Rahmen, sind aber nicht unmittelbar für das Erscheinungsbild der Serie zuständig.
Dänische Producerin: Stinna Lassen. Sie hat das Team vor Ort, d.h. am Set und im Produktionsbüro betreut und ist immer mitgereist. Außerdem leitete sie die Dreharbeiten vor Ort und gewährleistete die Kommunikation mit den Produzenten, insbesondere Andi Wecker, und sorgte für die Implementierung von Anpassungen und Änderungen während des Drehs. (Anmerkung: Stinna Lassen wird in der ZDF-Pressemappe nicht genannt. Im Abspann kommt sie an fünftletzter Position, d.h. kurz vor der Regie.)
Supervising Producer: Tim Martens. Er hat einen großen Teil der Finanzierung organisiert und bereits sehr früh mit Förderern und Financiers Kontakt gehalten. Arbeitet für die Firma Lunanime, die Korpoduzent ist und über ihre Geschäftsführer Annemie Degryse und Jan de Clercq Delegate Producer war, also für die Dreharbeiten einen organisatorischen Rahmen geschaffen hat.

Um das Ganze wieder etwas zu verwirren: die englische Sprache unterscheidet nicht zwischen Produzent/in und Producer/in sondern verwendet beide Male das Wort producer.

„Mit seiner eigenen Familie hat man auch nicht immer eine schöne Zeit. Genauso ist das bei einer Filmcrew. Man geht durch gute und weniger gute Zeiten, besonders wenn man für ein Jahr zusammen arbeitet.“ (Stinna Lassen)

Das Team vor der Kamera

Die Schauspieler/innen repräsentieren die jeweiligen Kulturen.“ (Stinna Lassen, Producerin)
Es gibt so viele großartige Schauspieler in Europa. Wir sollten auf eine völlig neue Art mit ihnen arbeiten. Wenn das passiert bin ich wirklich sehr stolz.“ (Tanja Grunwald, Chefcasterin)

Harald Bjørn (Lars Mikkelsen),Jackie Müller (Jasmin Gerat),Alicia Verbeek (Veerle Baetens). Foto: ZDF / Mathias Bothor

v.l.n.r.: Harald Bjørn (Lars Mikkelsen),Jackie Müller (Jasmin Gerat), Alicia Verbeek (Veerle Baetens).       Foto: ZDF / Mathias Bothor

Es gab mehr als 100 Rollen zu besetzen, Chefcasterin war TanjaI think Casting is 70 % of a movieGrunwald (DK), die u.a. alle 15 Hauptrollen besetzt und auch persönlich getroffen und hier erstmals mit E-Casting gearbeitet hat. Der deutsche Castingverband BVC fordert schon länger die Nennung der Caster/innen im Vorspann von Filmen und Serien. Hier war es der Fall, Tanja Grunwald (DK) wurde im Vorspann an dritter Stelle genannt, nach Søren Gam (Szenenbild production design) und Knirke Madelung (Art Direction = Künstlerische Leitung?). Im Abspann folgen die regionalen Zusatzcastings, Crew Germany Sandra Köppe, Crew Belgium Sara De Vries, Crew Austria Nicole Schmied.

 In THE TEAM gibt es sehr viele Frauenfiguren, ein Großteil mit Namen. Die meisten sind auch über ihren Beruf definiert. Viele Frauen sind Polizistinnen, viele sind Prostituierte, es gibt die Sängerin, die Erzieherin, die Ärztin u.a.m. Es gibt keine Nur-Ehefrauen oder Nur-Mütter. Selbst Liv, die leicht unterwürfige, verständnisvolle Ehefrau vom dänischen Kommissar Harald, hat einen Beruf, sie ist Gerichtspsychologin, mit der Harald immer wieder den Fall bespricht. Auch die zunachst gehorsame Nur-Tochter Bianca geht am Ende ihren eigenen Weg. Männer handeln, Frauen gucken zu – das gilt hier nicht. Wobei manche Handlungen und Reaktionen von Frauen nur schwer nachvollziehbar sind – ich denke dabei insbesondere an Jackie (wenn Ihr die Serie gesehen habt: was ist das da am Ende?) und Kit, die ihren sie misshandelnden Ehemann verlässt. Das ist natürlich erfreulich, kommt aber recht unvermittelt.

