SchspIN

Gedanken einer Schauspielerin – An Actress's Thoughts

Warum arbeitet Ihr nicht mit uns? – Protagonism is Propaganda for Privilege

Ein Kommentar

English Version follows German.

Drehbuchautorinnen schreiben an Fernsehsender

Am Anfang war die Zahl

Seit etwas mehr als sechs Jahren analysiere und kommentiere ich die Film- und Fernsehbranche, wobei es mir dabei primär nicht um Beschreibung des – schlechten – Ist-Zustands geht, sondern um Veränderung. Deshalb mache ich auch Vorschläge wie zum Beispiel #Augenauf, #2v6pN und natürlich NEROPA. Und ich liefere Grundlagendaten, die andere für ihre Arbeit nutzen können. In diesem Zusammenhang wurde ich vor ein paar Wochen von einer Drehbuchautorin angerufen die wissen wollte, wie viele TATORT-Bücher 2018 von Frauen geschrieben wurden. Perfektes Timing, ich hatte ein paar Wochen zuvor meinen 6-Gewerke-Check der TATORTE 2011 bis 2018 (Verbrechen aus Männersicht) veröffentlicht. Ein zaghafter Anstieg der Frauen im Regiefach gen anvisiertem 20 %-Frauenanteil ist sichtbar, gleichzeitig bewegte sich aber der Autorinnenanteil rapide in den Keller und bei Kamera und Ton wurden sogar Nullwerte erreicht.
Der TATORT gilt als das höchstbezahlte 90-Minuten Format, warum soll diese Einkommensquelle Frauen vorenthalten werden? Warum agiert ein mit öffentlichen Geldern finanzierter Sender nicht im Sinne des Grundgesetzes und diskriminiert Menschen aufgrund ihres Geschlechts? Und nicht zuletzt: was bedeutet es für das Publikum, wenn die Geschichten (fast) nur von Männern gefilmt und erzählt werden? Ich habe über diese Problematik neulich im Zusammenhang mit der Serie BABYLON BERLIN geschrieben (Babylon Männersoap Berlin), Produzenten und Kameramänner und vor allem drei Regisseure, die auch die Bücher verfassten, – was sich ungünstig gestalterisch und und vor allem inhaltlich auswirkte. Gestern hörte ich, dass die zweite Staffel von BAD BANKS, nicht wie die erste Staffel von einem Headautor (Oliver Kienle) und zwei Staff-Autor*innen (Jana Burbach und Jan Galli), sondern nur noch von Männern geschrieben wird. Die Staffel, in der die junge Bankerin Jana Liekam (Paula Beer) und die ältere Bankerin Christelle Leblanc (Désirée Nosbusch) im Zentrum stehen. Fällt so etwas niemandem auf?
Doch zurück zum Anruf der Autorin.

Drehbuchautorinnen zweier Länder wehren sich


Meine TATORT-Analysen wurden zum Anstoß für eine innerhalb kurzer Zeit rapide anwachsenden losen Gruppe von Drehbuchautorinnen, die sich nicht nur begründet empören und austauschen wollten sondern auch etwas machen. Und so entstand unter anderem die Idee eines Brandbriefs an die ARD, ich steuerte auf Wunsch noch eine POLIZEIRUF-Auswertung für denselben Zeitraum bei (Nachgereicht: Der Polizeiruf 110), und Anfang April gingen Briefe unter dem Motto „Tatort: Drehbuch“ raus.
Empfänger*innen waren Volker Herrres, Programmdirektor der ARD, die Intendant*innen der regionalen ARD-Sender, die Gleichstellungsbeauftragten der Sender und auch die Vorsitzenden der Rundfunkräte (mit der Bitte um Weiterleitung der Schreiben an die Rundfunkrat-Mitglieder). Die 76 Unterzeichnerinnen fragen, warum der Autorinnenanteil bei den ARD-Sonntagskrimis so niedrig ist (6,1 % für TATORTE und POLIZEIRUFE zusammen). Zur Erinnerung: der Frauenanteil unter den Filmhoch­schulabsol­vierenden im Fach Drehbuch beträgt 48 %, der Anteil der in der Branche Aktiven laut Crew United Datenbank 38,4 %, und unter den deutschen Top 100 Kinofilmen machten Autorinnen immerhin noch 25,9 % aus.
Im Brandbrief schreiben die Autorinnen „Unser Land kann mehr!“ – das stimmt. In diesem Fall ist die Fernsehbranche, die mit öffentlichen Geldern finanziert wird, gefragt. Unsere ARD kann mehr und muss auch mehr! Die Tatort: Drebuch-Frauen fordern eine formatübergreifende Drehbuch-Quote von 50/50 bis 2021, und sie kündigen die Initiierung eines Runden Tischs für einen gemeinsamen Handlungsplan 2019 bis 2021 an.
Das ist entschlossen, klar und konstruktiv.
Soweit ich weiß haben die Intendant*innen noch nicht auf diesen Brief reagiert, und auch die Presse scheint das Thema noch nicht wirklich aufgegriffen zu haben, ich finde jedenfalls keine Artikel dazu. Auch erstaunlich ist, dass die weiblichen Vorstandsmitglieder des Drehbuchverbands VDD den Brief nicht unterschrieben haben, wie ein Vergleich der Namen ergibt (den vollständigen Brief sowie die Erstunterzeichnerinnen findet Ihr im Anschluss).

