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Gedanken einer Schauspielerin – An Actress's Thoughts


Die deutschen Kinofilme der letzten Jahre – German Top Film 2012-18

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Nachdem ich zuletzt einen Blick auf sechs Gewerke hinter der Kamera bei den TATORTEN 2011 bis 2018 geworfen hatte (Verbrechen aus Männersicht) gibt es heute eine Analyse der 100 erfolgreichsten deutschen Kinofilme der letzten sieben Jahre, wieder mit besonderem Blick auf die beschäftigten Filmfrauen und Filmmänner in den Gewerken Regie, Drehbuch, Kamera, Komposition, Ton und Montage.  Ich habe die Filmgruppen weiter aufgeteilt, so gibt es Untersuchungen von den Top 50 und Top 100 Filmen, manchmal außerdem noch von den Top 10 und Top 20 Filmen. Als Quelle habe ich die Filmhitlisten der FFA verwendet, und die Crewangaben bei Filmportal.de, crewunited.com und IMDB.com recherchiert.
Dass die Bilder heute sehr bunt sind liegt daran, dass ich jedem Jahr ohne System eine Farbe zugewiesen habe sobald es in den Untersuchungen erstmals auftauchte, und diese Farben habe ich beibehalten bzw. fortgeführt. Und schließlich: die Bilder sind als Galerien angelegt, d.h. Ihr könnt einfach ein Bild, z.B. das erste, anklicken, und dann durch die vergrößerten Abbildungen wandern.

Top 100 deutsche Kinofilme 2012 bis 2018

Was für Filme gab es überhaupt?

Die ersten Abbildungen zeigen die Top 50 und Top 100 Filme, aufgeteilt in Spielfilme, Animationsfilme und Dokumentarfilme. Dass die größte Gruppe die Spielfilme bilden liegt auf der Hand, es sind übrigens auch immer recht viele Spielfilme für Kinder vertreten, 2018 sogar auf Platz 1 (LUKAS DER LOKOMOTIVFÜHRER), in den meisten anderen Jahren waren es u.a. die verschiedenen Auflagen von FACK JU GÖTHE. Animationsfilme sind unter den Top 50 und Top 100 ähnlich häufig vertreten, Dokumentarfilme tauchen eher in der zweiten Hälfte auf, aber es gibt sie auch auf den oberen Rängen, die höchsten Platzierungen in den sieben Jahren erreichten DIE MANNSCHAFT, ein Dokumentarfilm über die deutsche Männerfußballnationalmannschaft (2014, Platz 10), PAPST FRANZISKUS, EIN MANN SEINES WORTES (2018, Platz 16) und die crowdgefundete Reisedokumentation WEIT. DIE GESCHICHTE VON EINEM WEG UM DIE WELT (2017, Platz 17). Bei den Animationsfilmen lagen DIE BIENE MAJA, DER KINOFILM (2014) und HAPPY FAMILY (2017) jeweils auf Platz 12.

Der 6-Gewerke-Check für die Top 10, 20, 50 und 100

Vier Abbildungen, selbsterklärend. Dargestellt sind die Frauenanteile in den sechs Gewerken Regie, Drehbuch, Kamera, Komposition, Ton und Montage für die sieben Jahre 2012 bis 2018. Als Referenzwert wird der Frauenanteil unter den Alumni angegeben (Quelle FFA Studie Gender und Film). Für Komposition gibt es keinen Referenzwert, da es (Weiterlesen – Read On)


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Die Empirie schlägt zurück – STAR WARS – Empiricism Strikes Back

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Heute geht es um zwei Star Wars Filme und ihre Besetzung, den allerersten, der 1977 als STAR WARS in die Kinos kam (und 1981 um den Untertitel „Teil IV – EINE NEUE HOFFNUNG“ ergänzt wurde) und den bislang zuletzt erschienenen Teil VII, DAS ERWACHEN DER MACHT, aus dem Jahr 2015. Die Fotos heute sind von ARS, die Figuren und Auswertungen von SchspIN.

