SchspIN

Gedanken einer Schauspielerin – An Actress's Thoughts

Der kleine Mann im Ohr – Listen to what the Man says

English Version follows German.

Mann und Frau verwechsel ich nicht,
das kommt bei mir nicht vor.
Ich hab`nen kleinen Mann im Ohr,
der sagt mir alles vor.

  • Zum einen Ohr rein, und es bleibt drin
  • Morgens um sieben ist die Radiowelt noch in Ordnung
  • Eine blaue Bahn
  • Eine rote Katze
  • Ausblick

Am ersten September absolvierte die Deutsche Fußballnationalmannschaft in Island ein WM-Qualifikationsspiel von großer Bedeutung, die Deutschen gewannen 2:0, was im Vorfeld nicht so ganz selbstverständlich schien – hatte doch Island die Begegnung in Deutschland im letzten Oktober mit 3:2 gewonnen. Das ZDF übertrug das Spiel (zu den Halbzeitinterviews zwei Twitter-Kommentare von Anna und Alice). Als ich an dem Samstag abends von einem Dreh nach Hause kam schaltete ich das Radio an, um das Ergebnis zu erfahren. Fehlanzeige, Deutschlandfunk Kultur berichtete in den Nachrichten nur von der Männerfußball-Bundesliga, sehr ausführlich. Sie waren aber nicht die einzigen, die das Island-Deutschland-Spiel nicht erwähnten.

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Zum einen Ohr rein, und es bleibt drin

Immer wieder hören wir weniger von Frauen, also ÜBER Frauen, wir hören aber auch weniger von Frauen, also DURCH Frauen. Das verstärkt das Männliche als Norm, die Männerstimme als die maßgebliche, wichtige. Und schlimmstenfalls werden Stereotype darüber, was Frauen und Männer können bzw. nicht können und was sie interessiert bzw. nicht interessiert, geschaffen und verfestigt, je nachdem, wer worüber spricht.

Ich hatte vor längerer Zeit schon mal erzählt, dass mich ein Regisseur als die Off-Stimme in seinem Film für Kinder über Biber haben wollte (Die Sesamstraße wird 40 – Happy Birthday), aber „Aus der zuständigen ZDF-Redaktion hieß es, dass der Film doch auch ein bisschen wissenscharftlich wäre, und das würden Kinder einer weiblichen Stimme nicht abnehmen. Der Regisseur und auch ich sahen das anders, aber da ließ sich nichts machen.“ 

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Ebenfalls fünf Jahre alt ist der Text Früh übt sich … – ´Tis Early Practice Only …, in dem ich u.a. über den Radiobeitrag für Kinder VON DER POLIZEI VERHAFTET – UND DANN?  (Autorin Corinna Thaon) schrieb, der im November 2013 von Deutschlandradio Kultur ausgestrahlt wurde:

Der Beitrag war schön gemacht, mehrere Kinder und ein Rechtsanwalt zu Wort, die Prozesse, Strafe und Verteidigung erklärten. Also alles gut – hätten da nicht NUR NUR NUR Männer im Gericht agiert. Es wird vom Rechtsanwalt, vom Staatsanwalt, vom Richter und sogar vom Protokollführer gesprochen. Die Gerichtsverhandlung wird von einem Schauspieler (Stefan Kaminski) nachgespielt: der Angeklagte, der Verteidiger, der Staatsanwalt, der Richter und ein Zeuge.
Die Moderatorin Ulrike Jährling sagte zum Ende des Beitrags „Das war ein ganz und gar gerechter Entdeckertag heute“ – nur, geschlechtergerecht war er nicht, und der Realität im Deutschen Justizwesen entspricht es auch nicht, denn die ist keine reine Männerwelt.