Zuvor möchte ich aber noch von einem anderen Brief sprechen, der auch von Drehbuchautorinnen stammt, die auch anprangern, dass sie bei Fernsehstoffen stark unterrepräsentiert sind, obwohl Serien die von Frauen geschrieben wurden regelmäßig Preise abräumen und Höchstquoten erzielen: das sind die Autorinnen in Großbritannien und Nordirland. Ihr offener Brief an die Redakteur*innen der britischen Sender (Abteilung Drama, d.h. die fiktionalen Formate) wurde vor gut einem Jahr, im Februar 2018, in verschiedenen Medien veröffentlicht. Er wurde allerdings nicht an die Adressat*innen selber geschickt, und was ebenfalls vielleicht überrascht ist, dass die Autorinnen keine Zielgrößen oder Quoten ins Spiel brachten, keine gleiche Teilhabe verlangten. Stattdessen stellten sie Fragen. Sie fragten „Warum wollt Ihr nicht mit uns arbeiten?“
Der Zweck des Schreibens war nicht, Forderungen zu stellen, sondern das Thema anzusprechen und in einen Dialog mit den Redakteur*innen zu treten.“ sagte mir Lisa Holdsworth, Mitinitiatorin, Drehbuchautorin, und stellvertretende Vorsitzende des Drehbuchverbands WGGB Writers Guild of Great Britain.
Diesem Brief folgten freundliche Reaktionen von Redakteur*innen, die das beschriebene Problem abstritten, runterspielten oder beschönigten indem sie versicherten, es würde ja bereits besser. Als nächster Schritt in der Kampagne folgte dann im Mai 2018 die Veröffentlichung des Writers Guild of Great Britain Report on Gender Equality in Screenwriting (verfasst von Alexis Kreager mit Stephen Follows, 117 Seiten), laut dem der Frauenanteil unter den aktiven Drehbuchautor*innen bei nur 16 % (!) liegt und nur 14 % der Hauptsendezeit-Produktionen von Autorinnen stammten.
Daraus haben wir Forderungen abgeleitet und uns mit allen Redakteur*innen der großen britischen Fernsehsender getroffen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.“ (Lisa Holdsworth). Hieran beteiligte sich wiederum die WGGB, die eine Kampagne zur Gleichberechtigung startete unter dem Titel Equality Writes. u.a. stellen sie dort auch eine 50:50 Forderung auf, dergestalt dass die öffentlichen Förderer sich verpflichten sollen, bis 2020 die Fördermittel halbe-halbe auf von Frauen bzw. von Männern geschriebenen Drehbüchern aufzuteilen. Weiter heißt es bei Equality Writes:

Wir wollen Chancengleichheit für alle unterrepräsentierten Gruppen, z.B. BAME- und LGBT+-Autor*innen, Autor*innen mit Behinderungen und aus der Arbeiterklasse. Wir glauben, dass die Veröffentlichung von Gleichstellungsdaten unerlässlich ist, damit wir unsere Kampagne ausweiten und sicherstellen können, dass Schreiben ein Beruf ist, der fair, gleichberechtigt und frei von Diskriminierung ist.“

Damit die Forderungen auch umgesetzt werden gab und gibt es bereits eine Reihe von Treffen mit Redaktionen, die aktuell noch vertraulich sind. Wobei ein Ergebnis schon veröffentlicht wurde, für den Comedybereich. Letzten Oktober fand bei ITV eine Veranstaltung mit Vertreter*innen der RTS (Royal Television Society) dem Drehbuchverband WGGB, ERA 5050 (Equal Representation for Actresses), BAFTA British Academy of Film and Television Arts und natürlich Funny Women (Interessensverband von und für Comediennes) statt. Hier wurde Comedy 50:50 gestartet, eine Initiative, die das Genderungleichgewicht im Comedybereich beheben möchte, und hierzu bei den Autor*innen anfängt. (siehe auch It‘s Time for Comedy 50:50).

Der britische Autorinnen-Brief wirkt gegenüber dem Tatort:Drehbuch-Brief auf den ersten Blick sehr zurückhaltend, aber durch die Mehrstufigkeit, den unterstützenden Einsatz des Drehbuchverbands WGGB und die folgenden direkten Gespräche mit Redakteur*innen und mehr in kleinerer oder größerer Runde kam doch nach kurzer Zeit ziemliche Fahrt auf.
Ich bin in einer Woche in London zur Veranstaltung Gender Equality in Television: Behind the Scenes and on the Screen“ eingeladen, dort gibt es auch einen „Frauen hinter der Kamera“-Block, der sowohl Regie als auch Drehbuch und zugehörige Untersuchungen und Kampagnen in den Fokus nimmt. Da werde ich den neuesten Stand erfahren.  (ich selbst nehme an einem Panel zu (un)gleicher Besetzung teil mit NEROPA im Gepäck).
Der Brief der deutschen Autorinnen ist forscher und fordernder, allerdings hat sich bislang weder der Drehbuchverband VDD noch andere Gruppen aus der Branche solidarisch erklärt und Unterstützung angeboten, – aber das kann ja noch kommen, die Briefe sind ja erst ganz kurz raus.

Es ist zu hoffen, nicht nur für die Autorinnen sondern natürlich auch für das Fernsehpublikum in beiden Ländern, dass die Benachteiligung von schreibenden Filmfrauen möglichst bald der Vergangenheit angehört und beauftragte Autor*innen und Stoffe vielfältiger werden.
Mehr dazu beizeiten an dieser Stelle. Aber jetzt erst einmal die beiden Briefe mit ihren Unterzeichnerinnen:

Brief der deutschen Autorinnen „Tatort Drehbuch“ im Wortlaut:

„Protagonism is propaganda. Protagonism is propaganda for privilege. Protagonism is propaganda that protects and perpetuates privilege“.   –  Protagonismus ist Propaganda. Protagonismus ist Propaganda für Privilegien. Protagonismus ist Propaganda, die das Privileg schützt und aufrechterhält“
(Jill Soloway, amerikanische Produzentin, Drehbuchautorin und Regisseurin)