THE TEAM ist eine Krimireihe und ziemlich viele Menschen sterben: 8 werden erschossen, 3 sterben an Salmonellenvergiftung, 3 in einem Brand bzw. an den unmittelbaren Folgen, 1 ertrinkt (glaube ich), 1 stirbt an Krebs.
Unter den Mordopfern sind 11 Frauen und 8 Männer, dh. zumindest in Relation zu den deutschen Verhältnissen ein überproportional hoher Frauenanteil. Es gehört leider schon fast zum Fernsehalltag – und war weder für Handlung noch Spannung zwingend erforderlich, dass die Toten ausgiebig gezeigt werden, insbesondere die brutal ermordeten, halbnakcten Frauen, hier allerdings meist auf Fotos, aber das dafür immer wieder (frauTV hatte vor einigen Monaten über dieses Phänomen berichtet).
Die folgenden Abbildungen zeigen Gender- und Altersverteilung vom Hauptcast:

Trivia: Überwachung und Empfang, ein Requisit, Zitate und ein Ausblick

Harald: Send it on the email!
Alicia: I think that’s too risky, you know.
(Folge 4)

Es ist bemerkenswert und erschreckend zugleich, wieviel videoüberwacht wird, wie viele Emails und Telefonate kontrolliert werden und was mit Bild- / Gesichtserkennung & Co. alles möglich ist. Das ist der aktuelle Stand der Technik, und größtenteils legal. Und es kommt dem Ermittlungsteam zugute, mit dem sich das Publikum vermutlich eher identifiziert (Wobei ,die Bösen’ auch Telefone abhörten). Trotzdem bleibt ein Unbehagen.

Harald auf der Spitze eines Schweizer Bergs und Loukauskis auf der Flucht, beide haben stets ein Netz und einwandfreien Empfang, – was bedeutet, dass sie vermutlich einen anderen Mobilfunkanbieter nutzen als ich. Überhaupt wird sehr viel telefoniert, nur als Harald morgens kurz joggen geht klappt irgendwas nicht. Er kehrt nach Hause zurück und Liv hat in der Zwischenzeit ein Kind bekommen.

Als Elias mit seinen Töchtern wegfährt und Jackie sie nicht erreichen kann (er hatte sein Telefon beim Abholen von der Schule verloren) liegt auf dem Rücksitz bei den Mädchen eine Zeitschrit mit „Dein Liebingshandy“ als Titelstory.

In Folge 5 sitzt Alicia im Auto und telefoniert mit Harald (vorbildlich: per Freisprechanlage!). Er stellt eine Frage, auf die sie keine Lust hat:
AliciaAch Scheiße. Ähm, Harald, ich habe grad den Außenspiegel abgerissen. Ich ruf dich zurück, okay? (legt auf)

THE TEAM ist europäische Realität, im Film wie in der Herstellung und in beiden Fällen eine wunderbare Erfahrung. (Produzent Andi Wecker)
Es war eine großartige Erfahrung und ich hoffe sehr, dass wir erneut die Möglichkeit bekommen, weitere europäische Geschichten zu erzählen. Denn das passt zu unserem modernen Leben: Wir reisen viel, wir sprechen Englisch mit schlechtem Akzent und wir arbeiten länderübergreifend. (Kathrine Windfeld, Regisseurin)

Das sind doch schöne Aussichten finde ich, als Schauspielerin und als Zuschauerin. Wobei ich mich freuen würde, wenn europäische Serien-Zusammenarbeit nicht nur auf Krimis hinausläuft.

P.S.: THE TEAM wird ab 14. Oktober wieder ausgestrahlt, diesmal von ZDFneo.