Morgens um sieben ist die Radiowelt noch in Ordnung

Kürzlich landete ich zufällig wieder bei einer Radiosendung für Kinder im öffentlich-rechtlichen Deutschlandradio Kultur, das mittlerweile Deutschlandfunk Kultur heißt. Sonntags um 7:30 Uhr werden halbstündige Geschichten für Kinder vorgelesen in der Rubrik „Kakadu für Frühaufsteher“. Die Geschichte hieß BERTIE UND DIE SACHE MIT TARANTEL (Autorin Mara Schindler, Produktion Deutschlandradio Kultur 2012), und neben Bertie, die ein Mädchen war, Berties Mutter und Frau Meyer vom Imbiss gab es noch den Hund Tarantel. Vorgelesen wurde die Geschichte von Max von Pufendorf.
Warum von einem Mann?
Das war nicht das einzige Mal 2018, dass die Geschichte einer Autorin nicht von einer Sprecherin gelesen wurde, auch nicht das einzige Mal, dass ein Mann eine Geschichte mit weiblicher Hauptfigur las. Gut, jetzt geht es in den Geschichten nicht um Gender, sondern um Kinder. Ist es da nicht egal, ob ein Junge oder ein Mädchen im Mittelpunkt steht und ob eine weibliche oder männliche Stimme vorliest? Alle zuhörenden Kinder egal welchen Geschlechts können sich doch idealerweise mit allen Hauptfiguren identifizieren. Doch wenn es egal ist, warum wird dann so viel häufiger mit Sprechern gearbeitet?

Von den 31 Geschichten (worunter allerdings nur 5 Erstsendungen waren) hatten ungefähr gleich viele einen Jungen bzw. ein Mädchen im Zentrum, bei deutlich mehr Autorinnen. Aber es waren fast doppelt so viele Sprecher wie Sprecherinnen zu hören. Von Mara Schindler wurden insgesamt fünf Geschichten gesendet, alle mit weiblichen Hauptfiguren. Zweimal engagierte die Regie eine Sprecherin, dreimal einen Sprecher. Die fünf Geschichten von Anna-Luise Böhm mit drei Mädchen und zwei Jungen im Zentrum wurden viermal von Männern gelesen. Der meistgesendete Autor, Hans Zimmer, ist mit drei Geschichten vertreten, drei männliche Hauptfiguren, drei Sprecher. Max von Pufendorf war mit sechs Aufnahmen am häufigsten zu hören, er las nur Geschichten von Autorinnen. Bis auf Anna-Magdalena Fitzi (2) kam jede Sprecherin nur einmal vor.

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Also, wenn es egal ist, ob Sprecher oder Sprecherin, warum haben wir dann schon wieder so ein Ungleichgewicht? Und das in einem Bereich (Geschichten für Kinder) mit Autorinnenübergewicht! Es ist vier mal wahrscheinlicher, einen Sprecher den Text einer Autorin lesen zu hören, als eine Sprecherin die Geschichte eines Autors. Zufall? Oder ist das schlicht unwichtig, wenn Geschichten für das Programm (wie gesagt, viele Wiederholungen dabei) zusammengestellt werden, denn es geht ja um die Inhalte. Stimmt. Also sollte vielleicht schon bei der Produktion mehr darauf geachtet werden, wenn über die Stimme entschieden wird. Nur so ein Gedanke.

Eine blaue Bahn

Letzten Monat fanden in Glasgow und Berlin die European Championships 2018 statt, der Berliner Teil vom 7. bis 12. August waren gleichzeitig die Leichtathletik Europameisterschaften, und dafür begann die Werbung vor mehr als einem Jahr. Irgendwann im Frühjahr kam ein Videoclip zur Blauen Bahn raus, der Tartanbahn im Berliner Olympiastadion, die einst als rote Aschenbahn begann, und darin heißt es unter anderem:

Wer ich bin? Gestatten, die Berliner Tartanbahn. Meine Ellipse umschließt das Feld des Stadions seit über 80 Jahren. Ich atme den Geist von Marathon. Ich habe Siege und Niederlagen gesehen, Triumphe und Enttäuschungen. Ich kenne die vergossenen Tränen. Die der Erleichterung. Und die der Bitternis. Ich habe das Johlen der Mitfiebernden gehört. Und ihre Begeisterung gespürt. Ich bin Zeuge geworden von Bestzeiten und Rekorden. Von Menschen, die über sich hinausgewachsen sind. Und Menschen, deren Namen um die Welt gegangen sind.
Meine Geschichte ist eine, die von Wandlungen handelt. Von Metamorphosen durch die Jahre und Jahrzehnte. Eine Geschichte von technischen Sprüngen und revolutionierten Designs. Entstanden bin ich als simple Aschenbahn. Ich habe eine Diktatur überdauert und schließlich bin ich aufgeblüht. Zu einem Tempel des Sports, zu einer Ikone, zu einer Legende. Seit 2004 trage ich meine einzigartige Farbe: „Herthablau“. Und so kennt man mich: als „die Blaue Bahn“, als das Prunkstück und das Rückgrat der Leichtathletik in Berlin, in Deutschland und in Europa.