Sehr geehrter Volker Herres,
die ARD bemüht sich dankenswerterweise mit einer Selbstverpflichtung, den Frauenanteil in der Regie von fiktionalen TV-Formaten zu erhöhen. Doch wie steht es um den Frauenanteil im Gewerk Drehbuch? Dieser ist in den letzten drei Jahren alarmierend rückläufig!
Beim Primetime-Programm der Tatort- und Polizeiruf-Bücher stammten beispielsweise im Jahr 2018 lediglich 6,1% von Drehbuchautorinnen und 93,9% von männlichen Kollegen. Im Jahr zuvor war der Frauenanteil etwas höher (15,2% Autorinnen gegenüber 84,8% Autoren). Im Jahr 2016 lag das Verhältnis immerhin bei 23,2% gegenüber 76,8%. Das bedeutet, dass in den letzten drei Jahren von dem ohnehin mageren Frauenanteil nur noch ein Viertel übrig geblieben ist.
(vgl.: https://schspin.wordpress.com/2019/03/18/polizeirufe-und-tatorte-2011-bis-18/)
Wie kann es zu einer sich verstärkenden Benachteiligung von Frauen kommen? Diese Zahlen lassen sich nicht abtun mit den üblichen Floskeln. Hier wird eine systematische und strukturelle Diskriminierung deutlich, wie sie so extrem in kaum einem anderen Wirtschaftszweig zu finden ist.
Erklärt sich diese negative Entwicklung dadurch, dass die Besetzung der Regie durch eine Frau dazu führt, dass für andere Gewerke keine Frau mehr erwogen wird? Denn auch bei den Kamera- und den Tonfrauen sind die Zahlen massiv zurückgegangen, sie liegen im Jahr 2018 sogar bei 0%. Werden hier Frauen gegeneinander ausgespielt? Teams mit mehreren Frauen in zentralen Gewerken sollten doch genauso möglich sein, wie es bisher selbstverständlich möglich war, Filme mit mehrheitlich Männern in verantwortlicher Position zu machen.
Das Massenmedium Fernsehen reflektiert in seinem filmischen Erzählen die Werte und Bilder unserer Gesellschaft. Je diverser und vielfältiger desto besser – das verlangt schon der Programmauftrag der öffentlich-rechtlichen Sender. Die Deutungshoheit darf nicht ausschließlich in den Händen unserer männlichen Kollegen liegen. Frauen sind keine gesellschaftliche Minderheit, doch der öffentlich-rechtliche Rundfunk macht sie zu einer.
Unsere Branche ist reich an talentierten, qualifizierten und erfahrenen Drehbuchautorinnen, die erfolgreich und sichtbar auf dem Markt vertreten sind. Es gibt sie, es sind viele. Warum werden sie von den ARD-Redaktionen weitgehend ignoriert?
Neben der künstlerischen geht es aber auch um die ökonomische Diskriminierung. Der Tatort und der Polizeiruf 110 gehören zu den bestbezahlten Formaten in der ARD. Für diese Formate nicht zu arbeiten, vergrößert den „Gender Pay Gap“. Nach einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung aus dem Jahr 2016 liegt Deutschland beim Faktor Lohngleichstellung auf dem drittletzten Platz von 28 EU-Staaten. Leider zeigen auch aktuelle Zahlen kaum Verbesserung.
Unser Land kann mehr! Unser öffentlich-rechtlicher Rundfunk, der von Zuschauern und Zuschauerinnen finanziert wird, kann mehr! Es geht um die Chancengleichheit für Frauen, ihre Geschichten erzählen zu können. Und es geht um die faire Verteilung öffentlicher Mittel, für die Sie die Verantwortung tragen. Sie sind in der Position, diese Ungerechtigkeit zu beenden, Sie können und müssen Chancengleichheit herstellen – handeln Sie! Sagen Sie in der ARD der offensichtlichen Diskriminierung von Frauen bei der Auftragsvergabe den Kampf an.
Wir fordern eine formatübergreifende Drehbuch-Quote von 50/50 bis 2021!
Wir hoffen auf Sie als Mitstreiter/in, freuen uns auf einen konstruktiven Dialog und werden hierzu einen Round-Table mit dem Ziel eines gemeinsamen Handlungsplans für 2019 bis 2021 initiieren.
Mit freundlichen Grüßen
(76 Erstunterzeichnerinnen)

Jenny Alten. Drehbuchautorin. VDD, VeDra – Emily Atef. Drehbuchautorin, Regisseurin – Milena Baisch. Drehbuchautorin – Daniela Baumgärtl. Drehbuchautorin – Sarah Bergmann. Drehbuchautorin, Autorin, Dramaturgin, VDD, VeDRA – Ariana Berndl. Drehbuchautorin – Esther Bernstorff. Drehbuchautorin – Susanne Bieger. Dramaturgin, Into The Wild Mentoring, PQF – Regine Bielefeldt. Drehbuchautorin – Ulrike Bliefert. Drehbuchautorin, Schauspielerin – Stephanie Blöbaum. Drehbuchautorin – Bettina Börgerding. Drehbuchautorin – Adrienne Bortoli. Drehbuchautorin – Natja Brunckhorst. Drehbuchautorin – Tanja Bubbel. Drehbuchautorin – Jana Burbach. Drehbuchautorin – Julia Charakter. Drehbuchautorin – Silja Clemens. Autorin. VDD, Kontrakt’18 – Anika Decker. Drehbuchautorin, Regisseurin, Kontrakt’18, Pussiwrita Club – Kristin Derfler, Drehbuchautorin, Vorstand Kontrakt’18, Pussiwrita Club – Karlotta Ehrenberg, Drehbuchautorin, Kontrakt’18, Pussiwrita Club – Sandra Ehlermann, Dramaturgin – Angela Gilges, Drehbuchautorin – Sabine Gröner, Drehbuchautorin – Katja Grübel, Drehbuchautorin – Julia Grünewald, Dramaturgin – Elke Hauck, Drehbuchautorin, Regisseurin – Meike Hauck, Drehbuchautorin – Annette Hess, Drehbuchautorin, Vorstand Kontrakt’18, Pussiwrita Club – Vanessa Jopp, Regisseurin, PQF – Mika Kallwass, Drehbuchautorin, VDD, Kontrakt’18, PQF, Pussiwrita Club – Nicole Köstler, Drehbuchautorin, PQF Gewerksprecherin Drehbuch, Dramaturgie – Isabella Oliveira Parise Kröger, Drehbuchautorin, VDD – Petra Lüschow, Drehbuchautorin, Regisseurin – Catrin Lüth, Drehbuchautorin – Sylke Rene Meyer, Drehbuchautorin, Professorin, California State University LA, Verena Michl (ehem. Weese), System. Dramaturgin, VeDRA, PQF, transformstory – Barbara Miersch, Drehbuchautorin – Ulrike Molsen, Drehbuchautorin – Nana Neul, Drehbuchautorin, Regisseurin – Ruth Olshan, Drehbuchautorin, Regisseurin, Prof. ifs Köln, PQF – Christine Otto, Drehbuchautorin, Kontrakt’18, Pussiwrita Club – Dr. Carolin Otto, Drehbuchautorin, Regisseurin, Vice-President FSE – Julia Penner, Drehbuchautorin, Schreibkollektiv Q3 – Kerstin Polte, Drehbuchautorin, Regisseurin,  VDD, BVR, PQF – Heike Quack, Rechtsanwältin, Künstlermanagement – Erzsebet Racz, Drehbuchautorin – Sabine Radelbold, Drehbuchautorin, Kontrakt’18, Pussiwrita Club – Maike Rasch, Drehbuchautorin, VDD, Kontrakt’18, Pussiwrita Club – Ruth Rehmet, Drehbuchautorin – Katharina Reschke, Drehbuch- und Buchautorin – Elke Rössler, Drehbuchautorin – Elena von Saucken, Drehbuchautorin – Gesa Scheibner, Drehbuchautorin, Schreibkollektiv Q3, Pussiwrita Club – Susanne Schneider, Drehbuchautorin – Dorothee Schön, Drehbuchautorin – Agnes Schruff, Drehbuchautorin – Astrid Schult, Drehbuchautorin – Silke Cecilia Schultz, Drehbuchautorin, PQF Gewerkspr Drehbuch.Dramaturgie, VDD, Kontrakt’18, Pussiwrita Club – Heide Schwochow, Drehbuchautorin – Eveline Stähelin, Drehbuchautorin, VDD, PQF, Kontrakt´18, Pussiwrita Club – Birgit Stauber, Drehbuchautorin – Ulrike Stephan, Drehbuchautorin – Belinde Ruth Stieve, Schauspielerin – Astrid Ströher, Drehbuchautorin – Lilli Tautfest, Drehbuchautorin, Regisseurin – Annika Tepelmann, Drehbuchautorin – Ruth Toma, Drehbuchautorin – Julia Urban, Drehbuchautorin – Melanie Waelde, Drehbuchautorin – Marianne Wendt, Drehbuchautorin, VDD, Kontrakt’18, Pussiwrita Club – Jasmina Wesolowski, Drehbuchautorin, Schreibkollektiv Q3 – Kathrin Wilkes, Drehbuchautorin, Dramaturgin – Ulla Ziemann, Drehbuchautorin – Katja Zimmermann, Drehbuchautorin – Pussiwrita Club – Kim Zimmermann, Drehbuchautorin 

