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Gedanken einer Schauspielerin – An Actress's Thoughts

Deutsches Kino 2015: Frauen machen Kostüme und Besetzung – German Cinema 2015: Top 100 Films, 12 Team Positions

Ein Kommentar

English Version follows German.

Ich bin wiederholt gefragt worden, warum ich seit Februar nicht mehr beim Karaoke in meiner Stammkneipe war.
Ein Grund ist die Bekanntgabe der Top 100 deutschen Kinofilme 2015, der Filme mit den meistverkauften Eintrittskarten, durch die Filmförderungsanstalt FFA während der Berlinale. Seitdem werte ich sie in meiner Freizeit in Hinblick auf den Frauenanteil in 12 Gewerken bzw. unter den jeweiligen Hauptverantwortlichen aus.

6- und 12-Gewerke-Check: Die 100 erfolgreichsten deutschen Kinofilme 2015 und ein Vergleich mit den Vorjahren

(Abbildungen am Ende des Textes)

100 Filme, 12 Gewerke – da sind eigentlich ja nicht so viel Filmleute und sie hätten eine öffentliche Namensnennung allemale verdient (und es würde nebenbei meine Auswertungen erleichtern). Aber sie sind meist in keiner der Branchendatenbanken – filmportal, crew united und IMDB – vollständig zu finden. Manchmal schwingt auch eine gewisse Komik mit, wenn beispielsweise für einen Film die 1. Aufnahmeleitung fehlt, aber Set-AL, Motiv-AL und die Assistenz der – nicht genannten – 1. AL aufgeführt sind. Die meisten Lücken kann ich aber glücklicherweise durch zusätzliche Recherchen auf  offiziellen Filmwebseiten oder per Nachfrage bei Produktionsfirmen füllen, und viele Caster*innen-Angaben stehen im Archiv vom casting-network.
In manchen Fällen bleiben Felder regulär leer, z.B. Kostümbild oder 1. Aufnahmeleitung bei Animationsfilmen oder  Casting bei Dokumentarfilmen. Allerdings gibt es in einigen Fällen dann wieder mehr als einen Eintrag, z.B. bei Produzent/innen und Drehbuch, bei Kamera oder Musik, so dass es am Ende vermutlich mehr als 1.200 Namen sind.
(Die Angaben in Datenbanken und anderen Quellen stimmten übrigens auch nicht immer 100 %ig überein, und trotz sorgfältiger Arbeit kann ich eigene Fehler nicht ausschließen, hoffe aber, dass sie sich in Grenzen halten, denn ich habe alles mehrfach nachgerechnet. Dennoch, alles ohne Gewähr!)

Mitten in meinen 2015er Auswetungen dachte ich dann es wäre nett, einen Vergleich zum Vorjahr zu haben, also habe ich nachrecherchiert, denn 2014 hatte ich weniger Kategorien untersucht (Die deutschen Top 100 Kinofilme 2014). Und für die Jahre 2012 und 13 (Komödie statt Krimi – die Top 100 dt. Kinofilme 2012) und Kein Jahr für Regisseurinnen: 2013). habe ich die bisher untersuchten 3 Teampositionen (Regie, Drehbuch, Produktion) auf 6 erhöht.

Und deshalb ist es jetzt schon Ende Mai.

Die Auswertung

Worum geht es beim 6-, 11- oder 12-Gewerke-Check?

Der Frauenanteil für bestimmte Gewerke wird ermittelt.

  • 6 Gewerke = Regie, Drehbuch, Produzent/in, Kamera, Schnitt, Casting
  • 12 Gewerke = Regie, 1. Regieassistenz, Drehbuch, Produzent/in, 1. Aufnahmeleitung, Kamera, Szenenbild, Kostümbild, Schnitt, Ton, Musik, Casting
  • 11 Gewerke = 12 Gewerke minus Regie

Die Abbildungen

  • 2015 Top 20 und Top 100 dt. Kinofilme: 12-Gewerke-Check
  • 2014 / 2015 Top 20 und Top 100 dt. Kinofilme: 12-Gewerke-Check
  • 2012 bis 2015 Top 20: 6-Gewerke-Check
  • 2012 – bis 2015 Top 100: 6-Gewerke-Check
  • 2015 Top 100: 11 Gewerke-Check getrennt nach Regisseurinnen / Regisseuren
  • 2014 Top 100: 11 Gewerke-Check getrennt nach Regisseurinnen / Regisseuren
  • 2015 Top 100: Regisseur*innen und Drehbücher (eigene und fremde Stoffe)
  • 2014 Top 100: Regisseur*innen und Drehbücher (eigene und fremde Stoffe)
  • 2015 / 2016: Nominierungen zum Deutschen Filmpreis: 12-Gewerke-Check

Es gibt diesmal fast kein hellblau und rosa, stattdessen fünf verschiedene Farben für die Jahrgänge, voll für Top 100, gestreift für Top 20.

