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Gedanken einer Schauspielerin – An Actress's Thoughts


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Die Dramaturgie der Dusche – Taking a Shower

English Version follows German.

Nicht nur als Langstreckenläuferin finde ich Duschen eine gute Sache, und wie wohl viele kenne ich jede Menge Duschgeschichten aus Alltag, Arbeit oder Urlaub (z.B. vom mitternächtlichen Wasserausfall in Cajamarca). Und auch für Filme sind Duschen nicht uninteressant.

Die Sache mit den Duschszenen

Letztes Wochenende sah ich vier Filme, und in allen haben Frauen geduscht. Männer nicht. Das kann natürlich Zufall sein. Aber ganz abgesehen davon, wie ist das mit Duschen und Film, ist die duschende Figur ein Stilmittel, ein dramaturgischer Kniff? Ist Duschen filmisch das, was früher die Zigarette oder das Glas Alkohol war? Geht es um das Zeigen von Nackheit, Sauber- oder Verletzlichkeit? Um Erotik? Ist eine Dusche als Drehort besonders herausfordernd und als Schauplatz filmisch besonders reizvoll oder spannend?
In der arte-Mediathek steht aktuell noch der 11-minütige Beitrag DIE DUSCHE IM FILM von Luc Lagier. Gezeigt werden Morde unter der Dusche, Duschen nach der Schlacht, duschende Männerteams nach dem Sport. Frauen und Männer gemeinsam und Männer alleine unter der Dusche beim Sex, Männer die im Alltag duschen. Frauen die weder Sex haben noch angegriffen werden, also einfach so duschen, kamen weniger vor.
Duschen in Komödien? Mir fallen spontan drei alte witzige Duschszenen ein: Cary Grant duschte, vollständig angezogen inklusive wasserdichter Uhr, in CHARADE, Marty Feldman, Mel Brooks und Dom DeLuise versuchten in SILENT MOVIE, Burt Reynolds unter seiner Dusche für ihr Filmprojekt zu gewinnen, und Steve Martins Dusche in L.A. STORIES hatte einen Slomo-Hebel. Duschszenen mit Frauen und Humor erinnere ich nicht (aber vielleicht gibt es sie?).

Rein optisch erinnert eine Duschkabine ein wenig an eine Telefonzelle. Diese ist aus Filmen, die im digitalen Smartphonezeitalter spielen, fast vollständig verschwunden. Duschkabinen hingegen, diese beengten Orte der Privatsphäre, wird es wohl noch eine Weile geben, und somit auch Duschszenen im Film.
Vier Fragen stelle ich heute an ,meine‘ Szenen:

  1. Bringt die Duschszene die Geschichte weiter?
  2. Erfahren wir durch sie etwas Neues über die Figur?
  3. Verstärkt das Duschen und wie es filmisch festgehalten ist die Stimmung der Szene?
  4. Ist die Szene witzig oder originell?

Eine Szene, die keine dieser vier Fragen mit JA beantwortet, läuft Gefahr, die [Weiterlesen – Read On]

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Well done, Sister Equity! – Gut gemacht, Schwester Equity!

Deutsche Fassung  nach der Englischen.

A few weeks ago the French La Charte pour l’Égalité entre les Femmes et les Hommes dans le Secteur du Cinéma was signed (Vive la Nouvelle Révolution du Cinéma!), the effects of which will hopefully become apparent in the near future. A few years ago British actors’ union Equity launched a Viewers‘ Petition for Equal Representation of Women in Film and Television Drama with the aim to abolish the 2:1 dominance of male over female roles on British television, and an even worse ratio for films, and also to fight the almost non-existent portrayal of the older woman. How did this petition come about and has it begun showing effects already? I am very happy to have been able to interview Equity’s Jean Rogers on these and many more questions.
Jean Rogers  is a British actress, born just outside London.  Her work in front of the camera includes THE PEACEMAKER, THE LAZARUS CHILD, more than 10 years as Dolly Skilbeck in ITV’s EMMERDALE and presenting a BBC TV Schools‘ programme for 7 year olds called WATCH. She has appeared regularly on British stages e.g. the Belgrade Theatre, Coventry, theYork Theatre Royal, two seasons with the Chichester Festival Theatre and was a founder member of Sir Laurence Olivier’s National Theatre. In radio she clocked up over a thousand broadcasts for the BBC playing boys and girls, POETRY CORNER and LISTEN WITH MOTHER. Her recent work was in SNOW WHITE playing the wicked queen in a Christmas pantomime.
Jean has been an elected Councillor of the actors‘ and performers‘ union Equity for nearly twenty years and since 2004 Vice President. [Weiterlesen – Read On]


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Schauspiel ist mehr als Text und Mimik – There’s more to Acting than Words and Facials

English Version follows German.

Heute geht es zur Abwechslung nicht um traurige Statistiken, sondern um etwas sehr Witziges und sehr Schönes für’s Herz. Reden wir über Mr. Blobby (und gucken vier Episoden seiner Fernsehauftritte an)!
Mr. Blobby ist in Deutschland vermutlich nicht so bekannt, er ist aber eine Ikone der BBC-Fernsehgeschichte. Im BBC Wiki wird er und seine Fernsehkarriere ausführlicher dargestellt, daraus ein Zitat:
Mr. Blobby war eine Figur, dargestellt von Barry Killerby, die in Noel Edmonds Samstagabendsendung „Noel’s House Party“ auftrat. Sein voluminöser, rosa Körper war mit gelben Flecken übersät. Blobby hatte ein Dauergrinsen und bewegliche Augen, und kommunizierte nur durch das Wort „blobby“ mit elektronisch verfremdeter Stimme. Seine Stimmung drückte er über Tonlage und Wiederholung aus.
Die Mr. Blobby-Geschichte geht noch weiter, er war außerdem Star einer fiktiven Kindersendung, in der er mit Gästen alle möglichen Berufe vorstellte, u.a. ließ er sich von dem professionellen Rugbyspieler Will Carling Rugby beibringen. Weihnachten 1993 erreichte er mit seinem Song „Mr. Blobby“ die Nummer 1 der britischen Charts, die Single wurde mehr als 1 Millionen mal verkauft.
Leider habe ich auf meine Anfrage hin von der BBC noch kein offizielles Foto bekommen, deshalb habe ich ihn gemalt. So sieht er in etwa aus: [Weiterlesen – Read On]


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You need to unblock yourself – Mach Dich mal locker!

Deutsche Fassung nach der Englischen.

The weekend is coming up and I thought it would a nice change to blog about something heartwarming and funny that at the same time is connected to film, television or theatre. So today let’s look at the lighter side of acting.
Since today’s example comes from a British tv series I will start with the English version this time.

GRANDMA’S HOUSE is a very funny (and sometimes also a little sad and cynical) TV sitcom by Tiger Aspect Productions, broadcast by BBC 2 in two 6-episode series in 2010 and 2012 – „about a former television presenter searching for something more meaningful to do in life“ [Weiterlesen – Read On]