(Wer den Brief auch unterschreiben möchte, als Drehbuchautorin oder als Unterstützer*in: einfach eine mail mit Namen und Berufsbezeichnung und ggfs. Verbandsmitgliedschaft an info [at] tatort-drehbuch [punkt] de schicken.)


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Brief der englischen Autorinnen im Wortlaut (Übersetzung SchspIN):

Sehr geehrte UK TV-Drama Redaktionen,
In den letzten Jahren hat sich bei uns Fernsehautorinnen eine neue Tradition etabliert. Es beginnt damit, dass ein Sender seine Drama-Aufträge für die kommende Saison ankündigt. Eine Liste vielversprechender Projekte: Einige werden neue Publikumslieblinge werden, andere werden Flops sein und wieder andere werden es auf mysteriöse Weise nie ganz auf den Bildschirm schaffen. Aber ohne Zweifel werden sie überwiegend von Männern geschrieben werden.
Und wieder einmal wird unsere Irritation auf Twitter und Facebook überkochen und ein weiterer Tag wird für das Schreiben verloren gehen, weil wir kollektiv in den Sozialen Medien vor Schmerz und Frustration aufheulen. Wir heulten auch wieder auf, als cultbox.co.uk stolz „Jede Dramaserie, die ITV für 2018 geplant hat“ auflistete. Von den neun aufgeführten neuen Formaten hatte nur eins eine weibliche Hauptautorin. Fairerweise muss man sagen, dass der Artikel keineswegs endgültig war, denn seit seiner Veröffentlichung hat ITV zwei weitere Formate für 2018 angekündigt. Beide von Autoren. Das deutet darauf hin, dass weniger als 10% der neuen Stoffe, die von ITV für dieses Jahr bewilligt werden, von Frauen geschrieben werden. Vielleicht können Sie jetzt unsere Wut verstehen? Weniger als 10%. Und die Statistiken sind nicht viel besser, wenn man sich durch die verschiedenen Fernsehkanäle zappt.
Und deshalb möchten wir Ihnen, den Redakteur*innen, eine ganz einfache Frage stellen. Warum? Denn wir sind ratlos.
Liegt es daran, dass es einfach nicht genug Autorinnen gibt? Nein, das kann es nicht sein. In den britischen Soap-Schreibteams gibt es viele Frauen, die täglich für die Lieblingscharaktere des Landes schreiben. Frauen, die ihre Fähigkeiten und Disziplin in den anspruchsvollsten Sendungen im britischen Fernsehen verbessern. Soaps sind die Bootcamps des Fernsehschreibens. Sie erfordern unermüdliche Kreativität, Beständigkeit und ein fotografisches Gedächtnis für jahrelange Geschichten und riesige Ensembles. Und doch bleiben diese talentierten und hart arbeitenden Autorinnen eine ungenutzte Ressource. Sie scheinen nicht auf die nächste Stufe von Formaten zu kommen, wo sie ihre Fähigkeiten weiterentwickeln und ihr Renommé steigern könnten. Prominente Serien wie beispielsweise SILENT WITNESS (BBC), wo in den bisherigen 20 Jahren nur fünf Autorinnen beschäftigt wurden. Oder Doctor Who, eine Serie die es schaffte, fünf Staffeln lang keine einzige von einer Frau geschriebene Folge zu drehen.
Also, geht es vielleicht um die Quoten? Vielleicht locken Stoffe von Frauen einfach niemand hinterm Sofa hervor? Wenn jemand das wirklich glaubt, haben wir drei Worte für Sie: CALL THE MIDWIFE (Ruf des Lebens). Dieser Quotenriese hat eine Showrunnerin, die mächtige Heidi Thomas, und ein Autorinnenteam. In den letzten zwei Jahren hat die Serie den Quotenkampf zum 1. Weihnachtstag gewonnen, bei dem 10 Millionen Zuschauer*innen einschalteten um sich ihre Bäuche von etwas anderem als dem Post-Truthan-Abendessen-Sodbrennen erwärmen zu lassen. Und das ist nicht nur ein Weihnachtswunder. Die Serie hat mit voller Kraft durchgestartet, in ihrer ersten Staffel hatte sie durchschnittlich mehr als 10 Millionen Zuschauer*innen pro Folge, und sie hat dieses Publikum in den sechs folgenden Staffeln gehalten. Sicherlich beten Sie als Redakteur*innen für diese Art von Publikumstreue?
Und diese reizenden Nonnen sind keine Ausreißerinnen. Die zweite Staffel von Sally Wainwrights HAPPY VALLEY zog 1 Million mehr Zuschauer*innen als mit der ersten an, das waren im Schnitt über 9 Millionen. Ihre andere preisgekrönte BBC1-Serie, LAST TANGO IN HALIFAX, erreichte durchschnittlich 7,5 Millionen.
Wir wissen, dass es viele weiblich geführte Projekte in Ihren Entwicklungsplanungen gibt. Und doch schaffen es nur sehr wenige dieser Stoffe in die Produktion. Die Kluft zwischen Auftragserteilung und Produktion scheint bei Projekten von Frauen überproportional groß. Und wir würden wirklich gerne wissen, warum.
Wieder einmal sind wir verzweifelt auf der Suche nach etwas positivem. Es ist ermutigend, dass viele der neuen ITV-Stoffe weibliche Charaktere im Zentrum haben. Es ist schön zu sehen, dass jetzt die Geschichten von Frauen erzählt werden. Es ist nur so, dass wir das Gefühl haben, dass wir besser geeignet sind, unsere eigenen Geschichten zu erzählen. Und das gilt doppelt für unsere BAME-Kolleg*innen, die auch immer wieder durch ihre Abwesenheit auffallen.
Also stellen wir die Frage erneut. Warum machen Sie keine Stoffe von Drehbuchautorinnen?
Kommen Sie schon, sagen Sie uns die Wahrheit. Wir können es verkraften. Wir freuen uns darauf, von Ihnen zu hören.
In Verwirrung und Wut, Ihre
(76 Erstunterzeichnerinnen)

