SchspIN

Gedanken einer Schauspielerin – An Actress's Thoughts


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Interview: Wellywood Woman & Le Deuxième Regard

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Letzte Woche hab ich über die Charte pour l’Egalité und eine mögliche Übertragbarkeit auf die deutsche Filmbranche gebloggt (Vive la nouvelle Révolution du Cinéma!). Heute gibt es zum gleichen Thema den ersten Gastbeitrag auf SchspIN, ein Interview von Marian Evans mit Bérénice Vincent, erschienen am 15. Oktober 2013 im Blog Wellywood Woman.
Dr. Marian Evans ist Autorin, Aktivistin und Rechtsanwältin, und außerdem Gründerin des Development Projects. Sie promovierte im Fach Kreatives Schreiben am Institute of Modern Letters der Victoria Universität von Wellington / Neuseeland.
Bérénice Vincent ist
Juristin (Studium in Paris, Marseille, Wes-Kaapland und 1 Jahr in Berlin) und arbeitet in der Rechtsabteilung der Europäischen Filmverleih und Produktionsfirma Wild Bunch in Paris. Sie ist Präsidentin von Le Deuxième Regard.

Marian Evans (Wellywood Woman) und Bérénice Vincent (Le Deuxième Regard)

Marian Evans (Wellywood Woman) und Bérénice Vincent (Le Deuxième Regard)

Hier eine Kurzfassung von Marians Einführung und anschließend das vollständige Interview:

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Vive la Nouvelle Révolution du Cinéma!

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Nach der französischen Revolution 1789-1799, der Erfindung des Cinematographen durch die Gebrüder Lumière 1890 und der neuen Frauenbewegung der 1970er Jahre ist Frankreich 2013 wieder einmal vorne dabei, wenn es um das Aufbrechen alter Strukturen und Innovationen in der Filmbranche geht.Freiheit_brsDie Charta für Gleichheit zwischen Frauen und Männern im Filmsektor

Am 10. Oktober 2013 unterschrieben Aurélie Filippetti (Kulturministerin) und Najat Vallaud-Belkacem (Ministerin für die Rechte von Frauen / Regierungssprecherin) in Paris eine Urkunde, die im Original La Charte pour l’Égalité entre les Femmes et les Hommes dans le Secteur du Cinéma heißt. Mitunterzeichnet haben außerdem Véronique Cayla (Präsidentin von Arte France), Frédérique Bredin (Präsidentin der staatl. Filmförderungsbehörde CNC) und Bérénice Vincent (Präsidentin von Le Deuxième Regard).
Le Deuxième Regard  (Der Zweite Blick, eine Anspielung auf Simone de Beauvoir’s philosophisches Grundlagenwerk „Le Deuxième Sexe“)  wurde im März 2013 von den Pariser Filmfrauen Bérénice Vincent, Delphyne Besse und Julie Billy gegründet. Sie legten der französischen Kulturministerin eine Reihe von Maßnahmen zur Erhöhung der Zahl der Frauen in der Filmwirtschaft und zur Verbesserung ihrer Situation vor, darunter den Entwurf der Charta, die diesen Monat unterzeichnet wurde: als Absichtserklärung, Appell und vor allem Selbstverpflichtung.
Das Ganze hat natürlich eine Vorgeschichte. Im Juni veröffentlichte der Senat (= das französische Oberhaus) den Bericht „La place des femmes dans l’art et la culture: le temps est venu de passer aux actes“ / „Der Platz von Frauen in Kunst und Kultur: die Zeit ist gekommen zu handeln“. In dieser Studie wird die Unausgewogenheit im Kultursektor angesprochen und drei Hauptprobleme ausgemacht: 1. das Beibehalten von Geschlechterstereotypen in kulturellen Zusammenhängen, 2. die relative Unsichtbarkeit von Künstlerinnen (ihre Abwesenheit von Retrospektiven, Preisverleihungen, Festivals) und 3. die Männerdominanz in strategisch wichtigen Positionen.
Ich habe noch keine offizielle deutsche Übersetzung der Charta gefunden, hier mein Versuch.

