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Gedanken einer Schauspielerin – An Actress's Thoughts

They’re Not your Dolls – Saturday Night’s Alright for Change

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English Version follows German.

Sie sind nicht Eure Puppen

  • Öffnet die Filmpaläste! – für Männer UND FRAUEN
  • 50:50 bis 2020
  • I‘m not your Toy, you stupid Boy!f
  • Poupée on a String
  • Hey, I Think you Forgot How to Play

Am vergangenen Sonnabend in Frankreich und Portugal:
Beim Filmfestival in Cannes verliehen Filmfrauen ihrer Forderung nach Veränderungen in Branche und Gesellschaft mit einer symbolischen Aktion und einer Erklärung auf den rotbeteppichten Stufen zum Festivalpalast Nachdruck.
Und in Lissabon gewann die 25-jährige israelische Musikerin Netta den Eurovision Song Contest mit ihrem Elektropopdancesong TOY, der in Zeiten von #metoo eine klare Frauenpoweransage ist und mit Text und Auftritt Individualität feiert.

Öffnet die Filmpaläste! – für Männer UND FRAUEN

Es waren 82 Frauen auf den Cannes Stufen – 82 deshalb, weil das die Zahl der Regisseurinnen ist, die seit 1946 mit ihren Filmen zum Wettbewerb des Festival de Cannes eingeladen worden sind. 82 gegenüber 1.688 Regisseuren.
Cate Blanchet, australische Schauspielerin, Mitbegründerin der TimesUp-Bewegung und Präsidentin der diesjährigen Wettbewerbsjury in Cannes, führte die 82 Frauen an. Sie verlas gemeinsam mit Regisseurin Agnès Varda, die 2015 eine Goldene Ehrenpalme für ihr Lebenswerk erhalten hatte, folgende Erklärung (meine Übersetzung):

Frauen sind keine Minderheit in der Welt, allerdings erzählt unsere Branche eine andere Geschichte. Jede von uns steht anderen Herausforderungen gegenüber, aber heute stehen wir gemeinsam auf diesen Stufen als Symbol unserer Entschlossenheit und unseres Engagements für Fortschritt. Wir sind Autorinnen, wir sind Produzentinnen, wir sind Regisseurinnen, Schauspielerinnen, Kamerafrauen, Agentinnen, Editorinnen, Vertrieblerinnen, Verleiherinnen und wir alle arbeiten in der Kinobranche. Und wir erklären uns solidarisch mit Frauen aus allen Branchen.
Wir erwarten von unseren Institutionen, dass sie aktiv für Parität und Transparenz in ihren Organen sorgen werden und für ein sicheres Arbeitsumfeld. Wir erwarten, dass unsere Regierungen dafür sorgen, dass die Gesetze, die gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit regeln, eingehalten werden.
Wir verlangen, dass an unseren Arbeitsplätzen Diversität und Gleichberechtigung herrschen, so dass sie die Welt in der wir leben am besten wiederspiegeln. Eine Welt, die uns allen, vor und hinter der Kamera, erlaubt zu gedeihen, Schulter an Schulter mit unseren Kollegen. Und wir anerkennen all die Frauen und Männer weltweit, die für Veränderung eintreten.
Die Stufen unserer Branche müssen für alle zugänglich sein. Lasst uns hochsteigen.

Das klingt ein bisschen wie eine Präambel. Ihr müssen konkrete Schritte folgen, nicht nur beim Filmfestival in Cannes sondern auch in den Filmbranchen der einzelnen Länder und darüber hinaus. In Cannes wurde am nächsten Tag lebhaft und teilweise kämpferisch diskutiert, wie es weitergehen kann. Siehe dazu u.a. Stewart Clarke in Variety, 13.5.18: Cannes- Biz Sets Agenda for Next Stage of #MeToo,  Andrey Arnold in Die Presse, 14.5.18: Feminismus in Cannes: 82 Frauen auf der Festivaltreppe, Chris Gardner und Rhonda Richford im Hollywood Reporter 12.5.18: Cannes- Cate Blanchett-Led Women’s March Takes Center Stage on Red Carpet, Sabine Schultz und Franziska Ruhland im heutejournal 14.5.18 (Videoclip): Starke Frauen in Cannes. In Kürze wird übrigens mein Blogtext über den Inclusion Rider erscheinen. 

Die Stufenaktion ist bei Filmfrauen nicht nur auf positive Resonanz gestoßen, auf einige kritische Stimmen aus den Reihen engagierter Frauen der Filmbranche geht die Neuseeländerin Marian Evans in ihrem Text (Agnès Varda & Cate Blanchett Speak at Cannes, Among 82 Amazing Women)  ein. Außerdem gibt es bei ihr ein Video der 82 Frauen in Cannes mit den Statements von Blanchett und Varda.