Einige Datenbanken

Einige Ergebnisse

  • Sowohl bei den Regisseurinnen (46,2 %) als auch den Regisseuren (40,2 %) ist 2015 Spielfilm / Komödie das häufigste Genre, gefolgt von Spielfilm / Drama (23,1 % / 22,0 %) und  Dokumentarfilmen gesamt (15,4 % / 8,5 %). Allerdings, wenn wir alle Kindergenres zusammenfassen (Abenteuer, Anime-Zeichentrick, Drama, Fantasy-Mystery, Komödie), kommen diese auf den dritten Platz (15,4 %, 17,1 %).
  • Die mit Abstand höchsten Frauenanteile gibt es im Kostümbild und Casting. Gleichzeitig sind es die einzigen untersuchten Gewerke mit einem Frauenübergewicht. Der Wert für Casting ist > 75 % bei den Top 100 Filmen 2012 bis 15, und > 70 % für Kostümbild bei den  Top 100 Filmen 2014 und 15. In allen anderen Gewerken werden 40 % nicht erreicht. In 8 von 12 Gewerken liegt der Frauenanteil für die Top 100 Filme unter 30 % (Regie, Regieassistenz, Produzent/in, 1. AL, Kamera, Schnitt, Ton, Musik).
  • Kamera: Hier gibt es einen deutlichen Unterschied im Vergleich der Top 20 und Top 100 für alle vier Jahre. Mit Sonja Rom (SAPHIRBLAU) stand nur 2014 überhaupt eine Frau hinter der Kamera bei einem Top 20 Film. Bei den Top 100 gibt es zwischen 6 und 8,7 % Kamerafrauen (alle 4 Jahre).
  • Schnitt! Auch 2015 ein erstaunlich niedriger Frauenanteil in diesem Bereich (Top 20: 4,2 bis 18,2 %, Top 100: 29,4 bis 31,5 %). Zum Vergleich: der Frauenanteil im Verband liegt noch bei 61,7 %, in der crew united Datenbank bei 37,2 %, und frühere TV-Auswertungen ergaben Werte  zwischen 45 und 60 % (Top 20 TV Filme und Grimmepreisnominierungen 2012 und 2013). Was ist da los? Schnitt war zu analogen Zeiten der typische Frauenberuf. Wie konnten die Cutter nun die Cutterinnen verdrängen? Können Männer digital besser, vor allem bei kommerziell erfolgreichen Filmen? Arbeiten Regisseure lieber mit Cuttern zusammen? Es gibt einen Unterschied für Filme von Regisseurinnen (Cutterinnenanteil 2014 / 15 bei 55,6 % / 38,5 %) und von Regisseuren (Cutterinnenanteil 2014 / 15  bei 22,2 % / 31,9 %). Eindeutig ein Thema für eine genauere Untersuchung.
  • 10 Frauen und 20 Männer schrieben die Drehbücher der Top 20 Kinofilme 2015. Der Frauenanteil (33,3 %), ist deutlich höher als in den Vorjahren oder auch bei den Top 100 desselben Jahres. Frauen können also erfolgreiche Geschichten (mit-)schreiben. Und nicht nur Kinderfilme (Kinder / Abenteuer), sie tauchen in den Top 20 auch in den Kategorien Spielfilm / Komüdie, Spielfilm / Drama, Kinder / Anime / Zeichentrick und Spielfilm / Action auf  (Kategorien von der FFA übernommen).
    Zum Vergleich: der Drehbuchautorinnenanteil in der crew united Datenbank liegt bei 36,9 % und im Verband bei 40,2 % (siehe auch Männer schreiben Drehbücher).
  • Wenn eine Frau Regie führt ist der Anteil von Kamerafrauen, Cutterinnen und Tonmeisterinnen deutlich höher, die Drehbuchautorinnen liegen sogar über 55 %. Regisseurinnen realisieren häufiger als Regisseure eigene Stoffe.
  • Regisseure sind häufiger an Drehbüchern mitbeteiligt, oft in Teams von 3 oder mehr. Der Anteil von Drehbuchautorinnen in Filmen, die von Regisseuren inszeniert wurden, betrug 2014 / 2015 lediglich 20,1 %/ 14,4 %!
  • Regisseure hatten 2015 zu 74,2 % mit Regieassistentinnen gearbeitet (Regisseurinnen zu 36,4 %), im Vorjahr lag der Wert mit 26,3 % allerdings, deutlich niedriger, unter dem der Regisseurinnen (40 %), insofern lässt sich daraus kein Trend ableiten.
  • Bei den 2016 für alle Kategorien des Deutschen Filmpreises nominierten Filmen weisen neben Kostümbild und Casting auch Szenenbild und Schnitt Frauenanteile von (fast) 50 % auf. Bei den Lola Nominierungen 2015 kommen (neben Kostümbild und Casting) die Regieassistentinnen über 50 %. Der Anteil der Drehbuchautorinnen liegt mit 20,7 % (2015) und 32 % (2016) unter dem Branchenanteil.
  • 29,4 % der Nominierten und 26,3 % der Gewinnerinnen des Deutschen Filmpreises 2016 sind Frauen. 