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English Version

Come and Join The Team – and Stop the Dubbing

Today’s text is about MORD UDEN GRÆNSER / THE TEAM – a crime drama series that was developed and shot as an international co-production in Denmark, Germany, Austria, Switzerland and Belgium. I evaluated the casting lists gender- and agewise and also had a quick glance at some of the team positions behind the camera. In addition there are some quotes and comments on the production and the plot – the latter of course after the four statistical figures so that those that haven’t seen the series yet won’t find out too much too early.

European Teamwork

During the Easter holidays I watched the 8 episodes of the European TV series THE TEAM in its multilingual original version.

The Team

from left to right: Harald Bjørn (Lars Mikkelsen) Jackie Müller (Jasmin Gerat),Alicia Verbeek (Veerle Baetens). Photo: ZDF / Mathias Bothor [m] Christina Holzer, KNSK

Before production started it had already been clear that the ZDF wanted four episodes, 115 minutes each, and that the international market wanted eight episodes, 55 minutes each. Apparently shows with 60 minutes or under are not really scheduled on German TV, BORGEN (DK) and THE SLAP (AUS) were broadcast two episodes on one date, as are HATUFIM (IL) on arte and BROADCHURCH (UK) on ZDF presently.
Speaking of BORGEN, it was nice to meet some old acquaintances from that show on THE TEAM: Pia Munk (Lisbeth Wulff), Ulrik Mørch (Thomas Levin) of TV1 and Søren Ravn (Lars Mikkelsen), the economist of season 3.

The ZDF (German public broadcaster) had shown a version completely dubbed into German, unfortunately not offering the original soundtrack as well. It is really a pity that so many foreign programmes are being dubbed in this country, but that is a topic for another day.
But no, let today be that day!

Life is international and the World multilingual

Some cinemas in larger German cities will occasionally or regularly show international films in their original version with German subtitles. If you’re in luck you may also find non-English language films. But these are the exception for most towns.
And what about television? There are three options for non-German programmes: show the original version with (or without) subtitles, show a version dubbed into German, or offer 2-channel-sound, which lets the audience choose between the German and the original soundtrack.
That is the theory at least. Nowadays – or so I was informed by the ZDF – there are hardly any 2-channel-sound transmissions any more.
But just like real life, films and TV series are not always monolingual. Despite this they are very often shown completely or partially dubbed into German.

Three Examples: BORGEN, HATUFIM, HANNAH ARENDT

The Danish political series BORGEN (season 1 2010, season 2 2011, season 3 2010 with 10 episodes each – idea: Adam Price). The original version is mainly in Danish, sometimes there are bits in other languages such as Kalaallisut / Greenlandic, English, French, Arabic or Russian – as they come along in the life of a statsminister / prime minister. In the German version the Danish was dubbed to German, the English dialogue was rerecorded with the German dubbing artists and the Kalaallisut was kept from the original recording – which sounded quite strange because the original and dubbing voices often are quite different (and Greenland’s prime minister spoke Kallallisut and Danish).   In France, BORGEN was shown in a dubbed version as well, but in the Netherlands and UK it was shown with subtitles. Why do we get so few undubbed international films and series on German TV?
Recently the Israeli series HATUFIM (PRISONERS OF WAR) was shown on French-German channel arte. Hatufim lterally translates to Abductees. (Season 1 2009 (10 episodes), Season 2 2012 (14 episodes, idea: Gidi Raff). It was copied by Fox 21 from USA as series HOMELAND. For transmission in German TV the main language Hebrew was dubbed to German, but a lot of dialogue is in Arabic, increasingly so in season 2. These passages were left in the original version and got German subtitles. And here we are not talking of short sentences but of really long subplots. So this was not possible for Hebrew, for the whole series?

The third example is feature film HANNAH ARENDT (D 2012, director Margarethe von Trotta, script Pamela Katz, Margarethe von Trotta) which was brought to German cinemas in the original version of German, English and Hebrew with German subtitles. When the film was shown on German TV (ARD, 7 Dec. 2014) it was dubbed completely. Why?
Why do they dub so many films in Germany (and other countries)? Old habit? Because they always did? Because TV is more often just listened to and not really watched (“Bügelfilme” we say in German, films you can do your ironing – Bügeln – to)? Because broadcasting companies are afraid of change? Because German audiences are worse at reading in comparison to Dutch, Danish or even British audiences? Because no one wants to take a risk, wants to try out new ways? Are ,they’ maybe underestimating TV audiences?