50:50 bis 2020

Die Französische Filmbranche wurde nicht von der Weinstein Schockwelle erschüttert, es ist wichtig dass wir uns konkreten Maßnahmen zuwenden, die über das Thema sexueller Missbrauch hinausgeht.
5050×2020 Frankreich

Erinnert Ihr erinnert an Le Deuxième Regard? Das Bündnis ist ein Netzwerk französischer Filmfrauen, 2013 gegründet von Delphyne Besse, Julie Billy und Bérénice Vincent (siehe meine Blogtexte Vive la Nouvelle Révolution du Cinéma! und Interview: Wellywood Woman & Le Deuxième Regard vom Oktober 2013). Le Deuxiéme Regard  waren auch bei der Aktion auf den Festivalstufen dabei, und hatten kürzlich gemeinsam mit anderen die französische 5050×2020 Kampagne ins Leben gerufen, auch für Cannes. Mit der kompakt-kurzen  5050×2020 Charta für Parität und Inklusion in Kinofilm- Audiovisuelle und Animationsfestivals, schlagen sie eine Selbstverpflichtung für Filmfestivals vor, deren Erstunterzeichner die künstlerischen Leiter Thierry Frémont (Filmfestival Cannes), Edouard Waintrop (Director’s Fortnight)  und Charles Tesson (Critics‘ Week) sind.
Die drei Kernpunkte, zu denen sich die Unterzeichnenden für ihre Festivals verpflichten, betreffen Daten / Bereitstellung von Genderstatistiken, Transparenz / Offenlegung der Zusammensetzung von Sichtungskommissionen und Programmgestaltung und Parität / Umwandlung der Exekutivorgane innerhalb der laufenden Amtszeiten.
5050×2020 wollen weitere Festivals zur Unterzeichnung der Charta bewegen – nur in Frankreich, oder auch in Europa, oder gar weltweit?

Es geht in erster Linie um Filme von Regisseurinnen, aber auch um die Darstellung von Frauen, um Stereotype, um Vorbilder und Identifikationsmöglichkeiten. Hier gerät neben Kino und Fernsehen auch die Musikbranche im Fokus. Und da hat am Abend der Cannesaktion der ESC ein inspirierendes Beispiel geliefert und dazu einen tollen Song für die nächste Filmparty oder #TimesUp-, #MeToo-, WIFT oder PQ Film-Aktion. 

I’m not your Toy, you stupid Boy!

Mir ist so oft gesagt worden, dass ich nicht hübsch genug bin, nicht klug genug, nicht dürr genug, um das zu machen was ich machen will. Und darum geht es, es ist ein Empowerment Song für alle, Alle können etwas darin finden.
Netta Barzilai

Mit Netta hat dieses Jahr eine Frau den ESC gewonnen, die nicht den üblichen Schönheits- und Körpernormen entspricht, die ihre langen Haare nicht in offener Mähne trägt, die Grimassen schneidet, witzig ist, und dazu über eine Wahnsinnsstimme und enorme Bühnenpräsenz verfügt. Netta, in Israel und anderen Ländern schon eine Ikone der LGTB-Community, ist Musikerin, Sängerin, und vor allem Live Looping-Künstlerin. Das durfte sie beim ESC leider nicht zeigen, da in dem Wettbewerb aus welchen Gründen auch immer Instrumente auf der Bühne nicht live gespielt werden dürfen, und dazu zählt auch ihr Looper. (Im offiziellen TOY-Video kommt er noch zum Einsatz, beim Wettbewerb übernahmen ihre Background-Sängerinnen und das Licht teilweise seine Funktion – wie sie im Interview erklärte).

Netta beim ESC (ich hab kein freies Foto).

Zum israelischen ESC-Vorentscheid und indirekt zu fehlenden Vorbildern im Fernsehen sagte Netta:

Ich bin nicht davon ausgegangen zu gewinnen, weil ich so avantgardistisch war. Ich machte Musik mit meinem Looper, niemand zuvor hatte das in der Hauptsendezeit im israelischen Fernsehen getan. Und als ich dann gewonnen hab merkte ich, dass ich etwas wirklich richtig besonderes für viele Menschen würde machen können.
Wenn die kleine Netta mich zur Hauptsendezeit gesehen hätte, dann wäre die kleine Netta weniger unglücklich gewesen, denn sie hätte gesehen dass es Optionen gibt, dass es da jemanden gibt, etwas, ein anderes Beispiel. Und das mache ich jetzt auf dieser Plattform. Und ich bin sehr sehr froh, dass ich das getan habe.

Quelle: Siegerin-Pressekonferenz ESC 2018 vom 12.5.

Hier passt ein Video von Eurovision Hub, in dem junge ESC-Begeisterte aus verschiedenen Ländern die Beitragssongs testen (Eurovision 2018 Reaction Video).

Poupée on a String

Eine Zeile von Nettas TOY lautet „ani lo buba“ – ich bin keine Puppe. Mehr als 50 Jahre vor ihr mussten zwei andere Frauen aber genau das singen – damals noch beim Grand Prix Eurovision de la Chanson – und gewannen damit. 1965 die 17-jährige France Galle mit POUPÉE DE CIRE, POUPÉE DE SON / Puppe aus Wachs, Puppe aus Klang (Video s/w). Und 1967 die 20-jährige Sandie Shaw mit PUPPET ON A STRING / Marionette (Video s/w).