Ein Ausblick

Im Gegensatz zu Ländern wie UK und USA, in denen die Benachteiligung von Filmfrauen auch von Betroffenen in die Öffentlichkeit getragen wird, gibt es in Deutschland fast keine weibliche Filmschaffende, die über ihre niedrigeren Gagen oder schlechteren Arbeitsmöglichkeiten öffentlich sprechen. Das ist nachvollziehbar, denn die Befürchtung, sich dadurch zu schaden, ist nicht unbegründet. Aber die Arbeit muss ja nicht an Einzelnen hängen, es gibt Gruppen und es gibt Zahlen.
Hauptsächlich dank der Lobbyarbeit von Pro Quote Regie
sprechen Fernsehsender über die eklatante Unterbeschäftigung von Regisseurinnen und setzen erste Quoten und Zielvorgaben fest. Mit und in Fördereinrichtungen von Bund und Ländern wird diskutiert, wie die Benachteiligung von Regisseurinnen in der Vergabe von Fördergeldern abggebaut werden kann. Mehr realisierte Filme von Regisseurinnen bedeuten gleichzeitig mehr Filmprojekte mit Frauen an Kamera, Tonmischer und Schnittcomputer, mehr verfilmte Drehbücher von Frauen. Filme, die von Frauen geschrieben werden, bedeuten mehr Frauenfiguren auf Leinwand und Bildschirm und eine größere Chance für mehr Figurenvielfalt und weniger Stereotypisierung. Da hoffe ich auf spezielle Förderprogramme für Autorinnen, und etwas wie ein Pro Quote Drehbuch. Aber es geht ja noch weiter. Was passiert, wenn sich die Verbände – beispielsweise der Schnittverband – mit dem Genderthema beschäftigen und an die Öffentlichkeit treten? Was würde sich ändern, wenn sich die Kamerafrauen zusammenschließen?
Nicht zuletzt die Generation Smartphone zeigt, dass Technik, dass Videos und Ton kein reines Männersteckenpferd sind. Was wäre, wenn es analog zu MINT-Initiativen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) gezielte Ansprache von Mädchen und jungen Frauen für die ,Männerdomänen’ Kamera, Ton und Licht gibt? Und gleichzeitig eine gezielte Förderung von jungen Männern in vermeintlich weiblichen Bereichen wie Kostüm und Maskenbild?
Ideen und Initiativen brauchen konkrete Zahlen, um Fragen stellen und Veränderungen fordern bzw. einleiten und beobachten zu können. Mit meinen Untersuchungen möchte ich dazu einen Beitrag leisten, denn in der deutschen Film- und Fernsebranchte gibt es über den Regiebereich hinaus kaum gegenderte Statistiken. Meine Daten können natürlich – mit Quellennennung – gerne zitiert und verwendet werden. Letztens sprach jemand über Schauspieler*innen in Deutschland, berief sich aber nur auf Quellen aus den USA bzw. auf die Situation der Regisseurinnen in Deutschland. Das ist nicht ganz nachvollziehbar, denn es gibt ja Daten (z.B. hier Das Besetzungstool Neropa). Aber das ist ein Thema für einen anderen Tag.