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Und wer spricht sie, die Blaue Bahn? DIE Blaue Bahn? Ein Mann, Charles Rettinghaus. Wie ich hörte war da keine besondere Absicht hinter, es hatte sich so ergeben, ,weil der Sprecher verfügbar war‘ und ,das ja auch sehr gut gemacht hatte‘. Nur, ich hätte das sicher auch sehr gut gemacht. Oder eine andere Sprecherin.
Klar, die Blaue Bahn, eine SIE, muss natürlich nicht zwingend mit einer Frauenstimme vertont werden. Aber sie könnte es, und das wäre dann auch stimmig.

Eine rote Katze

Ich glaube es war in der 7. oder 8. Klasse im Gymnasium, als wir im Deutschunterricht DIE ROTE KATZE von Luise Rinser durchnahmen. Diese Geschichte wurde erstmals 1956 veröffentlicht, sie spielt im Nachkriegsdeutschland, in einer vierköpfigen Familie, Mutter mit drei Kindern, die in großer Not lebt. Eines Tages taucht eine rote Katze auf, die von der Familie mit durchgefüttert wird. Das älteste Kind (13), aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, ist dagegen, weil sie selber nicht genug haben, und es hat auch schon mal mit einem Stein nach der Katze geworfen. An anderer Stelle wird beschrieben, wie das älteste Kind versucht, heruntergefallene Kohle von einem Kohlewagen aufzusammeln, was andere, größere Kinder auch machen und es verjagen. Die Katze ist anfangs mager, am Ende wohlgenährt, ja fett, und lebt bei der armen, hungrigen Familie. Das älteste Kind schlägt vor, sie zu schlachten, alle anderen sind natürlich dagegen, für sie ist die Katze eine Art Familienmitglied, kein zusätzliches hungriges Maul. Am Ende der Geschichte schlägt das Kind die Katze tot, und erzählt der Familie, sie wäre wohl weggelaufen. Die Mutter ahnt, was passiert ist, sagt aber nichts.
Das ist grob der Inhalt. Ich habe jetzt immer „das älteste Kind“ geschrieben, weil aus dem Text nicht hervorgeht, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist.
Das ist natürlich ganz spannend (60 Jahre vor NEROPA!).
Als wir die Geschichte in der Schule durchnahmen war ich beim Lesen davon ausgegangen, dass das älteste Kind ein Mädchen ist. Warum kann ich gar nicht mehr sagen. Vielleicht weil die Geschichte in der Ich-Form erzählt wurde, und als ich das las und mich mit dem ich identifizierte, war sie eben ein Mädchen. Ich war übrigens nicht die einzige, die das Kind als Mädchen las, und es gab eine relativ lebhafte Diskussion. Für unsere Deutschlehrerin war das Kind eindeutig (!) ein Junge, sie lehnte jede andere Sichtweise kategorisch ab, die Kohleepisode wäre etwas, das Mädchen nie machen würden. (Von der ziemlich brutalen Tötung der Katze vermutlich ganz zu schweigen, aber ob das gesagt wurde weiß ich nicht mehr). Einige von uns hielten argumentativ dagegen, und irgendjemand sagte – keine Ahnung, ob ein Schüler oder eine Schülerin, dass die Geschichte ja in der Ich-Form erzählt würde und die Autorin Luise hieße, also klar, ein Mädchen. Was die Diskussion sehr schnell beendete, denn laut der Lehrerin war es ein grober Fehler, die Geschichte so zu lesen.
Zumindest erinnere ich es so.
Schade eigentlich, dass die Lehrerin in ihrer Meinung so absolut war, denn gerade die Tatsache, dass diese Frage eben nicht in der Geschichte geklärt wird, obwohl das ja recht einfach gewesen wäre, bietet für den Deutschunterricht eine gute Vorlage. Für das Sprechen über womöglich auf den Kopf gestellten Geschlechterrollen in der Nach­kriegszeit, über literarische Konzeption, Erzählperspektiven und so weiter.
 