Die Journalistin Gesa Ufer sagt zu France Galles Chanson im Deutschlandfunk („Schlüpfriger Lolli-Pop im Chansongewand“)

Hier wird die Wachspuppe als Synonym einer Jungfrau gelesen, die „geschmolzen“ werden will, und die eines Tages keine Angst mehr vor der Nähe der Jungs haben wird. Um dann zur Poupée de Son zu werden, der Puppe, die vor Lust schreit. Für diese explizite Lesart spricht: Von den Mitgliedern der Eurovisions-Jurys von Frankreich und Monaco, den einzigen, die derlei Anspielungen hätten verstehen können, gab es keine Punkte für den Song. Und was  „Poupée de cire, poupées de son“ betrifft, so wollte France Gall (…) dieses „dumme Lied“, wie sie es später nannte, nicht mehr singen.

Eine ähnlich negative Reaktion zum eigenen Beitrag wird von Sandie Shaw auf der Seite Songfacts überliefert:

Trotz des Erfolgs dieses Liedes verabscheute Sandie die Aufnahme. Sie sagte später, dass sie es hasste „vom allerersten Humpa bis zum letzten Schlag der Basstrommel. Das sexistische Geschwafel im Text hat mich abgestoßen.“

Im Text – von Sandie Shaw im kurzen rosa Kleidchen vorgetragen – heißt es u.a. „Ich frage mich ob Du mir eines Tages sagst, dass Du Dir etwas aus mir machst. Wenn Du sagst, dass Du mich rasend liebst, werde ich gerne für Dich da sein, wie eine Marionette. Es besteht kein Zweifel, wer die Fäden zieht, ich bin an Dich gebunden, aber wo führt mich das hin?“

Na gut, das ist Vergangenheit, beide Songs sind jetzt über ein halbes Jahrhundert alt. Wobei, es gibt noch ein neueres Lied (2016), das auch PUPPET ON A STRING heißt und öfter im Radio läuft, mit Ohrwurm-Melodie. Gesungen von der Schauspielerin / Musikerin Jasmin Tabatabai, die seit Jahren Pro Quote unterstützt (die jetzt Pro Quote Medien heißen) und nun auch Pro Quote Film. Ich war also immer davon ausgegangen, dass ihre Marionette ein besseres Ende nimmt, z.B. ihre Strippen durchschneidet, hatte aber nie wirklich auf den vollständigen Text (von Paula Romy) geachtet. Bis jetzt. Aber nein, aber nein, es tut sich da nichts. Von den ersten Zeilen: „Wie guckst Du denn? Bist Du nur schlecht drauf, oder bin ich in Ungnade gefallen? (…) War ich schlecht im Bett oder hab ich etwas Falsches gesagt?“ über „Ich Dumme, Du bist der King und ich die Marionette“ bis zum Finale: „Wie eine Marionette, hör das Spiel auf, Du gewinnst eh immer, und ich bin Deine Marionette, ich bin Deine Marionette“ bleibt es wie es ist. Ironisch? Unangenehm. (hier das offizielle Musikvideo)

Erfreulicher ging es da vor 20 Jahren beim Eurovision Song Contest in Birmingham zu, denn da gewann die israelische Sängerin Dana International mit DIVA (Video).. Ich kann leider nicht aus dem Text zitieren, da ich kein Hebräisch kann und im Internet lediglich zwei sich stark widersprechende englische Übersetzungen gefunden habe. Also ergänze ich nur, dass es ein Empowerment-Song ist aus einer Zeit, als dieser Begriff soweit ich weiß zumindest in Deutschland noch nicht üblich war. Und dass mit Dana International zum Ende des letzten Jahrhunderts erstmals eine Transsexuelle den ESC gewann, ist auch beachtenswert. Vielleicht war sie sogar die erste transsexuelle Teilnehmerin, aber das weiß ich nicht. Wobei, eine Diva ist keine Puppe, deshalb passt dieser Titel nicht ganz in diesen Zusammenhang, also zurück zu Netta und TOY.

Hey, I Think you Forgot How to Play

Thank you so much for choosing difference. Thank you so much for accepting differences between us.
Thank you for celebrating diversity.

Netta

Ja, eine deutliche Mehrheit der ESC-Fans hat Diversität mit einer großen europaweiten Party gefeiert, der Siegersong war von Anfang an Publikumsliebling und lädt zum Tanzen ein, also müsste eigentlich alles gut sein. Es geht ja um Spaß haben, oder?

Leider nicht für alle, denn wie so oft im Internet: Hasstweets, Gewaltandrohung, Bodyshaming, Antisemitismus, Israelfeindlichkeit gegen die Siegerin, und überhaupt, dass Netta gewonnen hat sei Schiebung, denn sie war ja gar nicht gut, und sollte ihren Preis gefälligst zurückgeben.
Fast schon wieder lustig war die Kritik, dass doch jetzt alle wüssten, dass Belästigung nicht gut sei, also warum noch ein Lied darüber machen.