Ironically the ZDF is especially praising the multilingualism of THE TEAM, which they are keeping from their TV audiences at the same time:
The Danes talk Danish, the Belgians Flemish or French and the Germans speak German among themselves. If they communicate across the national lines they use English as link language. This babylonic mix of languages contributes another level of authenticity to the series.” (source ZDF).
Exactly! It was the European aspect and the multilingualism which made me watch this series – I had not been too keen on watching yet another new crime mini series full of murdered women otherwise.

As mentioned, fortunately it was possible to watch the 8 original, multilingual episodes as well as 8 German episodes in the ZDF media centre online, day and night actually, without any special warning. The ARD TATORTE (CRIME SCENE, cop drama on ARD) are only available in the media centre in the evenings, and films and series in the media centre of arte.tv containing violent scenes come along with a warning, like is happening e.g. in the UK. The original version was subtitled, although unfortunately the German dialogues were not. This is a real pity, with complete subtitles it would have been adequate service for deaf or hard of hearing viewers. But that is a topic for another day.

A Whydunnit rather than a Whodunnit

It’s about modern Slavery, it’s about the society today, it’s about how do we produce things how do we use the world, how do we use each other and how do we abuse each other.” (Stinna Lassen, Producer. Source: ZDF)
Human trafficking, forced prostitution, drugs, money laundering, tax fraud, hit jobs – the statistics for organized crimes in Europe are spiralling. To fight this, an initiative for JIT / Joint Investigation Teams was started in The Hague, these are small, flexible groups that investigate across boarders. THE TEAM tells the story of one such team that has to solve a series of mysterious murders in Berlin, Copenhagen and Antwerp.“ (source: ZDF)

The original title of the series is MORD UDEN GRÆNSER (English: MURDER WITHOUT FRONTIERS), the international title which was also used in Germany is THE TEAM.
It is also in English that the three main investigators communicate: Harald Bjørn (Lars Mikkelsen) from København, Jackie Müller (Jasmin Gerat) from Berlin and Alicia Verbeek (Veerle Baetens) from Antwerpen / Anvers. In their countries they speak Danish, German and Flemish / French of course, and there is also dialogue in Russian and Mandarin (?).
The series premiered on February 22 2015 in Denmark (Danmarks Radio), for German language countries it was first aired on February 28 in Switzerland (SRF 1) and then on March 8 in Germany (ZDF). I haven’t found a date for Belgium so far.

It’s a united Europe and I like that fact that we are all coming together trying to create something as Europeans, which also puts a light on the differences.“ (Veerle Baetens, actress)

The Team behind the Camera

As well as the series taking place in different countries, the financing and production were a true international co-production. Everything was shot on location in three blocks. A large key crew was supplemented in each of the three countries involved. There is a Making-Of-Video on the ZDF-webpage, where I took most of the following quotes from.

„That is the professional work which is meeting every morning and getting ready to shoot, and shooting and wrapping. That is basically the same wherever you go. You need the same elements to shoot. So that I think is surprisingly identical everywhere you go. But of course you have different ways of working and different ways of communicating on the crew. (Stinna Lassen, producer)
Creatives and Crew of most varied nationalities with link language English, different systems for filming and working, that need to be harmonised, directors that have to work with multilingual scripts without being fluent in all languages occuring, a very complex logistical strategy for shooting and working and all those local subtleties – from Antwerp chocolates via winter in Berlin to Kopenhagen’s midsummer. So in a way we actively witnessed the journey of our protagonists.” (Andi Wecker, producer)