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Wie passt diese Geschichte zu den anderen Beispielen? Nun, angenommen, DIE ROTE KATZE würde im Radio vorgelesen, wie ginge das? Liest es ein Mann, und das Hörpublikum muss sich die Option Mädchen mitdenken? Oder wäre es dann eben einfach ein Junge, entgegen der Intention der Autorin, die die Frage bewusst offen ließ? Oder sollte die Geschichte von einem Kind vorgelesen werden, dessen Stimme nicht als eindeutig einem Geschlecht zugehörig erkennbar ist? Oder abwechselnd eine Sprecherin und einen Sprecher lesen lassen?
Noch mal zurück zu der Geschichte mit Bertie und dem Hund Tarantel. Bertie klang für mich wie ein Jungenname, und dass die Geschichte von einer Männerstimme vorgelesen wurde verstärkte diesen Eindruck – bis irgendwann durch den Text das Missverständnis aufgelöst wurde. Die Blaue Bahn, die von einem Mann gesprochen wird, wird zu einem männlichen Chronisten, was die Geschichte der Leichtathletik ein bisschen zu einer Männerangelegenheit macht. Eine Stimme beeinflusst womöglich nicht nur das Hören sondern auch das Denken.

Ausblick

Macht es einen Unterschied, ob wir eine Frau oder einen Mann hören?

Ich habe heute einige zufällige Beobachtungen beschrieben, ich habe nicht systematisch Gruppen ausgewählt und analysiert (gut, die 31 Vorlesegeschichten aus 8 Monaten Kindersendung sind schon eine Stichprobe). Es kann also reiner Zufall sein, dass ich nur männerstimmenlastige Beispiele fand.
Wenn Ihr umgekehrte Fälle kennt, also welche, in denen Frauen Männerparts übernehmen oder im Radio Männertexte lesen  oder Geschichten über oder als Männer, schreibt sie gerne in die Kommentarspalte oder schickt mir eine Mail. Merci!

Und um nicht nur einen Zustand zu beschreiben, hier ein konstruktiver Vorschlag:

Wenn Ihr eine Produktion plant – ein Feature fürs Radio, eine Vorlesestunde für Kinder, ein Hörbuch, eine Overvoice-Aufnahme für einen Videoclip, und besonders, wenn Ihr noch nicht wisst, ob Männer- oder Frauenstimme: engagiert eine Sprecherin. Damit macht Ihr wenig verkehrt, denn es gibt genügend sehr gute. Außerdem scheint es doch in den meisten Fällen egal zu sein, ob ein Text von einem Mann oder einer Frau gelesen wird? Männer hören wir alle von Kindesohren an oft genug, da können ein paar oder sehr viele Frauenstimmen mehr als bisher so verkehrt nicht nicht sein.
Außerdem: je selbstverständlicher es wird, Frauen zu hören, in Kindersendungen, in Features über wirtschaftliche und technische Themen, in der Sportberichterstattung, umso seltener muss dann die Frage gestellt werden: Kann das eine Frau überhaupt? (Und damit meine ich nicht das Sprechen am Mikrofon).

k.

English Version

Listen to what the Man says

  • In one Ear, and it stays Inside
  • Morning‘s at Seven
  • Blue Tracks
  • Red Cat
  • An Outlook

On September 1, Germany‘s national football team played a very important World Cup qualifying match in Iceland, the Germans won 2-0, which wasn‘t to be expected 100 %, since at their last meeting in October 2017 in Germany, Iceland‘s team won 3:2. When I returned from shooting a film in the evening, obviously not having been able to watch the match on German public TV ZDF, I turned on the radio to find out about the result. Without luck, since Deutschlandfunk Kultur, a public radio station, only talked about the men‘s football league on their news quite extensively. But not a word about the international match. They weren‘t the only ones to ignore Iceland vs. Germany though.

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In one Ear, and it stays Inside

Again and again we hear less from women, i.e. ABOUT women, but we also hear from women, i.e. THROUGH women. This enforces the male principle as the norm, the male voice as the relevant, important one. And if worse comes to worst, stereotypes re enforced about what women and men can and can not do, what they are interested in and not interested in, depending on who talks about what.

Some years ago I recounted the situation where a director wanted me as the off-voice for his film about beavers, for children (Happy Birthday, Sesame Street), but “unfortunately someone at the ZDF (that is the german TV broadcasting company that would show the film) said that since this film would also include some scientific information (after all, we are talking about animals) it would not be so convincing and appropiate for children if it were presented by a female voice. The director did not agree and I of course even less, but that was just too bad, as the ZDF-person could decide.