Nun müssen ja gar nicht alle Nettas Musik mögen, aber ernsthaft, was geht in Menschen vor, die so reagieren, wenn ihr/e Favoritin nicht den 1. Platz macht? Schreiben sie allen anderen, dass deren Songs Mist waren?
Ich habe mal eine Zeitlang in Bremen gelebt, und da gab es diesen Spruch von Männerfußball-Fans: „100 % für Werder (Bremen), 150 % gegen den HSV (Hamburg),“ den ich öfter auf Aufklebern in der Stadt sah. Der Hass ist ein Meister in Deutschland?
Wobei, nicht nur da, gerade im Internet gehört das Ausleben solcher negativer Emotionen leider zum digitalen Alltag . Seit Erscheinen des jüngsten STAR WARS Films DER LETZTE JEDI, werden Regisseur Rian Johnson und Produzentin Kathleen Kennedy aufs übelste beschimpft, von Fans, denen dieses Kapitel der SciFi-Soap nicht gefiel. Und Schauspieler Tony Gardner, der den Nicht-Sympathieträger John in der britischen Serie LAST TANGO IN HALIFAX spielte, berichtete neulich in einem Interview, dass er auch im echten Leben beschimpft wird, wegen des im Drehbuch stehenden Verhaltens seiner Figur. Dass beim Kindertheater-Schlussapplaus  die sogenannten Bösen ausgebuht werden, ok, aber hier sind es Erwachsene, die die Menschen hinter den Rollen verbal angreifen, die nicht zwischen Spiel und Wirklichkeit unterscheiden. Verrückt.

TOY, der harmlose ESC-Sieg einer 25-jährige Musikerin. Und die wird jetzt als Mörderin beschimpft und für die Politik der israelischen Regierung verantwortlich gemacht? Was ist das den für ein Denkansatz? Mal eben Tennisspielerin Serena Williams nach ihren Grandslam-Turniersiegen dissen, bei Wimbledon 2010 und 2012, French Open 2013 und Australian Open 2015, weil US-Präsident Obama sein 2009er Versprechen, das Gefangenenlager Guantanamo aufzulösen, in seinen acht Jahren Amtszeit nicht umgesetzt hatte? Oder Regisseur Wes Anderson nach seinem Silbernen Bären 2018, wegen Trump? Morgen beim DFB Pokalendspiel die Nationalspielerin Alex Popp für dem Abgasskandal verantwortlich machen, denn immerhin ist ja Volkswagen der Trikotsponsor von ihrem Verein VfL-Wolfsburg?

Es gab übrigens auch noch den Vorwurf der kulturellen Aneignung / cultural appropriation gegen Netta, weil sie auf der Bühne eine kimonoähnliche Jacke trug, maneki neko (Winkekatzen) im Bühnenbild hatte, und es K-Pop-Zitate in ihrer Musik gibt. Der Vorwurf kam soweit ich das mitbekommen habe allerdings nur von Nicht-Japaner*innen, Nicht-Asiat*innen.

US-Talkmasterin Trisha Goddard, die kulturelle Aneignung (cultural appropriation) definiert, als ,Übernahme einer Minderheitenkultur durch Mitglieder der dominanten Kultur‘ ging auf diese Frage im britischen Morgenfernsehen näher ein:

Japan ist keine Minderheitenkultur. Diese junge Frau ist besessen von Pokemons und Nintendo und so weiter. Also hatte sie sich entsprechend angezogen. Ich bin nicht Dein Spielzeug, Pokemons sind Spielzeug, und da ist dieser metoo-Zusammenhang, Ich lasse mit mir nicht sexuell spielen. Es war ein bisschen Spaß mit einer wichtigen Botschaft. Die Frau ist verrückt nach Japan. Wäre ich Japanerin und hätte ich irgendetwas mit der Herstellung von Pokemons zu tun und diesen ganzen Spielen, würde ich niederknien und ihr danken.

Die japanische Journalistin Yuko Suzuki ergänzte:

Ich denke, dass es nicht im geringsten eine kulturelle Aneignung ist. Es ist sehr schön zu sehen wie unsere Kultur angenommen und in eine andere Kultur aufgenommen und in so einer einmaligen und unterhaltsamen Art und Weise ausgedrückt wird. Ich fand ihren Auftritt ganz einzigartig und ich habe es sehr genossen, ihr zuzugucken.

Und Julian Dörr schreibt am 13.5. in der Süddeutschen (Schöne Klatsche für alle metoo-Zweifler. Netta gewinnt verdient den ESC. ):

Diese Kritik vergisst nun, dass Popmusik immer ein Amalgam ist, dass sie ohne Aneignung nicht funktioniert. Pop ist ein Schmelztiegel, in dem alles zusammenläuft, der Kimono und die Winkekatzen, der K-Pop und der Orient, und der das Neue aus dem Zusammenlaufen des Alten schafft. Für eben jenen Schmelztiegel der Individualismen steht Netta Barzilai. Ihr Song „Toy“ ist Musik auf der Höhe der Zeit – und eine klare Ansage an alle, die Frauen, Übergewichtige und Israel hassen.