STAR WARS und die Rollen

Das erste Bild zeigt alle Sprechrollen und die prozentuale Aufteilung des gesprochenen Textes – je weiter vorne eine Figur steht desto mehr Text hat sie im Film. Wie immer sind die weiblichen Figuren in hellblau, die männlichen in pink. schspin_star-wars-1Zwei Männer bei 18 % und eine Frau bei 15 % – nein, das sind nicht Luke, Han Solo und Prinzessin Leia aus dem ersten Film der Reihe, sondern Finn, Han Solo und Rey, drei Hauptfiguren aus  DAS ERWACHEN DER MACHT.
Bild 2 zeigt eine relativ vertikale Sicht auf denselben Set, i
n den letzten drei Reihen stehen [Weiterlesen – Read On]


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Deutsches Kino 2015: Frauen machen Kostüme und Besetzung – German Cinema 2015: Top 100 Films, 12 Team Positions

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Ich bin wiederholt gefragt worden, warum ich seit Februar nicht mehr beim Karaoke in meiner Stammkneipe war.
Ein Grund ist die Bekanntgabe der Top 100 deutschen Kinofilme 2015, der Filme mit den meistverkauften Eintrittskarten, durch die Filmförderungsanstalt FFA während der Berlinale. Seitdem werte ich sie in meiner Freizeit in Hinblick auf den Frauenanteil in 12 Gewerken bzw. unter den jeweiligen Hauptverantwortlichen aus. (Weiterlesen – Read On)


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Die Berlinale und die Frauen – No Future without a Past?

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Die Berlinale und die Frauen – Keine Zukunft ohne Vergangenheit?

Am 18. Februar fand zum vierten Mal während der Berlinale eine Veranstaltung vom Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund / Köln statt, wie im Vorjahr im Familienministerium BMFSFJ. Diesmal unter dem Titel:

NO FUTURE WITHOUT A PAST – Save Your Place in Film History! Wer entscheidet heute darüber, was wir morgen erinnern? Feminismus, Diversität & Filmarchive. (Weiterlesen – Read On)


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Als Hannu Salonen anfing, Fernsehkrimis zu drehen – Directors’ First Steps

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16 Jahre First Steps Awards

Die Deutsche Filmakademie verleiht seit 2000 jährlich einen Nachwuchspreis für Abschlussfilme von Studierenden an den Filmschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Deutschsprachige der Schulen drückt sich nicht unbedingt im Preisnamen – FIRST STEPS AWARDS – aus, aber das ist ein anderes Thema. Der Preis, der auf eine Initiative der Produzenten Bernd Eichinger und Nico Hofmann zürückgeht, präsentiert der Branche das hohe kreative Potenzial des Nachwuchses und erleichtert den Absolvent/innen die „ersten Schritte“ in den Beruf.“ heißt es auf der Webseite der FIRST STEPS AWARDS (LINK), und meine heutige Auswertung der letzten 16 Jahre soll genau dies überprüfen, in den drei – von insgesamt sieben – Kategorien Abendfüllender Spielfilm, Mittellanger Spielfilm (bis 60 min.), und Kurzfilm / Animation, also den fiktionalen Formaten.
Die ersten drei Abbildungen zeigen die Verteilung der Nominierungen und Preise für die drei [Weiterlesen – Read On]


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Geschlechtergerechtigkeit beim Film – Gender Equality & Film Industry

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Ver.di FilmUnion Stammtisch zu Filmbranche und Gender

Am 11. Juni 2015 fand bei der ver.di FilmUnion in Berlin ein Stammtisch zum Thema Geschlechtergerechtigkeit beim Film statt. Ich war eingeladen, die grundsätzliche Situation von Frauen und Männern in der Film- und Fernsehbranche hinter und vor der Kamera zu beschreiben. Meine Ausgangsfragen waren:

  •  Wer arbeitet in welchem Gewerk?
  • Wer arbeitet in welchem Film?
  • Wer bekommt wie viel Geld?

Hier die Abbildungen meiner Präsentation.
Es zieht sich durch die meisten Gewerke und Filmgruppen, dass Filmfrauen weniger beschäftigt sind als ihrem Anteil unter den jeweiligen Filmschaffenden entspricht. Auch die wenigen Daten, die es zur Gagen- bzw. Honorarsituation gib weisen auf eine [Weiterlesen – Read On]


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Männer schreiben Drehbücher – It’s the Men that write the Scripts

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Männer schreiben Drehbücher

Wie viele Drehbücher für Fernsehen und Kino jeweils von Frauen und Männern alleine oder gemeinsam geschrieben werden weiß ich nicht, aber zumindest gibt es Zahlen darüber, wie viele Drehbücher jeweils verfilmt wurden.
Im Rahmen anderer Auswertungen wie z.B. den 6- oder 11-Gewerke-Checks, habe ich schon öfters die Frauen- und Männeranteile im Drehbuchbereich verschiedener Filme ermittelt, heute gibt es sie einzeln betrachtet, und zwar für sechs Filmgruppen:

  • Filmpreisnominierungen 2011-2015 (in allen Kategorien nominierten fiktionalen Filme exkl. Kinderfilme)
  • Grimmepreisnominierungen 2011-15 (in allen Kategorien nominierten fiktionalen Filme exkl. Kinderfilme)
  • Top 100 deutschen Kinofilme 2012-14
  • ARD Tatorte: die Erstausstrahlungen 2011-14
  • ZDF Fernsehfilm der Woche: die Erstausstrahlungen 2012-14
  • ARD Mittwochsfilm: die Erstausstrahlungen 2011-14

Drehbuch: Frauenanteil in 6 Filmgruppen 2011-15Statistiken sind eine ganz gute Diskussionsgrundlage, und gleichzeitig merke ich, dass die längere Beschäftigung mit ihnen zu einer seltsamen Gewöhnung führen kann. „Oh, ist ja gar nicht so schlimm, Frauenanteile von über 20 % diesmal, bei Grimmepreisnominierungen sogar teilweise über 30 und fast 40 %!“ Aber es ist natürlich ,schlimm’. Denn diese Zahlen [Weiterlesen – Read On]


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Berliner Theatertreffen 2015. Und Rollentausch. – Berlin Theatre Festival 2015. And Gender Switching.

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Heute geht es um das 52. Theatertreffen, das aktuell in Berlin stattfindet. Und um Rollentausch – d.h. das Besetzen von Rollen mit Schauspieler/innen des anderen Geschlechts (in Theater und Film).

Berliner Theatertreffen 2015. Und Rollentausch.

Zum Theatertreffen werden jedes Jahr die zehn bemerkenswertesten Theaterinszenierungen im deutschsprachigen Raum einer Saison eingeladen. Auch dieses Jahr sind wieder alte Stücke am Start (das älteste, JOHN GABRIEL BORKMAN von Henrik Ibsen, wurde im Jahr 1896 uraufgeführt – eingeladen ist die Inszenierung von Karin Henkel, Deutsches Schauspielhaus Hamburg) und neu entstandene wie das Rechercheprojekt COMMON GROUND, das Regisseurin Yael Ronen gemeinsam mit ihrem Ensemble am Berliner Gorki Theater entwickelte.
Außerdem sind zwei Dramatisierungen von Spielfilmen dabei: WARUM LÄUFT HERR R. AMOK? (Regie Susanne Kennedy, Münchner Kammerspiele) nach dem Film von Rainer Werner Fassbinder und Michael Fengler (1970) und DAS FEST (Regie Christoph Rüping, Schauspiel Stuttgart) nach dem Dogma 95-Film von Thomas Vinterberg und Mogens Rukov (1998).
Hier alle 10 Produktionen, einige statistische Auswertungen zu den insgesamt 30 Inszenierungen 2013 bis 2015, [Weiterlesen – Read On]


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„Ich möchte keine Filme mehr…“ – “I don’t want any more films…”

Jana Dolan del blog 500 dias de cine con ella me hizo una entrevista que fue publicada hace unas semanas en castellano con el título “No quiero más películas en las que solo los hombres actúan y las mujeres acompañan, aman y están guapas.” léela aquí (clic).
Me han permitido publicar la entrevista en alemán e inglés en SchspIN, y eso hago hoy. Muchas gracias a Madrid!
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Letzten Herbst wurde ich ich von Jana Dolan angeschrieben, die mich um ein Intervew für das spanische Blog 500 dias de cine con ella bat. Dieses Interview erschien dann vor ein paar Wochen unter dem Titel “No quiero más películas en las que solo los hombres actúan y las mujeres acompañan, aman y están guapas.”. Hier findet Ihr es: (klick!)
Ich bekam freundlicherweise die Erlaubnis, das Interview auch auf Deutsch und Englisch in SchspIN zu veröffentlichen. Vielen Dank dafür nach Madrid! Und herzlichen Dank an Jana Dolan für die anregenden, teilweise nicht so einfach zu beantwortenden Fragen.