Sally Abbott – OD Aiyegbayo – Abby Ajayi – Carey Andrews – Henrietta Ashworth – Jessica Ashworth – Perrie Balthazar – Roanne Bardsley – Helen Blakeman – Tracy Brabin MP – Claire Bennett – Elly Brewer – Karen Brown – Lucy Catherine – Catrin Clarke – Suzanne Cowie – Kate Delin – Sonya Desai – Ann Marie Di Mambro – Samantha Doland De Vaux – Amanda Duke – Soulla Eriksen – Helen Farrall – Karen Featherstone – Lilie Ferrari – Hilary Frankland – Hannah George – Andrea Gibb – Lisa Gifford – Brenda Gilhooly – Wendy Granditer – Stacy Gregg – Janice Hallett – Kirsty Halton – Henrietta Hardy – Jay Harley – Sian Harries – Sarah-Louise Hawkins – Sarah Hehir – Olivia Hetreed – Jo Ho – Lisa Holdsworth – Alison Hume – Maggie Innes – Louise Ironside – Judith Johnson – Kelly Jones – Lauren Klee – Emma Ko – Line Langebek – Zoe Lister – Jane Marlow – Johanne McAndrew – Lisa McMullin – Loren McLaughlan – Caroline Mitchell – Debbie Moon – Chloe Moss – Alice Nutter – Janice Okoh – Anita Pandolfo – Jane Pearson – Sophie Petzal – Lyn Papadopoulos – Laura Poliakoff – Helen Raynor – Emma Reeves – Gail Renard – Gillian Richmond – Amy Roberts – Penelope Skinner – Emma Smithwick – Sarah Solemani – Sumerah Srivastav – Frog Stone – Kay Stonham – Sally Tatchell – Sue Teddern – Catherine Williams – Lindsay Williams – Dee Williamson – Charlotte Wise
Edel Brosnan Melissa BubnicRachel DawsonHope Dickson LeachDana FainaruRuth FowlerTaylor GlennElla GreenhillAnna-Lisa JenaerCharlotte JonesEmma KennedyDawn KingJayne LakeJenny LecoatKim MillarNatalie MitchellCaitlin MoranRegina MoriartyRachael New – Debbie Oates – Julie ParsonsBecky PrestwichGeorgia PritchettSarah QuintrellHeather RobsonAvril E. RussellNaz SadoughiElla SaltmarsheRachel SmithTina WalkerKatharine WayNicola WilsonAlexis Zegerm

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English Version

Why aren’t you working with us? – Protagonism is Propaganda for Privilege


In the Beginning there were Numbers

For just over six years now I have been analysing and commenting on the film and television industry, and my primary concern has not been to describe the – bad – actual state, but to work for change. That’s why I make suggestions like #eyesopen, #2v6pN and of course NEROPA. And I provide basic data that others can use for their work. Speaking of which, a few weeks ago I was called by a female screenwriter who wanted to know how many TATORT scripts in 2018 had been written by women. I call that perfect timing, a few weeks before I had published my 6-divisions-check of the TATORTE 2011 to 2018 (Crimes from a Male Perspective). A slow increase in the number of women directors towards the targeted 20 % share of women is visible, but at the same time the proportion of female authors has been rapidly falling and even zero values were reached for camera and sound.
The TATORT is considered to be the highest paid 90-minute format, why should this source of income be withheld from women? Why does a broadcaster financed with public funds not act in accordance with the Basic Law and discriminate against people on the basis of their gender? And last but not least: what does it mean for the audience if the stories are (almost) only filmed and told by men? I wrote about this problem in connection with the series BABYLON BERLIN (Babylon Männersoap Berlin), where producers and cameramen and above all three directors who also wrote the scripts were male – which had an unfavourable effect in terms of design and, above all, content. Yesterday I heard that the second season of BAD BANKS, unlike the first season, is not written by a head author (Oliver Kienle) and two staff authors (Jana Burbach and Jan Galli), but only by men. The season in which the young banker Jana Liekam (Paula Beer) and the older banker Christelle Leblanc (Désirée Nosbusch) will be in the centre. Doesn’t anyone notice this?
But back to the screenwriter‘s call.