„Manchmal geht es nicht um besser oder schlechter, sondern einfach um anders.“ (BRS)

Mit der Kritik vom ESC-Vorjahresgewinner Salvador Sobral schließt sich der Kreis zum Anfang, zu Cannes, zur Filmbranche. Er fand Nettas Song „schrecklich“ (sein gutes Recht) und er wies noch einmal darauf hin, worum es bei Musik geht und beim ESC gehen sollte. Um Gefühl, um Bedeutung, nicht um Fastfoodmusik und Feuerwerk. Und er wäre überhaupt froh, dass er dieses Jahr keine der Songs hören müsse.

Das ist zum einen unprofessionell und unhöflich, und gleichzeitig seltsam, denn wie kann er wissen, ob nicht auch Songs mit Feelings und Sinn dabei sind, wenn er sie nicht hört? Aber vor allem liefert er ein klassisches Beispiel für vereinnahmende Deutungshoheit. Wer sagt, dass Feuerwerk und Gefühle sich ausschließen? (Ich hatte vor Jahren eine Theateraufführung – mit integriertem Feuerwerk – in Japan gesehen, was sehr berührend war) Wer weiß, was die richtigen Gefühle sind und dass andere Gefühle nicht gleichwertig sind? „Frauen können keine Krimis“ ist ein typisches Filmbranche-Vorurteil, und die meisten Filmfrauen aus den unterschiedlichen Gewerken können vermutlich ein oder zwei Liedchen davon singen, was ihnen alles als „können Frauen nicht so gut“ und „machen Frauen einfach schlechter“ vorgesetzt wird. Insbesondere das Fernsehen erklärt uns immer wieder, was Frauenfilme und Frauenthemen sind. Aber vielleicht stimmt das ja alles gar nicht? Vielleicht stimmt auch das ewige „das will das Publikum sehen“ und „das will das Publikum nicht sehen“ gar nicht?

Ich habe mir gerade den Text von Sobrals portugiesischen Ballade angeguckt, die seine Schwester Luisa Sobral geschrieben hat. Es ist die Geschichte einer zerbrochenen Liebe und eines Mannes, der das nicht akzeptieren kann. Nur ein Popsong, und Liebe ist ja immer ein großes Thema beim ESC, und allzu wörtlich nehmen sollten wir diese Texte auch nicht. Aber klingt es nicht etwas seltsam, dass er die Abfuhr so interpretiert, dass der / die Andere keine Leidenschaft fühlen will? Vielleicht einfach nur keine für ihn? Hat irgendwie nicht gerade das Potenzial zur neuen #nomeansno Hymne..

Ich bitte dich zurückzukommen und mich wieder zu wollen, Ich weiß man kann nicht alleine lieben. Vielleicht kannst du es langsam wieder lernen. Wenn dein Herz nicht nachgeben will, keine Leidenschaft fühlen will, nicht leiden will, – ohne Pläne für die Zukunft zu machen, kann mein Herz für uns beide lieben.

Netta hatte jedenfalls sehr souverän auf Sobrals Kritik reagiert und auf Vielfalt hingewiesen, gemeinsam mit der zweitplatzierten Elenie Foureira: klick und klick. Und Vielfalt gehört zur Musik, Vielfalt gehört zum Film, Vielfalt gehört zum Leben.
Ein anderes Wort für Vielfalt ist Realität.

Musiktipp zum Wochenende: eine  akustische Version von TOY, die Netta  auf einer  eiPressekonferenz zur etnsaitiger Gitarre-Begleitung sang. Oder: hört mal nach ein paar ihrer Live Looping-Stücke, zum Beispiel dies hier oder das oder jenes, die stammen von ihr und sind richtig spannend.

k.

English Version

They’re Not Your  Dolls

  • Open the Festival Doors! – for men AND WOMEN
  • 50:50 by 2020
  • I’m not your Toy, you stupid Boy!
  • Poupée on a String
  • Hey! I think you Forgot How to Play
  • Simpy different

Last saturday, in France in Portugal:
At Cannes Film Festival women in film emphasized the call for change for the industry and society by staging a symbolic piece of action and issuing a statement on the red carpeted stairs leading up to the festival palais.
And in Lisbon 25-year-old Israeli musician Netta won the Eurovision Song Contest with her electro pop dance song TOY, which celebrates individualism and is a clear women‘s power message in times of #metoo.