THE TEAM was produced by „Network Movie, Lunanime, Nordisk Film, Superfilm in association with C-Films. Co-Produced by: ZDF, SVT, Arte, ORF, VTM and DR, SRF, RTS” (source: end titles) or rather it is “a co-production of ZDF and Network Movie in co-production with Lunanime, Nordisk Film, Superfilm, SVT, ARTE, ORF, VTM in cooperation with ZDF Enterprises, DR, SRF, RTS and C-Films.“ (source ZDF)

Stinna Lassen was the producer. In the end titles a total of 8 women and 13 men are listed for producing positions.
Mai Brostrøm and Peter Thorsboe, who also came up with the idea for this project, wrote all scripts, 4 episodes each were directed by Kathrine Windfeld (1, 2, 7, 8) and Kasper Gaardsøe (3-6) from Denmark.

It is very interesting to read what German actress Jasmin Gerat had to say:

“I am somehow under the impression that Danish filmmakers per se are granted greater artistic freedom and responsibility in their work. I sometimes could not believe how little restrictions there were. In Germany I quite often have noticed that the directors are not allowed to do their job without being checked regularly. I found it extremely liberating to experience so much freedom and trust from our directors, from beginning to end. Also I feel that the Danes work quite intuitively, that accomodates my disposition. And also, every day no matter what the circumstances and how low the temperature, they were always quite shockingly optimistic and affectionate.”

I asked producer Andi Wecker of Network Movie to comment on this. This is what he wrote (well, he wrote in German of course, this is my translation):

It depends a considerably on the format and on the directors. Some projects are formatted in such a strict manner that there has to be someone who controls everything and who guarantees the consistency. This is a bit stricter in Germany, and may have to do with the mass of production and with a structure where commissioning editors tend to take a greater influence on commissioned productions. This is a bit different in Denmak, but in the end it is a question of agreements. Individual films or new productions like THE TEAM are more free than long running established formats. I or rather our company generally work like this: we discuss everything in great detail in advance, the plans and everything so that everybody has the same vision and always acts in concert. This is the basis of trust that you need. And then we grant directors, actors/actresses and other creatives a lot of freedom, so that as much knowledge and creation is brought into the film as possible. Because that is the reason why this high-class creatives are hired. We only intervene or control things when we notice things moving into a completely different direction than agreed upon. As far as the directors work woth the actors/actresses is concerned we don’t really intervene. The cooperation with the Danish part on THE TEAM went very well as they took artistic liberties but also took responsibility for the whole thing.

This is a bit different from Gerat’s experiences. But maybe she has not worked in Network Movie productions before, or it’s simply that views are always subjective.
And this is what the directors answered to the question ”What is the difference between the approach of Danish directors and those from other countries?” (source: ZDF Making-Of-Video)

To be honest I really don’t know. As a director you don’t ever have the opportunity to walk onto the set of a colleague to have a look. I could imagine though that this special style of ours reflects the nordic mind. Half the year it is dark everywhere in Skandinavia and we have a casual atmosphere and horizontal hierarchies. This could be it. (Kasper Gaardsøe)

A major point for Danish TV programmes is the so-called „Second Story“. That is about the message to the audience. In THE TEAM it is human trafficking. We chase the mafioso Marius Loukauskis. By why do we do that? In Skandinavian TV series we never only have one line of plot, but at least two or more, and that makes it worthwhile to watch them. Another feature is the blue light in the North European countries. Of course we did not invent the colour blue, but we use it to create this very special look. Every day at 4 pm everything looks like it is being covered in a blue blanket – and that is very photogenic.. (Kathrine Windfeld)

So there we have another reason for learning Danish?

