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Gedanken einer Schauspielerin – An Actress's Thoughts


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They’re Not your Dolls – Saturday Night’s Alright for Change

English Version follows German.

Sie sind nicht Eure Puppen

  • Öffnet die Filmpaläste! – für Männer UND FRAUEN
  • 50:50 bis 2020
  • I‘m not your Toy, you stupid Boy!f
  • Poupée on a String
  • Hey, I Think you Forgot How to Play

Am vergangenen Sonnabend in Frankreich und Portugal:
Beim Filmfestival in Cannes verliehen Filmfrauen ihrer Forderung nach Veränderungen in Branche und Gesellschaft mit einer symbolischen Aktion und einer Erklärung auf den rotbeteppichten Stufen zum Festivalpalast Nachdruck.
Und in Lissabon gewann die 25-jährige israelische Musikerin Netta den Eurovision Song Contest mit ihrem Elektropopdancesong TOY, der in Zeiten von #metoo eine klare Frauenpoweransage ist und mit Text und Auftritt Individualität feiert.

Öffnet die Filmpaläste! – für Männer UND FRAUEN

Es waren 82 Frauen auf den Cannes Stufen – 82 deshalb, weil das die Zahl der Regisseurinnen ist, die seit 1946 mit ihren Filmen zum Wettbewerb des Festival de Cannes eingeladen worden sind. 82 gegenüber 1.688 Regisseuren.
Cate Blanchet, australische Schauspielerin, Mitbegründerin der TimesUp-Bewegung und Präsidentin der diesjährigen Wettbewerbsjury in Cannes, führte die 82 Frauen an. Sie verlas gemeinsam mit Regisseurin Agnès Varda, die 2015 eine Goldene Ehrenpalme für ihr Lebenswerk erhalten hatte, folgende Erklärung (meine Übersetzung):

Frauen sind keine Minderheit in der Welt, allerdings erzählt unsere Branche eine andere Geschichte. Jede von uns steht anderen Herausforderungen gegenüber, aber heute stehen wir gemeinsam auf diesen Stufen als Symbol unserer Entschlossenheit und unseres Engagements für Fortschritt. Wir sind Autorinnen, wir sind Produzentinnen, wir sind Regisseurinnen, Schauspielerinnen, Kamerafrauen, Agentinnen, Editorinnen, Vertrieblerinnen, Verleiherinnen und wir alle arbeiten in der Kinobranche. Und wir erklären uns solidarisch mit Frauen aus allen Branchen.
Wir erwarten von unseren Institutionen, dass sie aktiv für Parität und Transparenz in ihren Organen sorgen werden und für ein sicheres Arbeitsumfeld. Wir erwarten, dass unsere Regierungen dafür sorgen, dass die Gesetze, die gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit regeln, eingehalten werden.
Wir verlangen, dass [Weiterlesen – Read On]

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Ein Kommentar

Wer schön sein will, muss leiden – Just the Way She Looks Tonight

English Version follows German.

Wie wichtig ist die Kleidung von Filmfrauen und anderen berufstätigen Frauen am Arbeitsplatz? Was ist mit den Schuhen? Cannes, ESC und die normale Businesswelt. Dazu weibliche Hauptrollen und die Altersfrage. Und ein Besuch bei der Zahnärztin.

Wer schön dabei sein will, muss leiden

Bei Filmfestspielen, -premieren oder -preisverleihungen wird über Filme berichtet, aber auch immer wieder über die Garderobe von Regissseurinnen, Schauspielerinnen, Produzentinnen und anderen Frauen, die über die roten Teppiche schreiten. Seitenlange Bildergalerien in Magazinen und Internetportalen zeigen die Roben (und lassen sich mitunter genüsslich über vermeintliche Stilsünden und Unvorteilhaftigkeiten aus). Das mag für Modeinteressierte sehr informativ sein und der PR  dienen, hat aber eher weniger mit den Filmen oder der Arbeit der Filmfrauen vor oder hinter der Kamera zu tun. Genau wie die Kleidung von Politikerinnen und Managerinnen im Grunde völlig unwichtig sein sollte, aber regelmäßig thematisiert wird, deutlich häufiger als die Kleidung von Männern – und natürlich auf Kosten anderer, politischer Inhalte.

Die 68. Internationalen Filmfestspiele in Cannes

Gerade gingen die Filmfestspiele in Cannes zuende, wie Ihr vermutlich schon gehört oder gelesen habt wurden anlässlich der Premiere des Wettbewerbbeitrags CAROL (Regie: Todd Haynes) mehrere Frauen am Roten Teppich abgewiesen, weil sie flache Schuhe trugen. Das Magazin Screen Daily berichte als erstes (Cannes: Women denied Palais entry for wearing flats. Andreas Wiseman, 19. Mai 2015), und gibt die offizielle Reaktion so wieder: „Das Festival lehnte eine Stellungnahme ab bestätigte aber, dass Frauen verpflichtet sind, zu Vorführungen am Roten Teppich Stöckelschuhe zu tragen„.

Stöckelstulpen. Foto: SchspIN

Stöckelstulpen – falls der Weg zum Roten Teppich aus Kopfsteinpflaster ist. Foto: SchspIN

Nun ist das mit (in-)formellen Kleiderordnungen so eine Sache. Es ist völlig [Weiterlesen – Read On]