Female Authors Write Back


So then my TATORT analyses gave the impulse for a rapidly growing informal group of German women screenwriters, who not only were outraged and wanted to talk about their experiences, but also to do something. And so, among other things, the idea of writing a letter, an appeal to the ARD (German public TV channel 1) came up, I contributed a POLIZEIRUF evaluation for the same period on request (The other Top Cop Drama of ARD), and in early April letters were posted under the motto „Tatort: Drehbuch“ (Crime Scene: Scripts).
The recipients were Volker Herrres, programme director of the ARD, the directors of the regional ARD stations, the equal opportunities officers of the TV stations and also the chairmen of the broadcasting councils (with the request to forward the letters to the members of the broadcasting council). The 76 signatories asked why the proportion of female authors in the ARD Sunday crime novels is so low (6.1% for TATORTE and POLIZEIRUFE together). As a reminder, women account for 48% of film school graduates in script writing, for 38.4% among those working (acc to crew united database), and the and female authors wrote 25.9% of Germany’s top 100 feature films in 2018.
And the letter? The authors say „Our country can do more!“ – and that’s true. In this case the television industry, which is financed with public funds, is in demand. Our public TV ARD can and must do more! The women script writers demand a cross-format script quota of 50/50 by 2021, and they plan to initiate a round table for a joint action plan 2019 to 2021. It sounds quite determined, straight-forward and constructive.
As far as I know there have been no reaction to this letter, and even the media haven‘t really taken up the topic yet, at least I don’t find any articles about it. It is also astonishing that the female board members of the VDD German Writers Guild did not sign the letter (you can find the complete letter as well as the first signatories below).

But before that I want to talk about another open letter, which was also written by female screenwriters, who also denounce the fact that they are strongly under-represented in television, although series written by women regularly win prizes and achieve top ratings: these are female authors in Great Britain and Northern Ireland. Their open letter to the UK TV drama commissioners was published in various media over a year ago, in February 2018. But it was not sent to the recipients, and what is perhaps also surprising is that the authors did not mention any targets or quotas, did not call for equal participation. Instead, they asked questions. They asked „Why don’t you want to work with us?
The purpose of the letter was not to make demands but to raise the issue and start a conversation with the commissioners“, Lisa Holdsworth, co-initiator, screenwriter, and vice president of the WGGB Writers Guild of Great Britain, told me.
This letter brought on some friendly reactions from commissioners who mostly denied, downplayed or glossed over the addressed problem by assuring the writers that it was already getting better. The next step in the campaign was the publication of the Writers Guild of Great Britain Report in Gender Equality in Screenwriting (written by Alexis Kreager, with Stephen Follows. 117 pages) in May 2018, according to which women accounted for only 16% (!) of active screenwriters, and only 14% of prime time productions were written by women.
From that we have made demands and met with all the commissioners from the major UK TV channels to discuss the way forward.“ (Lisa Holdsworth). The WGGB, which launched a campaign for equal rights under the title Equality Writes, also participated in this process. Among other things, they set up a 50:50 demand that the public sponsors should commit themselves to dividing the subsidies half and half between screenplays written by women and by men by 2020. In Equality Writes you also find this:

We want equality of opportunity for all under-represented groups, for example BAME writers, LGBT+ writers, writers with disabilities and working-class writers. We believe the release of equality data is essential, so we can broaden out our campaign and ensure that writing is a profession which is fair, equal and free from discrimination.

A number of meetings with commissioners have been held, but the state of discussions are currently still confidential. One result however has already been published, it’s for the comedy sector. Last October ITV hosted an event with representatives of the RTS (Royal Television Society), WGGB, ERA 5050 (Equal Representation for Actresses), BAFTA British Academy of Film and Television Arts and of course Funny Women. It led to the start of the campaign Comedy 50:50, which aims to eliminate any gender imbalance in the comedy sector, starting with the authors‘. (see also It’s Time for Comedy 50:50).

At first glance, the British female writers‘ letter appears to be much more cautious and reserved than that of their German colleagues, but because the campaign is run in different steps and levels, plus the active support from the WGGB and the subsequent direct conversations with commissioners and others in smaller or larger groups, quite a bit of momentum came up after a short time.
I am invited to participate in the conference Gender Equality in Television: Behind the Scenes and on the Screen in London in a week’s time, where there will also be a Women Behind the Camera set that focuses on both directors and script writers, related research and new campaigns, so there we should get the latest news. (I’m participating in a Women in Front of the Camera panel).
The letter from the German female writers appears to be more forward and demanding, but neither the VDD Script Writers Guild nor other groups in the industry have so far declared their solidarity and offered support, but that may come, – the letters have only just been posted.

Let’s hope for the female authors as well as the television audience in both countries that the discrimination against women script writers will be a thing of the past as soon as possible and that authors will be commissioned in a more diverse way.
More about this at some later point. Now let’s look at the two letters and their signatories:

Letter of German Female Authors April 2019

„Protagonism is propaganda. Protagonism is propaganda for privilege. Protagonism is propaganda that protects and perpetuates privilege“.
(Jill SolowayJill Soloway, US-American producer, script writer and director)