Open the Festival Doors! – for men AND WOMEN

82 women stood on those Cannes steps – 82, since that is the number of female directors whose films have been invited to the competition of the Festival de Cannes since 1946. 82, as opposed to 1,688 male directors.
Cate Blanchett, Australian actress, founding member of TimesUp and president of this year‘s competition jury led the 82 women, and together with French director Agnès Varda, who received an honorary golden palm for her oeuvre, read out this declaration:

Women are not a minority in the world, yet the current state of our industry says otherwise. As women, we all face our own unique challenges, but we stand together on these steps today as a symbol of our determination and our commitment to progress. We are writers, we are producers, we are directors, actresses, cinematographers, talent agents, editors, distributors, sales agents and all of us are involved in the cinematic arts.
And we stand in solidarity with women of all industries.
We expect our institutions to actively provide parity and transparency in their executive bodies and provide safe environments in which to work.
We expect our governments to make sure that the laws of equal pay for equal work are upheld.
We demand that our workplaces are diverse and equitable so they can best reflect the world in which we actually live. A world that allows all of us in front and behind the camera, all of us to thrive shoulder to shoulder with our male colleagues.
And we acknowlege all of the women and men around the world who are standing for change.
The stairs of our industry must be accessible to all. Let’s climb.

This sounds a bit like a preamble, so of course specific measures need to follow, not only at Cannes Festival, but in the film industries of the different countries as well as beyond. The next day, lively and at times fierce discussions were held the next day on what next steps should be. For this, refer to Stewart Clarke in Variety, 13.5.18: Cannes- Biz Sets Agenda for Next Stage of #MeToo,   Chris Gardner and Rhonda Richford in the Hollywood Reporter 12.5.18: Cannes- Cate Blanchett-Led Women’s March Takes Center Stage on Red Carpet, Sabine Schultz and Franziska Ruhland in Germany‘s heutejournal 14.5.18 (Videoclip): Starke Frauen in Cannes. By the way, I will shortly publish my blog text on the inclusion rider

Climbing the Steps did not only get positive reactions, New Zealander Marian Evans writes about some critical comments from highly committed activists in her text (Agnès Varda & Cate Blanchett Speak at Cannes, Among 82 Amazing Women). She also offers a video of the event including Blanchett‘s English and Varda‘s French statements.

50:50 by 2020

While French cinema wasn’t shaken by the Weinstein shock wave, it is essential that we move to take concrete action reaching beyond the issue of sexual abuse alone.
5050×2020 France

Do you remember Le Deuxième Regard? It‘s an alliance, a network of French women in film, founded in 2013 by Delphyne Besse, Julie Billy and Bérénice Vincent (refer to my blog texts Vive la Nouvelle Révolution du Cinéma! and Interview: Wellywood Woman & Le Deuxième Regard of Oktocer 2013 for more information).
Le Deuxième Regard were also involved in the action on the steps, and also, recently they started the French 5050×2020 campaign, also for Cannes. In their compact 5050×2020 Charter for Parity and Inclusion in Cinema, Audiovisual and Animation Festivals, they suggest that film festivals should self-commit to three targets, – and artistic directors Thierry Frémont (Filmfestival Cannes), Edouard Waintrop (Director’s Fortnight)  and Charles Tesson (Critics‘ Week) were the first to sign.
The three keypoints to which the signatories commit in the name of their festivals, concern Data / Compiling statistics according to Gender, Transparency / Making visible the list of members of selection committees and programmers and Parity / transforming the executive bodies of festivals within the current mandate periods.
5050×2020 want to get other festivals to sign the charter – only in France, or possibly all over Europe or even globally?

The project is primarily concerned with films of female directors, but also with the presentation of women, with stereotypes, role models and identification possibilities. So here, next to cinema and tv, also the music industry should be focussed on. Back to Lisbon, because on the same evening of the Cannes happening, the ESC provided an excellent example, along with a cool song for the next film party or #TimesUp, #MeToo, WIFT or PQ Film event.

I’m not your Toy, you stupid Boy!

I‘ve been told so many times that I‘m not pretty enough, that I‘m not smart enough, I‘m not skinny enough to do what I want to do. And that‘s it, it‘s an empowerment song for everybody, everybody can find something in it.
Netta Barzilai

Netta, this year‘s ESC winner is a woman who doesn‘t meet the usual beauty and body norms, she doesn‘t wear her long hair loose in a flowing mane, she makes faces, she‘s funny  and positive and she has a great vocal range and stage presence. Netta, who has become an icon for the LGTB community not only in her homecountry, is a muscian, a singer, and first of all a live performing looping artist. Unfortunately she was not able to show this, as live instruments are not allowed on the ESC stage for whatever reason, and so no sound looper, but instead – as they explained in an interview before the final – they used the background singers for a similar effect and some light loopings. You can see her using the looper in the official TOY video.

Netta at the ESC. נטע ,סליחה ,זה לא טוב

Netta commented on the Israeli selection, and indirectly on the lack of role models on television at the ESC Winner’s press conference:

The Israeli selection for Eurovision lasted for like six months. I didn‘t expect to win because I was to avantgarde, I did music with my looper, nobody dd it in Israel before me in the primetime. And then I won, and I didn‘t expect that. And when I won I realized I could do something really really special for a lot of people.
If young Netta had seen me in primetime (tv), young Netta was less unhappy because there was an option, there was somebody else, something else, another example. And that‘s it, that is why I am doing what I am doing in this platform. And I am very very happy that I did.“

There‘s a video by Eurovision Hub which is quite nice in this context, it‘s ESC fans from different countries testing the entries, in this case TOY (Eurovision 2018 Reaction Video).

