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Gedanken einer Schauspielerin – An Actress's Thoughts


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Was wir hören sehen wir? – What we hear is what we see?

English Version follows German.

Heute geht es um Sprache, Onlinerecherche und Onlineübersetzungen sowie eine Auto-und-Fahrrad-Metapher.

Sprache, Bewusstsein und Veränderung

Sprache verändert sich, seit es Sprache gibt. Sprachempfinden und -verständnis sind subjektiv, wie sicher alle bestätigen werden, die schon einmal „ich hab doch nur gesagt..“ „ja, aber gemeint hast du / das klang total nach..“-Diskussionen mitbekommen haben. Neue Wörter finden den Weg in den Duden, und neue Formen werden ausprobiert, um neuen Anforderungen an Sprache zu begegnen. Mit den Wechselwirkungen von Sprache, Denken und Bewusstsein will ich hier gar nicht erst anfangen.
Was früher normal war ist heute passé. Frauen sowohl mit dem Nach- als auch dem Vornamen ihres Mannes anzusprechen (z.B. Frau Joachim Sauer) ist hochgradig unüblich, und auch die stillschweigende Übereinkunft, dass sich alle Frauen von männlichen Begriffen mitgemeint zu fühlen haben, hat ihre Allgemeingültigkeit verloren.
Natürlich gibt es immer noch Frauen, die von sich als Schauspieler oder Frisör oder gar Einzelhandelskaufmann sprechen. Und es gibt weiter Texte, die mit dem Satz „der besseren Lesbarkeit halber verwenden wir in diesem Text nur die männlichen Form“ beginnen. Aber zum Glück setzt sich immer mehr durch, von Frauen und Männern, also z.B. von Leserinnen und Lesern, Wählerinnen und Wählern, Nachbarinnen und Nachbarn zu sprechen, mit in der Schriftsprache den Lesefluss nicht störenden Zeichen wie /, _ und * zu arbeiten (Leser/innen, Wähler_innen, Nachbar*innen) -bzw. die grammatikalischen Möglichkeiten der deutschen Sprache zu nutzen und „der Antragsteller“ zum Beispiel durch „wer einen Antrag stellt“ oder „der Antrag wird gestellt von“ zu ersetzen und „alle die“ statt „jeder der“ zu verwenden, oder Lesende, Wahlberechtigte und Leute aus der Nachbarschaft zu verwenden, und so weiter und so fort. Ich hatte vor mehr als zehn Jahren ein „Fair in der Sprache“-Infoblatt bei einem Gastspiel in Erfurt gesehen, das ich mitnehmen durfte – und das an am Ende des Textes abgebildet ist.
Dass die Verwendung rein männlicher Formen als neutrale Begriffe (generisches Maskulinum) nicht wirklich funktioniert habe ich im Zusammenhang mit Drehbüchern an anderer Stelle bereits erwähnt, namenlose Rollen die Journalist, Polizist, Archäologe oder Anwalt heißen (egal ob im Singular oder Plural), werden mehrheitlich als männlich wahrgenommen, umso mehr, wenn Pronomen ins Spiel kommen („Im Park drei Gärtner, einer schneidet die Hecke. Gerda fragt ihn nach dem Weg“). Diese – mehrheitlich vermutlich unbeabsichtigte – Einseitigkeit von Drehbüchern kann durch den Einsatz meiner Methode NEROPA Neutrale Rollen Parität – abgebaut werden.

Ergänzung 3. Nov.: Heute erschien ein Artikel in der britischen Zeitung The Guardian, der die Problematik der männlichen französischen Sprache, einer Stellungnahme der Académie Francaise und Reaktionen auf diese zum Thema hat: French language watchdogs say ’non‘ to gender-neutral style:

Eine Biographie mit deutscher Mutter

Männersprache bzw. mehr erwähnte Männer begegnen uns nicht nur in Drehbüchern und nicht nur in der Filmbranche. Wikipedia hat nicht nur ein sprachliches Genderproblem – was regelmäßig thematisiert wird, leider zumeist noch konsequenzlos. Es gibt wesentlich [Weiterlesen – Read On]

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Im Gespräch mit Männern – It’s a Men’s Radio World?

English Version follows German.

Deutschlandradio Kultur: Im Gespräch mit Männern?

Bereits zwei Mal habe ich über die samstagvormittägliche Radiosendung IM GESPRÄCH von Deutschlandradio Kultur gebloggt, über die Themen und über die Verteilung der weiblichen und männlichen Gäste. (Wer spricht im Radio? und Radionachlese 2013: Im Gespräch). Die Sendung ist live und dauert zwei Stunden, es gibt ein Thema, eine Moderatorin oder einen Moderator, ein bis zwei Expert/innen zu Gast und die Möglichkeit für das Publikum, sich mit Fragen und Anmerkungen per Telefon oder Email zu beteiligen.

Heute gibt es eine Auswertung der Sendungen im ersten Halbjahr 2014, der die  beiden Halbjahre 2013 gegenübergestellt werden. (Es gibt leider keine Übersicht über die Samstagssendungen mehr, sie sind nun mit den Werktagssendungen IM GESPRÄCH zusammen gefasst,  die aber anders ablaufen, das sind Interviews einer Person.)
Das Ergebnis zeigt, dass der Frauenanteil unter den als Expert/innen geladenen Gästen noch weiter zurück gegangen ist. Der Familie, die zum Samstagsfrühstück diese gebührenfinanzierte Radiosendung hört, wird eine Welt der Experten, eine Welt fast ohne Expertinnen präsentiert, egal zu welchem Thema.

1. Halbjahr 2013: Verhältnis 1 : 1,6
2. Halbjahr 2013: Verhältnis 1 : 3
1. Halbjahr 2014: Verhältnis 1 : 4,5 [Weiterlesen – Read On]


Ein Kommentar

Turning SchspIN into a Better Place for English Readers – SchspIN wird gastfreundlicher

Deutsche Fassung nach der Englischen.

Author / Editor Marian Evans from New Zealand, who among other things publishes the blog Wellywood Women wrote to me some weeks back:
Overall, I wonder whether you can make the layout of your blog a little clearer, because English speakers are going to have to find the page hugely attractive to move beyond a foreign language at the beginning, boring I know, but true.“
Yes indeed, how true. I was unhappy myself with only mentioning an English version at the top of a sometimes long German text with colourful pictures etc, and the lengthy scrolling that was required in order to read in English. So Marian’s comment led to me getting a little more into the world of html, until I found and mastered a solution. From now on the english versions have their own URL, and international readers can go there directly from the link incorporated in the „English version follows…“.
Today I have edited all blog texts in this manner (quite a few already!) and I hope that SchspIN is getting more attractive to English speaking readers this way. I am looking forward to more suggestions regarding the layout and of course more importantly to a lively discussion of the topics, since the phenomena I write about are universal of course.
By the way, [Weiterlesen – Read On]