Die Präsidentin der Deutschen Filmakademie Iris Berben forderte letzte Woche anlässlich der Lolas-Verleihung in Berlin für den deutschen Film „mehr Geld für mutige Ideen“ und „mehr Frauen!“
In der Tat. Mehr Beschäftigung von Frauen vor und hinter der Kamera, mehr Anerkennung ihrer Arbeit! Mit aller Hochachtung vor diesen beiden Gewerken (und den Caster*innen fehlt bis dato immer noch eine eigene Filmpreis-Kategorie): Frauen können noch viel mehr als Kostüme und Besetzung.

English Version

6- and 12-Team Positions-Check: The 100 most successful German films of 2015 plus a comparison with 2012, 13 and 14

(Figures at the end of the text)

I am regularly asked why I haven’t been to my local pub’s karaoke night any more since February.
One reason for this is the publication of a list with Germany’s 100 top grossing films 2015 by the FFA / German Federal Film Board during the Berlinale Berlin International Film Festival in February. Since then I have been evaluating the list in my spare time, assessing the share of women for 12 team positions, or rather the persons in charge. That shouldn’t be too many film people and they certainly all deserve a public mention (which would make my research easier at the same time). But unfortunately they are rarely listed completely in any of the film data bases I use – filmportal, crew united and IMBD. Sometime it’s even a little ironic when the first manager is missing but the put the names of the location and set manager and the assistant to the (not mentioned) unit manager. Luckily however I am able to close most gaps by checking the films’ official websites, calling the production companies or browse the archive of casting-network for missing casting directors.
In some cases the gaps remain empty, for example because animated films don’t use a costume designer or a unit manager, and documentaries don’t need casting directors. On the other hand there were cases with more than one person for a category, for example producers or script writers, DoP or music, so in the end I probably came up with more than 1,200 names.
(Sometimes the information on a team position would differ in the different sources, and despite working as dilligently as I can on all this I cannot rule out own errors, but I hope they are unnoticeably small, I do recalculate everything more than twice. Still, no liability assumed!)
Anyway, halfway through this data assembling I thought it would be nice to compare the 2015 with that of 2014, so I did some additional research because for that year I had investigated less team positions (The Top German Films 2014). And for 2012 and 13 (The Top Grossing German Films 2012: Comedy over Crime and A Bad Year for Female Directors – the 100 Top Grossing Films 2013) I raised the evaluated team positions from 3 (director, script writer, producer) to 6.

And therefore it’s now the end of May already.

The Evaluation

 Which team positions are investigated in the 6-, 11- or 12-divisions-checks?

  • 6 divisions = director, script, producer, DoP, editor, casting
  • 12 divisions = director, 1st assistant director, script, producer, 1st unit manager, DoP, set design, costume design, editor, sound, music, casting.
  • 11 designs = 12 divisions minus director.

The Figures

  • 2015 Top 20 and Top 100 German films: 12-divisions-check
  • 2014 / 2015 Top 20 and Top 100 German films, 12-divisions-check
  • 2012 to 2015 Top 20: 6-divisions-check
  • 2012 to 2015 Top 100: 6-divisions-check
  • 2015 Top 100: 11-divisions-check, for female and for male directors
  • 2014 Top 100: 11-divisions-check, for female and for male directors
  • 2015 Top 100: directors and scripts (own and others’)
  • 2014 Top 100: directors and scripts (own and others’)
  • 2015 / 2016 Nominations for German Film Awards: 12-divisions-check

This time I hardly used light blue and pink, and instead five colours for the different years, in full for the Top 100 and striped for the Top 20.