In the opening and end titles of the series a total of 16 women and 27 men for 22 team positions are listed.
„It’s not always happy times with your family as well, it’s the same with a film crew. I mean you go through good times and you go through bad times, especially when you work together for a year.“ (Stinna Lassen)

The Team in Front of the Camera

The actors will be the representatives of their cultures.“ (Stinna Lassen)
There is so many great actors in Europe. And we really should use each other in a completely different way than we have done before. If this would happen I would be very proud.” (Tanja Grunwald, Casting Director)

Harald Bjørn (Lars Mikkelsen),Jackie Müller (Jasmin Gerat),Alicia Verbeek (Veerle Baetens). Foto: ZDF / Mathias Bothor

Harald Bjørn (Lars Mikkelsen),Jackie Müller (Jasmin Gerat),Alicia Verbeek (Veerle Baetens). Foto: ZDF / Mathias Bothor

More than 100 parts had to be casted. Head of Casting was Tanja I think Casting is 70 % of a movieGrunwald (DK), who cast all 15 leading roles and met all actors / actresses personally and who worked with e-casting for the first time. The German casting association BVC has long been demanding that casting directors should be listed in the opening titles of films and series. Here, in THE TEAM, this was the case. Tanja Grunwald (DK) was named in the third position of the opening titles, directly after Søren Gam (production design) and Knirke Madelung (art direction). In the closing titles we see the names of the additional regional casters: Crew Germany Sandra Köppe, Crew Belgium Sara De Vries, Crew Austria Nicole Schmied.

In THE TEAM there are a lot of female characters, most of them with a name. The majority is defined by their jobs. Many are policewomen, many are prostitutes, there is a singer, a teacher, a doctor e.g. There are no only-wives or only-mothers. Even Liv, the slightly subservient wife of the Danish inspector Harald, has a job, she is a forensic psychologist with whom he regularly discusses the case. Even in the beginning-obedient only-daughter Bianca finds her own way in the end. Men act, women watch – this is not the case in this series. Although I must say some things are not so comprohensible – I am thinking of Jackie here (if you have seen the series already, what’s that with her in the end?) and Kit, who leaves her abusive husband. Of course that is good news, but it does happen quite out of the blue.

THE TEAM is a crime series and lots of people die: 8 are shot dead, 3 die of salmonella poisening, 3 die in a fire or from injuries sustained there, 1 drowns / is drowned (I think), 1 dies of cancer.
Of the murder victims 11 are women and 8 men, a higher female proportion than in – at least German – reality. Unfortunately it seems to be a part of TV crime ,entertainment’ of today to show the murdered in big close-ups, especially if they are female, half-naked and were murdered brutally. In this case the main victims, all murdered in episode 1, are mostly shown on photos.
The following figures show the gender and age distribution of the main cast.

Trivia: Surveillance and Reception, a Prop, Quotes and a Prospect

Harald: Send it on the email!
Alicia: I think that’s too risky, you know.
(Episode 4)

It is remarkable and distressing at the same time who much CCTV / surveillance is happening, how many emails and phonecalls are being controlled and what is possible with image and space facial recognition means. This is the state of technics today, and mostly legal. Of course the investigators benefit from all this, and they are probably the ones the audience identifies with (actually the bad guys also tap telephones). Nonetheless a feeling of discomfort remains.

Harald standing on top of a Swiss mountain and Loukauskis on the run, both have a strong telephone connection and perfect reception – which means that they probably use a different mobile phone service provider than I do. Actually, a lot of telephoning is going on, only when Harald goes running one morning …. He returns home and Liv has given birth to a baby in the meantime.

When Elias drives off with his daughters and Jackie can’t reach him (he had lost his phone when he picked them up from school) there is a magazine on the backseat with the cover story “Your favourite mobile”.

In episode 5 Alicia is driving in her car, on the phone to Harald (yes, via telephone system!). He asks her an awkward question she does not want to answer:
Alicia: Oh shit. Ehm, Harald, I just ripped off the outside mirror. I’ll call you back, ok? (puts down phone).

“THE TEAM is European reality, plotwise and productionwise, and in both cases it was a wonderful experience.” (Andi Wecker, producer)
It was a great experience and I hope very much that we will get the opportunity again to tell more European stories. Because that goes well with our modern life: we travel a lot, we speak English with a bad accent and we work across boarders.” (Kathrine Windfeld, director)

I’d say that sounds quite promising (as an actress and as part of the audience). Although I would be happy if European cooperation on TV series would not only result in cop-and-crime stories.

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