Poupée on a String

One of the very few Hebrew lines in Netta‘s TOY is „ani lo buba“ – I am not a doll. 50 years before her two women had to sing just that – in the then called Grand Prix Eurovision de la Chanson – and they both won. In 1965, 17-year-old France Galle with POUPÉE DE CIRE, POUPÉE DE SON / wax doll, sound doll (Video b/w), and in 1967 20-year-old Sandie Shaw with PUPPET ON A STRING (Video b/w).
Journalist Gesa Ufer recently commented on France Galle‘s chanson (listen to it in German: „Raunchy Lolli-Pop dressed as a chanson„).

The wax doll is read as a synonym for a virgin, who wants to be melted so she „won‘t be afraid of being near boys any more. And then she will turn into the sound doll, a doll that cries out with pleasure. This line of reading the song is supported by the fact that both the juries of France and Monaco, being the only ones that would understand such allusions, didn‘t award a single point to the song. And France Galle, who later called „Poupée de cire, poupées de son“ a silly song, did not want to sing it any more.

(Sorry, I only found German or French articles on this.) A similar reaction to her own song is reported of Sandie Shaw (taken from Songfacts):

Despite the song’s success, Sandie despised the recording. She later said she hated it „from the very first oompah to the final bang on the bass drum. I was repelled by its sexist drivel.“

Here‘s an extract from the song – which Sandie Shaw performed in a very short, light pink dress:

I wonder if one day that, you’ll say that, you care. If you say you love me madly, I’ll gladly be there, like a puppet on a string. In or out, there is never a doubt, Just who’s pulling the strings. I’m all tied up in you. But where’s it leading me to?

But then that’s in the past, both songs of course are more than half a century old. But then, there‘s a more recent song (2016), also called PUPPET ON A STRING that you can hear a lot on the radio. Sung by actress / singer Jasmin Tabatabai, who has been actively supporting Pro Quote for years (an organization of female journalists campaigning for parity in chief editor positions in the media, and also the recently founded organisation Pro Quote Film. So obviously I had always thought that her puppet‘s story would have a happy ending, e.g. cutting the strings, but I had never really paid attention to the full text (by Paula Romy). Until now. But no, but no, nothing happens. From the first lines: „What is that look upon your face, A simple mood, or have I fallen from grace? (…) Did I fail in bed, was it something I have said?“ via „Oh stupid me, ‚cause you’re the king, and I’m your puppet on a string“ up to the end „Just like your puppet on a string. For end this game you always win. And I’m your puppet on a string. I’m your puppet on a string.“ things remain how they are. Ironic? awkward. (this is the official music video).

Something more agreeable happened 20 years ago at the Birmingham Eurovision Song Contest of 1998 which was won by Israeli singer Dana International and her song DIVA (Video). Unfortunately I can‘t really quote from the text, as I don‘t speak Hebrew and online I basically two English versions which are quite contradictory, so I‘ll just say that it seems like an empowerment song from a time when this word was not customary, in Germany at least, and also that it was the first time in Eurovision history, that a transsexual woman had won (or even participated, although I*m not quite sure of that). Anyway, a diva is not a doll, therefore it‘s not really a song for the line-up of doll references, so let‘s get back to Netta and TOY.  

Hey! I Think You Forgot How to Play


Thank you so much for choosing difference.
Thank you so much for accepting differences between us.
Thank you for celebrating diversity.
Netta

Indeed, a clear majority of ESC fans had celebrated diversity in a big party across Europe, the winning song had been a favourite of the audiences and invites you to get on the dance floor, so everything should be alright. It‘s about fun, isn‘t it?
Unfortunately not for all, and then there were, as is happening so often on the internet: hate tweets, threats of violence, bodyshaming, antisemitism, hostility against Israel directed at the winner, and after all, wasn‘t Netta victory some kind of fraud, because she really hadn‘t been that good, so she should return the award. Quite funny the criticism that everybody now knows that harrassment is bad, so why have a song about it.
Of course it doesn‘t matter if people like Netta‘s music or not, – but seriously, what are people thinking who react in such a way when their favourite act didn‘t win? Do they write to all the others, telling them that their songs were rubbish?

I used to live in Bremen in the north of Germany for a while, and there was this saying among men‘s football fans: „100 % for Werder (Bremen), 150 % against HSV (Hamburg). Not just a little rivalvry, but hatred? Seriously?

Unfortunately negative emotions like these are part of the internet‘s every day culture. Since the latest STAR WARS film came out, THE LAST JEDI, director Rian Johnson and producer Kathleen Kennedy were being verbally attacked in a really awful way by fans who simply didn‘t like the lasted chapter of this SciFi soap. And actor Tony Gardner, who played the Nicht-Sympathieträger John in the British tv series LAST TANGO IN HALIFAX, related in an interview the other day, that people would come up to him and xx ihn beschimpfen because of the way his character was written and therefore acting. In theatre for children, it is not uncommon that the bad guys of a played get booed at during the curtain calls, but here we are talking about grown-ups, verbally abusing the persons behind roles, who can‘t see the difference between fiction, a game, illusion – and reality. Crazy.