Die Unterzeichnenden verpflichten sich, [Weiterlesen – Read On]


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Vier A-Festivals: 6-Gewerke-Check – Crew Count for 4 Film Festivals

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Heute gibt es den 6-Gewerke-Check für die Wettbewerbsfilme von vier A-Festivals 2013: Internationale Filmfestspiele Berlin (D), Festival de Cannes (F), Festival del Film Locarno (CH) und Mostra internazionale d’arte cinematografica di Venezia (I). Die insgesamt 79 aktuellen,  internationalen Filmproduktionen sind überwiegend Spielfilme, in Locarno und Venedig liefen jeweils zwei Dokumentarfilme im Wettbewerb, und in Venedig außerdem der Animationsfilm Kaze Tachinu von Hayao Miyazaki. In Venedig gewann erstmals ein Dokumentarfilm den Goldenen Löwen: Sacro GRA (Regie: Gianfranco Rosi).
Wie leider zu erwarten gibt es bei allen vier Wettbewerben in den 6 Gewerken Regie, Drehbuch, Produzent/in, Kamera, Ton und Schnitt einen Männeranteil von mehr als 50 %, wobei die Festivals hierbei deutliche Unterschiede aufweisen. In keinem Wettbewerb erhielt der Film einer Regisseurin die Auszeichnung als Bester Film oder für die Beste Regie, kein Preis ging an eine Drehbuchautorin oder Kamerafrau.
In der Grafik sind noch zwei weitere Werte erfasst: der Mittelwert aus diesen 4 Filmfestivals für jedes Gewerk, das ist die Raute mit der gestrichelten Linie, und der Deutscher Filmpreis, d.h. der 6-Gewerke-Check für die 17 Filme, die in den Nominierungen zum Deutschen Filmpreis 2013 vorkamen, der vermutlich am ehesten vergleichbarer Wert aus Deutschland für kulturell bedeutsame Filme (ausführlicher beschrieben hier: Kunst oder Kommerz, wo arbeiten die Filmfrauen?). Bei Regie (30 %) und Schnitt (60 %) sieht es deutlich [Weiterlesen – Read On]


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Die Frauen von Cannes 2013 – Cannes Crew Count 2013

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Die Internationalen Filmfestspiele von Cannes sorgten 2012 für Negativschlagzeilen, als kein Film einer Regisseurin im Wettbewerb lief. Wie sieht es 2013 aus, und was ist mit Drehbüchern und Kamera, wer spielt die Hauptrollen? Zeit für den 6-Gewerke-Check! (siehe auch METHODE)

Das Datenmaterial

Die Webseite vom Festival ist sehr hilfreich, in einer Übersicht LINK sind die nominierten 20 Filme aufgeführt und in einheitlicher Form auf Unterseiten dargestellt, in der Regel werden Regie, Drehbuch, Kamera, Schnitt, Ton und manchmal auch Musik genannt. Die Produzent/innen seltsamerweise nicht. Die fehlenden Angaben habe ich mit Hilfe der jeweiligen Filmwebseiten, crew utd, IMDB oder wikipedia ergänzt.
Zwei Lücken: beim chinesisch-japanischen Wettbewerbsbeitrag „Tian Zhu Ding“ (A Touch of Sin) sind 8 Produzent/innen aufgeführt, bei zweien konnte ich das Geschlecht hinter den Namen nicht feststellen, diese habe ich in der Auswertung nicht berücksichtigt.
Von dem Film „La Vie d’Adèle – Chapitre 1 & 2“ (Blue is the warmest Colour) habe ich bis jetzt noch keine/n Produzent/in ermitteln können.
Auf den Filmunterseiten sind kurze Inhaltsangaben sowie die wichtigsten Rollen aufgeführt, wie sie vermutlich von den Produktionen gemeldet wurden: manchmal 3 oder 4 Rollen, manchmal 12. In dieser Auswertung nehme ich die Angaben als Hauptrollen.

Die Filme

Die 20 Filme des  2013 Wettbewerbs um die goldene Palme zeigt Abbildung 1 [Weiterlesen – Read On]