Jana Dolan schreibt zum Hintergrund:


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Die deutschen Top 100 Kinofilme 2014 – The Top 100 German Films 2014

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Ein Acht-Gewerke-Check der erfolgreichsten deutschen Kinoproduktionen 2014
(Abbildungen am Ende des Textes)

Die deutschen Top 100 Kinofilme 2014

Während der Berlinale wurden wie jedes Jahr von der Filmförderungsanstalt FFA die Kinomarktdaten für das Jahr 2014 veröffentlichtlicht, also beispielsweise die Anzahl der Kinobesucher/innen (121,7 Mio.), Kinobesuche und –umsatz pro Person (1,51 bzw. 12,17 €), der durchschnittliche Eintrittspreis (8,05 €), die Zahl der Kinosäle / Leinwände (4.637), die Anzahl der Besucher/innen deutscher Filme (32,1 Mio) und noch mehr. Außerdem gibt es Filmhitlisten international (Platz 1: DER HOBBIT: DIE SCHLACHT DER FÜNF HEERE, Platz 5 der erste deutsche Film: DER MEDICUS) und nur für deutsche Produktionen (Platz 1 logischerweise DER MEDICUS, auf Platz 2 VATERFREUDEN und auf Platz 3 FACK JU GÖHTE mit 1.712.275 verkaufte Karten 2014, und 7.334.548 verkaufte Karten seit Start, denn der Film war ja auf Platz 1 der deutschen und internationalen Liste 2013. Diese Filmhitlisten basieren – im Gegensatz zu den umstritten erhobenen und hochgerechneten TV-Einschaltquoten – auf echten, absoluten Zahlen, und zwar den verkauften Eintrittskarten, die von den 1.630 deutschen Kinos an die FFA gemeldet werden.

Heute geht es aber nur um die 100 meistbesuchten deutschen Kinofilme 2014. Die Tabelle zeigt ihre Verteilung nach Genres (Kategorien übernommen von der FAA-Webseite, von mir in Übergruppen zusammengefasst). [Weiterlesen – Read On]


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Kunst oder Kommerz 2013: Hinter der Kamera – Give me Art, Give me Money 2013: Behind the Camera

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Filmschaffende hinter der Kamera in 4 Filmgruppen 2013

Heute geht es – im ausführlicheren Text bzw. in 8 zusammenfassenden Abbildungen – um Frauen und Männer hinter der Kamera in kommerziell erfolgreichen bzw. preiswürdigen deutschen Kino- und Fernsehproduktionen, Hierfür untersuchte ich vier Gruppen von Filmen aus dem Jahr 2013: Die Top 20 Kassenerfolge im Kino, die 20 Nominierungen zum Deutschen Filmpreis, die Top 20 Fernsehfilme mit den höchsten Quotenerfolge TV, und die 17 Nominierungen zum Grimmepreis, also insgesamt 97 Filme.
Die Filmtitel – nebst Regie und Produktionsfirmen – gibt es hier: Der 4 Filmgruppen-Vergleich 2013.
Vor ein paar Wochen hatte ich bereits die Besetzung, d.h. die Frauen und Männer vor der Kamera, in diesen Filmgruppen untersucht: Kunst oder Kommerz 2013: Vor der Kamera.
Zuvor hatte ich die Datenbank von crew united ausführlicher ausgewertet: Film: Frauengewerke, Männergewerke?. Da habe ich die Frauen- und Männeranteile in 34 Teampositionen der crew united Datenbank gegenübergestellt, unterteilt in 6 Gruppen (Logistik, Idee, Bild, Look, Tuning und Spiel), und auch einen Blick auf die Wochengagen für 17 Gewerke geworfen, wie sie im Tarifvertrag festgehalten sind.

Heutige Fragestellung:

Gibt es in den vier untersuchten Filmgruppen („Kunst / Kommerz-Vergleich“) Unterschiede in [Weiterlesen – Read On]


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FFA: Kaum Filme von Regisseurinnen? – German Filmfunding: No Piece of Cake for the Women?

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FFA Filmförderung 2011 bis 2014

Gerade wurden die dritten Förderentscheide 2014 der FFA veröffentlicht – der Vergabeausschuss tagte am 2. und 3. September. Wie viele programmfüllende Filmprojekte aus dem Spielfilm-, Dokumentar- und Animationsbereich wurden gefördert? Wie viele Filme sind von Regisseurinnen, wie viele von Regisseuren, und wie viel Geld bekamen die beiden Gruppen im Schnitt? [Weiterlesen – Read On]