TOY, the essentially harmless victory at ESC of a 25-year-old musician. And she is now being insulted as a murderess and is made responsible for the politics of the Israeli government? What kind of an approach is that? Just go out and start dissing Serena Williams after each GrandSlam win, Wimbledon 2010 and 2012, French Open 2013, Australian Open 2015, because US president Obama still hadn‘t closed the Guantanamo prison camp even though he had promised in 2009 to do so within a year? Or be after director Wes Anderson after his silver bear at Berlinale Film Festival 2018, because of Trump? Or insult footballer Alex Popp at tomorrows cup final and make her responsible for the exhaust fumes skandal at Volkswagen, because they are the Trikotsponsor at her club VfL Wolfsburg?

And then there was the accusation of cultural appropriation against Netta, because she had been wearing a jacket similar to a kimono, she had loads of maneki neko (waving cats) as props on the stage and there were elements of Korean pop in her music. As far as I know these accusations didn‘t come from Japanese or other Asians.

US chat show host Trisha Goddard, defining cultural appropriation as the concept of the adoption of a minority culture by members of the dominant culture“ commented on British morning television:

Japan is not a minority culture. This young lady is obsessed with Pokemon and all of those with Nintendo. So she was dressed up to look like that. I am not your Toy, Pokemons are a toy, and it‘s the metoo, I am not to be played with sexually. It was a bit of fun with an important message. The woman is crazy about Japan. If I was Japanese, if I had anything to do with manufacturing Pokemon and all those games, I would be falling on my knees thanking her.“

Japanese journalist Yuko Suzuki added:

I think it‘s not a cultural appropriation at all, it‘s quite lovely to see our culture adopted and incorporated in another culture and expressed in such a unique and entertaining way. I thought her performance was really unique and I actually I really enjoyed watching her.

And Julian Dörr wrote in the German newspaper Süddeutsche Zeitung (A slap in the face of all who doubt metoo, Netta deservedly wins the ESC):

This kind of criticism forgets that pop music is always an amalgamation, which does not work without appropriation. Pop is a melting pot, where everything flows together, the kimono and the waving cats, K-pop and the orient, and where the New is created from the convergence of the Old. Netta Barzilai represents exactly this melting pot of individualisms. Her song „toy“ is at state of the art – and a clear message to all that hate women, overweight people and Israel.

Sometimes it‘s not about better or worse, but simply about different.“ (BRS)

Looking at the criticism voiced by Salvador Sobral, winner of last year‘s ESC brings us back to Cannes, to the film industry. He couldn‘t stand TOY and called it „terrible“ (which he can do of course ) and he pointed out again what music and the ESC should be about. Feelings, and meening – not fastfood music and fireworks.

This is not really very professional and also quite rude, and at the same time strange, because how would he know if there are no other songs with feelings and meaning in the competition if he doesn‘t listen to them? But first of all he gives a classical example of possessive prerogative of interpretation (I hope that‘s the English term for it). Who is to say that fireworks and feelings exclude one another? (Some years ago I had watched a theatre performance in Japan that included fireworks, which was very touching). Who defines which are the real feelings and that other feelings are less valuable? „Women can‘t do cop films“ is a typical prejudice of the film industry, and most women in film will probably to tell one or two stories of what they are being served in terms of „women just aren‘t so good at this“ and „this is something women simply do worse“. And especially television keeps defining what „women‘s films“ and „women‘s topics“ are. But maybe it‘s all just not true? Just like the same old „this is what the audience wants to see“ and „this is something the audience doesn‘t like“ is not?

I just had a look at Sobral‘s portuguese ballad that his sister Luisa Sobral wrote. It is the story of a broken / ended love and of a man who can‘t accept it. It‘s just another pop song, and love is always a big topic with ESC songs, and of course we shouldn‘t take the lyrics too literally. But doesn‘t it come across as a bit strange that a refusal is interpreted in such a way that the one leaving doesn‘t want to feel passion? Maybe there‘s just no passion left for him / the singer? Hm, not quite the potential for a hymn to the #nomeansno campaign…
I beg you to return, to want me again, I know that one can’t love alone. Maybe slowly you might learn again. If your heart doesn’t wish to give in, Not to feel passion, not to suffer, Without making plans of what will come after, My heart can love for the both of us.

Netta reacted in a gracious and masterul (or should I say mistressful?) way to Sobral‘s criticism by emphasizing diversity, donning a snapshot of her together with Elenie Foureira who ended up in 2nd place of the competition: click and click. Diversity belongs to music, to films, to life.
Another word for diversity is reality.

And here‘s a little weekend listening: an acoustic version of TOY that Netta did at a press conference with a one-string guitar. And do look up some of her live looping performances on the internet, for example this one, this or that. – that’s her own music and really great.

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