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Another text that is five years old now is this one: ‘Tis Early Practice Only… in which I wrote about a radio report for children called ARRESTED BY THE POLICE – WHAT HAPPENS NEXT? (written by Corinna Thaon), that was broadcast on public radio Deutschlandradio Kultur in November 2013:

It was a very well done programme, some children and a lawyer explained terms like trial, punishment and defence from their points of view and a trial was reenacted. So far so good – were it not for the fact that there were ONLY ONLY ONLY men appearing in the trial. A male lawyer, a male prosecutor, a mal judge and even a male clerk are mentioned. The trial is reenacted by an actor (Stefan Kaminski) who speaks all the parts: the accused, the solicitor, the procecutor, the lawyer and a witness.
The host of the show – Ulrike Jährling – said at the end: „now this was a just and fair discovery day today„, but it wasn’t really just and fair genderwise, and it is not in the least depicting the reality of the German judical system, which is not a „men only“ world.

Morning’s at Seven

The other day I happened to tune into another radio show for children on public Deutschlandradio Kultur (now called Deutschlandfunk Kultur). Every Sunday at 7.30 a.m., thirty minute stories for children are read, under the heading “Kakadu für Frühaufsteher / Cockatoo for Early Birds“. The story I listened to was called BERTIE AND THE STORY WITH TARANTULA (author Mara Schindler, produced by Deutschlandradio Kultur 2012), and apart from Bertie, who turned out to be a girl, we hear of Bertie‘s mum, of Frau Meyer from the chip shop and the dog Tarantula. The story was read by Max von Pufendorf.
Why by a man?
This was not the first time in 2018, that a story from a female author was not read by a woman, and neither was it the only time that a story with a female protagonist was read by a man. Of course, the stories are not about gender, they are about children. So really it shouldn‘t matter if it is a boy or a girl in the centre, and a female or male voice reading it? But then again, if it doesn‘t matter, why do they use voice actors so much more often?

For all 31 stories broadcast from January to August 2018 (of which only 5 were first transmissions) the gender of the protagonists was roughly 50:50, the majority of stories were written by women. But they were read by nearly twice as many voice actors than actresses. A total of five stories by Mara Schindler were broadcast, all had a girl in the centre. Twice the director hired a woman to read, three times a man. Anna-Luise Böhm‘s five stories centred around three girls and two boys, four times they were read by men. The male author with the most stories, Hans Zimmer, had three male protagonists and three males reading. Max von Pufendorf is the voice we hear most often (6 times), he only read stories from female authors Apart from Anna-Magdalena Fitzi (2) every female reader was only heard once.

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So if it doesn‘t matter who reads the stories, why do we get such a gender imbalance, again? And we are talking about something – stories for children – where there is a clear majority of female authors! It is four times more likely for a man to read the text of a woman than the other way around. Coincidence? Or is this really a minor point when they put together the stories for the programmes (as I said, there were lots of repeats), because it‘s the stories that matter. Yes, granted. So maybe the producers should start being a bit more conscious of the Who Reads-gender issue, when they decide to hire a voice.

Blue Tracks

Last month, the European Championships 2018 were held in Glasgow and Berlin, the Berlin part of the event (Aug 7 to 12) were the European Athletics Championships, and they started promoting it more than a year ago. Someday in spring they presented a video clip about the Blue Tracks, the tartan running tracks of Berlin‘s Olympic Stadion, that started ages ago as a red cinder track. In the video we hear:

You ask me who I am? Allow me to introduce myself. I am Berlin‘s tartan running tracks. My ellipse has been enclosing the centre of the stadiom for over 80 years. I breathe the spirit of Marathon. I have witnessed victories and defeats, triumphs and disappointments. I know the shed tears. Those of relief. And those of bitternes. I have heard the jeering of the captivated crouds and felt their enthusiasm. I have witnessed personal bests and records. Of people surpassing themselves. And of people whose names have swept the world.
My story is one of change. Of metamorphosis through the years and decades. A story of technical leaps and revolutionary desings. I started as a simple cinder track. I survived a dictorship and finally I blossomed, into a temple of sports, into an icon, into a legend. Since 2004 I have adopted my unique colour “Herthablau“ (= the blue of Berlin football club Hertha BSC, SchspIN). And this is how I am known now, as “The Blue Tracks“, as the showpiece and backbone of athletics in Berlin, in Germany and in Europe.