The ARD (one of two main German public broadcasters) is fortunately making a voluntary effort to increase the proportion of women among directors of fictional TV formats. But what about the proportion of women in script writing? Their share has declined alarmingly in the last three years!
For the Sunday night primetime programmes TATORT / Crime Scene and POLIZEIRUF / Police Call, for example, only 6.1% of the scripts came from female screenwriters in 2018, and 93.9% from male colleagues. In the previous year, the proportion of women was slightly higher (15.2% female and 84.8% male authors). In 2016, the ratio was 23.2% to 76.8%. This means that in the last three years only a quarter of the already small share of women has remained.
(cf.: https://schspin.wordpress.com/2019/03/18/polizeirufe-und-tatorte-2011-bis-18/ )
How come there is this increase in discriminating against women? These figures cannot be dismissed with the usual phrases. A systematic and structural discrimination is evident here, and it‘s as extreme as rarely is found in other industries.
Can this negative development be explained by the fact that appointing a woman as director means that women are no longer considered for other departments? For camera and sound women, too, the figures have fallen massively; in 2018 they will even be at 0%. Are women being played off against each other here? Teams with several women in central departments should be just as possible as it used to be, of course, possible to make films with a majority of men in positions of responsibility.
In its fictional narrative, television as a mass medium reflects the values and images of our society. The more diverse and varied the better – this is what the public broadcasters‘ programme mandate actually is demanding. The sovereignty of interpretation must not lie exclusively in the hands of our male colleagues. Women are not a social minority, but public broadcasting turnes them into one.
Our industry is rich in talented, qualified and experienced female screenwriters who are successfully and visibly present on the market. There are many of them. So why are they largely ignored by ARD commissioners?
In addition to artistic discrimination, there is also economic discrimination. The TATORT and POLIZEIRUF 110 are among the best paid formats on ARD. Female writers not working for these formats increases the gender pay gap. According to a study conducted by the Hans Böckler Foundation in 2016, Germany ranks third last among 28 EU states in terms of equal pay. Unfortunately, current figures show very little improvement there.
Our country can do better! Our public broadcasting, which is financed by viewers, can do better! This is about equal opportunities for women so that they can tell their stories. And it is about the fair distribution of public funds, for which you are responsible. You are in a position to put an end to this injustice, you can and must create equal opportunities – so act! Have the ARD speak out against the evident discrimination against women when commissioning contracts.
We demand a cross-format script quota of 50/50 by 2021!
We hope to win you as a supporter, and are looking forward to a constructive dialogue. For this we will initiate a round table with the goal of a joint action plan for 2019 to 2021.
Yours sincerely
(76 initial signatories)

Jenny Alten. Drehbuchautorin. VDD, VeDra – Emily Atef. Drehbuchautorin, Regisseurin – Milena Baisch. Drehbuchautorin – Daniela Baumgärtl. Drehbuchautorin – Sarah Bergmann. Drehbuchautorin, Autorin, Dramaturgin, VDD, VeDRA – Ariana Berndl. Drehbuchautorin – Esther Bernstorff. Drehbuchautorin – Susanne Bieger. Dramaturgin, Into The Wild Mentoring, PQF – Regine Bielefeldt. Drehbuchautorin – Ulrike Bliefert. Drehbuchautorin, Schauspielerin – Stephanie Blöbaum. Drehbuchautorin – Bettina Börgerding. Drehbuchautorin – Adrienne Bortoli. Drehbuchautorin – Natja Brunckhorst. Drehbuchautorin – Tanja Bubbel. Drehbuchautorin – Jana Burbach. Drehbuchautorin – Julia Charakter. Drehbuchautorin – Silja Clemens. Autorin. VDD, Kontrakt’18 – Anika Decker. Drehbuchautorin, Regisseurin, Kontrakt’18, Pussiwrita Club – Kristin Derfler, Drehbuchautorin, Vorstand Kontrakt’18, Pussiwrita Club – Karlotta Ehrenberg, Drehbuchautorin, Kontrakt’18, Pussiwrita Club – Sandra Ehlermann, Dramaturgin – Angela Gilges, Drehbuchautorin – Sabine Gröner, Drehbuchautorin – Katja Grübel, Drehbuchautorin – Julia Grünewald, Dramaturgin – Elke Hauck, Drehbuchautorin, Regisseurin – Meike Hauck, Drehbuchautorin – Annette Hess, Drehbuchautorin, Vorstand Kontrakt’18, Pussiwrita Club – Vanessa Jopp, Regisseurin, PQF – Mika Kallwass, Drehbuchautorin, VDD, Kontrakt’18, PQF, Pussiwrita Club – Nicole Köstler, Drehbuchautorin, PQF Gewerksprecherin Drehbuch, Dramaturgie – Isabella Oliveira Parise Kröger, Drehbuchautorin, VDD – Petra Lüschow, Drehbuchautorin, Regisseurin – Catrin Lüth, Drehbuchautorin – Sylke Rene Meyer, Drehbuchautorin, Professorin, California State University LA, Verena Michl (ehem. Weese), System. Dramaturgin, VeDRA, PQF, transformstory – Barbara Miersch, Drehbuchautorin – Ulrike Molsen, Drehbuchautorin – Nana Neul, Drehbuchautorin, Regisseurin – Ruth Olshan, Drehbuchautorin, Regisseurin, Prof. ifs Köln, PQF – Christine Otto, Drehbuchautorin, Kontrakt’18, Pussiwrita Club – Dr. Carolin Otto, Drehbuchautorin, Regisseurin, Vice-President FSE – Julia Penner, Drehbuchautorin, Schreibkollektiv Q3 – Kerstin Polte, Drehbuchautorin, Regisseurin,  VDD, BVR, PQF – Heike Quack, Rechtsanwältin, Künstlermanagement – Erzsebet Racz, Drehbuchautorin – Sabine Radelbold, Drehbuchautorin, Kontrakt’18, Pussiwrita Club – Maike Rasch, Drehbuchautorin, VDD, Kontrakt’18, Pussiwrita Club – Ruth Rehmet, Drehbuchautorin – Katharina Reschke, Drehbuch- und Buchautorin – Elke Rössler, Drehbuchautorin – Elena von Saucken, Drehbuchautorin – Gesa Scheibner, Drehbuchautorin, Schreibkollektiv Q3, Pussiwrita Club – Susanne Schneider, Drehbuchautorin – Dorothee Schön, Drehbuchautorin – Agnes Schruff, Drehbuchautorin – Astrid Schult, Drehbuchautorin – Silke Cecilia Schultz, Drehbuchautorin, PQF Gewerkspr Drehbuch.Dramaturgie, VDD, Kontrakt’18, Pussiwrita Club – Heide Schwochow, Drehbuchautorin – Eveline Stähelin, Drehbuchautorin, VDD, PQF, Kontrakt´18, Pussiwrita Club – Birgit Stauber, Drehbuchautorin – Ulrike Stephan, Drehbuchautorin – Belinde Ruth Stieve, Schauspielerin – Astrid Ströher, Drehbuchautorin – Lilli Tautfest, Drehbuchautorin, Regisseurin – Annika Tepelmann, Drehbuchautorin – Ruth Toma, Drehbuchautorin – Julia Urban, Drehbuchautorin – Melanie Waelde, Drehbuchautorin – Marianne Wendt, Drehbuchautorin, VDD, Kontrakt’18, Pussiwrita Club – Jasmina Wesolowski, Drehbuchautorin, Schreibkollektiv Q3 – Kathrin Wilkes, Drehbuchautorin, Dramaturgin – Ulla Ziemann, Drehbuchautorin – Katja Zimmermann, Drehbuchautorin – Pussiwrita Club – Kim Zimmermann, Drehbuchautorin