Some Databases

Some Results

  • In 2015 the most films by female (46,2 %) and male directors (40,2 %) belong to the genre feature film / comedy. In second positions it’s feature film / drama (23,1 % / 22,0 %) followed by documentaries (15,4 % / 8,5 %). If we sum up all children’s film genres (adventure, animated, drama, fantasy-mystery, comedy) they take third place (15,4 % / 17,1 %).
  • The by far highest shares of women can be found in costume design and casting. At the same time these are the only investigated positions with a female majority. For casting it’s > 75 % for the Top 100 films 2012 to 15 and for costume design >70 % for 2014 and 15. In all other divisions the female share remains below 40 %. For 8 of 12 divisions the share of women for the Top 100 films remains below 30 % (director, 1st assistant director, producer, 1st unit manager, DoP, editor, sound, music).
  • Camera / DoP: here we find the most distinct difference when we compare the top 20 and top 100 films for all four years. Sonja Rom (SAPHIRBLAU, 2014) was the only female DoP to be found in the Top 20, for the four Top 100 groups the share of female DoPs is between 6 and 8,7 %.
  • Editing! Again, in 2015 the share of female editors is surprisingly low (Top 20: 4,2 to 18,2 %, Top 100: 29,4 to 31,5 %). As a reference we can take the share of female editors in their union (61,7 %) or in the crew united database (37,2 %). In some earlier investigations of groups of TV-films resulted in values between 45 and 60 % (Top 20 TV films and German TV awards nominations 2012 and 13). So what is going on? In analogous times film editing was traditonally a woman’s job (at least in Germany). So how come the men pushed them aside? Are men better at digital stuff, especially for commercially successful fllms? Do male directors prefer working with male editors? There is a difference between the share of female cutters in films directed by women (2014 / 15: 56,6 % / 38,5 %) and by men (22,2 % / 31,9 %). Definitely a topic for further investigation.
  • 10 women and 20 men are responsible for the scripts of the 20 top grossing films 2015. The share of women (33,3 %) is much higher than in preceding years and also higher than that of the top 100 films 2015. So indeed women are able to (co-)write successful stories. And not only scripts for children (children / adventure), they also turn up in the top 20 in the genres feature film / comedy, feature film / drama, children / anime and feature film / action (categories as used by FFA).
    In comparison: the share of female script writers in the crew united database is 36,9 % and 40,2 % in their union (also refer to It’s the Men that write the Scripts).
  • In films with a female director the share of female DoPs, editors and sound mixers is considerably higher, the share of female scriptwriters is more than 55 %. Female directors realized own scripts more often than male directors.
  • Male directors were involved as co-writers more often, frequently in teams of 3 or more. The share of female scriptwriters in male directors’ films for 2014 / 15 was as low as 20,1 % / 14,4 %!
  • In 2015 male directors had worked with female assistant directors in 74,2 % of their films (female directors: 36,4 %). In 2014 however, with only 26,3 % of it was way below the value for the female directors collaboration with female assistant directors (40 %), based on this no trends can be derived.
  • Of all films that were nominated in any of the categories of the German Film Awards 2016, in addition to costume design and casting the set designers and editors also had female shares of (roughly) 50 %. In 2015 other than costume design and casting only the female assistant directors reached more than 50 %. The shares of female script writers for all the films included in the nominations were rather low (2015 – 20,7 %, 2016 – 32 %), and below their average in the industry.
  • 29,5 % of the individuals nominated and 26,3 % of the winners of the German Film Awards 2016 were women.

Some Perspectives

We regularly hear and read from the UK or USA that women speak about being discrimanted against in the film industry, – this is something not happening in Germany. By that I don’t mean that women are not disadvantaged, but the don’t taok about this in public, neither about receiving less pay or having less working opportunities. This is understandable, since there is an undeniable risk that they might harm themselves by doing so. But it does not have to depend on the individual. There are groups and there are statistics.
First and foremost thanks to the great lobby work of
Pro Quote Regie broadcasters are now talking about female directors being highly underemployed and first quotas and targets have been set. Film funding bodies are discussing ways to end the disregard of female directors in the distribution of funds. More films made by female directors will mean that more projects will employ women behind the camera, at the sound mixer or editing computer, and more female script writers. Films written by women will bring more female characters to the screen and raise the chances for more role diversity and less stereotyping. I am hoping for special funding programmes for female script writers and maybe something like a Pro Quote Script. But it goes beyond that. What will happen if the unions and associations – for example the Editors‘ Guild – start engaging in a public gender debate? What would change if the female DoPs would get together?
The ‚generation smartphone‘ has shown that technology, videos and sound aren’t something that only men do. How about starting something along the lines of STEM initiatives (science, technology, engeneering and mathematics) targeting girls and young women for the ’men’s domains’ camera, sound and light? And at the same time familiarize boys and young men with ’female fields’ like costume and make-up design?
Ideas and initiatives need statistics so that they can ask questions, demand and start changes and monitor them. With my research I want to contribute to this as there are hardly any gendered statistics available for the German film and television industry outside of directing. Of course my data can be used (please name the source!). The other day somebody was talking about actresses and actors in Germany and only qouted US data or statistics relating to the situation of female directors in Germany. This is not very comprehensible because the data is there (e.g. here: A Casting Tool called Neropa). But this is a topic for another day.

Last week at the German Film Awards, actress Iris Berben, president of the German Film Academy, called for “more money for courageous ideas“ and “more women!“ in the German film industry.
Indeed. Let’s employ more women behind and in front of the camera, let’s recognize their work! With all esteem for these two areas (and the casting directors are still waiting for their own German Film Award category): women are capable of a lot more than costumes and casting.

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