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And who is voicing her, the blue tracks (in German: die Blaue Bahn, f.)? A man, Charles Rettinghaus. From what I hear there was no intention behind this, it just happened, because ‘the speaker happened to be available‘ and ‘he did an excellent job‘. Well, I would have done as well. Or another experienced female speaker.
Naturally, the Blue Tracks (again: in German Bahn is a female word) does not have to be voiced by a woman. But they could be, and that would be consistent.

Red Cat

If I remember this correctly, this happened when I was in 7th or 8th grade of grammar school, so 13 or 14 years old. We studied the narration THE RED CAT by Luise Rinser. This story was first published in 1956, it is set in post-war Germany, a four-person family, a mother with her three children, living in great poverty. One day, a red cat appears, and the family starts feeding it. The oldest child (13), who is telling this story, opposes this since they don‘t have enough food for the family, und one day even throws a rock at the cat. We also learn that the oldest child tries to pick up coals that have dropped from a coal wagon and is being chased away by other, older children who want to do the same. In the beginning the cat is very skinny, in the end well-nourished, nigh on fat, and it lives with the poor, hungry family. The oldest child suggests slaughtering her, all the other resent this of course, to them the cat is a member of the family, not just another hungry mouth to feed. Finally, the oldest child beats the cat to death and tells the family that it probably ran away. The mother suspects what really happened but does not say a word.
Roughly that’s the story. Maybe you noticed that I kept writing “oldest child“, this is because the text does not reveal whether it‘s a boy or a girl.
Which is quite exciting (60 years before NEROPA!).
When we talked about this story in school I had assumed that the oldest child was a girl. I can‘t really say why I did. Maybe because the story is written from an “I“ point of view, and as I read these “I did, I saw“-sentences, I identified with the child, so she became a girl. I wasn‘t the only one who read it like that, and we had a lively discussion in class. For our German teacher (a woman) the child was a boy without any doubt (!), and she categorically opposed any other views, the coal wagon episode would be something that a girl would never do and so on (not to mention the quite brutal killing of the cat, but I don‘t remember if that was given as an argument back then). Some of us argued against this and someone said – don‘t remember if it was a boy or a girl – that the story was written in the first person, and the author is called Luise, so there you have it, the child is a girl. This ended the discussion with our teacher simply saying that it was totally wrong to read the story like that.
This is how I remember it anyway.
It‘s a shame really that the teacher was so rigid because I think the fact that the issue is not solved in the story, something which would have been very heasy, could have served as a brillant opening for a lesson. On possibly toppled gender roles in post-war times, on literary conceptions, narrative perspectives and so on.

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How does this story fit in with the other examples? Let‘s assume that they want to produce a reading of THE RED CAT as a radio play, who would it be done? Have a man read it, turning the oldest child definitely into a boy, even though the author deliberately leaves this open? Or should they let a child read the story, a young enough child for the voice to reveal the gender? Or have the story read by a man and a woman?
Coming back to the story of Bertie and the dog Tarantula. To me, Bertie was a boy‘s name, and the fact that the story was read by a male voice added to this impression – until at one point the text revealed that I was wrong. The Blue Tracks, voiced by a man, become a male chronist, turning the history of athletics a bit into a men‘s affair. Possibly a voice does not only affect our hearing but also our thinking.

An Outlook

Does it make a difference whether we hear a woman or a man?

Today I described some random observations, I did not choose and analyse systematic groups (the 31 stories for children are a useful sample of course). It could be pure coincidence that I only found male dominated examples.
So if you know contrary cases, where women spoke male parts or read texts by male authors on the radio, or read stories about men or as men, do write them in the comments section or send me an email. Merci!

And since I don‘t want to just describe things here‘s a constructive proposal:

If you are planning a production – a feature for the radio, the recording of a reading for children, an audio book or the over-voice for a video clip, and especially if you haven‘t decided yet whether to use a male or a female voice: hire a woman. You can‘t really go wrong there, because there are a lot of good professionale female speakers about. And also, apparently if does not seam to matter much if a text is read by a man or a woman? We have been hearing so many recorded male voices all our lives, so a few or a lot more female voices can‘t be all that wrong, can they.
Moreover, the more common it gets to hear women, in children‘s programmes, in features on scientific or technical topics, in sports, the less frequent we need to ask But can a woman really do this? (and by that I am not talking about using a microphone).

 

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