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Letter of British Female Authors Feb. 2018

Dear UK TV drama commissioners,
In recent years, a new tradition has been established among us female television writers. It starts with one of the channels announcing their drama commissions for the coming season. A list of projects full of promise: some will become new favourites, some will be flops and some will mysteriously never quite make it to the screen. But, without fail, they will overwhelmingly be written by men.
And once again our irritation will boil over on to Twitter and Facebook and another day of writing will be lost to another collective social media howl of pain and frustration. We howled again when cultbox.co.uk proudly listed ‘Every drama series ITV has planned for 2018’. Of the nine new dramas listed, only one had a female lead writer. In fairness, the article was by no means definitive, as since it was published, ITV has announced two further dramas for 2018. Both by male writers. That suggests that less than 10% of new drama greenlit by ITV for this year will be written by women. Perhaps you can now understand our rage? Less than 10%. And the statistics are not much better when you start channel-hopping.
And so, we want to ask you, the commissioners, a very simple question. Why? Because we are at a loss.
Is it because there just aren’t enough female writers out there? No, it can’t be that. UK soap opera writing teams have plenty of women who write for the nation’s favourite characters on a daily basis. Women who are sharpening their skills and discipline on the most exacting shows on British television. Soaps are the boot camps of TV writing. They demand unrelenting creativity, consistency and a photographic memory for years of story and enormous casts of characters. And yet these talented and hard-working female writers remain an untapped resource. They do not seem to be ‘graduating’ onto next-level shows where they could develop their skills further and raise their profiles. Flagship shows like the BBC’s Silent Witness, which has employed only five female writers during its 20-year run. Or Doctor Who, which managed to go five series without an episode written by a woman.
So, maybe it’s about the ratings? Perhaps dramas written by women simply don’t put bums on seats? If anyone truly believes that, we have three words for you: Call The Midwife. This ratings behemoth has a female showrunner, the mighty Heidi Thomas, and a female writing team. For the past two years it has won the Christmas Day ratings battle, with 10 million viewers tuning in to have their hearts warmed by something other than postturkey heartburn. And that isn’t just a Christmas miracle. The show hit the ground running, with its first series averaging more than 10 million per episode and it has maintained that audience across another six series. Surely you commissioners pray for that kind of audience loyalty?
And those lovely nuns are not outliers. The second series of Sally Wainwright’s Happy Valley attracted 1 million more viewers for its second series, averaging 9 million-plus. Her other award-wining BBC1 series, Last Tango In Halifax, averaged 7.5 million.
We know that there are plenty of female-led projects on your development slates. And yet very few of these shows are making it into production.
The gap between being commissioned and being produced seems disproportionately large when it comes to women’s work. And we’d really love to know why.
Once again, we are left desperately looking for a bright side. It is encouraging that many of the new ITV dramas have female characters front and centre. It is great to see that women’s stories are now being told. It’s just that we feel we might be better qualified to tell our own stories. And this goes double for our BAME colleagues, who also seem to be consistently conspicuous by their absence.
So, we pose the question again. Why are you not making drama by female writers?
Come on, tell us the truth. We can take it. We look forward to hearing from you.
Yours in confusion and anger
(76 initial signatories)

Sally Abbott – OD Aiyegbayo – Abby Ajayi – Carey Andrews – Henrietta Ashworth – Jessica Ashworth – Perrie Balthazar – Roanne Bardsley – Helen Blakeman – Tracy Brabin MP – Claire Bennett – Elly Brewer – Karen Brown – Lucy Catherine – Catrin Clarke – Suzanne Cowie – Kate Delin – Sonya Desai – Ann Marie Di Mambro – Samantha Doland De Vaux – Amanda Duke – Soulla Eriksen – Helen Farrall – Karen Featherstone – Lilie Ferrari – Hilary Frankland – Hannah George – Andrea Gibb – Lisa Gifford – Brenda Gilhooly – Wendy Granditer – Stacy Gregg – Janice Hallett – Kirsty Halton – Henrietta Hardy – Jay Harley – Sian Harries – Sarah-Louise Hawkins – Sarah Hehir – Olivia Hetreed – Jo Ho – Lisa Holdsworth – Alison Hume – Maggie Innes – Louise Ironside – Judith Johnson – Kelly Jones – Lauren Klee – Emma Ko – Line Langebek – Zoe Lister – Jane Marlow – Johanne McAndrew – Lisa McMullin – Loren McLaughlan – Caroline Mitchell – Debbie Moon – Chloe Moss – Alice Nutter – Janice Okoh – Anita Pandolfo – Jane Pearson – Sophie Petzal – Lyn Papadopoulos – Laura Poliakoff – Helen Raynor – Emma Reeves – Gail Renard – Gillian Richmond – Amy Roberts – Penelope Skinner – Emma Smithwick – Sarah Solemani – Sumerah Srivastav – Frog Stone – Kay Stonham – Sally Tatchell – Sue Teddern – Catherine Williams – Lindsay Williams – Dee Williamson – Charlotte Wise
Edel Brosnan Melissa BubnicRachel DawsonHope Dickson LeachDana FainaruRuth FowlerTaylor GlennElla GreenhillAnna-Lisa JenaerCharlotte JonesEmma KennedyDawn KingJayne LakeJenny LecoatKim MillarNatalie MitchellCaitlin MoranRegina MoriartyRachael New – Debbie Oates – Julie ParsonsBecky PrestwichGeorgia PritchettSarah QuintrellHeather RobsonAvril E. RussellNaz SadoughiElla SaltmarsheRachel SmithTina WalkerKatharine WayNicola WilsonAlexis Zegerm

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Ein Kommentar zu “Warum arbeitet Ihr nicht mit uns? – Protagonism is Propaganda for Privilege

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